Futtern in der Cote d’Ivore

Mal wieder ein kulinarischer Beitrag wie eigentlich bisher in jedem Land einmal zum Thema gemacht.
Die Elfenbeinküste bietet mir vor allem günstiges Obst, und davon eine tropische Auswahl.

Ananas je Größe zwischen 15-90ct, Papaya sind quasi meine Hauptnahrung am Morgen mit immer unter 50ct und dazu Grapefruit, Bananen und Avocado mit ebenso zu vernachlässigen Preisen. Diese werden dann nur von Kokosnüssen unterboten wie schon angemerkt. Ein zu hoher Anteil dieser wirkt aber abführend und so beschränke ich mich auf eine ausgewachsene Nuss am Tag und ab und an noch eine Trinknuss mit Fleisch zum Löffeln. Andererseits kann man auch ne Menge andere Sachen damit machen. So zum Beispiel raspeln und im Tuch auspressen für die Milch zum Müsli… und das nicht wie im Laden mit 95% Wasseranteil, sondern 100% rein, dick und fettig.

Die Raspeln dann trocknen und ebenso später zum Naschen oder Backen nutzen. Keine Grenzen mit der Nuss.

Viel mehr Auswahl an frischem Obst und Gemüse gibt es kaum. Man bekommt Gurken, Zucchini und Tomaten, letztere aber mit umgerechnet 1,50 das Kilo schon ne ordentliche Investition. Zwiebeln tun es in ganz Afrika als Gemüseersatz. Alles andere ist auf den Märkten nicht zu bekommen.
An Kohlehydratspender hingegen gibt es einiges wie Kasavas, Maniok und andere Wurzellinge die meist erst geraspelt, gekocht und sonstwie essbar gemacht werden müssen. Fertig wird das dann gerne zu Futu/Fufu verarbeitet, einem knödelahnlichen gekochten Teigding. Hier 100% Maniok ohne Banane die sonst eine angenehme Fruchtnote mit rein bringt. Dazu Krabbe in Sauce aus Palmenfrüchten.

dieses Mahl genoss ich auf der Fahrt am Straßenrand vor einer Schule mit 100en Kindern alle mit den Fingern am Essen. Meinen Löffel hab ich bei solchen Ereignissen lieber dabei. Krabben werden übrigens komplett verzehrt, was zu viel im Mund knackt wird einfach über die Unterlippe aus dem Mund gekippt, kann ich anders nicht beschreiben. Keiner fummelt sich umständlich mit den Fingern in selbigem rum. Ich hab’s probiert, echt einfacher.
Üblicherweise gibt es sonst Futu mit Sauce Graine und einem Stück Fisch, mit Wahl zwischen Kopf, Heck oder wenn Glück dem Mittelstück. Immer ziemlich scharf durch Chilli aber das ist ja auch gesund.

Zum Thema Gemüse nochmal, ich war durch die Hauptstadt gefahren und habe mich in den riesigen Supermarkt des Einkaufszentrums getraut, wollte mal gucken… und dabei blieb es auch. Carrefour, also französische Ware und das meiste auch von dort importiert. Dosengerichte und haltbares Zeug meist doppelt bis dreifach so teuer wie bei uns. Beim Gemüse konnte ich es nicht glauben.

Mein geliebter Brokkoli für 12,-€ das Kilo… ja zwölf. Da sind die Kiwis für fast einen Euro das Stück ja ein Schnäppchen.

Zumindest die Chemieverseuchten Paprika aus Europas Gewächshäusern sind nicht ganz so exorbitant teuer, wenn man die grünen nimmt. Das Kilo bekommt man schon für 4,- und nicht die 12 wie alle anderen Farben.

Ich belasse meine Essgewohnheiten also wie gewohnt. Morgens einen Haufen Obst und viel Wasser. Dazu immer ein paar Pulverchen aus Moringa oder Algen und etwas Papayakörner und Öl sowie bei vielem schwitzen auch gutes Salz. Mittags esse ich gerne einheimisch, weil es meist nur 500cfa kostet und ich dafür nicht in der Hitze die Küche anschmeiße. Abends würde ich es glaub ich genauso machen, nur wird überall zu spät gegessen, ab 18-19 Uhr gibt's bei mir nix mehr und wenn dunkel auch ins "Bett"
Wenn ich selbst koche, dann am liebsten am späten Nachmittag und draußen. Grillen also und die Auswahl ist breit.

Das Meer bietet diverse Kreaturen und auch hier könnte man ne Menge Geld ausgeben, warum aber wenn für 1,80 knapp 1Kilo Thunfisch rausspringen können, wie im letzten blog gezeigt. Der Hammer war einmal direkt frisch vom Boot für 500 ein großer für mein Grillgitter. Einen kleinen gab es als Geschenk dazu und zum Abschied noch einen kleineren für Atlas oben drauf. Drei Kameraden für 85ct… und für Hund und mich gab es ein Festmahl.

Hab mich sogar am filettieren probiert…

Naja, aber ausnehmen und schuppen klappt ganz gut, das muss man selbst machen, keine Zauberei! Und ne Grillbanane findet auch noch Platz, dazu meist ne Guarkamole, da der Geist nach grünem schreit.

Die Geschichte erzähle ich separat, aber Atlas hatte drei große Fischköpfe und ich meine Grenze kennen gelernt. Nur einmal gar es einen größeren, der zum Glück mit meinen Gastgebern im Camp geteilt wurde, das Sahnestückchen in jedem Fang, ein Roter!

und auch ein halber macht den Teller voll.

Ja, Fisch, Fisch und Fisch. nicht ohne Grund die Hauptnahrungsquelle der Armen wie man sagt. Und wenn es mal nur zu nem kleinen reicht gibt’s halt Tortillas mit mehr Avocado und Zwiebeln dazu.

Angemerkt sieht das ganze nicht anders aus wenn man Fisch im „Restaurant“ bestellt. Auf dem Feuer oder Kohle gegrillt und mit Zwiebeln angerichtet, meist noch scharfe Sauce dazu… wie zu allem. Der hier hat mich 2000,- gekostet. Also 1,80 am Straßenrestaurant.

Angemerkte Tortillas bestehen bei mir dann überwiegend aus Vollkornweizenmehl mit einem Anteil Maismehl, mit dem Marmeladenglas dünn ausgerollt und in der Pfannkuchenpfanne ausgebacken, geht auch mal ohne Fisch.

Eines gibt es noch in Massen wenn auch der Konsum weit geringer ist. Ingwer, der mit 500cfa das Kilo auch weit unter nem Euro liegt. Und ein Kilo Ingwer muss man erst mal weg bekommen. Heimisch gewachsen und dementsprechend scharf. Ich hab zum Beispiel mal 200g geraspelt um Saft zu machen… es wurden dann annehmbar verdünnt 3Liter und mir tränten immernoch die Augen.

Schätze und hoffe also immer noch mich gesund zu ernähren, hab noch einige getrocknete Bohnen und Erbsen im Vorrat die es ab und an mal mit Reis gibt, Tomatenmark ersetzt Frischware als Sauce wenn es auch mal Nudeln zum Ausgleich gibt, ansonsten bin ich gespannt was Ghana demnächst so zu bieten hat.

3 Gedanken zu “Futtern in der Cote d’Ivore

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