Coco Beach chez Antoine, Paradies in Lome/Togo

Ich bin also zurück am Coco Beach bei Antoine, wo ich schon vor 6Wochen zu Gast war. Er hat zwar seinen Bar und Restaurant Betrieb ruhen lassen müssen, darf aber zumindest Leute beherbergen und diese dann ggf. auch verköstigen. Fremde Besucher vom Strand sind offiziell Dank der C-Krise grad noch verboten und erstaunlicher Weise halten sich die meisten Togolesen dran und besuchen wenn überhaupt nur mit Maske das Meer. Völliger Blödsinn, die frische Brise der Seeluft wäre eine Wohltat gegen die stickige Luft der Stadt, immerhin die Fischer gehen normal ihrer Arbeit nach. Ansonsten gibt es kaum Einschränkungen, auf der Hauptstraße vorne in Avepozo und was ich so sehe auch in ganz Lome läuft alles seinen Gang. Alle Geschäfte sind offen, die kleinen Küchen in Betrieb und auch der Verkehr ist nicht weniger geworden. Nur Schulen, Veranstaltungen und dadurch auch das Nachtleben sind unterbunden. Es soll wohl auch hässliche Szenen mit Uniformierten und Passanten gegeben haben bei denen es zu Gewalt kam und Tote gab. Man hört aber auch, dass zur Unterstützung der Truppen Armee aus dem Tschad angefordert wurde, die gehen dann rigoroser gegen die Bevölkerung vor. Nachts bin ich aber eh nie draußen und kann keine direkten Erfahrungen geben. Wie man so hört ist Polizeigewalt aber auch in Deutschland sehr populär geworden und diverse Videos zeigen Arschlöcher in Uniform. Da kann ich nur dankbar über meine sichere Zuflucht sein und mal gegen die ganze Miesepeterei mit farbenfrohen Bildern aufwarten.

Ich hab mich gut eingerichtet und wie jedes Mal ein Lächeln auf dem Gesicht wenn ich mein Heim betrete. Auf die Terrasse geht es dank zweier Paletten nun etwas entspannter. Macht auch sauberere Füße. Der Sonnenschutz war die genialste Idee und Atlas bleibt wohl oder übel unterm schattigen Truck. Der Sonnenverlauf übrigens hat sich geändert und geht nun etwas nördlicher als Senkrecht über den Tag. Deshalb auch vorne die Windschutzscheibe verblendet. Beide Seitenfenster auf und die Terrassentür sowieso, selbst nachts zum Durchzug. Die Badewanne ist natürlich einsatzbereit und eine Wohltat mit Ausblick.

Wenn die Luft mal steht wird es drückend, dafür ist ein 12V Ventilator am Durchgang installiert der mir auch tagsüber ein schweißfreies Verbleiben auf der Couch ermöglicht. Angenehmer ist nur unter einer Palme direkt am Strand. Für die Arbeiten am blog aber zum Beispiel ist dies dann meine Aussicht.

Ja, wie immer hat der Kerl nicht fürs Foto aufgeräumt, so ist er, real und live. Auch hier bin ich froh die Dimensionen der Küche als primär in der Raumaufteilung gewertet und geschaffen zu haben. Im Eimer übrigens ein neuer Mitbewohner. Nein ich habe kein Kriechtier gefangen, ein Pilz begleitet mich seit der Abfahrt von der Farm. Dort schon mehrere Wochen in meiner Obhut habe ich mir einen frischen Teepilz herangezogen auch Kombucha genannt.

Dieser Glibber mit seiner Unterseite aus Hefe verwandelt Tee (meist schwarz oder grün) versetzt mit Zucker in ein saures, kribbelndes, wohlschmeckendes und gesundes Getränk. Mehr Infos gibt es online, die Seite Kombu.de kann ich empfehlen. Simpel und lecker.

Wie gesagt verbringe ich meine Zeit hier nicht alleine. Mein Kumpel Michi hat seinen Gulaschkanonen Zeltanhänger schon vor Wochen und nur wenige (aber genügend) Meter weiter als Camp aufgebaut. Eines der genialsten Raumwunder das ebenfalls für diese Gefilde tauglich ist.

Sein Fahrzeug war ja schon einmal im Blog Thema, mit dem Gespann auf Basis eines Unimog kommt man überall hin.

Wie man auf diesem Bild sieht haben die Palmen Schlagseite und der Himmel passt irgendwie mal nicht ins Bild. Aber auch das ist Afrika in den Tropen und natürlich gibt es die Regenzeit nicht nur im Wald sondern auch an der Küste. hier etwas berechenbarer weil man das Übel kommen sieht und es meist ne Runde übers Meer dreht.

Ja, Dunkelheit mitten am Tage. Und es geht noch ne Nuance schwärzer. Spätestens jetzt heißt es Hund einsacken und außen zusammenpacken. Die westliche Fensterscheibe hochkurbeln und dort auch die Zeltwand einhängen. Der Rest bleibt trocken und offen zur ersehnten Abkühlung.

Aber selbst bei Gewitter welches Atlas ja gar nicht leiden kann kratzt es immer noch an der 30grad Marke…

Die tanzenden Palmen sind ein Schauspiel dass man sich aufgrund der Gefahr fallender Wedel und Nüsse lieber von sicherer Position aus ansieht, hätte mal ein Video machen sollen, so muss eure Phantasie reichen.

Ja und zu allem Übel der aktuellen geschäftlichen Situation im Camp haben die vorhergehenden Stürme einige Pailotten und die Bar zerlegt. Bauweise und Materialien sind natürlich nicht für die Ewigkeit geschaffen, aber wer wie ich auch etwas Gutes in solchen Unglücken sehen kann denkt sich: Der perfekte Zeitpunkt zum Neubau ohne den Betrieb zu stören.

Ähnlich der letzten Dokumentation über die Dachkonstruktion der traditionellen Hütten ist hier nur alles ne Nummer größer. Pfosten, Balken, echte Dachlatten und natürlich auch das Stroh ergeben ne Menge benötigtes Material.

Dazu eine Horde Arbeiter die die Ideen umsetzt und mit den üblichen Mitteln und Verfahren alles wieder an seinen Platz verfrachten. Wer genau hinschaut kann auf folgendem Foto sogar einen Schläfer beobachten, dessen Position zumindest vom Chef nicht einsehbar ist.

In immerhin auch 6-7m Höhe werden die letzten Bündel an ihrem Platz verschnürt und damit wieder eine Etappe der Neugestaltung beendet. Wenn aber schon dabei wird hier gleich auch die Bar selbst restauriert. Alles in allem kostet sowas 600.000cfa und damit auch knapp 1000,- Andererseits für die Arbeit von mehreren Tagen samt Material bei uns undenkbar. Hier ein finanzielles Loch das grad nicht durch Einnahmen gestopft werden kann. Externe Hilfe nötig.

Antoine ist trotzdem Guter Dinge, es kommen bessere Zeiten und er hat viel mit anderen Hoteliers und der entsprechenden Obrigkeit zu tun. Es liegt alles irgendwie an Frankreich, Togo zwar seit ner Woche mit 60Jahren Jubiläum der Unabhängigkeit, jedoch hängt noch viel am früheren Kolonialisten. So auch die Krise, wenn in Frankreich die Schulen wieder laufen dann erst auch hier. Dies wahrscheinlich im Einklang mit der Grenzöffnung und Lockerung oder weiterer Maßnahmen. In Namibia zum Beispiel gibt es immerhin schon einen groben Fahrplan.

Wie gesagt nach jedem Sturm kommt auch wieder die Sonne. Also weiterhin abwarten und Pläne schmieden. Am nächsten Morgen verschlägt es mich gegen 6Uhr an den Strand, noch ruhig und angenehm temperiert. Sonnenaufgang gibt es aber selten direkt zu sehen.

Das hält auch der kleine Scheißer für so langweilig um lieber den Blick zurück ins Coco Beach zu werfen. Er hat zur Zeit zwar meist die Leine als Geißel an der Walküre, da er im Schatten bleiben soll und nicht im ganzen Camp nach Futter im Sand suchen darf… und glaubt mir bei der Esskultur hier gibt es davon mehr als genug, armer Kerl. Aber ich glaube es gibt Hunde die hat es weit schlimmer im Leben getroffen.

9 Gedanken zu “Coco Beach chez Antoine, Paradies in Lome/Togo

  1. ingo schreibt:

    “ Wie man so hört ist Polizeigewalt aber auch in Deutschland sehr populär geworden und diverse Videos zeigen Arschlöcher in Uniform.“

    polizeigewalt, hier in bw ist nix dergleichen und aus meiner bundesweiten nachrichtenlage stelle ich fest.
    es geht ruhig und geordent zu

    ingo

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      • Peter schreibt:

        Ich kann Ingo nur zustimmen! Es gibt leider viel zu viele Idioten und Dumpfbacken ideologisch verbohrt und beschrânkt ohne Uniform!
        Ein Handy hat davon jeder, Hirn leider oft nicht!

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  2. Dumbledore schreibt:

    …das sind die üblichen Ultras in Berlin. Die machen halt bei jeder Gelegenheit Randale, sei es zum 1. Mai, an Halloween oder Walpurgisnacht oder beim Fußball. Und jetzt eben auch wieder zusammen mit den üblichen Verschwörungstheoretikern und geistigen Brandstiftern anläßlich Corona. Hauptsache, es ist etwas los und keiner muß den Sinn seiner Existenz rechtfertigen.

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    • mb407 schreibt:

      Also ich sehe keine Hooligans die sich mit der Polizei anlegen, sowas wird es auch immer geben. Aber dass normale Bürger und Frauen mit Gewalt abgeführt werden weil sie für ihre Grundrechte demonstrieren… das kann keine Demokratie in Deutschland sein.

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  3. Roger-T. schreibt:

    «..diverse Videos zeigen Arschlöcher in Uniform. »

    Arschlöcher brauchen für ihren miesen Charakter ebensowenig Uniformen wie allein Uniformen diese Eigenschaft verhindern können.

    « Da kann ich nur dankbar über meine sichere Zuflucht sein und mal gegen die ganze Miesepeterei mit farbenfrohen Bildern aufwarten. »

    Ja, es sind friedlich schöne Bilder aus einem irrealen Biotop. Während da draussen im wahren Leben weltweit einige hundert Millionen Existenz und etliche Hunderttausend gelegentlich auch ihr Leben verlieren, lässt sich am Strand bei Obstsalat und Kombucha sehr gemütlich die « ganze Miesepeterei » betrachten.

    Versteh mich nicht falsch, ich freue mich über jeden, der den akuten Problemen heil entkommt! Ich fand es auch nicht so dramatisch, als Du vor Wochen die ersten Alarm-Reaktionen auf die Epidemie als hysterisch empfandest und damit erfrischend naiv reagiert hast.

    Jetzt aber scheint mir, dass Du da einige Überzeugungen pflegst, die sich zwar farblich, aber nicht substantiell noch gross von denen unterscheiden, wie sie oft am Strand von Agadir von braven Bürgern in ihren Joghurt-Bechern kultiviert werden.

    Alles Gute!

    Roger-T.

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    • mb407 schreibt:

      Ich bin hier in keinem Resort, der Chef wohnt mit seiner Familie direkt neben mir. Togo ist etwas gepflegter als der Rest Westafrikas und Corona ist hier kein Thema. Gebe nur Fakten weiter.

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  4. Peix Manfred schreibt:

    Hallöe,
    ich komme nicht umhin dir meine Meinung kund zu tun.
    Bezüglich Arschlöcher in Uniform: Meine Tochter ist auch bei der Polizei, mit Drogen- oder Schutzhund unterwegs, bei Fußballspielen, Demos ect., sowohl sie als auch ihre Kollegen und Kolleginnen haben sich schon so manchen Stein oder andere Gegenstände eingefangen und zwar von den meiner Meinung nach wirklichen Arschlöchern, ich möchte dich mal sehen wenn du an vorderster Front stehst, angespuckt, beschimpft, bedroht und mit Scheinattacken angegangen wirst, wenn du nicht weißt, schlägt er oder auch sie wirklich oder stoppt der Schlag 2 cm vor deinem Gesicht.
    Mir gefallen deine Beiträge wirklich gut, aber wenn ich solche verbalen Ausrutscher von dir lese, kriege ich das Kotzen.
    Du solltest nicht verallgemeinern und keine Vorverurteilung treffen wenn du die Andere Seite nicht kennst!

    Ansonsten mach weiter so.

    Manfred Peix

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    • mb407 schreibt:

      Von der Seite gesehen auch völlig klar und inakzeptabel, Gewalt ist nie eine Lösung. Und dass sich in der aktuellen Situation aufgestautes entlädt ist leider nur menschlich.
      Wie gesagt ich hoffe dass der Wahnsinn bald ein Ende hat und die Bevölkerung nicht weiter gegeneinander aufgestachelt wird.

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