Projekt Pritsche Teil 5 – Das Gerüst

Eine Woche Arbeit mit der Schweißerin und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Der Rahmen ist fertig, zumindest das Grundgestell. Es kamen nun doch noch die angerosteten Träger zum Einsatz, als Balken zwischen den Rechtecken der Seitenwände sollten die auch noch ein paar Jahre gut sein.

Dann hat mich Lutzi noch mit einem enthusiastischen Italiener bekannt gemacht. Brando, ein Holzwurm der selbst vor verrückten Ideen strotzt und mein Projekt ebenfalls sehr geil findet. Wir sind uns grün und natürlich hat auch er nen 508 der etwas Hilfe benötigt. Sein Meisterstück ist aber ein selbst gezimmerter Bauwagen auf nem Fleckchen Land was ich mir demnächst mal anschauen werde, er wohnt hier auch schon 10Jahre und spricht fließend portugiesisch, was auch für die Materialbeschaffung von Nutzen sein kann.
Sein Besuch hat mir auf jeden Fall schon ne Menge Ideen eingebracht die aktuell auch in die Tat umgesetzt werden. So zum Beispiel hat er mir meine Holzdachkonstruktion aus dem Kopf geschlagen und mit dem Argument Stabilität im Verhältnis zu Gewicht gepunktet. Als einfachste Konstruktion gibt es ein leicht gebogenes Flachdach mit Gitterrohrrahmen. Da ich mir alleine das Häubchen eh nicht zugetraut hätte ist es von meinem Standpunkt also völlig egal wer mir bei der Umsetzung hilft. Lutzi kommt also nochmal zum Metallbrutzeln in die Werkstatt und ich weiß ja auch wo ich das Material dafür her bekomme. Chagas in Portimao.

Diesmal brauche ich auch zwei 5m lange Balken die ohne Probleme vom Bett aus zum Beifahrerfußraum in meinen Bus passen. Der Rest macht sich auf dem Boden breit und wird auf dem Heimweg noch mit Allerlei Kleinzeug wie Schrauben und Schweißequipment abgepolstert.

Und zum Preise vergleichen noch ein Stopp beim überschaubaren Angebot des Holzhändlers in Lagos. Immerhin mehr Auswahl als der Baumarkt bietet wenn auch weit teurer. Entscheidung noch offen, Fußbodendielen und Außenverkleidung gesucht, etwas Siebdruckplatte für den Alkoven auch.

Der Rahmen also fast fertig, die Klappe bekommt noch Verstärkungsstreben und auch Knotenbleche sind an allen wichtigen Ecken mit dem Gerüst verbunden.

Man glaubt gar nicht was da so alles an Material rein fließt. Und immer findet man noch was zum optimieren. So zum Beispiel war noch eine Quertraverse mit Stütze unter den Fenstern der Kabine nötig. Die drei Löcher werden wie erwähnt noch ein Durchstieg.

Und auch mein Alkoven war bis heute Nacht noch ein Rätsel. Doch meist kommen die besten Ideen unerwartet und die Lösung ist simpel. Wenn das Dach nämlich drauf sitzt, hätte die Matratze da oben drin samt Bettzeug unter Einberechnung der Innenverkleidung und Dämmung nur 10cm Platz. Schlafkomfort kann das nicht bieten, also muss wie auch beim Tanzsaal nach unten Platz her. Außerdem wird es so stabiler am vorderen Ende.

Im vorherigen Bild schon eingebaut zu erkennen hier noch die Zusammensetzung der Einzelteile bevor das Gebilde dran gepunktet wurde. Nach Justierung dann clever und ohne Verzug miteinander verschweißt. Da kann sich die Expertin auch mal ein Bier genehmigen.

Das sowieso schon verbeulte Dach wird also eine gewollte Mulde, oder ganz weichen, das muss ich aber noch abklären. Auf jeden Fall gibt es einen Kasten knapp darüber in dem die gewünschte Federkernmatratze liegen wird. Heißt aber auch weniger Platz zur Oberkante der Kabine.

Die Innenverkleidung konnte ohne Zerstörung entfernt werden und wird wenn farblich überarbeitet wieder verwendet. Darunter machte sich der gut konservierte Blechmantel bemerkbar, Danke Bundeswehr.

Da sitzen wir also tagein tagaus bei schönstem Frühlingswetter und haben zu arbeiten. Aber wie schon so oft, selbstgewählter Urlaubsstress und jeden Abend das gute Gefühl was geleistet zu haben. Außerdem hetzt mich keiner und wenn das Moped ruft oder der Magen knurrt wird halt Pause gemacht. Ich bin einfach nur zufrieden wie sich die Kleinigkeiten der Ideen umsetzen lassen und am Ende was gutes draus wird. Kann so weiter gehen… im nächsten Blog mit dem Dach.

Ein Gedanke zu “Projekt Pritsche Teil 5 – Das Gerüst

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