was macht man so nach drei Monaten Togo

Man ist nie fertig mit einem Projekt und wenn die Zeit keine Rolle spielt sucht man sich seine Beschäftigungen. So war es mal wieder Zeit die hölzerne Außenhülle der WALKÜRE mit einer Ölung zu verwöhnen. Mehr Wartung und Pflege als wirkliches Basteln und nach den letzten beiden Aktionen in Marokko und der Elfenbeinküste mal wieder nötig. Eine Pflegespülung für mein Holzhaus. Heißt, den Staub und das Salz mit Wasser von den Brettern bürsten und anschließend alles mit Kokosöl einschmieren.

An meine Haut, Atlas und die WALKÜRE lasse ich nur Wasser und Kokosöl. Hier frisch auf dem Markt für 1,5Liter zu 4,- von der Frau die sonst noch Fisch verkauft. Ist nach Leinöl welches ich hier nicht bekomme die beste Alternative und hat auch eine tolle geruchliche Note. Die fürs natürliche Muster mit der Flex grob gebürsteten und damit offenporigen Bretter saugen das Öl begierig auf und schützen so die Oberfläche vor Luftfeuchtigkeit und Regenwasser.

Mit herunter gelassenen Sandblechen sieht die Fuhre gleich viel wuchtiger aus. Atlas hat im nächsten Bild übrigens keine Yoga Position eingenommen, sondern mag Kokos zwar essen aber nicht auf seinem Fell. Versucht dies durch wälzen an seine Decke unterm Truck abzugeben. Auch gut, hilft gegen Viecher, denn länger an einem Platz bedeutet meist Flöhe, Würmer durch Fliegen und Zecken. Wir kehren täglich aus, kämmen und haben es im Griff.

Und natürlich ist auch die Heckansicht mal dran und hatte es am nötigsten. Das bei Regen immer mal durch die Ritzen der Terrasse laufende Wasser hatte echte Ränder hinterlassen. Nun alles wieder sauber und geschützt, dafür sogar mal das Nummernschild abgeschraubt.

Dies musste vorne auch mal sein, da ich noch ne Aktion mit der Stoßstange vor hatte. Diese ging zum Schweißer um Rostlöcher zu stopfen und Die Tagfahrscheinwerfer in die vorbereiteten Löcher einzulassen. Winkel anpunkten Bügel zum Schutz der Leuchten, fertig.

Wenn schon dabei, dann gleich noch zwei Abstützungen zur Verstärkung der Ecken basteln. Ist mir irgendwie lieber als nur auf die lapprige Stoßstange zu vertrauen, wenn man mal was wegschieben müsste. Diese aber nicht zu stabil und oder fix am Rahmen verbinden, will ja bei nem evtl. Crash nicht gleich meine Geometrie zerstören. Also mit kleinen Schraubverbindungen eine Sollbruchstelle einplanen die nur gewissen Aufprallen mit Vegetation oder Mopeds, Autos im Kreisverkehr etc. standhält.

Wie man sieht alles afrikanisch und natürlich im Detail nicht annähernd wie ich erklärt und skizziert habe. Mit Details haben die Jungs es alle nicht so genau, die Streben sollten zwischen den LEDs sein und nicht genau drüber, die Lampen wurden kopfüber eingebaut und der Abstrahlwinkel zeigte nach außen, musste ich zurechtbiegen. Auch über eine Lackierung haben wir nicht gesprochen, die natürlich Nasen und Läufer zieht, ohne Anschleifen oder entfetten überall abgeht und scheiße dick wie Bitumen aussieht, dafür aber an den wichtigen Ecken und Kanten zum Rostschutz völlig fehlt. Alles oberflächlich und ohne sich Gedanken zu machen. Wieder mal eine Erfahrung die mich bestätigt, bei in Auftrag gegebenen Arbeiten immer dabei zu bleiben und kontrollieren! Aber es ist nur die Stoßstange und es war mir eigentlich vorher klar und egal… und für 10.000 cfa also 18,-€ kann man nicht viel erwarten wenn auch das ein Tageslohn für 4 Arbeiter ist.

Eine ähnlich lange Neuigkeit, also 2m breite Aufwertung gab es noch im Innenraum. Meine LED Leiste die bisher für Licht sorgte hatte an den Lötstellen die Seeluft nicht vertragen und nach und nach eigenständig einzelne Elemente abgeschaltet. Nun gab es einen gekapselten Schlauch der am Heckbalken über den Türen installiert wurde und auch in geschlossenem Zustand durch den Spalt erhellt. Fotos im Dunkeln immer blöd, aber zur Verdeutlichung. Es ist nicht annähernd so grell oder blendend, reflektiert auch etwas oben an der Plane und gibt so ein annehmbares Licht in der Bude.

Kein Vergleich zur Farbgebung eines romantischen Lagerfeuers am Strand, was Michi für uns und die Frauen plante. Hätte er aber auch direkt ins Wasser fallen lassen können, nach dem was es an Unverständnis zu ernten gab. Afrikaner(innen) sind da relativ starrköpfig und verstehen nicht warum man sich um ein Feuer setzen sollte, das ist doch zum Kochen da. Und außerdem ist es den ganzen Tag über schon warm warum also am Abend auch noch… und es qualmt und in den Sand will man sich auch nicht setzten aber auf dem Plastikstuhl ist es auch doof. Hab ich den Geruch schon erwähnt, da muss man sich ja danach nochmal duschen und erst die Bettwäsche, als wenn nicht sowieso jeden Tag gewaschen wird. Ich sag euch… einfacher ist es nur als Single. Ich hatte meinen Spaß, nein wirklich, fand es eher amüsant und wer nicht will kann halt gehen.

Ja, Afrika… schon nicht einfach. Ich war nochmal in der Klinik zum Bluttest, die Malaria nicht ganz weg gewesen, also einen weiteren Schub Medikamente hinterher, na super. Vorgesorgt für Malaria und Darmparasiten… alles auf Basis von Antibiotika, meine Freude über diese Drogen kann man sich dementsprechend vorstellen…

Wenigstens blieben mir die Pritsche und die Infusionen erspart… anderes gab es dort auch nicht hier nochmal ein Rückblick. Komfortbett für 5,- die Nacht.

Ein Blick voraus wäre auch mal nicht schlecht. Vor einigen Wochen hab ich mal ne Postkarte an meine Eltern geschickt, anscheinend noch nicht angekommen. Transportflugzeuge gehen aber regelmäßig raus, mit oder ohne Corona. Falls verschwunden, hier der Beweis, hinten drauf das übliche Blabla aus dem Urlaub… 🙂

Tradition ist ja irgendwie schon toll. Ein bissel was findet man hier dank Voodoo und verkaufter Kunst doch auch noch neben dem ganzen Plastikscheiß am Straßenrand. dieser Shop hier aber hat es irgendwie mit einem Quantensprung in die Moderne versucht. Neben Holzfiguren und Masken wird ein Flachbildfernseher angeboten… dieser Sprung ist überall erkennbar und deshalb so passend illustriert.

Da lob ich mir noch das gute alte Motiv das es immer seltener zu entdecken gibt. So zum Beispiel ein Lieferfahrzeug von landwirtschaftlichen Gerätschaften auf dem Weg zum Markt um die Ecke.

Zurück zum Wort des Jahres, vielleicht auch ein Name, der vielen Neugeborenen zuteil wird. Corona geht doch eigentlich ganz locker über die Lippen, besser als Covid19 oder was auch immer sich dazu ausgedacht wurde. Aber Sinn und Wahrheit über diese Aktion mal ausgelassen, hier geht alles nur noch mit Maske, die hab ich zumindest immer dabei. Wer ein Geschäft betreten will braucht die, wenn es größer ist zeigt man das durch eine Waschstation am Eingang. Wenn noch größer hat der Wachmann ein Thermometer um damit auf dich zu zielen… 32grad, super, darfst passieren… Diese Statinen aber haben in jeder Brutzelbude Hochkonjunktur. Gestelle für Plastikeimer mit abenteuerlichen Mechanismen zur Aktivierung. Fußpedal per Stahlkabel an Wasserhahn… ein Traum.

Wir haben Juni und offiziell wird alles entspannter. Die Grenzen in Namibia und Zambia sind schon passierbar, Parks öffnen ebenfalls ihre Tore, der Tourismus soll wieder anrollen. Nur Südafrika ist wohl für dieses Jahr am Ende, war für mich eh kein Ziel. Hier wurde die Ausgangssperre erneut nach später verschoben, Grenzen und Botschaften aber noch dicht. Ich werde mich nochmal über die Verschiffung informieren. vielleicht gibt es nen Weg den Äquator auszulassen und gleich am Ziel anzukommen?

Auf jeden Fall haben die Pläne zur Togo Rundreise Formen angenommen. Beide Fahrzeuge sind nun soweit und die Frauen müssen sich von ihrem Strand-Luxus Leben verabschieden und uns in den Busch folgen… wenn sie denn wollen.
Auf jeden Fall hab ich mit einem Kühlwasserschlauch meinen Wassertank unterm Heck wieder einsatzbereit gemacht. Stopfen aus Holz muss ich noch basteln.

Die Badewanne bald also nicht mehr im Dauereinsatz, unterm Auto sind es nur maximal 100l, reicht also für zwei Sitzungen. War schon echt bequem den Schlauch in ausreichender Länge direkt am Hahn anstöpseln zu können. Wasser wurde aber nie verschwendet, am nächsten Tag zum Klamotten waschen genommen. Und Decken und Teppiche gleich direkt in der Wanne. Atlas ja wie gesehen auch einmal.

Und gegen zu viel Wasser und Dreck von der Straße unterm Heck gibt es altmodisch Schmutzlappen. Das sind so Dinge die die Gemüter teilen, ich find’s geil.

Nun sollte ich also wirklich „fertig“ sein, obwohl dieser Begriff ja doch irgendwie nie richtig zur Geltung kommt. Nennen wir es Zwischenstand… bis mir wieder andere Ideen kommen oder ich zu viel Langeweile verspüre.

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