Projekt Pritsche – Holzarbeiten 1

Holz wird der offensichtlichste Baustoff für den Wohnbereich meines Expeditionsmobiles. Der stabile Rahmen darunter (von dem ich schon ausführlich berichtet habe) wird nur an wenigen Stellen sichtbar bleiben. Die Qual der Wahl liegt im breit gefächerten Angebot, wenn auch die Auswahl hier in Portugal bescheidener als in der Heimat ist.

Ich will es stabil und günstig und außerdem natürlich haben, Siebdruckplatten scheiden also definitiv aus. Der wohl gebräuchlichste Baustoff für solche Vorhaben aus viel Leim und behandeltem Sperrholz ist hier unbezahlbar.
Einen Boden aus OSB mag ich auch nicht haben, Dielen also… Pinho nacional, heimische Pinie gibt es bei jedem Holzhändler und in den Baumärkten.

Klingt jetzt einfacher als es ist, die meisten stellen die Dinger nämlich nur in maximal 2 Metern Länge her und meinen Fußboden hätte ich mit 3,20m schon gerne durchgehend. Ich bin also alles in der Umgebung abgefahren und hab mir Angebote eingeholt. Natürlich gleich im Hinterkopf was sonst so gebraucht wird. Dünnes Sperrholz für die Dachhaut. Balken und Latten für die Unterkonstruktion der Dämmung, etc. Nicht alle Händler waren so gut sortiert wie der hier nahe Silves.

Vom Plan mit dem durchgehenden Fußboden musste ich aber Abstand nehmen, wenn es nicht nordische Fichte in 450cm und sauteuer mit über nem Meter Verschnitt werden soll. Da war doch aber was und ich mal wieder ein Glückskind, der vorne angesetzte „Keller“ braucht ja nicht nur wie ein Staukasten von außen zugänglich sein, ich integriere den einfach unter die Couch und brauche dann nur noch 250cm Dielen, die sind aufzutreiben.

Sieht jetzt auch einfacher aus als es war. Die Löcher im 5mm dicken Hauptrahmen (8mm Bohrungen) wollte ich nicht neu bohren, hab also die vorhandenen übernommen und mich danach gerichtet. Anpassen war nur der erste Schritt.

Die vielen kleinen Stolperfallen (Schlossschrauben) schlage ich alle erst im endgültigen Sitz ein. Die Detailansicht aber kann sich schon sehen lassen. Tolles Holz wenn auch noch etwas feucht. Spalten brauche ich also nicht lassen, die kommen von ganz alleine.

Danach kam das alles zum einzeln versiegeln wieder raus und auf die Werkbank… Parkettlack mein Wunsch, hier ist es dann dieser für Böden und Treppen geworden.

Nebenbei fand ich Genuss am Arbeiten mit Holz. Und weil es solchen Spaß macht mal wieder eine fixe Idee in die Tat umgesetzt. Das von mir derbe zertrampelte Dach wollte partout nicht in eine annehmbare Form gehämmert werden. Logisch, bei einer Rundung die flach geklopft wird ist immer etwas Material übrig. Schneiden hätte ich also sowieso müssen, warum dann nicht ganz raus mit dem Mist? Aber jetzt ein Gerüst bauen und eine Stahlplatte einziehen bringt mich in meinem Bestreben Höhe zu gewinnen nicht weiter. Targa Dach? Persenning?

Der Alkovenboden ist ja auf Minimum ausgelegt und ich rechne mit jedem Zentimeter. Ich brauche was schmales stabiles, hübsches…Warum also nicht auch die Bodendielen hier…

Stahl schneiden und bürsten also endlich vorüber. Ab jetzt bau ich den Rest mit nachwachsendem Rohstoff. Die Kanten werden schön fixiert und versiegelt, die Bretter miteinander verschraubt und von innen ein traumhafter Anblick der nicht verdeckt werden braucht.

Weiter geht es mit den 5m Balken die den Abschluss der Dachhaut bringen sollen. Dafür gehören natürlich die Streben ausgeklinkt… und wie es der Zufall so will natürlich im ersten Teil überhaupt ein Astloch gefunden.

Das Ergebnis dann irgendwann doch für gut befunden. Passgenau und mit so einigen Schrauben von hinten und unten fixiert. Löcher durch Metall bohren wird nun trotzdem noch zu einer Hauptbeschäftigung. Start mit 3,5mm (die kleineren breche ich immer ab) die alte AEG auf gaaaanz langsam gestellt und immer mal etwas den Bohrer in Öl tunken. Man sieht zwar die Späne rieseln… es kommt aber die Erschöpfung in den Armen immer vor dem Erfolg des Durchbruchs. Naja, auf jeden Fall wird nun schritt für Schritt auf meiner Liste abgehakt.

Der nächste Punkt dann die Dachhaut aus 5mm Sperrholz was ohne Probleme in die leichte Bogenform gebracht werden kann. Vier Platten a 125cm sollten etwas Überstand vorne und hinten ermöglichen. Alles dazwischen war reine Spekulation und schon im Arbeitsgang des Bögen verschweißen geplant. Will ja nicht unnötig krumme Schnitte machen. Leider waren die Platten dann aber nur 123cm… zum Glück hab ich mich aber auch bei den Bögen vermessen und die „zu kleine Platte“ passt ideal… Das Glück des Tüchtigen?

Jede Platte sitzt an den Enden je auf einem halben Bogen und hat mittig einen Ganzen unter sich in den sie ebenfalls verschraubt wird. Was hab ich zum Thema bohren gesagt… bei über hundert Löchern hab ich aufgehört zu zählen. Zumindest trägt mich das Dach mit Gewichtsverteilung dass ich nicht durchbreche. Bin sehr begeistert von meinem Werk.

Mit viel Kleinscheiß der noch mehr Arbeitsschritte beim lackieren benötigt geht es weiter in meinem Bericht. Danke für die Hilfe von meinem schwedischen DüDo-Kumpanen dessen Fahrwerkstuning im vorletzten blog angesprochen wurde. Ohne ihn hätte ich mir dafür was anderes einfallen lassen.

Gut nummeriert findet alles wieder seinen Platz und wird… und über die sonnigen Arbeitsbedingungen braucht man sich auch nicht zu beklagen. Nur der Hund ist etwas gelangweilt und wartet auf vorbeikommende Abwechslung. Weiter geht es mit der Anbringung der Kellerteile…
erraten mit gebohrten Löchern im Rahmen verschraubt. Hab noch nie einen hübscheren Keller in einem Fahrzeug gesehen…

Im nächsten blog geht es dann wohl um die Wände, Terrasse, und die Tausend Dinge die sonst noch fehlen…

6 Gedanken zu “Projekt Pritsche – Holzarbeiten 1

  1. Hans aus Kölle schreibt:

    Yassas, das macht Spaß Dein Werk lesend zu verfolgen! Wo willst Du die fertige Kiste denn zulassen (TÜV)?. Grüße aus Griechenland on the road, Hans

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    • mb407 schreibt:

      Ich habe nicht vor Gebühren zu zahlen oder Steuern und Versicherung einem Land abzudrücken wo sich der Wagen sowieso nicht befindet. Ist für die Weltreise geplant, Start in Afrika, da zahlt man alles extra.

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    • mb407 schreibt:

      Keine Ahnung, hab es auch nicht so mit dem Internet. WordPress bereitet alles vor ich schreibe nur die Texte.
      Und zum Thema Zulassung. Wozu Steuer in Deutschland zahlen wenn man nicht mal in Europa ist und die Versicherung auch nicht gilt? Logisch…

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