Projekt Pritsche Teil 3

Parallel zu den Arbeiten am Rahmen werden auch die inneren Werte begutachtet. Damit meine ich die Fahrerkabine die bei einem Reisemobil auch nen Großteil des Aufenthaltes „on the road“ für sich beansprucht. Man will sich dort ja wohl fühlen und so heißt es erstmal alles raus.

Die Polster mit dem BW-grünen Kunstleder sind leider verschlissen und die Sitzflächen zerrissen. Dagegen werde ich aber erstmal nix tun bis alles fertig ist. Zur Zeit also nur raus zum Platz schaffen. Der Innenraum nun also ohne Sitze, Motorhaube und Teppich barg darunter noch einige Hände voll Staub und Dreck. Ansonsten sieht das Blech auch hier noch sehr in Ordnung aus. Die typische Form des Radkastens bis auf eine kleine Beule noch fast wie ab Werk.

Leider sind für die Düdo Militärausführung noch einige zusätzliche Löcher für Schnickschnack und unnützes Zeug in das Bodenblech gewandert. Zwei davon haben sich entzündet und werden wohl rausgeschnitten werden müssen.

Ansonsten hat nur die hintere Ecke zwischen den Sitzen gelitten. Unterm Fußbodenbelag war hier auch am meisten Dreck und somit konnte sich Feuchtigkeit am längsten halten und Schaden anrichten. Bekommt man aber gebürstet und versiegelt. Nur den Falz der gleichzeitig die Kante des Heckbleches bildet und hinten unten die Aussenseite ebenfalls angegangen hat, ist mit der braunen Pest durchlöchert. Mal schauen ob da auch ein neues Stück Blech rein muss.

Dafür sieht das Batteriefach unterm Fahrersitz noch rostfrei aus. Die Pritsche hat wie alle Behördenfahrzeuge eine 24V Bordspannung und hier irgendwie noch mehr Platz für Batterien. Der Hauptschalter viel simpler als das sonst im 508 verbaute Trennrelais, die drei anderen Bauteile unten im Bild haben was mit der Steckdose durch die Kabinenwand (unten rechts) zu tun, wird wohl die neue Durchführung zur Hütte. Ebenfalls die gleiche Größe an Stauraum steht unter der Doppelsitzbank auf der Beifahrerseite zur Verfügung. Werkzeug und Verschleißteile haben also schon einmal ihren Platz. Eine Werkstatt wie im Heck des Wüstenschiffs wird es in der noch namenlosen Pritsche wohl nicht geben.

Der Gummiboden der bei nur wenigen Düdos und zum Glück auch diesem hier dick gepolstert ist weist noch keine Risse auf. Einige tiefe Abdrücke jedoch von Halterungen die Jahrzehnte lang festgeschraubt waren bleiben wahrscheinlich für immer sichtbar. Gewaschen wird der aber erst vor dem Wiedereinzug, lohnt jetzt nicht in der staubigen Halle wo täglich geflext und geschliffen wird.

Das Herz des Gefährts ist der 3,7l OM314 Motor der erst 92tkm auf der Uhr hat und demnächst einen kompletten Service bekommen wird. Alle Flüssigkeiten wechseln und Ventile einstellen, dabei gleich die Dichtung zu den Düsen erneuern, Grund für die Sauerei auf dem sonst hübsch grünem Motor.

Ein Kraftpaket, das aber im Wüstenschiff zu klobig wäre und ein Gesamtgewicht weit jenseits der Toleranz auf die Waage bringen würde. Wie schon einmal beschrieben wiegt der Antriebsstrang mit Motor, Getriebe, Kardan und Hinterachse 300kg mehr als beim 407. Hier aber in der kurzen Pritsche wird die 3,5 als Ziel stehen und der Holzaufbau wird hoffentlich ein Leichtgewicht. Fahreigenschaften wie Leistung satt und Durchzug auch in unebenem Gelände und an Bergen verspricht das Aggregat alle Male. Dazu noch hochbeinig mit dicken Schlappen und wendig… ein Traum. 12Liter Diesel auf 100km sind realistisch, ein 60Liter Tank für Expeditionen aber doch zu knapp bemessen. Also kommt einfach der zweite aus dem aktuellen Spender noch auf die andere Seite hinzu. Mit 120litern könnten dann 1000km absolviert werden.

Das Holzhaus auf der Pritsche wäre mein erstes Fahrzeug mit „Koffer“ und eigentlich bin ich nicht gerade Fan von solcher Trennung der Bereiche Lebensraum und Fahrerkabine. Hat alles seine Vor-und Nachteile, eine Verbindung zwischen beiden sollte aber gegeben sein. Wenn schon nicht physisch durch eine Tür, dann wenigstens zum Beobachten durchs Fenster… oder geht da doch was?

Auf jeden Fall beginnen erst einmal die Arbeiten am Gerüst. Die vorbereiteten Seitenwände werden zerteilt und dessen Holme an ihre neue Position gebraten und gehen eine hoffentlich dauerhafte Verbindung ein.

Doch auf das Gesamtergebnis muss der erwartungsvolle Leser und auch der Autor noch etwas warten.

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