Das Corona Abenteuer

Ja, ok es musste nach knapp einem Jahr Wahnsinn irgendwann doch mal ein blog zu diesem „unpopulären“ Thema folgen. Ich betrat Togo am 3.März und damit noch vor dem weltweiten Chaos mit all den damals undenkbaren Auswirkungen die bis zum heutigen Tage in der für uns normalen Zivilisation so herrschen. Nach dem ersten Schreck floh ich in den Dschungel um auf einer tropischen Farm meine Erfahrungen mit der heimischen Flora zu erlangen. Zumindest hier in Afrika legte sich die Panik schnell denn die Bevölkerung blieb gesund und hatte nur aufgrund der Einschränkungen zu leiden. Ich gehe nicht ins Detail aber im Juni setzte ich wieder Segel um dann doch erneut einen anderen sicheren Hafen hier oben am Berg in Danyi anzusteuern. Die starke Verbindung zu Frankreich und blinder Gehorsam der einheimischen Regierung verschärfte und verkomplizierte die Situation von Neuem. Nicht dass man in Afrika zu irgend einer Zeit unbeschwert reisen konnte, da jeder Uniformierte dir Stress machen kann und seinen Vorteil sucht. Mit dem Freibrief der Geschehnisse in der westlichen Welt ist jeder Weiße also noch schneller Zielscheibe und darauf hab ich echt keinen Bock. Bleibe also zumindest in meiner Region wo mich jeder kennt und ich mich unbeschwert frei bewegen kann. Meine eigenen Projekte halten die Langeweile fern und zum Dank für meine Hilfe am Projekt Golden Eye (Gartenanlage, Staudamm, Sauna, Schildkrötenreservat, Mechaniker etc.) bekomme ich freie Kost und Logis. Das Leben on the road ist also stationär geworden und meine Ausgaben halten sich noch mehr in Grenzen als üblich (vom Zukauf Unimog usw abgesehen).

Man könnte es also Paradies nennen und ab und an gibt es kleine Abenteuer mit der Motocross Maschine durch den Busch oder einen Ausflug mit dem „G“, Klettertouren am Wasserfall oder Wanderungen zu neuen Gebieten die ich noch nicht erkundet habe. Präsenz zeigen auf den Wochenmärkten ist meine Devise um die Angst die unterschwellig doch durch die Medien verbreitet wird zu verhindern. Doch diesen Freitag in der Hauptstadt der Region mit der Prefecture lief irgendwas schief. Ich war mit Kumpel Mike dem Polen, der schon im November zu Besuch hier war auf grobstolligem Zweirad hergefahren um direkt bei Ankunft am Markt in Gewahrsam genommen zu werden. Cache-nez also Maske wurde gefordert und natürlich hab ich sowas nicht… wäre ja auch ne blödsinnige Mission als Einziger der so ein Ding trägt. Der Fußmarsch zur Polizeistation entlang am Markt natürlich kontraproduktiv zu meinen Bemühungen mit der Bevölkerung im Einklang zu agieren… Erklärungen kann man von der doch recht beschränkten Exekutive hier nicht verlangen und damit nur die Situation anheizen, also entgegen aller Instinkte Ruhe bewahren und folgen… sehr unbeliebtes Wort für mich.

Vor allem zeitraubend und sinnlos. Einer der Mitarbeiter vom Chef war zufällig in der Nähe und folgte ebenfalls in die Station. Wir saßen also erstmal zwei Stunden rum ohne dass irgendwer/was eine Erklärung abgab. Ein paar Telefonate brachten heraus dass wir verdächtigt wurden Corona zu verbreiten. Immerhin nun mit Maske vor der Fresse nur im Vorraum der Gefängniszellen Apeyeme. Die Zellen zwar mit Holztüren und Sperrholzdecke aber Gittern vor dem Fenster. Quadratisch praktisch ohne irgendwelcher Ausstattung ausser nem Eimer… aus Plastik.

Davon gab es immerhin zwei unbenutzte, wir hatten Langeweile und einen Bewacher vor der Tür. Der musste kurzfristig aber mit nem Knüppel zum Chef weil der wohl grad eine Vollstreckung durchführte und damit einem Gast unter Zeugen mehrfach auf Hand und Arm schlug… andere Sitten.

Der Tisch mit Papierkram also mal leer zum fotografieren, ansonsten tat sich wie gesagt ne Weile nix, wir forderten Wasser, welches dann immerhin von unserem Kollegen geholt werden durfte. Der Corona Verdacht bestätigte sich dann auch als der Amtsarzt mit dem Styroporköfferchen kam und uns beide testete. Mike hatte zwar erst vor einer Woche bei Ankunft am Flughafen sein Stäbchen in den Mund bekommen aber dieses hatte immerhin 40.000cfa gekostet. Heute angeordnet und mit Stab in die Nase dafür aber gratis.

Der Grund dieser ganzen Aufregung, der Chef war letztens in seiner zweiten Heimat Guinea und hatte bei der Ausreise in Conacry einen Positiv Test bekommen. Fliegen ging also nicht und er nahm das Motorrad um über Mali und Burkina hierher zurück zu kommen. Das sprach sich rum und sorgte natürlich für Aufregung. Es waren die letzten Tage auch schon Verantwortliche am Golden Eye um ihn erneut zu testen, Ergebnisse standen aber noch aus und niemand erläuterte uns dass wir unter Hausarrest standen.
Der Tag mit dem kurzen Ausflug zum Markt zog sich also schon in den Nachmittag. Der Abstrich war im Kasten und unterwegs nach Lome. Ich hatte bisher nur ne halbe Ananas gefrühstückt und wurde langsam unruhig. Wir durften immer noch nicht gehen. Logisch erklärte niemand irgendwas und aufregen hilft nicht. Gute Sicht aus der Tür in den Hof und Eingang ließ mich den Prefäkten kommen und gehen sehen… ohne mit uns zu sprechen… Wir wurden endlich rauskomplementiert nur um in einem PickUp der Regierung in eine bequemere Unterkunft überstellt zu werden. Das Hotel im Ort, das auch schon ne Weile keine Gäste gesehen hat. Einsprüche halfen natürlich nicht… man kümmert sich um unsere Angelegenheiten, wir sind in Quarantäne.

Also vorbei an den Motorrädern die dann von unserem Kollegen in die Station geschoben werden mussten. Ich fertigte eine Liste mit Sachen die ich brauche (Computer, Ladekabel, Zahnbürste, Flipflops und Dingen die erledigt werden mussten: Garten gießen und Atlas füttern… selbst hatten wir immer noch nix bekommen und es war schon 17Uhr. Seit zwei Stunden hieß es man kümmert sich und bei Essen bin ich nicht wählerisch, nehme Bohnen, Reis oder was auch immer.
Gegen 18uhr dann kam endlich ein Bote, mein verlässlicher Mitarbeiter dem ich seit zwei Wochen Arbeit gebe und mit dem ich echt zufrieden bin seit Josias kaum noch in der Nähe ist und seine Angelegenheiten bei der Familie in Lome regelt. Die Lieferung beinhaltete wirklich alles erfragte und zusätzlich sogar einen Gruß aus unserer Küche, samt echten Tellern aber ohne Besteck welches sich auch hier im Hotel nicht auftreiben ließ. Das gierige Mahl mit Mike in unseren spartanischem Zimmern ohne Tisch (ein Stuhl musste herhalten) war also Salat aus der Tüte lutschen und den doch recht durchgeschüttelten Brei mit Fisch und Gemüse zum Hauptgang ortstypisch mit den Fingern zu vertilgen. Zum Glück hatte ich die letzten Tage ein gutes deutsches Brot gebacken welches sich ebenfalls im Paket befand… Abend gerettet.

Wir wurden von Ibrahim bewacht mit dem Konversation betreiben echt eine Herausforderung war… nicht sprachlich, da mein französisch nun besser ist als das der meisten Einheimischen. Mike der Journalist wollte etwas über das Leben als Gendarm erfahren. Einen Unterschied zur Betätigung der Polizei konnten wir aber nicht feststellen, zumindest sein Alter haben wir mehrfach hören dürfen. Einmal klatschen heißt mit allen Fingern 10Jahre, ein weiteres dann zwanzig und plus vier gezeigte Finger zusätzlich auf französisch erklärt als wenn wir die Schwachsinnigen wären macht 24 als er in den Dienst eintrat. Damals 2009 eine landesweite Rekrutierung bei der wohl ein sehr einfacher Test als Kriterium ausreichte oder genau solche Kandidaten zum Gehorsam gesucht wurden. Mathematik definitiv nicht seine Stärke denn seither sind mehr als 10Jahre vergangen die er uns erklärte sich verpflichtet zu haben, egal. Seine Knarre ist ne AK47 aber anscheinend aus koreanischer Produktion. Uns reicht es und den Rest des Abends dann im angepriesenen komfortablem Zimmer mit Kissen aber ohne Decke. Foto hab ich leider keins. Die neue Matratze immer noch in Plastik eingepackt… ich erlaubte mir dann mal die Öffnung der Verpackung da ich nicht knisternd und luftdicht schlafen kann. Sollen sie doch das auch auf die Rechnung stellen die definitiv nicht von mir beglichen wird. Der Fernseher in der Ecke ohne Empfang aber immerhin ne Steckdose für meinen PC auf dem ich Abendunterhaltung schauen kann. Der Rest vom Zimmer mit Bad und kalter Dusche nicht nennenswert. Trotzdem gut geschlafen bis wie üblich 5:30 aber ohne die schöne Aussicht und beginnenden Aktivitäten am Morgen.

Wie man uns ebenfalls völlig unsinnig erklärte behält man uns hier um der Bevölkerung zu zeigen dass sich um die Angelegenheit gekümmert wird. Wenn das Testergebnis negativ ausfällt dann mit Foto freundlich lächelnd unter Masken von allen Beteiligten und einer Ansprache im Radio dass die Weißen sauber sind. Wenn Corona Viren festgestellt werden kommen wir trotzdem nach Hause um dort zwei Wochen in Quarantäne zu verbringen… warum also nicht schon gestern Abend, aber Logiklücken findet man häufiger.
Der Morgen also dank PC mal mit etwas Zeit um den blog aufzuarbeiten, wäre aber viel lieber bei nem Rundgang im Garten, oder nem Spaziergang zum Projekt Staudamm hinunter welches ich demnächst mal thematisiere, oder mit matschigen Fingern am Lehmhütte bauen um die Sauna Realität werden zu lassen. Statt dessen Besuche von Leuten mit denen ich nicht sprechen mag weil sinnlos denn seit gestern Abend war es nicht möglich ein Stück Seife aufzutreiben… immerhin ein Handtuch und ein einziges Messer zum Ananas schneiden gab man uns. Ich verlange ja nicht viel, aber wenn schon in Gewahrsam dann bitte pünktlich mit Besteck essen, eine Waschmöglichkeit und sauberes Bett haben… alles Luxus. Vielleicht noch zu erwähnen dass ich trotz der von unserem Koch gebrachten Snacks auf die seit Stunden versprochene Nahrung wartete… seit Ankunft in der Unterkunft (und vorbeifahrt an mehreren Futterständen) vergingen vier Stunden bis wir endlich 21 Uhr Spaghetti aus der Tüte fingern konnten. Wie man doch mit dem simpelsten Leben glücklich sein kann da alles besser scheint als ne Nacht in der auf den ersten Fotos gezeigten Zelle.
Mal wieder ein afrikanisches Abenteuer und als Ergebnis hab ich noch ein paar Dinge auf der Liste was ich an dieser Welt so hasse. Es bleibt als Ergebnis nur noch mehr Rückzug und selbst die kleinsten Besorgungen werde ich nun tätigen lassen und mich noch ferner von Zivilisation halten. Ein gesundes Miteinander unter diesen Voraussetzungen also nur in kleinstem Rahmen möglich.

erstes Update nach gut 24Stunden…
wieder einen halben sinnlos verstrichenen Tag später. Klar bedeutet Morgen als Wort hier nichts außer nur nicht heute… also später irgendwann und ich bin mit Mike kein Stück weiter. Das Thema Freiheit versteht man hier nicht so wie ich zumindest, das höchste meiner Wünsche! Der Chef der Brigade kam dann nach der Androhung ich gehe jetzt… aber das half kein Stück, er war betrunken und schwer zu verstehen. Ich muss anmerken dass am Vormittag also nach über 20Stunden endlich ein Stück Seife gereicht wurde und nochmal ne Stunde später zwei Wasserflaschen. Hätten wir nicht Kontakt zur Außenwelt und einen Einheimischen der eine nette Madame im Ort fand die uns mit Telefonnummer und Wünschen zur Seite steht würde ich mich sehr verloren fühlen. Zumindest nicht ganz alleine und relativ entspannt über die Situation in der sich mein Heim und Hund befindet. Zum Glück stehe ich nicht wie sonst auf Reisen irgendwo, sondern gut behütet bei hoffentlich vertrauenswürdigen Freunden.

Update Nr.zwei: Nachmittag
Ich hatte schon mit dem Gedanken gespielt zu fliehen, hab mir den Schlüssel für die Eingangstür besorgt, ja man hat uns eingeschlossen, zumindest auch am Hinterausgang versucht, das hab ich aber mit strengem Blick und direkten Worten an den kleinen Futzi in Uniform verhindern können. Bin trotzdem am überlegen mich nachts auf die Socken zu machen. Keiner gibt ne anständige Erklärung ab oder es ist widersprüchlich, Organisation Fehlanzeige. Gestern sagte man uns wenn die Testergebnisse negativ kommen sind wir frei wenn positiv halt in Quarantäne zuhause, aber warum vorher hier blieben müssen verstehe ich nicht.
Man ist machtlos und ausgeliefert, hilfloser geht es kaum wenn man es nur mit Idioten zu tun hat und anscheinend kümmert sich niemand, ist ja schließlich Wochenende. Dass ich immer noch in den gleichen Klamotten stecke ist als Vorwurf für alle die es zu hören bekommen zumindest nicht als Problem anerkannt. Immerhin hat man verstanden, dass wir unzufrieden mit der Versorgung von Wasser und Futter sind. Unglaubliche und anscheinend unendliche Situation. Ich hab dann vorsichtshalber mal ne mail an die Botschaft geschickt, bin gespannt wann sich darauf jemand meldet. Ich sitze also in der „Lobby“ vom Hotel, ne Couch im Eingangsbereich denn ich hab kein Bock mehr auf mein karges schattiges Zimmer. Ein Uniformierter immer in Sichtweite gab es zumindest mal was zu essen. Fufu mit Sauce und ne Gabel nur auf zweifaches Nachfragen.

finales Update:
Ich blieb für meine Verhältnisse und meine Probleme Autoritäten zu akzeptieren (ja ich gebe es zu…) relativ ruhig weil ich weder mich später, meinen Boss und das Projekt oder mein Problem mit dem abgelaufenen Visa verschlimmern möchte. Bei unklarer Rechtslage (in Deutschland war ich bestens über meine Rechte informiert) hält man lieber die Füße still wenn man nicht in einer dieser oben gezeigten Zellen enden möchte. Doch zumindest darf man sich über den Stand der Dinge erkundigen, und mit der Antwort er kommt nach ergebnislos vergangenen Stunden nicht zufrieden sein. Doch wenn mir dann bei zwei verschlossenen Notausgängen und dem abgeschlossenen Haupteingang auch noch die Hintertür in den Garten verschlossen also mit umgedrehtem Schlüssel abgeschlossen wird fühle ich mich doch wie im Knast denn auch die Fenster sind vergittert. Nun weiß man ja, dass Qualitätsarbeit und Afrika konträre Bedeutungen sind, so genügte ein halbwegs kräftiger Ruck und ich war dann doch im Garten und warnte den Jüngling in Uniform nochmal die Tür zu verschließen… halbe Stunde später durfte ich eine Schreitirade vom zweiten Chef der Brigade über mich ergehen lassen und hab nur freundlich gelächelt, merke der erste Chef kam ebenfalls wieder sagte aber diesmal nix und hatte rote Augen. Tür kaputt etc… aber ehrlich gesagt nicht kaputter als vorher oder der Rest im „Hotel“

Ok, aber die gute Nachricht nachdem es gestern erst den ganzen Tag kein Essen gab und dann am Abend doppelt hat man daraus zumindest nicht gelernt… kein Frühstück, verspätetes 15Uhr selbst organisiertes Mittag um 17Uhr wieder selbst organisiertes Abendbrot von der Kontaktperson zu bekommen. Nett selbst gekocht und sogar mit Besonderheiten wie nem Ei und zwei Coke, die ich gerne an meinen Kumpel abgab, giftiges schwarzes Zuckerwasser… nein danke. Ja und das Abendessen vom Präfekten kam 18:30… GlutamatReis mit Hühnchen, aber freundlich lächeln und auf vollen Magen genießen. Immerhin hab ich nach der Schreitirade vom Vize noch freundlich dessen Nummer erfragen können da ich ihn selbst nicht weiter am Wochenende belästigen möchte und mit jemand kompetentem reden mag.
Höflichst fragte ich den Entscheidungsträger per SMS doch bitte nach Hause fahren zu dürfen. Ne Stunde nach dieser mail wäre mir dann bald das Essen aus dem Gesicht gefallen als quasi zeitgleich der Uniformierte zur Essenslieferung (nochmal Samstag end 18:30 mit einsetzen der Nacht) mit den negativen Testergebnis als mündlicher Meldung rüber kam. Freundlich high five einschlagend hatte er nun keine Angst mehr vor dem Jovo und freute sich selbst nun nach Hause zu dürfen… Ob es nun an der freundlichen Bitte lag oder doch einem Labor mir Spätschicht am Samstag bleibt bis zum sichtbaren Beweis ungewiss. Gewiss ist aber dass ich mit Kumpel Mike entschieden hab die Nacht hier zu bleiben, Moped hat keine Scheinwerfer und die Route ist nicht einfach erst recht da es die erste Tour für Mike seit 20Jahren auf nem Motorrad war. Dann morgen ganz früh zur Polizei die Dinger auslösen und ab auf nimmer wiedersehen… Apeyeme meide ich dann wohl mal ne Weile. Wir hätten zwar ein Taxi nehmen können aber das macht über ne Stunde Fahrt und wir müssten dann Morgen früh wieder her was vielleicht erneut zu Problemen führen kann.

Ein afrikanisches Abenteuer und zumindest ne weitere Nacht auf frisch ausgepackter Matratze. Immerhin heute etwas sauberer, wenn auch wieder in den alten Klamotten. Man hat uns nen Eimer Wasser auf dem Feuer erwärmt, leider zu heiß zum direkt nutzen und kaltes Wasser kommt keines aus den Leitungen. Trinkwasser verschwenden ist doof, also auch hier warten, des Afrikaners liebste Beschäftigung. Man kann schon verrückt werden und muss sich all dem Stress wirklich meine ganzen guten Erfahrungen gegenrechnen um zu verstehen warum ich immer noch hier bin…

Rückblick… Ich bin nun weit einem Tag wieder in Freiheit und gehe meinen Dingen nach. Der Morgen war dann wie geplant mit dem ersten Licht zu Fuß zur Polizeistation. Doch dort gingen die Probleme weiter, man wollte alle mögliche Papiere sehen, (die ich weder habe und erst recht nicht bei mir) sicherlich um sich ne Mark zu verdienen. Also hab ich die einzig clevere Entscheidung getroffen, bin gegangen und hab das Motorrad dort stehen lassen, soll sich doch der Helfer drum kümmern der so frei war die dort zur Sicherheit zu deponieren… ich hab fertig mit dem Scheiß.

12 Gedanken zu “Das Corona Abenteuer

  1. Reinhard schreibt:

    Bei fast allen afrikanischen Ländern ist die Anzahl der an Covid-19 Erkrankten (z. B. Tansania 8, Burundi 95) und an Todesfällen sehr gering, obwohl die dysfunktionalen Gesundheitssysteme, Korruption und schlechte Regierungsführung den Erfolg konterkarieren. Ursache für die geringe Sterblichkeit ist neben spezifischen Einzelfaktoren (Klima, Gene, Immunsystem) das geringe Durchschnittsalter. Es liegt für Afrika zwischen 17 und 18 Jahren. Zudem kann die Zuverlässigkeit der statistischen Erhebungen nicht signifikant eingeschätzt werden.

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  2. Tom schreibt:

    Tolle Story.
    DAS HIER:
    „Der Grund dieser ganzen Aufregung, der Chef war letztens in seiner zweiten Heimat Guinea und hatte bei der Ausreise in Conacry einen Positiv Test bekommen. Fliegen ging also nicht und er nahm das Motorrad um über Mali und Burkina hierher zurück zu kommen. Das sprach sich rum und sorgte natürlich für Aufregung. “
    war also der Anlass.
    Kritisiert wird aber nicht der egoistische Franzose, der sich in alter Kolonialisten-Manier über die herrschenden Gesetze hinwegsetzt, sondern die Afrikaner, die ihre „Arbeit“ tun- weil sie das landestypisch tun.
    Alles klar.
    Wes Brot ich ess’…

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    • mb407 schreibt:

      … er war drei Tage zuvor erst negativ getestet worden, und es war klar dass das ein Fehler sein muss.
      Ich habe auch nix gegen meinen Test eingewendet nur die Art und weise der Inhaftierung

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  3. bullitöter schreibt:

    Manche müssen nunmal einfach immer das tun, was einem von oben vorgekaut wird egal wie Sinnvoll es ist…. Aber das du dich über Logik in Afrika wunderst…. Hier darf man sich mit EINER weiteren Person aus einem anderen Haushalt treffen…. Wie Alex so treffend sagte, „es mag für manche verstörend sein, aber wir tun Dinge zu hause, da hätten wir es sowieso alle wenn es einer heimbringt“…

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  4. Reinhard schreibt:

    Auf der Covid-Intensivstation der Charité – Kampf um jeden Atemzug*

    In der Berliner Charité werden besonders dramatische Covid-19-Fälle behandelt: Hier herrscht seit Monaten Ausnahmezustand. Einblick in einen Mikrokosmos, der keine Tageszeiten kennt – bestimmt von grellem Licht und piepsenden Maschinen.

    https://www.ardmediathek.de/ard/video/reportage-und-dokumentation/auf-der-covid-intensivstation/das-erste/Y3JpZDovL2Rhc2Vyc3RlLmRlL3JlcG9ydGFnZSBfIGRva3VtZW50YXRpb24gaW0gZXJzdGVuLzUwODYwMTE3LTUwOTAtNDU3My05ZjA1LTc3ZDg4ZmVhZjVjZg/

    Golden Eye würde sich gut als Intensivstation eignen, man bräuchte nur noch einen Hubschrauberlandeplatz und den dazugehörigen Hubschrauber (für Schrauber kein Problem), oder, wenn dies nicht machbar und gewünscht ist, als Reha-Klinik für alle geschundenen dieser Welt.

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      • Reinhard schreibt:

        Da werden mal wieder „Äpfel mit Birnen verglichen“

        und außerdem: „Menschen sterben an Malaria nicht erst seit Dekaden“

        Die einzelligen Erreger der Gattung Plasmodium (Malariaerreger) gehören wahrscheinlich zu den ältesten Parasiten des Menschen und seiner Vorfahren. Über ihre Evolution ist wenig bekannt: Plasmodien begannen ihre Entwicklung wahrscheinlich vor mehr als 60 Millionen Jahren im Darmtrakt von Reptilien. Irgendwann gelang diesen Parasiten der Sprung auf Vogel- und Säugetierarten. Mit zunehmender Spezialisierung entstanden Arten, die sich im Blutstrom des Wirtes von dessen roten Blutkörperchen ernährten. In einem weiteren Schritt gelang der Sprung auf blutsaugende Stechmücken — das Alter von frühen Moskitos wurde auf 35 Millionen Jahre datiert —, die als Überträger des Parasiten von einem Wirt auf den nächsten dienten. Bei der Menschwerdung waren Malariaparasiten ständige Begleiter unserer Vorfahren. Neben den vielen Plasmodienarten, die Affen befallen und teilweise in der Lage sind, Menschen zu infizieren, haben sich die vier Erreger, Plasmodium falciparum, Plasmodium malariae, Plasmodium ovale und Plasmodium vivax auf die Menschheit spezialisiert. [Reader, 1997, S. 258]

        2000 v. Chr.: Erste schriftliche Zeugnisse der Sumerer.

        und außerdem: „Es sterben jährlich nicht mehr Menschen an Malaria“

        2018 gab es nach WHO-Angaben 228 Milli­o­nen Malariafälle – geschätzte 405.000 Menschen starben.
        Die meisten Todesfälle waren mit 380.000 in Afrika südlich der Sahara zu verzeichnen. © dpa/aerzteblatt.de

        Mehr als 120,2 Millionen Menschen sind laut der Johns-Hopkins-Universität weltweit positiv auf das Virus getestet worden. Rund 2,66 Millionen Infizierte sind verstorben.

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  5. Philipp schreibt:

    Liebr Philip,
    Du machst das alles sehr richtig. Fk auf C .Wird hier halt genuzt um das System umzubauen. Schönen Staudam hast Du gebaut.
    Mach weiter so..
    Liebe Grüße unbekannter Weise
    auch Philipp im November geboren

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  6. Reinhard schreibt:

    Herausforderungen bei der Interpretation der serologischen Ergebnisse von SARS-CoV-2 in afrikanischen Ländern.

    Die Diagnose von COVID-19 basiert auf einem positiven PCR-Test für SARS-CoV-2. Im vergangenen Jahr war die PCR-Testkapazität aufgrund der Verfügbarkeit von Tests weltweit unterschiedlich, und die Teststrategien richteten sich hauptsächlich an symptomatische Personen. Daher ist die Ausbreitung des Virus wahrscheinlich größer als die von offiziellen Überwachungssystemen gemeldeten Zahlen, die auf PCR-Ergebnissen basieren. Serologische Tests erkennen Antikörper gegen SARS-CoV-2, die etwa 1–2 Wochen nach der Infektion messbar werden. Sie werden in Seroprävalenzstudien verwendet, um den Anteil der Menschen in einer infizierten Bevölkerung, einschließlich einer asymptomatischen Infektion, abzuschätzen. Diese Studien sind von besonderer Bedeutung in afrikanischen Ländern, in denen gemeldete Tests und Inzidenz zu den niedrigsten der Welt gehören.

    https://www.thelancet.com/journals/langlo/article/PIIS2214-109X(21)00060-7/fulltext#back-bib10

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