Meine Aussicht vom Plateau in Togo

Ich hab mich ja nun seit einigen Wochen, Monaten schon hier oben fest installiert. Mein Standort gigantisch herrlich mit Ruhe und Aussicht. Soweit das in Westafrika noch möglich ist sogar Natur um mich herum. Die Regenzeit kam und machte eine Pause. Aktuell mal wieder eine ganz andere Situation in der täglich Wolken aus Ghana kommen und dort vom Lake Volta Feuchtigkeit mitbringen. Es regnet zwar nur selten, nass ist trotzdem alles. Wie schon angesprochen sind Lederklamotten und unbehandeltes Holz schnell mit Stockflecken besetzt. Da wird jede Sonnenstunde genutzt alles zu lüften und aufzuschütteln. Recht frisch geworden ist es auch, nur um die 20grad und damit Pullover Zeit. Doch wenn die Sonne nur etwas schient gleich wieder unerträglich schwül.

Dafür sind die Abende meist klar und die Nächte sternenverhangen, die Milchstraße in bunten Farben sichtbar. Licht scheint hier nur unten auf der Hauptstraße in 5km Entfernung und das auch nur bis gegen Mitternacht. Wie dann in den Stunden vor der Dämmerung Wolken im Tal entstehen ist mir noch unbegreiflich, aber ein tägliches Schauspiel. Bei mir oben alles klar und ein vermeintlich schöner Tag beginnt gegen 5:30

Doch dann holt sich die Sonne die Wolken nach oben und damit auch zu mir.

Der Blick vom Schlafzimmerfenster auf die Werkstatt dann meist mit Nullbock Stimmung wenn ich noch nicht auf den Beinen sein sollte.

Das geht soweit, dass man sich in kompletter Nebelsuppe befinden kann die dann einige Stunden anhält. Sicht knapp 50m.

Die Umgebung dann gedämpft und bedampft irgendwie mystisch.

Mein täglicher Gang am Morgen zum Sanitärblock nicht ohne nasse Schuhe machbar, meist nehme ich deshalb das Rad. Die Feuchtigkeit tut der Natur anscheinend gut. Und wenn man dann in ruhiger Minute mal den Geräuschen lauscht ist es prickelnd. Es kondensiert alles und tropft auch von den Bäumen. Ich hab dieses Foto bei fb hochgeladen und damit für Gelächter gesorgt, aber so ist das Leben… mein morgendlicher Ausblick von der Schüssel.

Meine Terrasse ist ja direkt am zum Hang geöffnet, die Aussicht also perfekt. Der Berg mit den drei Bäumen im Hintergrund ist Luftlinie exakt einen Kilometer entfernt.

Die Piste hier herauf führt einmal um diesen herum, sehe jeden baldigen Besucher also frühzeitig kommen. Wenn derjenige in den Wolken verschwunden ist, sind immerhin noch die Motorengeräusche vernehmbar. Hier noch ein paar Wolkenspiele um meinen Hügel den ich aber noch nicht beim wandern erkundet habe, unbewohnt und zugewachsen.

Wie im letzten Bild zu sehen hab ich manchmal tierischen Verkehr und die Herde zieht gemächlich über die Hänge um am Abend von den begleitenden Kindern wieder heim geschickt zu werden. Da sich heute mal alles nur um meine Aussicht dreht hier mal die Situation Regen im Tal.

Echt unglaublich dass die Umgebungsgeräusche so natürlich sind, dass man die Tropfen auf das Blätterdach fallen hören kann und je nach Intensitätssteigerung weiß ob es auf einen zuzieht oder nur vorbeihuscht. Ich hab hierzu mal ein paar bewegte Bilder im zweiten Teil des Videos.

Man kann im Panorama links im Bild das Hotel in meiner Nähe erkennen. Echt ruhig zur Zeit und wenn überhaupt nur am Wochenende mit Gästen belegt. Der Ausblick von dessen Terrasse ähnlich wie meiner, der Blick auf Werkstatt und WALKÜRE aber mal interessant. Meine hood in Togos Busch…

Und wenn sich dann doch bis zum Abend mal einige Wolken gehalten haben werden diese von hinter mir fantastisch illuminiert und laden zum betrachten ein.

Und hier ein Feuerchen machen um mit guter Musik einfach in die Gegend schauen kann auch ne Abendgestaltung sein.

Der Blog heute also mal ohne richtige Geschichten eine Zusammenfassung der Momente die meine aktuelle Umgebung beschreiben. Man kann sich gut denken, dass ich es hier noch ne Weile aushalten kann. Meine Position mal im Überblick.

Rund 200km nördlich der Hauptstadt Lome, am Rand der Berge in dieser Region mit Adeta als nächste größere Ortschaft. Kpalime vielen in Togo geläufig, fast schon das Zentrum vom Tourismus der aktuell nicht existiert. Man sieht meine drei Nachbarn und das Haus vom Kollegen Josias in der Schleife der Piste links. Das Hotel ist unter dem grünen Pin verborgen, abgeschiedener geht es kaum. Ich genieße die Ruhe.

3 Gedanken zu “Meine Aussicht vom Plateau in Togo

  1. Roger-T. schreibt:

     „Die Umgebung dann gedämpft und bedampft irgendwie mystisch. »

    So wird ein störrischer Corona-Leugner und unterschwelliger Freund beinharter Ideologien in der Einsamkeit exotischer afrikanischer Berge gemächlich zum empfindsamen Freizeitlyriker. Was so ein jahreszeitlicher Hochnebel doch alles bewirken kann, wenn das praktische Leben vom Schicksal auf den Kochtopf, Dengeln rostiger Bleche und Schweissen reduziert wird! LOL

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      • Roger-T. schreibt:

        « Wie man es interpretieren mag… »

        Na ja, bei der Interpretation (z.B. der Natur) bin ich Dir nur gefolgt. -;)

        « hier ist die Welt noch in Ordnung. »

        Tja, so interpretierst Du Deine zur Zeit recht überschaubare, in jeder Weise begünstigte, Hügelwelt. Die aber gehört nun mal doch immer zur gesamten Welt und ist – absolut nicht in Ordnung!

        Das wird auch Dir schlagartig bewusst werden (wie ich ja früher hier schon schrieb), wenn Du tatsächlich mal weiter nach Süden kommen solltest. Ich fürchte, Du wirst dann ernsthaft um Dein – bisher so erfreulich optimistisches – Reise-Mantra ringen müssen, denn es hat sich etwas Grundlegendes geändert. Und um das zu begreifen, braucht es weder Verschwörungstheorien, noch dunkle Ahnungen.

        Good luck!

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