Detailverliebt – Na und?

Ich hatte zwar im letzten blog eine ausführliche Probefahrt angekündigt, doch ein paar Dinge müssen vorher noch fertig gestellt werden. Entgegen meiner Ökostrategie musste ich am Unterboden auf haltbareres Material zur Dämmung zurückgreifen. Styrodur also unter meine Bodendielen. Immerhin teils Reste von meinem Nachbarn.

Zurechtgesägt und angeschraubt hält das so zwar der Witterung stand aber natürlich keine Tausend Kilometer Pistenfahrt, erst recht nicht wenn Steinchen und Gestrüpp dagegen brettern. Also eine Schutzbeplankung nach einheitlicher Manier. Zwar zeitraubender aber trotzdem einfacher in der Installation. Brett für Brett vorher natürlich gewachst um gegen Alterung zu schützen. Alles Material im Hintergrund gehört nicht zu meinem Projekt, ich hab da einen Raubkopierer in der Halle, über dessen Projekt ich später mal ein paar Zeilen schreibe.

Diese gekauften 10mm starken Paneele mit reichlich Astlöchern sind das günstigste, was im Baumarkt zu bekommen ist. 4,50€ der Quadratmeter und das Ergebnis dafür recht anständig. Messen, sägen einstecken, anschrauben… und weiter.

Doch wie erwähnt hält auch das schnell nen ganzen Tag auf, ist ja nix von vorne bis hinten gleich und immer wieder sind Ecken und Kanten auszusparen oder Löcher für die Bolzen der Ersatzräder anzupassen. Mal wieder ne Spätschicht in der Garage. Die letzten Wochen mit externem Druck im Rücken gingen meine Arbeitstage meist von 7-13 und 15-23… die zwei Stunden dazwischen hab ich mir dann doch mal ne Fahrt zum Strand gegönnt. Auf jeden Fall mal wieder ein Arbeitsschritt abgehakt.

Zum Thema „Abhaken“ war ich ganz werkstattypisch in deutscher Manier gründlich. Eine echte Motivationshilfe, wenn man mal nicht weiter will oder kann. Kein Bock mehr auf Punkt XY, dann mal kurz mit Z weitermachen bis alles durchgestrichen werden kann.

So zum Beispiel kam es zu vielen kleinen Dingen die sich auf die Liste der Perfektion geschlichen haben. Einstieg entrosten, versiegeln und lackieren…

Das Lenkgetriebe bekam einen Tag Aufmerksamkeit. Entrosten und Lackieren, anschließend Ölwechsel. Da genug drinnen war, es trocken ist und sauber dreht verzichtete ich auf die Zerlegung. Neue Schubstange und eine dicke Ausführung der Lenkstange mit neuen Spurstangenköpfen machen die neue Lenkung komplett. Bling…

Oder den ebenfalls überarbeiteten Luftfilter wieder verbauen eine weitere „Kleinigkeit“ natürlich in RAL6014 lackiert und mit sauberem Öl wieder an seinen Platz. Jedoch der Ansaugpilz zuvor wollte oder sollte nicht mehr an die übliche Stelle. Mir schwebt da was vor
Raum.

Der Platz im Motorraum kann wohl bald für was anderes genutzt werden… ich hab mal was haltbares im Baumarkt erstanden. 12,- für die ganzen Teile halte ich für fair.

Der Gummi in drei Teile zerschnitten und weitere Schlauchschellen ermöglichen eine Verlegung am Scheinwerfer vorbei weiter nach oben. Jetzt weiß ich auch endlich was mir diese Beule im Kotflügel sagen wollte… „Ich bin schon demoliert, mich darfst du bohren“ Also los und den 75mm Lochbohrer angesetzt… oder so ähnlich.

Mit oben beschriebener Fertigstellung des Unterbodens war nun auch endlich die Zeit gekommen die Radhäuser und Staukisten zu installieren. Räder wechseln stand auch auf dem Plan, meine beiden dicken Schlappen vom 407 brauchen nicht mehr die Heimreise auf schnödem Asphalt antreten, dafür gibt’s abgerockte Heimbringer… die hier haben Großes vor: Die beiden „übrigen“ 17,5Zoller die dagegen niedlich wirken kommen als Ersatzräder unters Heck. Die anderen behalte ich vorne drauf (sind stabiler als alle 16Zoller). Für die Neuleser nochmal zur Erklärung: meine Einzelbereifung hinten geht so klar und könnte auch beim Tür mit Tachoangleichung durchgeboxt werden. Es sind 265/75R16 mit Traglast 124 auf MB609/711 Vario Felgen. Die Belastungen für Radlager und Achse sind die gleichen und der Sinn darin besteht in der einfachen Spur in unwegsamem Gelände und Sand. Auch können sich so keine Steine mehr zwischen die Zwillinge klemmen und Schaden anrichten. Und Zwillinge begrenzen natürlich die Dimensionen und damit Profilvarianten, wird in der AllradSzene so seit Dekaden auch bei gigantischen LKW gemacht.

Hier nochmal aus einer anderen Perspektive… und falls es mit den Stollen mal doch nicht weiter geht kommen die Bleche zum Einsatz. Schon irgendwie lustig, dass die Scharniere die ersten Schweißnähte am Projekt waren und das Ergebnis als letztes an den Truck kommt. „Truck“ ist übrigens die nun offizielle Bezeichnung der immer noch namenlosen und geschlechtsneutralen Pritsche mit weiblicher Eleganz und vor Testosteron strotzenden Attributen. Leider geil…

Die Halterungen dafür sind mir auch auf den letzten Drücker beim umräumen meiner Fahrzeuge in die Hände gefallen. Drei löchrige und mehrfach geflickte Fahrradschläuche aus den Tiefen des Kofferraumes… und wieder mal danke ich mir selbst solchen Scheiß aufzuheben. Halbiert und verknotet sechs Spanngummis mit genialer Optik an originalen Halterungen.
Als letztes Detail gibt es zusätzlich zu den 2x60l Dieseltanks und dem 100l Wassertank eine Doppelhalterung für Nato-Kanister. Jeweils 20l Reserve und der Wasserkanister mit dem großen Ausschank.

Wenn auch technisch irrelevant bin ich doch mal wieder gespannt was mein KFZ so auf die Waage bringt. Zum letzten Mal (3260kg) sind 60kg Korkdämmung und 40kg GfK Dach definitiv dazu gekommen. Dann noch der Unterboden, die Kanister und Kisten, Sandbleche und Ersatzräder, Innenverkleidung und die komplette Hecktür…. Ergebnis immer noch sehr Leichtbau, ich bin zufrieden. Und beim nächsten Mal geht’s wirklich um die Testfahrt und mehr Bilder vom Komplettkunstwerk.

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