Statusupdate – Togo als neue Heimat

Wieder so ein Wort das eigentlich keinen Ursprung in unserer Sprache hat es aber prägnanter nicht zu beschreiben ist. Der Umstand meiner aktuellen Lebenssituation würde auch komisch klingen. Heute aber Thema im Blog.

Ich lasse mich gerne treiben und bin vielem aufgeschlossen, seit 6Jahren quasi ohne festen Platz in der Welt denn nirgends hab ich mich länger als ein paar Wochen aufgehalten. In Gesellschaft oder ohne, alles hat seine positiven Seiten und Gegenstücke. Der Winter in Portugal in dem die WALKÜRE erschaffen wurde war schon grenzwertig und mein Gefühl der Einkerkerung an der Algarve wuchs beständig. Aber auch weil ich den großen Traum „Weltreise“ vor Augen hatte und die Möglichkeiten dafür schuf, wusste was die Welt noch zu bieten hat. Wie meine treuen Leser wissen bin ich auf dieser Reise nun auch schon wieder über ein Jahr und 15.oookm unterwegs, wenn auch seit März in Togo gefangen. Doch das weltweite Problem des ominösen >C< hat mir auch viele Chancen eröffnet. So fand ich zu Beginn meine nützlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten in puncto Gartenarbeit auf einer tropischen Farm einzusetzen und lernte viel über hiesiges Leben und die Flora dazu. Vertieft wurden die Beziehungen zu Togolesen(innen) dann am Strand von Lome wo ich erneut zwei Monate eher im unproduktivem Urlaub verbrachte. Das änderte sich mit meinem Entschluss wieder weiter zu ziehen und zu sehen was mir das Schicksal noch so bietet. Ich hatte ein offenes Herz für rostiges deutsches Altblech vergessen im Busch und ein Projekt mit dem Unimog gefunden, bisher alles bekannt und nachzulesen… und nun öffnet sich eine weitere Tür für meine nähere Zukunft.

Ich fühle mich in den Bergen der Region Danyi im Westen Togos nahe der Grenze zu Ghana und dem dahinter liegenden Lake Volta pudelwohl, Meine Aussicht in die andere Richtung reicht bis ins Nachbarland Benin. Falls mich das Fernweh packt gibt es noch viele Ecken selbst in Togo zu erkunden. Ich hab hier viele Freunde gefunden und mir eine Umgebung geschaffen in der mich weder Langeweile noch Mangel an irgend etwas plagt. Wer weiß wie lange die geschlossenen Grenzen noch ein Hindernis für von Neuem aufkommendes Overlanding in Afrika sind und nur wenige Touristen kommen aktuell mit dem Flugzeug ins Land. Trotzdem oder gerade deswegen ist es aktuell der für mich beste Ort zum Verweilen und die Aussichten haben sich letzte Woche dramatisch positiv erweitert. Das Projekt Unimog braucht selbst noch ein paar Monate und in Afrika drehen alle Uhren langsamer. Doch zusätzlich hierzu hab ich eine andere Perspektive angeboten bekommen. Der zweite Eigentümer vom Hotel und eigentlich der Initiator dieses Projektes ist aus Guinea zurück wo er den Lockdown ausharren musste und seine Firma erweiterte. Ich berichtete von seinem Abenteuerdrang und bin immer wieder über alte Geschichten von seinen Teilnahmen an der Camel Trophy oder Rallye Dakar begeistert. Aktiv und ambitioniert will er nun mehr Energie in seine Heimat stecken, denn Franzose ist er seit 30Jahren schon nicht mehr. Die Firma läuft auch ohne ihn und seine Vision auf dem 200ha großen Berg hier sind ein Offroadpark, Mountainbike und Motorradtrails, Wanderwege dem Wasser folgend und das von uns ausgekundschaftete Canyoning die Wasserfälle hinunter. Alles Attraktionen die Besucher der heimischen Region und Touristen zugleich anziehen sollen. Gekrönt von einem in Afrika einzigartigen Vorhaben eine 1000m lange Seilbahn auf den Hügel vor meiner Terrasse zu führen.

Kurzum, er weiß von meinem Engagement, meiner Vorgeschichte im technischen sowie sportlichen Bereich und vor allem meiner Sicht für die Gesamtheit nötig zur Umsetzung seiner Ideen Bescheid und hätte mich gerne an Bord. Es brauchte nicht viel Überlegung meinerseits für die Zustimmung auch ohne mich auf ewig verpflichtet zu fühlen kann ich locker noch ein zwei Jahre hier bleiben bevor es weiter geht. (8Monate bin ich ja nun auch schon hier und die vergingen recht schnell). Wäre dann wohl auch erstmal die perfekte Basis für meine Pläne der geführten Overland Touren mit DÜDO und UNIMOG und einer ausreichenden Testphase vor allem was da noch kommen mag… Das Universum hat mich also Schritt für Schritt in diese Richtung gedrängt und ich bin offen genug diese Möglichkeit anzunehmen.

Wenn man bedenkt was selbst im Norden Togos und den angrenzenden Ländern noch auf mich wartet habe ich keine Bedenken dass aufkommendes fernweh nicht schnell behandelbar ist. Ich kann also noch mehr als zuvor Togo nun als meine neue Heimat bezeichnen und freue mich euch noch nähere Einblicke bieten zu können. Vielleicht nutzt der ein oder andere ja später die Chance mich zu besuchen und das Land zusammen ein Stück zu erkunden.
Demnächst schreibe ich dann also öfter mal von Projekten die weder als Reisebericht oder Schrauberblog kategorisiert werden können. Aktuell sind einige Ideen zu Papier gebracht und abgesegnet worden, sogar schon im Entstehen… doch heute mehr Bilder von hier.

Diesen gigantischen Bambus mit mehr als 20m Höhe und beindicken Stämmen kann man super für einige Ideen nutzen.
Nicht weit von meinem Platz hat sogar mal jemand angefangen eine Hütte zu bauen es aber aufgegeben und ist nach Lome zurück gekehrt… der ideale Platz für Aussteiger und Selbstversorger die sich verwirklichen wollen. Wer Interesse hat; nur 500m vom Hotel entfernt, sauberes Wasser 100m weiter und mehrere Hektar Agrarflächen nebenan. Leider aktuell nicht mit einem Fahrzeug außer dem Moped zu erreichen. Die Gegend ringsum noch naturbelassener Dschungel.

Ich bleibe hier an meinem Platz mit perfekter Aussicht, demnächst mal eine Zusammenfassung meiner Bilder zur Regenzeit. Immer wieder erstaunlich vorbeiziehende Schauer zu beobachten.

Ja, er hätte sich mal rasieren können, aber hey, ich bin quasi Buschmann. Meinen Weg dort hinunter zu Besorgungen hab ich ja häufiger erwähnt, die Route aber doch recht selten abgelichtet. Bei solchen Aussichten macht Mopedfahren echt Spaß.

Es sind nun schon 4000km absolviert und das Nummernschild war kurz vorm brechen, hab also mit Nieten und Blech eine Verstärkung installiert. Ohne Schild kann man ja nun wirklich nicht machen…
🙂

Und ein neuer Hinterreifen ist auch bald fällig, driften gehört zur spaßbringenden Fahrweise dazu… Praktisch ist dass Ding alle Male und selbst Diesel für den Generator holen und seit 5Monaten mal wieder Gas für die Küche sind nötig und möglich.

Das verschwommene Foto war die Automatik vom iPhone(5) die nach ordentlicher Regendusche etwas wässrig war… anscheinend geht es aber wieder denn die Kleinen im nächsten Bild sind echt scharf abgelichtet. Ein weiterer Punkt zu bleiben, den Patenkindern beim Wachsen zusehen… täglich spielen und knuddeln sowie Parasiten entfernen inklusive.

Nach Norden hab ich mich noch nicht sehr weit gewagt, dort warten noch weitere Wasserfälle auf zukünftigen Ausflügen. Die Jungs haben eine weitere Wanderung mit Übernachtungen im Busch vollzogen, ich blieb wegen dem Zeh und aus Bequemlichkeit lieber daheim, hab die Gegend auch schon mit dem Moped erkundet, sagenhaft.

Bei all diesen grünen Ablenkungen ist es kein Wunder dass die Schulbank drücken für ein Leben im Busch weder sinnvoll noch nützlich erscheint. Den hier lebenden Afrikanern mit reichlich frischem Wasser und vielfältiger Vegetation geht es gut… Fruchtbarer Boden zur Selbstversorgung lebendige Natur… wenn da nicht der Wunsch nach Konsum und Komerz wäre aber auch das später mal Thema.

Jeder neue Morgen hier also ein wahres Erlebnis…

7 Gedanken zu “Statusupdate – Togo als neue Heimat

  1. Reinhard schreibt:

    Statt dem ominösen >C < hat das ominöse West-Afrika Virus zugeschlagen. Dazu gehören natürlich auch Togolesinnen (die Einwohner von Togo werden nicht Togolesen, sondern Togoer und Togoerin/nen genannt. Das entsprechende Adjektiv ist togoisch).

    In Afrika drehen sich alle Uhren langsamer, nur dass Wachstum der Bevölkerung nicht.

    Die Vision auf dem 200ha großen Berg einen Offroadpark für Mountainbikes und Motorräder stört dann natürlich die Ruhe in den Bergen der Region Danyi im Westen Togos nahe der Grenze zu Ghana und dem dahinter liegenden Lake Volta, oder?

    Das in Afrika einzigartige Vorhaben eine 1000 m lange Seilbahn auf den Hügel vor Deiner Terrasse zu führen erinnert mich an den Film Alexis Sorbas sowie an all die vielen Projekte in Westafrika, geplant und durchgeführt von Schwarzen wie von Weißen, privat sowie von Hilfsorganisationen. Entweder nur geplant aber bezahlt, ausgeführt aber nie in Betrieb gegangen oder in Betrieb gegangen aber trotzdem dem Untergang geweiht.

    Solltest Du es doch noch bis in den Norden Togos und den angrenzenden Ländern schaffen, kommst Du vielleicht auch im Camp-Numi- gelegen am Fuße der Atakora Berge in Benin am Rande des Pendjari Nationalpark, vorbei. https://camp-numi.de/camp-numi.phtml

    Dann kannst Du von mir Alfred- ein waschechter Franke und Landmaschinenmechaniker-Meister, schöne Grüße bestellen.

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