gratis wellness unterwegs…

Endlich raus, unterwegs und frei, ich hab’s geschafft… Keine Verpflichtungen, keine Termine kein MUSS nur KANN. Mein Herzschlag sinkt, meine Gedanken kreisen (man könnte meinen: im Einklang mit der umgebenden Natur) ich bin nackt.
Jawoll, ich liege im Wald in einer Pfütze und nur Nase und Augen gucken aus dem Wasser raus, ich friere nicht, im Gegenteil, mir ist warm; klingt schon komisch, oder? Hier aber völlig normal, es ist eine Thermalquelle die natural hot spring Saint Thomas in den Pyrenäen.

Es ist kurz nach Sonnenaufgang und mein Schlafrhythmus gleicht sich wieder der natürlichen Ordnung an. Um diese Zeit habe ich alles für mich alleine auch wenn im Umkreis sicherlich 20 Leute mit Bussen und Zelten ihr Lager aufgeschlagen haben. Der Ost ist kein Geheimnis, auf diversen apps angezeigt und trotzdem nicht überlaufen und sauber. Ja, ich mag solche natürlichen Badewannen und hab auf den letzten Jahren der Reise von Italien bis Spanien schon so einige besucht. Sogar mal ein Ranking darüber verfasst, welches jetzt neu geschrieben werden müsste:

Link zum blog über heiße Quellen

Die Anfahrt hier hoch ist ein Abenteuer, wenn man wie ich erst in der Dunkelheit anreist. Der Aufstieg entlang der N116 aus Richtung Perpignan hat meinem Düdo trotz 88PS so einiges abverlangt und ich wollte nicht alles geben, war mit 25km/h im zweiten Gang zufrieden, es dauerte also. Die letzten drei Kilometer ab Fontpedrouse nochmal 20Minuten im ersten Gang. Meine Geschwindigkeit kann man sich errechnen. Die Strecke eng und kurvig, 2,20 Breite ziert ein Schild an der Einfahrt, ich würde mich maximal mit nem Breitmaul hier hoch wagen und hoffen dass auch das Heck in den Haarnadelkurven rum passt, mein Anhänger lief zumindest ohne Probleme mit.
Dunkel durch die Vegetation bietet mein Scheinwerferlicht ein ideales Jagdrevier für Fledermäuse die vom Licht angelockte Insekten jagen. Fette Beute vor meinem Fenster , interessant anzusehen. An der vorletzten Kurve dann eine größere ebene Fläche mit zwei Bussen als Nachbarn, perfekt für eine Nacht. Und ich mache mich mit Kopflampe auf zum ersten Badegang am Abend. Der Wanderweg sogar bei maps.me eingezeichnet, wenn auch die Quelle selbst dort fehlt.

Jedoch im dunklen eine halsbrecherische Angelegenheit. Ich war also froh über etwas mitleuchtende Gesellschaft in die gleiche Richtung. Man ist hier nicht alleine. Auch weil es am Abend eine Wohltat für Wanderer ist, wenn es in den Bergen nachts kühl wird. Mein Plan am Morgen hier ganz alleine zu sein stand nun fest und war erfolgreich.

Bei Tageslicht kann man zumindest den Dampfschwaden in den Wald hinein folgen

Der Weg immer noch nicht ganz einfach führt auch über den kalten Ablauf, da sich ein kleiner Bach noch mit dem restlichen Thermalwasser vermischt. Kneippen ist also auch möglich.

Und dann hört man es plätschern inmitten der stillen Umgebung zu dieser Zeit, nur vereinzelt mal ein Vogel.

Wie beschrieben eine naturnahe Erfahrung auch immer wieder neu und wundervoll. Der Blick nach oben gerichtet, ans Blätterdach des Waldes durch den sich die ersten Sonnenstrahlen kämpfen. Der Körper samt Kopf unter Wasser, das stetige gurgeln fließenden Wassers in den Ohren und sonst nix. Der aufsteigende Dampf hat meditativen Charakter wird aber aufgrund der wärmer werdenden Umgebung tagsüber weniger sichtbar. Im Winter muss das hier ein verschneites dampfendes Wunderland sein. Das Wasser hat knapp 40grad, die Becken weiter unten eher Körpertemperatur, ich mag es aber heiß, bin also im ersten steinernen Bassin.

Zeit die Gedanken schweifen zu lassen, mein Weg durch Frankreich ist fast komplett absolviert. Ich hab meine erste Etappe von Freiburg aus die schon oft bereiste Strecke entlang der wunderschönen Doubs genommen. Dann quer durch die Bresse und später entlang der Saone ab Lyon zum Mittelmeer folgend. Vor Orange jedoch abgebogen um erst hinter Montpellier ans Meer zu gelangen. Die erste Übernachtung strategisch günstig irgendwo dazwischen um am Morgen zeitgleich mit der Sonne zu starten. Dieser Zeitgewinn ermöglichte mir eine kurze Pause bei Sete am Strand, natürlich zum Baden. Atlas hatte seinen Spaß im Sand, sonst ist ihm auch etwas langweilig die ganze Fahrt auf dem Beifahrersitz. Langsam wird er aber Profi in Gewichtsverlagerung an Kreisverkehren. Hier mal der Blick aus meiner Perspektive.

Ein ausgiebiger Stop am Nachmittag bei Leucate am Strand von La Franqui wäre auch ein ruhiger Platz für die Nacht gewesen. Immerhin muss ich vom Mittelmeer wohl für einige Zeit Abschied nehmen, der ideale Platz dafür.

Die Sonne geht hier später unter als in der Heimat und so startete ich doch noch auf die letzten 100km zur besagten Quelle. Man merkt, ich wollte zügig in den Süden, die Chance besteht den restlichen Sommer zu nutzen, so früh war ich selten schon fertig mit den Projekten um meine Reisen zu finanzieren. Deshalb auch der Plan mal in die Pyrenäen zu fahren, kann man sich im Oktober/November nicht mehr so einfach erlauben. Aber zu diesem Abenteuer demnächst mehr.

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2 thoughts on “gratis wellness unterwegs…

  1. Nils says:

    Super das es los geht! Bis du das nächste mal im Schwarzwald bis wird es dann wohl dauern… ich hoffe schwer, dass man sich mal wieder über den Weg läuft. Bin nur noch selten in Rottweil… der Magirus steht bald am Main. Zu den Bremsen kommt jetzt noch ein Getriebe Umbau… 8 Gang :)… es wird nicht langweilig. Schon lustig weil es am Ende das gleiche Konzept wird wie der 508er… etwas größer aber der Ursprung ist der gleiche. Merci fürs fleißige schreiben und bis die Tage 😉

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