Projekt Pritsche – Rostbehandlung

Meine Berichte über den Aufbau der 608 Pritsche zum Expeditionsmobil haben in letzter Zeit viel mit Holz zu tun gehabt. Um nicht den Überblick zu verlieren jetzt mal wieder ein paar Zeilen zum Thema Metall.

Schon wieder eine Woche vergangen und keine Zeit gehabt alles ordentlich zu dokumentieren. Wenn man erst mal fleißig am Arbeiten ist und die Erfolge entstehen sieht fällt es schwer Pause zu machen und ich will voran kommen. So geht es mir zumindest und alles geht auch leichter von der Hand. Außerdem bin ich immer noch mit Hilfe gesegnet und vieles geht quasi von Zauberhand. Danke an meinen schwedischen Mitarbeiter.

Das Fahrwerk überarbeiten zum Beispiel ist eine mühselige Angelegenheit die Kraft und Ausdauer erfordert. Die dicken Federn lassen sich zu zweit einfacher zum Bewegen überreden. Nach der Renovierung der hinteren Federn nun also auch vorne in Angriff genommen.

Es war auch dringend nötig wie man an den Beweisstücken Federgummilager erkennen kann. Einseitig durchgeschliffen und aus diesem Grunde sind auch fast Beschädigungen an den Aufnahmen zu erwarten.

Jedoch Glück gehabt und nur die Buchsen in den Federaugen mussten neu. Ansonsten das übliche an den Blattfedern, Rost wegschleifen, Federaugen sauber bürsten und alles in gewohnter Arbeit mit dem Winkelschleifer… und kleiner Unterstützung in den Ecken mit selbstgebauter Sandstrahlkabine…

So vergeht auch ne Menge Zeit und die vielen kleinen Dinge die das Fahrwerk zusammenhalten brauchen auch mal Pflege, Federbügel und Stabihalter, Buchsen und Rahmenaufnahmen nun auch hoffentlich ein paar Jahre länger vom Rost geschützt.

Und dann der spannende Teil alles wieder richtig zusammen zu setzten. Mission geglückt und nun auch zwei neuwertige Federn im Vorderwagen installiert. Dazu auch noch die Bremstrommel der Einheitlichkeit wegen schwarz lackiert und ich kann mich den nächsten Aufgaben widmen und einen Punkt auf der Liste abhaken.

Rost war bisher noch kein Thema an der Karosse der Pritsche. Eine Stelle jedoch hat die üblichen Anzeichen gegeben und wurde etwas gründlicher bearbeitet. Der untere Übergang von Rückwand und Kabinenboden hier in der Ansicht von außen.

Der Teil dahinter ist der Batteriekasten und wurde eigentlich in einem der ersten Beiträge für gut befunden.

Man kann sich auch irren und das komische zusätzliche Blech, welches stabil verpunktet war und sich heftig wehrte war Ursache für den Rost darunter und dahinter. Mal wieder typisch, dass alles was nachträglich eingeschweißt wird Probleme verursacht. Darunter sah es dann so aus.

Der Rahmen unten ist wie von Zauberhand unberührt und der ganze Dreck darin zu großen Teilen von der Schneidaktion gemischt mit Lehm aus Bienenbehausungen. Echt wahr, diese kleinen runden Gebilde sind steinharte Klumpen Dreck in denen sich vertrocknete Kokons befinden. Die unterirdische Verbindung ließ mich nun auch diese Arbeit weiterführen und außerhalb des Batteriekastens hinter der Handbremse ein Stück wegnehmen. Dann kam die Lippe neu in den von außen sichtbaren Spalt, die Nähte und Rostansätze wurden versiegelt und der Rahmen ordentlich ausgepustet. Kann man so lassen, jetzt noch Farbe drauf und Boden drüber. Fertig.

Es gibt solche versteckten Ecken im Düdo, die sonst niemanden interessieren weil nicht offensichtlich. Wenn der Schaden dann erst weit genug fortgeschritten ist wird die Reparatur aber komplizierter… also hier meine Empfehlung: Heizungsgebläse raus und drunter ausfegen.

Laub und organisches Material, Lacksplitter, Rost, Stifte, Kleingeld, Sammelkarten und weitere durch den Spalt verlorene Sachen kamen zum Vorschein. Ich finde das Foto nicht, aber nach 2 Stunden Arbeit war alles wie neu… gebürstet, versiegelt und lackiert. Die Gelegenheit gleich genutzt die Spritzwand mit Armaflex zu dämmen und den Wärmetauscher auch gleich mal durchzupusten und aus zu spülen.

Weiter geht es mit der Dachrinne die ein weiteres Problem bei diesen Fahrzeugen ist. Unter alter Dichtmasse hält sich Feuchtigkeit länger und kann an der frischen Luft so der Oxidation in die Hände spielen.

Sieht dann von oben so aus… wenn auch bei meinem Fahrzeug mit dem später darüber liegenden Alkoven nicht unbedingt Handlungsbedarf herrscht. Doch wenn schon, dann richtig. Und zum Glück bei der Pritsche ja nur ein Bruchteil der Dachrinne eines Busses vorhanden für die ich sonst gut und gerne ohne Durchrostungen einen ganzen Tag benötigen kann. Ein weiterer Kumpel mit seinem Bus vor der Garage sitzt grad schon seit Tagen dran die angenieteten Bleche und Spachtelmasse zu entfernen um von Grund auf neues Material anzubringen. Schweißen ist bei den meisten hier wegen der fertigen Innenausbauten und der Dämmung dazwischen sogut wie unmöglich. Kümmert euch also um eure Dachrinnen bevor es zu spät ist!

Rost in Ecken und Kanten macht es immer schwierig den komplett zu beseitigen. Aber ihr sollt ja nicht denken ich mache einen Neuwagen aus der Karre. Ich mag die Geschichte von Fahrzeugen und manchmal muss man auch stolz dessen Wunden zeigen wie diese fette Beule in der Seitenwand. Die Geschichte dazu wüsste ich gerne, Beteiligung anderer nicht ausgeschlossen. Zumindest wachse ich die Innenseite um Verschlimmerung auszuschließen.

Apropos Geschichte, dank eines Lesers weiß ich ja nun wo die Pritsche bei der Bundeswehr ihren Dienst tat. Durch einen doppelten Zufall traf ich auf einen Holländer dem ich erstens schon vor Jahren in Marokko begegnet bin und der zweitens das gleiche Schild auf dem Fahrzeug spazieren fährt.

Unsere Busse haben also in ihrem früheren Leben nebenander gedient und teilen nun glücklicherweise den selben Lebenswandel zum Reisemobil. Eine sehr innovative Idee zur Unterstützung der Blattfedern fand ich unter besagtem Ex-Krankenwagen. Luftdruckbälge mit Eigenanfertigung der Halter zwischen Achse und Rahmentraverse.

Mal im Hinterkopf behalten aber weiter geht’s mit der Arbeit an meinem Projekt. Mit dem Schweißgerät habe ich mich nun auch angefreundet und die eine oder andere Sache brutzeln können. So zum Beispiel die abgerosteten Halter der Radhäuser unter der Pritsche mit neuem Blech verstärkt. Ringsum die gefalzten Kanten freigelegt und neu versiegelt und alles lackiert nun fertig für den Einbau… doch vorher muss der Unterboden der Kabine noch fertig gestellt werden.

Der Durchgang von Fahrerraum zum Aufbau ist nun auch fertig und wartet auf weiteres Material. Ich suche gebrauchte LKW-Schläuche um eine staubdichte Verbindung zu schaffen die zusätzlich noch mit einer Klappe wie Tür getrennt wird. Ja, auch mit dem Holz ging es gut voran und das Ergebnis zeige ich im nächsten blog…

Ein letzter Vorgeschmack mit dem Blick nach Hinten… und bei diesem Anblick juckt es mich schon wieder in den Fingern… ich tausche jetzt die Tasten gegen Staub und Lärm… bin dann mal wieder fleißig.

Ein Gedanke zu “Projekt Pritsche – Rostbehandlung

  1. J schreibt:

    Hiho! Tolles Projekt!

    Statt Schläuchen hat schon jemand mit Teichfolie gute Erfahrung für den Durchstieg gemacht.
    Ist zudem UV-beständig und Baumarkt-gängig. Also evtl. fürs nächste Mal nützlich 😉

    VG, J

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