Der Mount Kloto in Togo und sonst so…

Es gab eine Zeit da konnte man sich auch hier in Togo noch frei bewegen. Schon erstaunlich was sich in nur wenigen Tagen ändern kann. Mein Camp wie gesagt eine ruhige Basis und nur wenige Kilometer von Kpalime entfernt. Dahinter dann eine für mich auf der Karte interessant erscheinende Gegend die es zu erforschen gab. Der mount Kloto.

Wie der Name schon sagt geht es in die Berge, das Moped perfekt für diesen Ausflug. Erster Stop durch Wegweiser am Straßenrand die Misahöhe mit dem deutschen Friedhof, echt wahr.

Die Zufahrt mit keinem anderen Fahrzeug machbar, wandern also die beste Alternative. Vorbei an einem gigantischen und irgendwie halbierten Termitenhügel, der erst die ganze Architektur zur Geltung bringt. Für mich ein erstaunliches Wunder der Ingenieurskunst mit dem feinverzweigten Inneren nach der Isolierschicht der Außenhülle.

Quasi das Stadtzentrum nach den Vororten. hab ich so auch noch nicht bestaunen dürfen.

Der Friedhof dann wirklich eine gepflegte Anlage die den Namen in Ehren hält. Idyllisch mit bester Aussicht unter Palmen gelegen.

Noch aus der letzten Jahrhundertwende vorm 1.WK und in erstaunlich gutem Zustand.

Wen die Geschichte interessiert:

Das ganze Areal ein Traum mit bester Sicht und toller Vegetation. Palmen und Mangoalleen säumen den Weg zur einst herrschaftlichen immer noch gigantischen Residenz.

Umlaufende, schattenspendende Arkade mit sonst luftiger Architektur, Küche abseits angesetzt und von der Substanz her noch zu retten. Trotzdem kaum zu glauben, dass dies noch vor wenigen Jahren genutzt worden sein soll.

Sehr großzügige Räume und schon frage ich mich erneut warum man sowas verfallen lässt? Ein Nebengebäude für die damaligen Angestellten und was auch immer steht auch noch, deutsche Wertarbeit.

Der Weg führt den Kloto hinauf, muss ich aber nicht sehen, da die Spitze wie auch beim Agou nicht viel Höher als die Umgebung ist und mit Antennen bepflastert. Mich interessiert mehr eine Rundfahrt auf den kleinen Pfaden um den Berg herum.
Viele kleine Dörfer und meist auch mit nem Automobil zu bewältigen. Nur um aus der Rundfahrt auch wirklich ne Runde zu machen fehlt irgendwie ein richtiges Stück der N13.

Es war aber mal ne breite Piste gewesen, wie es an der Schneise erkennbar ist. Doch ungenutzt hat sich die Natur alles zurück geholt und selbst mit dem agilen Zweirad war das ein Abenteuer.

Wie immer ist es heiß und ohne Fahrtwind kaum auszuhalten. Trotzdem müssen ein paar Stopps den Hintern regenerieren und als Fotochance genutzt werden.

Sehr schöner, wenn auch anstrengender Ausflug über 120km. Der erste und wohl vorerst letzte den ich vom Camp aus machen konnte. wenig später hat die weltweite Panik Togo erreicht und ich war mit nem Bekannten unterwegs zu Besorgungen. Eigentlich wollten wir nen Platz für sein Auto suchen, damit er heim fliegen kann, kamen aber gar nicht weit, Straßensperre, kein Zugang zur Stadt. Es gibt wohl Ausnahmen und gestern hat noch Bestechung geholfen…

So machten wir uns wieder auf den Rückweg um wenigstens noch ein paar Kilo Reis und Kanister mit Sprit zu besorgen. Die von mir am nächsten gelegene Tankstelle beschaulich aber mit erstaunlich viel Kundschaft heute.

War hier schon öfter, trotzdem schaut man heute nicht mehr ganz so freundlich. Der Weiße Mann hat den Virus in die Welt gesetzt und auch die Medienhetze dazu. Heißt aber nicht, dass man mich schnell wieder loswerden will. Man kommt mit den anderen ins Gespräch und die Lage entspannt sich. Trotzdem hab ich noch nie so viele Kanister gesehen, ein Moped kommt sogar mit nem 200l Fass hinten drauf.

Vorbeifahrende Taxis und Mopeds alle mit Atemmasken und der ein oder andere Passant der früher “Jowo” mit dem Hintergrund hey Weißer Mann, komm mal her gerufen hat, hat nun eher gegenteiliges damit im Sinn. Kinder haben noch mehr Angst vor uns als früher und ich hoffe das wird sich nicht noch weiter aufschaukeln. Zum Glück haben wir ne Menge Einheimische im Camp die für Erledigungen unbemerkt raus können.

Allenortes hängen nun Plakate und Schilder mit Hygieneregeln. Spannende Zeiten kommen auf uns zu. Ich hab auf jeden Fall für ein paar Wochen alles was ich brauche. Im Notfall genug Diesel für 500km und zusätzlich Sprit um mit dem Moped weitere 500 zu schaffen. Ausserdem beginnt bald die Regenzeit, Felder sind bestellt und endlos frisches Wasser im Fluss. Ich bleibe also mit sehr zuversichtlichen und guten Gefühlen hier und konzentriere meine Energie dann weiterhin auf Projekte im Zion Gaia. Die Gruppe wächst, wenn auch die erwarteten Deutschen in Kpalime festhängen… Liegt wohl aber eher an denen selbst, Ausgangssperren gibt es nicht.

Mein Kumpel in Lome steht auf dem Coco Beach Camping und lässt es sich dort gut gehen. Und mein letzter Begleiter Willi musste sein Moped in Nigeria stehen lassen und ist heim geflogen, gab keinen Weg nach Kamerun und selbst wenn wird Reisen in Afrika grad nicht empfohlen. Der Besitzer der Ente ist nun auch in Europa, flog nach Deutschland und weiß noch nicht wie er nach Granada gelangen soll… aber immer noch besser als die 1000 Camper die in Marokko vor der Grenze stehen. Ceuta lässt sie nicht rein und Fähren fahren keine. Es bleibt spannend.

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