Heiße Quelle Mazarron, El Saladillo

Ich mag heiße Quellen, sie sind irgendwie das natürliche Gegenstück zum geliebten Saunabesuch. Erst Recht wenn sie etwas abgelegen liegen und man in netter Gesellschaft ne gute Zeit verbringen kann. Habe dazu ja irgendwann mal ne Liste angelegt.

https://mb407.wordpress.com/2016/12/13/hot-springs-heise-quellen/

Ich befinde mich also nahe Saladillo nördlich Mazzaron umgeben von Mandelfeldern an solche einem Ort. Es sind ca 10 weitere Busse hier, keine Wohnmobile was zum Glück der Weg hierher selektiert. Einige bekannte Gesichter von früheren Reisen und auch sonst alles angenehm für einen längeren Aufenthalt. Die Becken aus Lehm geformt und seit dem Frühjahr etwas vergrößert, das Wasser meiner Meinung nach aber etwas kühler als zuvor. Sieht auf den ersten Blick nicht sehr einladend aus, nach dem Bad kann man sich aber direkt am Zulauf die Sedimente abduschen.

Am Morgen, wenn es noch kühl ist trifft man sich im Becken und quasselt, manchmal hätte ich schon gerne mehr Ruhe für mich. Am Wochenende kann man dies aber komplett ausschließen. Spanier und Marokkaner schlagen hier auch mal Zelte auf. Anwohner kommen so gut wie keine, der Ort um die Ecke ist am Reißbrett entstanden und ausschließlich für Briten wie es scheint. Man muss nicht besonders reich sein um sich hier eine Villa oder kleineres Häuschen zu kaufen. Bei den Aushängen der Immobilienmakler stehen die großen Anwesen mit Garage und Pool für unter 150t angepriesen, die kleinen ohne alles, selbst ohne Garten und dann wohl fast geschenkt. Der Leerstand ist schon erschreckend… nicht mal die Hälfte bewohnt und vom Rest natürlich nicht jeder anwesend.

Es gibt wirklich nur vier Haustypen im ganzen Ort, ich habe mich einmal mit dem Rad auf die Socken gemacht um mir das Übel anzusehen. In einigen Gegenden wurde sogar darauf verzichtet die Variationsmöglichkeit durch Positionierung des Gebäudes oder Wahl der Dachziegel zu personalisieren. Den Briten ist es wohl egal dass der Nachbar das exakt gleiche Haus besitzt.

Die Infrastruktur ist schon für deutlich mehr ausgelegt. Breite Straßen, der Ort direkt an der Schnellstraße zwischen Murcia und der Küste bei Mazarron. Zentral gelegen thront ein Golfplatz mit angeschlossenem Hotel und die Spielfläche ist vom Camp gesehen direkt gegenüber auf der anderen Seite des kleinen Flusses, der auch Ablauf der Quelle ist.

Schon lustig zu beobachten wie tagein tagaus die kleinen weißen Bälle in die Löcher gelupft werden, Golfcarts und Caddys, alles da. Und die Meinung derer über unseren Zeitvertreib wahrscheinlich auch nicht anders. Ich genieße, mache viel Sport und Haushalt, Kochen und dank warmem Wasser auch jeden Tag etwas Wäsche. Die Nächte sind schon etwas kühl, ich hab morgens kurz den Ofen an. Doch wenn die Sonne scheint braucht man hier keine Klamotten.

Der Tag endet mit dem Untergehen unseres Lebensspenders. Zeit für schreiben, lesen etc. Die Nachbarn machen ab und an Lagerfeuer und man kann sich hier gut erholen. Es gibt einige Düdos und Bremer, und einen alten Setra dessen Besitzer hier sogar eigenes Bier braut. Beim Thema Verpflegung bin ich auch gut aufgestellt. 2Km entfernt liegt der einzige Consum hier und es gibt immer was zu finden. Ich habe die Regelmäßigkeit und Gewohnheit der Angestellten nicht ganz rausfinden können, mache mich also morgens zum Joggen auf, mittags nochmal bei nem Ausflug mit dem Rad und zum Abend hin ne Große Runde mit dem Hund.

Vorbei an der Quelle folge ich dem Pfad parallel zum Fluss, muss durch ein Eukalyptuswäldchen und entlang einiger Häuser. Danach durch eine Brache, die auf der Karte wirklich als Park ausgeschrieben ist, bei genügend Interessenten aber sicherlich sofort in Bauland umgewandelt wird. Genügend Restmaterialien von den umliegenden Anwohnern gibt es ja schon.

Es ist also nicht nötig den Bus zu bewegen, genügend Wasser für die Filteranlage habe ich ja gebunkert. Auf einer Tour mit dem Rad fand ich jedoch so viel Obst und Gemüse, dass ich es nicht in einem Rutsch wegbekam und wie ne Art Staffellauf meine Beute nach Hause brachte… Schwerstarbeit mit lohnendem Erfolg.

Ich hab also auch aus Langeweile die Gegend gut erkundigt. Sogar eine Stelle gefunden, wo man unbehelligt auf den Golfplatz gelangen könnte… Im Kreis auf der anderen Seite sieht man das Camp und das Kreuz bezeichnet die Quelle.

Eine größere Radtour hab ich wieder etwas zurück nach Norden gemacht, Alhama de Murcia. Nicht zum Sightseeing und auch nicht wegen touristisch schöner Strecke teilweise entlang der Autovia. Aber am Industriegebiet ist mit bei einem Schrottplatz was ins Auge gefallen.

Leider war der 508er schon verkauft, nach Afrika, wohin sonst wenn schonmal so weit im Süden. Der Bremer sogut wie geschlachtet und den LKW kenne ich nicht einmal. Also eine Fahrt ohne Erfolg. Das Industriegebiet sonst mit hauptsächlich Zubehör für Agrarindustrie. Nahe der Stadt befindet sich mit El Pozo noch eine der größten Schlachtereien / Schinkenfabrikanten des Landes. Die Umliegenden Ländereien sind Felder für Salat und ein paar Orangen. Zurück nach Hause…

Nach dem Sport natürlich wieder in die Quelle. Ich habe einen interessierten Zuschauer, eigentlich sonst keinen Bezug zu Katzen, doch diese hier echt niedlich, zutraulich und gepflegt. Ein paar Bröckchen Futter aus der Hand und das ansehnliche Phänomen “Spielen” tritt ein, toll zu beobachten. Gehört hier niemandem aber ist hier jeden Tag, gesund und glücklich, kann so bleiben.

Ich glaub ich war fast ne Woche hier, wäre nen Plätzchen wo man länger bleiben kann. Ein Franzosen Pärchen mit nem Mini-Wohnwagen sind schon ne Weile hier und haben sich in der hintersten Ecke einen Garten angelegt. Mich jedoch zieht es weiter, schön ist es an so einigen Orten. Die Summe der Erfahrungen und Erlebnisse aber macht es für mich besonders frei zu sein und zu Reisen wie man mag. Also Abschied nehmen, packen und wieder hinters Steuerrad. Ab auf die getrocknete zerfurchte Piste. Bei Regen möchte ich das hier nicht erleben. Nach wenigen Kilometern wieder auf Asphalt mit der üblichen Richtung… Süden.

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One thought on “Heiße Quelle Mazarron, El Saladillo

  1. Hof Schwarzes Moor says:

    Gell.
    Ist schön da an den heißen Schwefelquellen.
    Du schreibst, der Weg dorthin selektiert die Besucher. ist er schon wieder so schlecht? Als ich Anfang des Jahres da war, war er gerade super planiert und befestigt worden.
    Weiter gute Fahrt.

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