Barragem de Santa Clara

Meine Nachbarschaft um Barao de Sao Joao besteht hauptsächlich aus Grundstücken die in ausländischer Hand liegen. Eine Menge recht hübsche Häuser mit meist britischen oder deutschen Einwohnern macht diesen Ort aber auch irgendwie besonders. Es ist eine richtige Parallelgesellschaft entstanden mit Gottesdienste die in der kleinen Kirche auf englisch abgehalten werden und der Dorfaushang an der Bushaltestelle bewirbt meist internationale Events wie Kochkurse und Tanzgruppen, Yogaklassen und Ausflüge, oder und immerhin Sprachkurse auf Portugiesisch für Einsteiger (werde ich mir mal angucken, bin bei duolingo schon recht weit)

Aber auch die alt eingesessenen Einwohner profitieren von dem Hype um ihren sonst ruhigen Ort. Es ist ein hübsches Dörfchen mit einem kleinen Laden und einigen Cafes und Herbergen. Der Markt jedes vierte Wochenende im Monat trägt sehr zum Bekanntheitsgrad bei. Auf dem Platz ist dann die Hölle los und der Andrang mit Vor- und Nachspiel hält locker ne Woche an. Der Platz dafür neben ner Skateanlage und einem Fußballplatz ist abseits sonst schön ruhig und wie beschrieben ab und an für eine Übernachtung gut. Es gibt aber noch weitere Möglichkeiten in der Nähe auf die ich später mal eingehen werde.

Die anderen kleinen Orte in der Umgebung sind eher unberührt solcher Erscheinungen. Ich bin natürlich etwas mit dem Moped rum gekommen, auch Ausflüge mit dem Fahrrad haben mich die Gegend kennen lernen lassen. Doch so richtig raus aus der Region war ich selten. Die Algarve ist in den meisten Bereichen sehr touristisch und mit Hotels gut bestückt. Hier unten eher noch Naturschutzgebiet und gemütlich, alles was man sich wünscht und braucht. Doch weiter im Norden im Alentejo rund um den Santa Clara Stausee ist es doch nochmal eine Nuance anders.
Meine Suche nach Spenderfahrzeugen für die anstehenden Projekte ließen mich mehrfach hierher fahren. Nördlich der Pizza Party ab Monchique hat es im letzten Sommer sehr schlimm gebrannt. Viele Anwesen und ganze Hügelketten sind nur noch verkohlte Baumstümpfe.

Da kann man sich gut vorstellen, welchen Aufwand die Besitzer hier bringen mussten um ihr Hab und Gut vor den Flammen zu schützen. Nicht Wenigen ist dies leider nicht gelungen und einige müssen sogar schon zum zweiten Mal von Null anfangen.

Die Hügel südlich des Sees werden auch gerne Campo genannt. Es ist ein sehr unerschlossenes Gebiet und deshalb irgendwie Paradies für viele sesshaft gewordene Hippies und deren nun schon erwachsene Kinder die wiederum Nachwuchs in die örtliche Gesellschaft eingliedern. Ins Campo kommt man nur über sehr verschlungene und steile Staubpisten die bei Regen eine reine Freude für Offroadfans hervorzaubern. Auch die WRC Rallye war hier mal zu Gast und ist durch die Gegend gefeuert.

Die Vegetation bestehend hauptsächlich aus Korkeichen und Eukalyptus, einigen Pinien, Zistrosen und Medronho Sträuchern. Die beiden erst genannten bringen dabei ordentlich Bares , da der Kork alle 10jahre von den Bäumen geschält werden kann. Danach sind die Dinger aber auch ein paar Jahre anfälliger bei z.B. verheerenden Feuern. Der Eukalyptus wiederum ist wie überall eine Plage und nutzt nur der Papierindustrie die hier fleißig anbauen und roden. Die Blätter und Rinde sehr gerbstoffhaltig und deshalb in der Umgebung für andere Pflanzen tödlich, außerdem ziehen sie sehr viel Wasser.

Immerhin gibt es an frisch geernteten Flächen auch immer mal Ausblicke auf den Santa Clara.

Der See mit seinem Pegel immer Anzeichen für den Zustand der Natur. Im Sommer wohl auch ein erholsames Plätzchen wenn die Küsten überfüllt sind.

Wie auch an den vielen anderen Stauseen gibt es einige kleine Pfade und Lichtungen die zur Pause einladen.

Muss sich ja auch mal wieder lohnen Pisten unters Profil zu nehmen. Hier kann der MB407 mal wieder zeigen was in ihm steckt. Eine Spaßmaschine… endlich mit etwas mehr Leistung.

Doch ich bin ja nicht nur zum Spaß hier. Wie schon im Thema Portugals Düdos dargelegt holen wir grad zwei Busse ab. Der kleine Spender für Blechteile mit dem verkrüppelt zusammen gebastelten Herzen und eine Pritsche, deren Erwerb mein Herz und nicht mein Verstand entschieden hat.

Über den Werdegang der beiden Kulturgüter werde ich demnächst mal ausführlich berichten, es macht auf jeden Fall Spaß. Die Heimfahrt war schon ein Erlebnis. Ein runtergerockter T3 der uns zu Dritt hin brachte, gefolgt vom bedingt fahrtauglichen Kleindüdo mit nem Kamikaze Fahrer hinterm Steuer der seinen Spaß hatte und wegen schwergängiger Lenkung und zu viel Spiel mehrfach leicht von der Straße abgekommen ist. Dahinter ganz brav aber mit fettem Grinsen mein Kumpel Flo der sich in den Om314 im federleichten PritschenDüdo verguckt hat. Welten Unterscheid zu seinem 406… Die DüdoDudes rocken mal wieder die Algarve. Und die Tour über Nebenstraßen zurück zur Basis ein weiteres Abenteuer im WildWest-Portugal.

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