407 Wüstenschiff

Die Evolution unserer Reisemobile sind in “Die Anfänge” beschrieben. Der angesprochene Zufall: Der Nachbar eines Kumpels hatte noch was interessantes stehen. Auf den ersten Blick weniger Arbeit und genau was wir suchten.

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Da vor meiner Garage kein Platz mehr war enthielt der Deal die Umbaugenehmigung noch auf dessen Hof. Gewisse Vorteile hatte es – Dreck weg.

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Die Farbe stand uns aber nicht an, wollten nicht mit Weißware verwechselt werden, ausserdem stand auch etwas Schminke an.

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Zum Thema Farbe kann ich nur wieder meine umweltbewusste Seite und die Resourcen schonende Beschaffung anmerken. Einfach mal Lackreste im Freundeskreis zusammensammeln und gucken was dabei herauskommt.

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Das Ergebnis mehr als zufriedenstellend und genug wurde es auch für Bus und später Anhänger.

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Strom war für die gewissen Extras auch wieder Thema und der Platz auf dem Dach ausreichend für zwei fette Paneele unter die sogar noch ein Teichschlauch zur Solarthermie gelegt werden konnte, 380Watt mit einsprechendem Wandler und Konverter auf zwei 100Ah Batterien, mehr sollte es nicht benötigen.

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Die vielen Kleinigkeiten zogen sich aber noch den restlichen Sommer hin, Innenraum und Anhänger lacken… Details.

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Sinn der Veranstaltung war unterwegs mobil bis in den letzten Zipfel zu sein, das Ziel für diesen Winter unbefestigte Straßen also auch entsprechende Zweiräder. Ordentlich verzurrt und per extra Halterung der Vorderachsen am Boden verschraubt.

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für den Komfort im Düdo bietet sich immer an die Motorhaube, den Fahrzeugboden und die Türen innen zu dämmen, wir fahren nie Vollgas, doch das dröhnen macht sich über die Dauer bemerkbar.

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Eigentlich abfahrbereit kamen nun die Bonuspunkte und der Dicke musste schweben lernen. Felgen bearbeiten, diesmal gleich mit ordentlich Profil in 205/ 80 R16 mit 104 Traglast, Offroadreifen genannt AllTerrain. wenn schonmal soweit vorgedrungen gleich Achsen ziehen und Trommeln entfernen, Bremse überarbeiten. Beläge top, Radbremszylinder hop.

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Offroad ging mit dem Schlachtschiff aber noch nicht, also wurde die schwache Vorderachse überarbeitet und restauriert. Das Höhenspiel entfernt und bei der Gelegenheit Böcke druntergeschraubt und die Brieden verlängert. Die Reise konnte starten… und führte uns über 6Monate und 25.000km über Spanien nach Marokko. (Blogarchiv)

Und wieder mussten Erfahrungen im folgenden Sommer umgesetzt werden.
Alles im Lot auf’m Boot. Schnelldurchlauf unseres Umbaus Generation 2.

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Aus dem kleinen Umbau des Badezimmers wurde ein kompletter Innenausbau. Stück für Stück entpuppte sich die alte Dämmung und Substanz der Einbauten als nicht mehr unseren Ansprüchen genügend und wurde rausgerissen.

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Ich bin auf der Suche nach brauchbaren Materialien glücklicherweise beim richtigen gelandet und habe massig 1A Dämmung ergattern können. Seit Jahren ungenutzt und in den hintersten Winkeln eines Gewerbehofes vergessen. Selbstklebender Extremisolator mit Alukaschierung. Erste Schicht 20mm, darüber kam ne zweite und teils dritte Lage ähnlichen Materials ohne Klebeeigenschaft. In Quadratmeter nicht auszurechnen und noch weniger bezahlbar stünde als Alternative ja nur Armaflex im Programm.

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An einigen Stellen musste ich jedoch auf Styropor (aus Restbeständen) zurückgreifen um keine hohlstellen hinter der Verschalung zu haben.

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Doch soweit noch nicht ausreichend. Ich hatte grad wieder die Möglichkeit in der Busbasis meine Schrauberei zu erledigen. Nach der frischen Vorderachse vom letzten Jahr wollte ich das Fahrwerk hinten in Angriff nehmen. Höher und nicht mehr so wackelig sollte es werden. Nachschmieden war die Alternative, die dann doch sinnfrei gewesen wäre, für nur etwas mehr Kohle habe ich schließlich komplett neue Federn bekommen, dem Bus neue Dämpfer spendiert und dank seeehr langer Brieden auch nochmal mit Höherlegungsböcken arbeiten können. Das Ergebnis.

Keilfahrwerk extrem, man muss bedenken, dass ich zur Zeit komplett leer bin und sich das auch noch etwas setzt, bin zufrieden, fahrverhalten saugeil.

Dazu hier die Bilder, die Böcke wurden aus alten Federlagen gebaut. abgeflext, verscheisst und für Herzbolzen aufgebohrt, letzteres war die grösste Aktion.

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fertig sieht das drunter so aus: EK-Kosten knapp 700,- plus 6Stunden Arbeit.
Und alleine ist das mit den dicken Federpaketen nicht zu bewerkstelligen, hab die Achse nur abgelassen und am aufgeböckten Bus die Federn durchs Radhaus geschlängelt wieder eingehängt.

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Es kam wie es kommen musste, aus einer halben Baustelle wurde die Totale… die Küche flog raus weil es einfach keinen Sinn machte an dem bissel Alten festzuhalten und das Neue drumherum zu basteln.

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Das hieß dann auch, dass zeitweise drin wohnen nicht mehr möglich war obwohl das Bett über der Garage unangetastet blieb und bleibt. Aber der Boden bekommt ne Kur von mir und zur Trocknung muss der sowieso leer.

Bei meinen Freunden, mit denen wir 2015 bis Gibraltar gefahren sind stand auch noch die Postkutsche auf dem Hof… und massig Spielzeig zur Holzbearbeitung.

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Bin ja kein Fan von OSB und anderen nicht natürlichen Sachen, aber aus alt mach neu für gratis ist das akzeptabel, auch der Bootsversiegler ist gesponsort.

Es zieht auf jeden Fall ein Herd mit Backofen ein, steht schon hier, nen Holzofen gibt es auch fürs behagliche und die grobe Raumaufteilung ist im Kopf…

Bei der Arbeit…

Alle verbauten Materialien inklusive Schrauben usw. sind zweite Hand, also Recycling. Man kann die ganze Geschichte auch upcycling nennen, der Mehrwert ist unverkennbar. Hier mal wieder nach einer Beutetour durch Berlins Straßen.

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daraus entstanden dann nicht nur Wandverkleidungen, sondern auch die Möbel, hier Küche.

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Küche im Rohbau lässt für Christie keine Wünsche offen. integrierter Backofen (gasbefeuert und online gekauft)

Aber wir hatten auch andere Baustellen, ich hab beim abbiegen nen Zaunpfahl in Nachbars Hecke übersehen, der hat mir die Flanke aufgerissen und meinen schönen Spachtel ruiniert. Darunter kam Pest zum Vorschein, weg damit.

Radlauf dann also zweite Hand aus nem Spender auf dem Hof ausgeschnitten.

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Spachtel kam trotzdem wieder etwas drauf, weit weniger versteht sich.

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Spritzlappen wurden aus Blech und Gummi gefertigt, hab nicht schon wieder Bock stundenlang Staub zu schlucken.

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und Zusatz Türschlösser als weitere Vorwarnung, mehr kann man eh nicht machen. Flohmarktfund made in GDR

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Die Sprengringfelgen sind nun auch mühsam gestrahlt und lackiert. Das Aufziehen samt Schlauch und Schutz war einfacher als gedacht und gebracht hat die ganze Arbeit auch den Gewünschten Erfolg. 1cm mehr zwischen den Reifen… und dafür 20Stunden Arbeit…

Einspritzdüsen erneuern, Düsenstöcke von Bosch einbauen:

Das ganze dann in den nun herzeigbaren Motorraum implantiert:

Die angesprochenen Sprengringfelgen erst Sandstrahlen und dann lackieren um am Ende recht ordentlich auszusehen. Ein Aufwand… aber das Aufziehen… mit der Ferse einfach und für unterwegs hoffentlich hilfreich

in verbautem Zustand samt Spritzlappen aber ne klare Ansage.

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Final gab es auch endlich zwei passende Stoßdämpfer im Heck, vergleiche rechts original, Mitte die Van Magnum und links nun die neuen gebraucht vom Mercedes Atego.
Dafür musste ich nur eine Hülse samt Gummi umpressen und auf der anderen Seite den Überstand wegflexen.

Fertig ist das Schiff für neue Abenteuer.
Bilder im fertigen Wohnraum folgen.
Wir sind grad wieder unterwegs.

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