Rechnung – Kostenauflistung 508 Expeditionsmobil

Das Resultat meiner winterlichen Bautätigkeiten am BW-Pritschenwagen 508 kann sich sehen lassen. Mein Expeditionsmobil „Walküre“ hat einen Haufen Innovationen vereint und musste mangels gebrauchter Rohstoffe mit mehr Neuteilen konstruiert werden als mir lieb war. Es ist definitiv einfacher und schneller Bretter nicht erst von Nägeln befreien oder Stahlrohre nicht entlacken zu müssen, wie bei den üblichen Projekten. Die Arbeit ging dadurch viel einfacher und zielgerichtetr von der Hand. Spart Zeit und damit auch irgendwie Geld. Die Kosten dafür blieben im Rahmen und wurden von mir wegen einiger Nachfragen mal aufgeschlüsselt.

Am Fahrgestell selbst gab es nur wenig benötigte Ersatzteile, 4 Radbremszylinder (die großen von ATE 28,3mm) und 24 Federgummilager musste ich ordern. 250,- Zusammen.

Die Reifen hatte ich mit meinem 407 getauscht, damals auch gebraucht gekauft den Gegenwert abgezogen und aufgerechnet gegen die die drauf waren, würde ich hierfür weitere 250,- ansetzen.

Die Rostbehandlung an der Kabine rechne ich der Einfachheit halber zum Stahlbau dazu, das bissel Farbe dann später auch. Meine eigene Arbeitszeit hab ich nicht aufgeschlüsselt, war aber durch die Arbeiten an den Federpaketen nicht unerheblich. Auch die Bremsanlage und diverse Kleinteile wurden liebevoll behandelt… unbezahlbar.

Der Rahmenaufbau, also ohne die schon vorhandene stabile gelagerte Grundkonstruktion mit separatem Dachgestell würde ich auf 200kg Material rechnen. Es kamen so einige Meter neue Vierkantrohre und Knotenbleche hinzu, die Rechnungen vom Stahlhändler ergeben zusammen rund 200,-

Die ganzen Sachen zu bearbeiten verschlingt massig Trennscheiben und Schleifaufsätze, Bürsten und nicht zu vergessen die handvoll Bohrer die bei den etlichen Löchern zur Bretterbefestigung vergnaddelt wurden. All dies zusammen ein weiterer Hunderter.

Doch damit ist noch nix zusammen gefügt. Schweißen ist eine schweißtreibende Arbeit die ich beim Grundgerüst in Expertenhände gelegt habe. Es ging mehr als eine große Flasche Argon durch die Düse und an Schweißzusätzen waren auch nicht wenige nötig. Dazu noch halbes Dutzend Wolframspitzen. Hier in Portugal alles weit teurer als in der Heimat muss ich dafür zusammen 200,- berappen. Zum Glück war der Strom in der Halle inklusive… solch Wig/Tig Gerät schluckt am dicken Rahmen bis 100Ampere und das Ding lief einige Tage durch.

Die professionelle Arbeit ist Gold wert, wird der Fairness halber, auch wenn wir viel durch Ersatzteile und Arbeiten an ihrem Bus getauscht haben, mit 1000,-€ gerechnet. Bei über 50Stunden reine Schweißarbeit ein echt günstiger Stundenlohn im Vergleich zu Deutschland. Ohne diesen Deal wäre das Projekt für mich auch nciht zu stemmen gewesen… und es war mehr als jeden Cent wert, Danke.

Nach der thermischen Zusammenfügung wurden alle Nähte gebürstet und versiegelt, der komplette Rahmen und viele Kleinteile lackiert. Später auch Farbe auf dem Dach flossen ca 100,- mit Rostumwandler, Verdünnung und angemischten Olivgrün RAL 6014 auf die Walküre. Brantho Korrux und später Hammerite auf die Federn, Rahmenteile und Bremstrommeln. Ich hab zusätzlich einige Restbestände genutzt, sonst wäre die Summe höher.

Jetzt kann es endlich los gehen mit Häusle baue und Holz war nötig. Zwei lange Balken fürs Dach und die 250cm Dielen für den Boden und die Terrasse vom Holzhändler… 250,- ärmer. Das war aber die einzige Chance in der Länge, die restlichen Materialien aus dem Baumarkt weit günstiger. Soalho Pinho Nacional für Wände und Kabinendach bei unter 10,- der Quadratmeter. Dazu noch ein paar dünne Latten an den Unterboden. 190,-. 5mm Sperrholz auf die Dachbögen… vergleichsweise billig bei 10qm für 60,-
Zum Glück fand ich das Teakholz für den Alkoven, als Siebdruck wären knapp 100,- nötig. So kommen 500,- für Holz zustande, das aus Portugal stammte und nicht extra durch Europa kutschiert wurde (bis aufs Sperrholz)

Doch damit ist noch lange nicht mein Tinyhouse in Treibholzoptik erreicht. Mal wieder ein Glück dass ich meine Arbeitszeit nicht einberechne, denn 60-90 Minuten hab ich an jeder Bole geschliffen um die Maserung auszufurchen. Die Installation selbst ging weit schneller. Als nächster Schritt der Auflistung also Holzschutzmittel wie Terpentin, Wachs und Öle… dazu Pinsel, gab es bei Aldi im Angebot 50,-

Und am Rahmen ist es dann auch noch lange nicht… Schlosschrauben mit Unterlegscheiben und selbstsichernden Muttern, Blechtreibschrauben und die stabileren Varianten für selbstschneidend in Rahmenmaterial in diversen Größen. Im Paket meist günstiger als abgezählt wie auch möglich. Die Reste mit aufgelistet hab ich zwar sehr günstig dank Stammkunde im Stahlfachhandel gekauft… trotzdem kamen gerundet 100,- europäische Geldmittel zusammen.

Wow, da kommt was zusammen und ich bin noch lange nicht durch. Dämmung regional und saisonal konnte ich mir statt Plastik nun auch noch gönnen. Kork im Fabrikverkauf mit Klebemittel zur Montage weitere 250,- ärmer. Aber dafür 30mm auf 20qm biologisch korrekt gedämmt.

 

https://mb407.wordpress.com/2019/05/16/kork-wunderbares-material-aus-der-natur/

Das war es immer noch nicht. Mein Dach sollte stabiler werden als nur die 5mm Sperrholzplatte, auch wenn ich dort nicht rauf muss. Witterungseinflüsse würden das nicht lange erhalten, auch kann ich fallende Äste, Kokosnüsse oder Hagel nicht ausschließen und ich wollte keine Stahlplatten, Alu oder Kupferblech aufbringen. Als günstigere und einfachere Alternative erschien mir GfK. Ich hab mit einem Poolbauer gesprochen, der mir in seiner Werkstatt einen mitarbeiter zu Verfügung stellte. 5,-das Kilo Harz und die Matten auch nicht teurer. (versuch damit mal was im Baumarkt zu bekommen) Trotzdem flossen weitere 300,- in das Projekt. 5Kg Grundierung, 7,5kg Glasfasern, 30kg Harz und 5kg Topcoat machen aus meinem Gefährt nun einen Panzer.

Und es musste etwas Werkzeug wie Schleifgeräte angeschafft werden. Klar hatte ich Bohrmaschine und Winkelschleifer (bei dem ein Lager fest ging) schon dabei, aber irgendwie sollte dafür auch ein Posten in einer realistischen Auflistung nicht fehlen. Werkzeug also ein weiterer Hunderter.

Als nun aber wirklich letzten Punkt zähle ich die ganzen unkategorisierten Dinge wie die Terrassenstützen und Scharniere der Hecktüren, PET-Rohre für den Schnorchel, weitere kleinere Ausgaben und vergessene Posten zusammen. 100,-

250,- Ersatzteile 508
250,- Offroad Bereifung
200,- Rahmenbaumaterial
100,- Entrostungsequipment, Bohrer
200,- Schweißgas und Zusätze
1000,- Arbeit WIG
100,- Farbe und Versiegelung
500,- Holzmaterial
100,- Holzversiegelung
100,- Schrauben Bolzen etc.
200,- Kork Dämmung
300,- GfK Dach
100,- Maschinen
100,- sonstiges

Damit ist ein Zwischenstand von 3500 € erreicht. Der Innenausbau erfolgt weiterhin mit Gebrauchtmaterialien und bekommt ggf noch eine Auflistung wo z.b. der altmodische Ofen für 100,- rein gehört. Die restlichen Balken und Bretter sind alle gefunden und die Farbe, Pinsel etc vom Stahlbau übrig. Diese Summe ist sonst meine Reisekasse für den Winter und hat hier nun also ein zusätzliches Fahrzeug gebracht. Der Verkaufserlös meines Vans wird dann die neue Reisekasse. Ausserdem hab ich den Kaufpreis des Fahrzeuges mit Reparaturen für andere nebenbei wieder eingespielt. Um es nochmal anzumerken hab ich ein unschlagbares Angebot von 1500,-€ für die Pritsche bekommen, blind zugeschlagen ohne damals überhaupt dran gedacht zu haben mir noch ein Projekt aufzuerlegen. Das Schicksal hat es so gewollt, meine Expedition kann starten… bald.

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