Peniscola

Meine heutige Etappe waren sagenhafte 70km. Urlaubsstimmung hält an und ich war erst einmal zuvor kurz in Peniscola, der sagenhaften Festung am Meer. Ziel eingeloggt und gemütlich hingeschippert. Der große Bezahlparkplatz direkt am Hafen bis auf zwei Reisebusse und 10 Autos leer. Genügend Platz für das Gespann und die Parkautomaten sind wie in Erinnerung übern Winter außer Betrieb gesetzt. Die Strandlagune direkt vor der Haustür und die Altstadt hinter mir ein idealer Ausgangspunkt für Erkundungen. Wie auf einer vorgelagerten Insel thront die hübsch restaurierte Stadt über der Bucht.

Der Spaziergang entlang der Küstenlinie hat so massig viele tolle Fotomotive, dass ich nur eine Auswahl bringen kann.

Kein Wunder, dass viele Ecken und Einstellungen Schauplätze einiger Filmproduktionen waren. Unter anderem mal wieder „Game of Thrones“ und überall mit Hinweistafeln sehr toll beschrieben.

Man spürt es förmlich wie viele Touristenmassen hier im Sommer durchströmen, jedes zweite Haus ein Restaurant oder ne Bar. Zur Zeit fast alles geschlossen und man kann nur die Wellen gegen die Mauer rauschen hören. Ich mag diese Kombination aus Naturstein gepflasterten Wegen und alten Gemäuern. Dazwischen immer mal wieder ne Palme oder ein Feigenbaum, paradiesische Aussicht. Der Gang führt natürlich ganz noch oben.

Das Castell immerhin geöffnet, 7,-€ für ne Besichtigung brauch ich aber nicht investieren und begnüge mich mit dem Gesamtkonzept der Altstadt. Die Bronzestatue eines Papstes thront ganz einsam über den Platz.

Die Herde Schäfchen ist ausgeblieben, die Segnung geht ins Leere. Nur ab und an läuft mir mal ein meist einheimischer Tourist über den Weg. In der Kirche direkt daneben werden grad schon die Weihnachtskrippen aufgebaut. Nicht annähernd so sehenswert wie das Gebäude an sich. Sicherlich ein Motiv für so viele Besucher hier.

Aber hier wohnen auch einige Menschen und haben eingangs der Festung alle erdenklichen Verkehrshürden zu überwinden um rauf zu fahren. Nicht dass ne Schranke mit Videoüberwachung und persönlichem Anruf nicht ausreichen würde. Ein Kleinwagen Muss es schon sein um durch das Tor hier zu gelangen.

So dunkel im Inneren, weil es zweimal scharf um die Ecken geht und danach steil bergauf, hab nur einen aus der anderen Richtung sich dort durch schlängeln gesehen, vielleicht doch ne Einbahnstraße? Verkehrsschilder sucht man hier zum Glück aber vergebens, würde ja blöd aussehen.

Mein Stellplatz echt perfekt und natürlich ist der Bann erstmal gebrochen wenn der erste dort steht. Schon gesellen sich zwei andere Busse auf den sonst teuren Parkplatz der oben drauf normalerweise für Camper gesperrt ist. Stört nun hoffentlich niemanden, Platz ist ja genug da. Wer im Sommer hier mit dem Auto hin will muss ordentlich blechen. Das Parkhaus weiter zum Festland hin hat Sondertarife ab dem dritten Tag, dann immerhin als Paket nur 55,- statt 45,- für 2Tage… fürs Parken
Atlas war mit zum Rundgang, freut sich auch über den Strand und hat später im Bus seine Ruhe. Wir stehen an einer Ecke und haben wenige Passanten die ihn immer sofort in Alarmanlagen Modus schalten. Ich breche also nochmal zu nem Rundgang in der Dämmerung auf. Der Himmel hat sich zugezogen, das Sonnenuntergangspanorama also vereitelt.

Die Stimmung zum Abend hier oben nochmal ne Nuance ruhiger und alles hübsch illuminiert. Der Blick über den Sandstrand zur Küstenlinie mit endloser eintöniger Bebauung, meist Hotels und Appartements, nur so bei Dunkelheit zu ertragen.

Um hier nen altmodischen Film zu drehen muss einiges mit moderner Technik wegretuschiert werden, schon paradox. So bekomme ich auch dieses hübsche kleine Türmchen nicht anders ins Bild und direkt daneben im Hintergrund auf der Freifläche steht mein Zuhause.

Ansonsten ist hinter den Festungsmauern nicht alles Naturstein und historisch. Die Altstadt aber einheitlich weiß und gepflegt. Durch die Gassen bummeln fühlt sich an wie eine Medina in Marokko, nur halt sehr viel sauberer. Der Platz hier ist oben genannter der vom Bronze-Papst überblickt wird.

Ich bleibe einen weiteren Tag, wenn auch das Wetter meine Pläne vereitelt. Es regnet ab und an und meine Fahrradtour in die Sierra d’Irta, den südwestlich angrenzenden Nationalpark muss ich streichen. In die Richtung zu Fuß lohnt auch nicht, der nächste Kilometer ist noch komplett zugebaut. Man hat aber ne hübsche Aussicht von dem Hügel aus. Peniscola mit vorgelagertem Hafen und befestigter Lagune, Links die schmale Landzunge bevor nach Norden dort der endlose Strand mit den Hotels beginnt.

Es gibt oben in der Altstadt ein kleines nettes Meeres-Museum und dort wird ne Menge über die Entstehung der Stadt berichtet. Ansonsten Thema die Fischerei und Muschelexponate. Wer hier ne Stunde vertrödeln will kann das bei freiem Eintritt. Alles jedoch nur auf spanisch und immer noch Katalan? Dachte eigentlich mich schon in der Provinz Valenziana zu befinden.

Ein ganzer Blog also nur über einen Ort. Aber irgendwie schon ein angemessenes Highlight, vor allem abseits der Saison. Auch der Rest der Stadt ist ordentlich und mit Parkanlagen zum Schlendern versehen. Die Promenade mit Kunst gespickt und gut Essen kann man sicherlich auch, im Hafen trafen täglich am Nachmittag ein Dutzend Fischerboote ein und es wurde laut. Es gäbe sicherlich noch viele Details zu entdecken, doch grob bin ich durch und mache Morgen früh weiter. Ruhige Nacht bei etwas Wind und Regen, der Winter naht auch in Spanien.

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