Rahmenbau der Wohnkabine, für ne stabile Basis

Der letzte Bericht vom Unimog ist nun auch schon fast vergessen. Aktuell ist immer noch Regenzeit und die Werkstatt nicht dauerhaft trocken. Deshalb muss die Motorrevision noch warten und ich hab endlich mein Material für den Aufbau bekommen. Wie berichtet auf dem Blechdach eines Corolla geliefert, sind ja nur 20Stangen a 6m mit knapp 200kg gewesen…

Die Skizzen vom letzten Blog „Hausbau Planung“ haben bei vielen erstaunen als Reaktion hervor gerufen. Aber Ästhetik ist mir neben Wohnqualität auch ein großes Anliegen in der Planung. Hier nochmal der Link für alle Neuleser.

https://mb407.wordpress.com/2020/10/11/expeditionamobil-hausbau-die-planung/

Es wird also eine kompakte Kabine mit Potential zur Öffnung, und soll ja nicht tagein tagaus wie der hier aussehen:

Gezeigt ist ein 407 mit schon hoher Kabine, Foto war wohl eher als Scherz gemeint. Eher meinen Vorstellungen nach fand ich dieses 416 mit Hubdachkabine. Einzig der längere Radstand muss auf dem Foto umgedacht werden.

Online in diversen Gruppen auf facebook findet man aber auch immer mal wieder erstaunlich geile Objekte. Dieser hier aus den VSA kann sich echt sehen lassen. Auch kann man meine Planung des ungenutzten Raumes unter der Ladeplattform nun etwas deutlicher sehen und verstehen.

Um dafür an meinem 406 noch mehr Platz zu schaffen hab ich den Tank um ein Schraubenloch weiter nach unten gesetzt, immer noch viel höher als der Luftkessel auf der anderen Seite. Außerdem ist der Hebe für die Allradbetätigung nun doch komplett gewichen. In der ersten Stufe schaltet der mechanisch die mittlere Sperre die beiden anderen dann die pneumatischen Sperren der beiden Achsen, welches Steuerventil dazu sowieso bei mir fehlte, also improvisiere ich was und hab eine Stolperfalle weniger am Getriebe.

Innen kann sich dank Chassis Lack nun auch endlich als versiegelt betrachten lassen. Schwarzer Boden, naja, es folgt noch etwas Dämmung in Form von Gummimatten die auch schwarz sind…

Das Armaturenbrett bekommt übrigens seine Gummihaube zurück, die ist ebenfalls schwarz und darunter wollte ich noch etwas Originallack wissen. Im Beifahrerfußraum sitzt dann zukünftig eine zweite Batterie zur Sicherheit. Das Gestell dafür noch nicht zu sehen.

Und alle Guten Dinge sind drei, selber Lack kam final auch als Alternative zum nicht verfügbaren Unterbodenschutz an die teils bearbeiteten Falze und die neu eingeschweißten Bodenbleche… mehr geht erstmal nicht.

Mit dem Blech gibt es also nun wirklich nichts mehr zu tun. Die ganzen explantierten rostigen Teilstücken und das Spenderdach abschließend auf einem Bild als ich alles dem Chauffeur vom Baumarkt mitgab. Noch ein paar Extra Mark durchs Altmetall für ihn und ich hab Platz in der Werkstatt.

Weiter geht’s also mit der Kabine. Der Plan sieht einen stabilen, größeren Außenrahmen vor (rot) der mit einem kleineren Halterahmen (blau) auf die originalen Aufnahmen gesetzt wird. Quasi wie ein Hut übergestülpt und die Kabine auf die Krempe gebaut. Hier etwas übertrieben dargestellt, der Reifen wäre ohne Probleme noch zu wechseln.

Die ersten Schritte waren ablängen und vorbereiten. Das 60mm U-Profil hätte noch dicker sein können, aber ich beschwere mich schon genug über Mangel an Material in Afrika. Auf Gehrung geschnitten und per Diagonale rechtwinklig ausgelegt, beidseitig mit angefastem Spalt zusammengebacken. Foto etwas verschwommen, Nachwirkung von zu viel Wasser im alten iPhone.

Die Außenkanten sind exakt 240mm x 212mm und daraus resultierend innen mit dünner Wandverkleidung später knapp 2m! Um diesen Rahmen zu positionieren hab ich vier Holzpfosten zurechtgesägt und mit meinem Helfer aufgesetzt. Der kleinere Innenrahmen sind ca. 188x130mm. Hatte erst überlegt ihn ebenfalls auf 2m Innen zu schneiden, werde aber die Verbinder anschrägen um mehr Kontaktfläche zu erhalten.

Nun war die Überlegung wie die beiden Teile zu verbinden sind. Seitlich ist klar vorne und hinten brauche ich noch Querstreben dafür hab ich U40 Profile vorgesehen, sogar etwas stärker in der Wandung als die 60er. hinten fast Senkrecht vorne etwas versetzt um keine Probleme beim Einfädeln also Aufsetzten der Kabine zu bekommen. Die Aufnahme der Kabine also an den originalen Kugelköpfen der Heckspinne. Die runden Elemente der alten Ladefläche wollte ich nicht abschneiden, da diese sonst unbrauchbar wäre, also was ähnliches basteln. Rohrdurchmesser 50mm… Mist, gibt es nicht. Nach viel probieren was passen könnte kam ich auf die Außenrohre der betagten Baustützen. Bei einer mal vier Stück a 7cm herausgetrennt und wieder verbunden, fällt nicht auf. Dann die Schneise für die Aufnahme reingeschnitten und auf der anderen Seite die Spalten um auf das U-Profil bündig zu passen.

Schon eine kuriose Krone und kein Handwerksschaustück. Verschweißt dann aber passend für die vorgesehene Funktion. Nur war ich noch nicht zu deren Stabilität überzeugt und entschloss mich aus dem 60mm Rohr Reststück vom Überrollbügel noch eine Weitere Lage dazu zu brutzeln. So kann man an vier Halterungen zu h
je 7cm auch nen Arbeitstag verplempern. Später bekommen die dann aufgesetzt und innen mit Gummi abgepuffert noch ein passendes Loch für nen Splint, fertig. Alles runter zum Innen schweißen:

Dann wie üblich noch ein paar Streben hier und weitere 45grad Schnitte zur Verstärkung der Ecken… Der Rahmen bisher mit vielen wetterbedingten Unterbrechungen knapp 20Arbeitsstunden wert. Dabei nimmt anpassen und Vorbereiten der einzusetzenden Stücke am Meisten Zeit in Anspruch. Ohne Luftspalt mit abgschrägten Kanten und angeschliffenen Kontaktpunkten ne Menge Schleifarbeit. Hier die vorderen Verbinder.

Wie man erkennen kann musste noch eine Sache angepasst werden um weitere 2Zentimeter mehr Tiefgang zu generieren. Die Schutzbleche mit ihren festen Montiergegenstücken am Hilfsrahmen wurden getrennt und gekürzt.

Dann also noch die Verbinder hinten und an den Seiten, Streben im mittleren Rahmenbereich und die Grundbasis ist fertig. Man kann gut erkennen, dass der hintere Böschungswinkel noch mehr als ausreichend sein wird. Die wenn komplett eingefederten hinteren Räder verschwinden dann etwas unterm äußeren Rahmen, sollte so klar gehen. Die Kabine vorne ist noch um 10cm angehoben und nach vorne gekippt, da ich grad ein Karosserielager erneuere.

Es passt alles und ist hoffentlich stabil genug, hätte es gerne noch etwas steifer, kommt dann hoffentlich durch die Schachtelform des restlichen Aufbaus. Mit meinem Helfer, dem ein bissel Kraft fehlt, gerade noch so zu zweit abzunehmen. Ich schätze das ganze Konstrukt also bisher auf knapp 80Kilo. Weit weniger als die originale Ladeplattform und locker 20cm tiefer angesetzt.

5 Gedanken zu “Rahmenbau der Wohnkabine, für ne stabile Basis

  1. Reinhard schreibt:

    Unterkante Radkasten (Schutzblech) zur Oberkante Rahmen muss 270 mm betragen bei Bereifung 12,5 x 20 (250 mm bei Bereifung 10,5 x 20) wegen Achsverwindung*

    Rückwand Fahrerhaus zur Vorderwand Aufbau muss 70 mm betragen wegen Hochstellen des Fahrerhauses (kippen)*

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  2. Reinhard schreibt:

    Den Weg der Feder bis komplett gestaucht gegen den Freiraum gestellt, passt… grob. Man wird sehen => na ja*

    Ich spreche von der Achsverwindung (maximal 11°), dabei wird die Feder natürlich auch gestaucht. Linkes Rad fällt in ein Loch, rechtes Rad wird über ein Hindernis angehoben bis die Achse an den Gummi-Anschlagspuffer (gedrückt 50 mm) an der Unterkante Rahmen anstößt. Dabei wird das Rad natürlich auch um 11° schräg gestellt und um 150 mm zusätzlich angehoben und benötigt deshalb auch mehr Platz im Radkasten (habe die original techn. Zeichnung von DB). Hierbei hat das Rad (12.5-20) zur Unterkante-Radkasten noch Luft von 40 mm. Da der Reifen 365/80 R 20 (14.5 R 20) breiter und der Außendurchmesser größer ist als beim 335/80 R 20 (12.5 R 20) muss nach meiner Berechnung (aus der techn. Zeichnung) der Abstand von Oberkante-Rahmen zur Unterkante-Radkasten die von DB vorgegebenen 270 mm betragen (bei neuwertigen Reifen mit vollem Profil). Gleitschutzketten sollen bei Bereifung 14.5-20 (365/80 R 20) vorne sowie hinten nicht verwendet werden (DB).

    (Auch beim auf liegen der Pritsche auf dem Pritschenunterbau beträgt der Abstand Ober-Kante Rahmen zur Unterseite Pritsche 270 mm).

    Des Weiteren kannst Du Probleme bekommen mit dem um 200 mm tiefer angesetzten Rahmen über dem Tank, denn die Achsverschränkung (Achsverwindung + Rahmenverwindung) beträgt 30°. Beim Unimog 416 (Radstand 2900 mm) kann die maximale Verwindung des Rahmen z.B. von vorne rechts (angehoben) nach hinten links (abgesenkt) 500 mm betragen. Da sich der U-Träger vom Rahmen dabei sich auch um seine Achse verdreht, sind Batteriekasten und Tank auch Drei-Punkt gelagert.

    Der Durchgang vom Fahrerhaus zum Aufbau darf nicht fest verbunden sein, sondern muss unterschiedliche Neigungen von Fahrerhaus und Aufbau gewährleisten*

    Für Wartungs- und Reparaturarbeiten ist das Hochstellen des Fahrerhauses eine zeitsparende Erleichterung. Das hochstellen kann mit Hilfe der Hochstellvorrichtung (SA 35705) durchgeführt werden. Wird in der Betriebsanleitung beschrieben.

    Der Schalthebel für den Vorderachsantrieb schaltet in der ersten Stufe den Allrad mechanisch (keine mittlere Sperre) und in der zweiten Stufe mit Druckluft die Diffentialsperren an der Vorder- und Hinterachse. Der Vorteil des Unimog ist, das man Allrad sowie die Sperren während der Fahrt ohne Zugkraftunterbrechung zu- und abschalten kann. Auf diesen Vorteil zu verzichten, würde ich nicht machen.

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    • mb407 schreibt:

      Exakt und ausführlich… Danke. Hochstellen der Kabine hab ich mit nem HiLifter verwirklicht. Und einen Test der Verschränkung werde ich dann demnächst mal auf dem Betonboden vollführen. 30grad klingen schon enorm…
      Für den Tank hab ich zur Not die Option den noch tiefer zu setzen, Halter umdrehen quasi.
      Alles wird gut, immer mein Motto

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