Foodsaving…

Zum Thema Wegwerfgesellschaft kann ich so einige Denkanstöße beisteuern. Es gibt nix, was noch nicht im Müll gefunden wurde. Klar fallen somit ein Großteil unserer Fixkosten weg und wir können uns diesen Lebensstil erst leisten.

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Containern ist das immer populärer werdende Einkaufen hinterm Geschäft nach Schließung. Da wir meist überall auf der Durchreise sind halten wir aber zu jeder Tageszeit auf nen Blick an. Bei vielen Anbietern werden Tonnen auch gerne nachts ein- oder abgeschlossen, also keine Berührungsängste und immer mit einem lockeren Spruch parat, falls dir mal wieder ein gefrusteter Mitarbeiter erzählen möchte, dass das verboten sei… Verkehrte Welt – Essbares wegwerfen gehört verboten. Es ist auch dank Hygienevorschriften selten eine eklige Angelegenheit und gut sortiert kann sich solch ein Fund schon sehen lassen.

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Ich werde immer nach Tipps gefragt und es gibt heutzutage schon facebook Gruppen zum Thema, alles Unnütz, es gibt keine “sicheren spots”! Es könnte überall und zu jeder Zeit Beute auftauchen, oder an bekannten Orten mal tagelang wegbleiben. Vielseitig und überall wo man rumkommt einfach kurz anhalten, schadet nicht und hat schon viele Überraschungen gebracht. Hinter einem Discounter z.B. muss mal die Kühlung ausgefallen sein, alles wurde aussortiert… (und kam am nächsten Morgen ins Müllauto, hab es beobachtet) In der Nacht zuvor hatte ich den ganzen Anhänger beladen und per foodsharing verteilt, nur wenige Prozent retten können.

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Wir haben die Erfahrung gemacht, dass in den “reicheren” Ländern logischer Weise die Kunden am wählerischsten sind und deshalb am Meisten weggeschmissen wird. Unser Ranking setzt die Schweiz also gefolgt von Dänemark ganz nach oben. Viele meinen dort Urlaub machen ist teuer… ein Witz. Aber auch in den armen Bereichen Europas wie auf Sizilien muss niemand hungern.

Man muss auch in seiner Auswahl sehr wählerisch sein und sich nicht vom Angebot verführen lassen, Obst und Gemüse ist klar und immer vor Ort, aber auch bei haltbaren Lebensmitteln wie Nudeln und Reis greifen wir auch bei angerissenen Tüten immer zu.

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Bei Süßigkeiten und ungesundem hört der Spaß meist auf, man glaubt gar nicht, wieviel Massen Zucker mit Joghurt und billiger versalzener Wurst in der Tonne landet. Diese Pralinen hier wurden bei so einigen Geburtstagspartys großzügig verteilt:

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Wir beschränken uns gerne auf Bio-Märkte, auch wenn ich der Philosophie dieses Hypes nicht ganz traue und mit ernstem Zweifel große Mengen der hochwertgen Lebensmittel einpacke.
Glaubt vor allem nicht, dass ihr jemandem was wegnehmt, selbst die ReFood Verwertungstonnen fliegen nur zur Biogas Herstellung in einen riesigen Bottich. Die Tafel nimmt schon lange nix mehr mit was abgelaufen ist. Was ihr nicht mitnehmt einfach für den Nächsten obenauf liegen lassen und ganz wichtig den Müllplatz wieder sauber hinterlassen!

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Meistens haben wir das Problem der Lagerung, wohin mit dem ganzen Zeug, dafür stehen in der Garage vom Bus immer Kisten bereit, manchmal müssen zusätzlich Eimer herhalten.
Kein Wunder bei den Massen die manchmal hinter hochwertigeren Supermärkten wegfliegen. Ich nenne keine Namen, aber “sie lieben Lebensmittel”

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Die Speisepläne richten sich bei uns also gerne nach dem Angebot, saisonal und regional am liebsten vegetarisch, doch manchmal ist mehr Fleisch dabei, als ich Atlas füttern kann. Christies homepage befasst sich ausführlicher mit dem kulinarischen Thema.

Delite In Disorder

Um Weg von den Superlativen zu kommen, am Liebsten haben wir es so:
Klein und übersichtlich, täglich Frisch, viel Spaß beim Lebensmittel retten.

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Als ich anfänglich meinte ALLES bezog sich das wirklich nicht nur auf Lebensmittel. Unseren kompletten Busausbau habe ich aus Elementen vom Sperrmüll, sowas nennt sich dann upcycling, das wird im Umbaubericht näher erläutert.

Aber auch nützliches ist ab und an dabei. Wir fanden schon Handys und Armbanduhren (die gerne Tauschgegenstände im Süden sind) Als sehr erstaunlich fand ich meine Beute vom Schrott bei der Stadtreinigung in diesem Sommer. Im Container wo ich durch Zufall Kleinzeug aus dem Garten loswerden wollte lag schon fast unter Gerümpel verdeckt ein Fahrrad. Das Vorderrad fehlte und der Gabelschaft war krumm, aber hey: hydraulische Scheibenbremsen und der Rest völlig brauchbar.

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Aber das Alles ist noch nix gegen einen Besuch auf nem Festivalgelände am Abreisetag.

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Wacken ist hier unser Favourit und brachte uns schon so einige Campingausrüstungen und Kochutensilien ein.

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Wir hatten dieses Jahr etwas mehr Platz, befanden uns Mitten im Umbau vom Bus und konnten kräftig einpacken. Ganze Grillfeste konnten wir kurz darauf organisieren.

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Das Highlight aber waren diese Säcke gefüllt mit teurem Plast

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über 700 Pfandflaschen ließen uns etwas über eine Stunde den Automaten bei nem Discounter füttern. Das Bargeld dafür hat die Spritkosten und Tickets für diesen Trip locker rausgeholt.

Das Geld liegt auf der Straße… ist nicht bloß eine Floskel. Schrott sammeln lohnt sich bei den Preisen nur noch bedingt, Buntmetalle findet man selten, Batterien aber brachten mir bis zu 50ct pro Kilo und da kommt schnell Gewicht zusammen!

Ebenso muss man Platz für Laubsäcke haben, auf den Hänger passen die aber immer. Zumindest in Berlin gibt es das Phänomen Laubsack. Man erwirbt den bei der Stadtreinigung und darf ihn gefüllt am Straßenrand abstellen oder gegen Pfanderstattung beim Entsorger abgeben. 1,- Euro pro Sack!

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Augen auf…

Es geht aber noch reisespezifischer, der Bus braucht auch Input.
Bitte nur nachmachen, wenn ihr technischen Sachverstand habt!

Wir fahren einen Vorkammer-Diesel, das heißt auch der Treibstoff wird” altmodisch” über Einspritzdüsen in eine per Glühkerze vorgewärmte Kammer eingesprüht und dann erst in den Hauptbrennraum.

https://de.wikipedia.org/wiki/Vorkammereinspritzung

Viele Dieselmotoren müssen extra auf Pflanzenölbetrieb umgebaut werden, da wir nicht in kalte Regionen kommen ist das bei uns unnötig und im Sommer ein Betrieb mit bis zu 100% PÖL machbar. Die Nachteile hierfür dürfen aber nicht außer Acht gelassen werden, Drecklösung im Tank, Aufweichung von Dichtungen und evtl. bakterielle Zerstörung des BioDiesels…

Doch was auf der Positiv Seite gegenüber steht ist unglaublich. Kostenloser Treibstoff in vielen südlichen Ländern. Es begann vor drei Jahren auf der Italientour, der Dieselpreis lag bei über 1,70 und wir hatten im Supermarkt eine Kiste Rapsöl für 85ct/l gekauft. Hab das früher schon mal in alten Saugdieseln ausprobiert, und auch im Düdo lief das gut.

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Nun mag der Italiener ne menge frittierter Speisen und kauft massig Öle in Flaschen. Da das genutzte Zeug aber nicht in die Kanalisation soll und es niemand trinken mag gibt es vor vielen Supermärkten und auf öffentlichen Recyclingplätzen solch Tonnen.

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Treibstoff containern und dank Plastikgebinden kann man auf den ersten Blick schon schauen ob’s klar ist, oder echt trübe Brühe. Also wird direkt vor Ort ausgewählt und später nochmal umgefüllt und durch nen Socken gefiltert. Für die restlichen Partikel sind dann Vor- und Hauptfilter zuständig, davon habe ich eine handvoll parat.

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Auch an der Französischen Südküste und in Spanien ist das gut machbar, auch wenn die Tonnen manchmal abgeschlossen sind und man sich über den Einfüllschacht bedienen muss. Hab ne Öse an Metallhaken gebastelt um zu angeln. In Gibraltar zum Beispiel sehe ich das Treibstoffcontainern als am Einfachsten, orange Tonnen an jeder Ecke, meist randvoll und in guter Qualität.

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Der Geruch der Abgase ist etwas… gewöhnungsbedürftig, man schmeckt förmlich den früheren Gebrauch heraus. Ob Fisch, Süßes oder in Kruste frittiertes… den nachfolgenden Verkehr wird es freuen. Die Leistungsausbeute ist nicht 100%, aber wer beim Düdo mit Leistung rechnet ist eh verkehrt.

Zu bedenken ist allerdings, dass bei kaltem Motor und kaltem Tank das Starten schwierig werden könnte, länger glühen versteht sich von selbst, auf die letzten Kilometer aber Diesel nachschütten ist angebracht.

Wir haben etwas rumexperimentiert und mit nem zweiten Tank damals echt gute Ergebnisse erzielt. In der Summe haben wir bestimmt schon für 10.000km getankt, auf der Italien Tour alleine 6000km im Süden, auf Sizilien und Sardinien und bis zum Ende der Cote d’Azur für völlig gratis gefahren.

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