Sierra de Huetor bei Alfacar

Nach der ruhigen Nacht in Alcudia de Guadix ging es irgendwann gegen Mittag fit und munter in Richtung Granada. Ab Guadix ist die Autovia einfach die beste Route wenn auch langweilig. Es ist hügelig und die Umgebung besteht eher aus eintönigen Wäldern. Ich hatte es schon über den Berg geschafft und brauchte ne Pause. Die Abfahrt Alfacar bietet zusätzlich einen interessanten Punkt auf meiner Kletterkarte. Und auch logisch dass man zum Klettern erstmal wieder den Berg hoch muss. In der Ortschaft ging es über echt steile Straßen der Sierra de Huetor entgegen. Ich erklimme so einige Höhenmeter in wenigen Kilometern und finde endlich einen Platz zum Pause machen.

Ein augenscheinlich alter Rastplatz eingefasst von wilden Mandelbäumen und massig Thymian auf dem Boden. Es war noch Suppe da… schmeckt lecker. Nebenbei einen von leichtem Dunst behangenen Ausblick über Granadas Osten und meine nächsten Ziele in der Ebene rechts im Bild. Frisch gestärkt machte ich mich zu Fuß auf den Weg, da der Kletterbereich kaum 2km entfernt liegen soll und man nie weiß wie es da mit Park- und Wendemöglichkeiten aussieht. Ich finde mit fast der gleichen Aussicht wie zuvor einen perfekten Platz am Beginn des Tals welches in der Sackgasse der Wälder endet.

Es ist Nachmittag und das Plan B Ziel nicht weit. Aber bei den Aussichten hier niste ich mich locker für eine Nacht ein. Die Kletterfelsen in der Nähe mache ich mich mit Equipment und Fernglas bewaffnet auf den Weg zu einem Pärchen in der Wand am Seil. Es gibt einige hundert Routen hier und die Bedingungen sind ideal. Leider beenden die beiden soeben ihre Kletterei hier und die ideale Zeit der Sonne wegen ist zwischen 10-16Uhr. Ich bekomme einige Tipps und Routen aus der Karte gezeigt und soll doch optimistisch Morgen Vormittag schauen, hier geht ganz Granada klettern, auch unter der Woche.

Ebenso sind Radsportler scharf auf den kurvigen Anstieg. Toller Asphalt und dahinter anscheinend ein super Mountainbike Gebiet. Fühlt sich an wie ein Plätzchen wo man ne Weile verweilen kann. Anscheinend sind auch Größen wie Valverde erst kürzlich von etlichen Zuschauern mit Sprüchen auf der Straße angefeuert worden.

Doch auch die Wanderer kommen oben angelangt nicht zu kurz. Selbst zwischen den Schleifen der Straße führen Wege als Abkürzung durch felsiges Gelände mit uriger Vegetation. Ein Blick auf die Karte zeigt Aussichtspunkte und sogar eine Wasserhöhle als Ziel. Im Schatten wird es aber schon kühl und ich will Kräfte für Morgen sparen.

Es gibt so viel zu entdecken, doch das schönste irgendwie aus dem Bus heraus. Der Ausblik über das Tal und die Großstadt dahinter, die gigantischen Berge zur Linken und der verschleierte Sonnenuntergang zur Rechten… ein Schauspiel. Dazu steht der Mond schon hoch am Himmel.

Ich bin wieder auf 1000m Höhe und der Ofen ist für Morgen früh vorbereitet. Heute jedoch nicht mehr nötig, übliche Abendgestaltung und immer wieder der Blick von meiner Terrasse. Ob mit Fernglas oder einfach nur im Gesamten zu erfassen, toll. Leider bringt es selbst das iPhone nciht gute Bilder zu schießen. Nachts meist zu dunkel und man kann die Belichtung nicht variieren. Eine App dafür gibt es aber schon und mit einer „Nachtkamera“ kann man zumindest, wenn auch verschwommen einen Eindruck gewinnen. Dazu gedämpfte Geräusche der Zivilisation dort unten.

Am nächsten Morgen werde ich leider etwas enttäuscht. Er startete verheißungsvoll sonnig. Was aber bewirkte, dass die Wolke unten im Tal während des Prozesses der Auflösung erstmal in die Höhe kam und sich um mich herum legte.

Das weiße Ding auf dem Bild ist eine alte zerfallene Matratze, die jemand hier entsorgt hat. Auch finde ich Bauschutt massenweise an jedem Ende meiner Plattform und kann mir nun erklären wie dieser schöne Platz entstanden ist. Da hab ich keine Skrupel meine Küchenabfälle drüber zu streuen um die Fliesen und Steine mit Kompost abzudecken. Leider geht meine Rechnung nicht auf als ein Glockenspiel um den Bus herum meinen Hund zur Verzweiflung und mich zum Staunen bringt. Dr Kompost wird aufgefressen.

Ordentliche Brocken mit fetten Hörnern dabei und auch unter meinem Bus anscheinend saftiges Gras wie von den Remplern zu hören. Besagtes Glockenspiel vielschichtig mit unterschiedlichen Tönen und durch die Größe der Herde auch ne Weile andauernd. Entschädigung für den Ausfall meines Klettervorhabens. Ich wage mich mal aus der Deckung und schaue was hinten auf dem Anhänger poltert. Der Müll mit dem Plastik dürfte doch eigentlich uninteressant sein. Nicht aber für die gigantischen Hirtenhunde, die mir bis zur Hüfte gehen und der erhobene Kopf befindet sich in Höhe der Brust. Etwas erschrocken schauen mich die Kerle an, hab sie erwischt wie die Reste der Fleischpackungen die Nase reizten und mein ganzer Eimer vom Hänger gezogen wurde. Sie schauten mich erst verwundert fast schon grimmig an als ich alles wieder zusammen sammelte. Hätte auch schief gehen können aber ein „Jugendlicher“ war auch dabei und sah das als Spielaufforderung an. Verschmuster Kerl und bei dem Kopf und den Pfoten wird das mal ein 60kg Hund.

Auch wenn die Wolken sich verziehen bleiben die Wände noch ne Weile feucht, selbst wenn doch jemand kommt der mich beim klettern sichern könnte hab ich heute die Lust verloren. Ich sehne mich nach dem nächsten Ziel… ein warmes Bad kann in der Vorfreude schon aufregend sein.

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