Die Aufregung vor der Abfahrt

Im letzten Blog ja erst ausführlich erläutert hat sich meine Abfahrt noch um ein paar Tage verzögert. Liege aber gut im Plan mal noch Sommer im Süden zu genießen. Die letzten Jahre kam ich meist erst im Herbst los, gewann zwar eine Jahreszeit aber verpasste den „endless summer“. Die letzte Woche in Deutschland waren nochmal brütend heiß. Das packen eine Tortur. Immerhin war alles schon in Kisten verstaut und musste nur nochmal von einem in den anderen Bus rüber. Auch ein gutes Gefühl mal komplett in einen leeren Bus räumen und dabei gleich gut aussortieren.

Da ich meinen Garten ja auch in andere Hände übergebe war diesmal die Technik des Organisierens anders. Auch dort musste alles verstaut werden und findet nun Platz in einem Kubikmeter Kisten. Schon erstaunlich was man doch noch hat nach 6Jahren Leben auf Rädern… und wieder einen Haufen Andenken und Nützliches weiter verschenkt, verkauft oder final wirklich in den Müll geschmissen. Der Garten kann sich also sehen lassen, ein bissel Arbeit mit der Natur musste zum Abschied auch noch sein.

Ich werde es vermissen aber diese Bequemlichkeit auf Gewohntes nicht verzichten zu wollen soll mich nicht traurig stimmen oder von der großen Reise abhalten. Der nächste Punkt auf der Liste ist dann mein Bus…

Das geht gar nicht, immerhin noch 6Wochen mein rollendes Heim. Ein paar Stunden für neues Lackkleid machen es nun auch nicht mehr aus, vorbereitet ist auch schnell, einmal drüber schleifen, nur das nötigste abkleben und los geht’s.

Ich mag halt grün, und die Kombination mit dem hellen Dach finde ich echt gelungen. Ein Kumpel hat sich noch mit einem Kunstwerk drauf verewigt, ne Palme nie verkehrt. Ich hab mich beim Rollen strickt nach der Sonne gerichtet. Über 30grad und hauptsächlich im Schatten aktiv gewesen, nach 5Stunden dann auch schweißgebadet geschafft.

Der kleine Fridolin kam noch auf den Hof gefahren, frisch mit H in Berlin angemeldet und die neuen Besitzer glücklich. Da kann man sich bei der Farbgegenüberstellung kaum an die alte Farbe auf dem großen Bus erinnern. So schnell ist eine Ära beendet und nun schon der dritte Anstrich in vier Jahren. Drei Kilo haben diesmal gereicht, also kommt mir jetzt nicht mit der Aussage zu schwer, Masse durch Farbe…

Zufrieden und dank Wetter auch schnell trocken konnte ich noch am Abend den Zierstrich abkleben und beige lackieren. So hat das ganze Ding Konzept und sieht nicht aus wie ne Kirmesbude. Am nächsten Tag noch von allen in der Werkstatt und auf dem Hof verabschiedet, letzte Vorbereitungen getroffen und mich dann mit einer Runde von meiner Heimatstadt verabschiedet. Ne Art Ritual, an dem ich seit Jahren festhalte. Berlin ist und bleibt der einzige Punkt auf der Welt wo ich doch immer mal wieder irgendwie landen möchte. Hier ist einfach alles möglich und kunterbunt.

Ich bin mal wieder gut überladen, die letzten Kisten stehen überall im Gang. Hauptsächlich Ersatzteile die ich auf der Strecke in den Süden noch bei nem Kumpel abliefere. Hier lassen geht nicht und verkaufen ließ sich einiges nicht auf die Schnelle, zum Schrott bringen ausgeschlossen. Irgendwer braucht irgendwann sowas um seinen Bus am Leben zu erhalten. Platz ist also echt rar und das alles hätte nie in den kleinen Bus gepasst, Schicksal.

Mein Weg führt mich zuerst nach Westen, durch Potsdam nach Brandenburg/Havel. Die Reise hat begonnen und ab jetzt kaum noch Termine und kein Zeitdruck. Alles erledigt und ich kann mich wie gewohnt treiben lassen. So folgte ich auch einem Schild am Straßenrand welches „Lilienthal Denkmal“ zeigte. Immerhin der erste fliegende Mensch mit seiner Pionieraktion 1891 vor den Toren Berlins von einem kleinen Hügel aus.

Das waren noch Zeiten als man Pionier sein konnte, heute ist alles irgendwie schon da oder wurde entdeckt. Es geht nur noch um die Details denn revolutionäres kann man sich schlecht noch vorstellen. Weltraum beherrschen, Utopie. Wir müssen unsere eigenen Probleme auf dem Planeten in den Griff bekommen. Solche Momente, hier zu stehen, stimmen nachdenklich und nur die Wenigsten wissen dass sich Lilienthal bei einem späteren Probeflug mit Absturz das Rückgrat gebrochen hat. Aufopferung für eine Idee… Danke.
Mein nächster Stop dann bei einem frisch infizierten Kumpel. Seine Symptome : er hat den zweiten Düdo gekauft, das will ich mir mal ansehen. Sein Weißer ist als ex Fensterbus mit Einstieg hinten schon eine Rarität, das neue Projekt ein kurzer 407 mit Hochdach und zwei Hecktüren wird mal sehr begehrt. Viel zu tun aber alles machbar. Mich hätte er zwar gerne dabei aber vorerst werde ich mir keine Finger mehr an Mechanik dreckig machen. Innenausbau der Walküre und ab nach Afrika. Ein tolles Foto also zum Auftakt der Tour und auf sein Abschiedsgeschenk an mich werde ich bei sich bietender Gelegenheit mal näher eingehen, Danke!

2 Gedanken zu “Die Aufregung vor der Abfahrt

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