Urlaub vom Reisen

Dakhla und speziell der Strand im Süden ist schon ein Paradies, wo man es sich ne Weile gut gehen lassen kann. Trotzdem lohnt alleine dafür die weite Fahrt hier runter meiner Meinung nach nicht. Ich überschlage mal die vergangenen Tage. Wir hatten Erfahrungsaustausch und technische Hilfen, Wartungen und eigentlich auch ein Feuerchen mit den Nachbarn geplant was jedoch wegen des recht beständigen Windes abgeblasen wurde. Wir hatten nebst Bekannten im Düdo aus Berlin auch einen tollen Hanomag, sowie einen modernen Allrad-Sprinter und die LP-Feuerwehr in der Nähe. Letztere zog ein paar Tage als Vorhut Richtung Mauretanien und versorgt uns ggf. mit aktuellen Informationen. Wir warteten auf die Fertigstellung der Polster und Vorhänge für Ollis Bus. Heimelig hier.

Die kleine Bucht auch ideal zum Wellenreiten, was ich jedoch irgendwie nicht probieren wollte. Es war nicht kalt, aber durch den Wind schon unangenehm und meine Freizeit gestaltete ich mit anderen Aktivitäten. Ganz oben auf der Liste die Zweiräder… einige Steinbrocken direkt nebenan waren einfach wie geschaffen für die GasGas.

Und auch die Schwalbe bekam Aufmerksamkeit. Wir haben uns hier häuslich eingerichtet und keine Sorgen weggeschickt zu werden, die Polizeistation in Sichtweite, es hat sich noch niemand beschwert. Ich konnte also in Ruhe meine Lackierpläne umsetzen.

Das düstere rot-schwarz stand dem kleinen Vögelchen nicht unbedingt, in freundlichem Helltürkis sieht das schon viel annehmbarer aus. Das dachten sich auch in der Summe zwei Dutzend Marokkaner, die immer mal wieder für ein Foto auf dem Roller posieren wollten. Die Schwalbe der Star hier unten und nun auch echt fotogen.

Bei einem Mopedausflug in die Stadt gab es weitere FotoShootings… und immer wieder Schaulustige, verkaufen hätte ich das Ding auch mehrfach können.

Der Strand neben uns war auch zweimal während unserer Zeit echt gut besucht, darunter ein muslimischer Feiertag und ein Sonntag. Zum Feiertag hatten wir es übrigens durch Zufall ins Hammam geschafft und staunten nicht schlecht über den Andrang dort. Freundlich würde uns jedoch Platz gemacht in einem der Räume die dreimal mehr Eimer als Besucher füllten. Unsere Ausflüge in die Stadt zum Checken der in Auftrag gegebenen Dienstleistungen waren gleichzeitig Möglichkeit zum Marktbesuch. Die Fischabteilung hat Krabben zu bieten und bei 40dh also knapp 4,-€ das Stück wollten wir das mal probieren.

Lebendig am Stück kann man damit nicht viel anfangen, direkt am Stand wurde der Brustkorb aufgeschnitten und die beiden Hälften mit den Beinen verpackt, der Panzer mit dem Glibber verblieb gleich dort. Die Tüte schleppten wir zum nächstgelegenen Restaurant und bekamen dort ordentlich aufgetischt, während die Beine und Scheren am Grill schmorten.

Ein Tellerchen Linsen zum anfüttern und der leckerste „Salad marocain“ des Landes der hier mal nicht nur aus Tomaten und Zwiebeln bestand. Für die Details berichte ich von gekochten Rüben und Möhrenstückchen auf frischem Reis mit allem anderen was einen Salat bei uns ausmacht. Die Sauce zum dippen der Krabbenstücken stand auch schon bereit.

Nun isst man das Fleisch aus Beinen und Scheren und bekommt dafür in der westlichen Welt eine Zange gereicht. Hier erklärte man uns geht das ganz simpel, Serviette auf den Tisch, Bein drauf, Messer umdrehen und mit der schweren Seite einem Hammer ähnlich die Schale zertrümmern… zum Glück hatten wir kaum Tischnachbarn und klopften so ganz gut auf der Einrichtung herum. Lecker.

Von Erfolg gekrönt war auch die Polsternäherei und Ollis Bus hat nun endlich auch eine Couch/Sitzecke. Die Nähte akurrat und der Bezug mit Reißverschluss abnehmbar, etwas Platz noch drunter, sodass noch eine Fließschicht nachgestopft werden kann, direkt Polster auf Schaumstoff wirft Falten.

Der Kerl mit den Vorhängen hat sich zwar in puncto deutscher Genauigkeit nicht mit Ruhm bekleckert, aber sie tun ihren Dienst und in der Summe ist mein Reisepartner mit einem Zehntel der Kosten die er in Deutschland mal erfragt hatte zufrieden über einen nun wohnlicheren Bus. Wir weihten am Abend auch seine Sitzgruppe ein und schwelgten in Erinnerungen wo uns die Feuerwehrkommandozentrale auf der letzten Reise mit bis zu 8Personen zum Abendessen diente.

Ich kann zwar nicht mit Cindy&Christie’s Leckereien von damals konkurrieren aber hat sich gelohnt immer mal beim Kochen anwesend gewesen zu sein, solch Berberomelette bekomme ich auch hin.

Essenstechnisch wollten wir nochmal die marokkanische Küche ausschöpfen bevor es in Mauretanien wohl eher spärlich von Statten geht. Wir machten uns an einem Freitag auf die Suche nach traditionellem CousCous und wurden gerade noch fündig. Normalerweise eine nachmittägliche Angelegenheit und am Abend schon leergefuttert. Freitag ja wie unser Sonntag und ab Mittag für die Familie vorgesehen. Das kleine Restaurant, das uns bediente schien erst als wenn es nix mehr gäbe, der Chef stauchte aber seinen Kellener zusammen und uns einen Platz zuwies . Wir bekamen eine wahre Pracht auftischte, riesige Portion und perfekt gegart mit weichem Gemüse und zerfallendem Hühnchen. Wir hatten schon Befürchtungen das war für ihn selbst weggestellt gewesen, am Ende waren aber alle glücklich und wir kommen wieder. 25dH p.P echt annehmbar dafür.

Die Heimfahrt dann durch die Dunkelheit mit kleinen Lichtblicken. Eine sehr futuristische Ampel leuchtete sogar am kompletten Mast. Logisch in den Nationalfarben grün und rot, solch Zufall.

Und das obligatorische Stadttor nun auch bunt geschmückt in diesen Farben. Tagsüber ziert es nur ein großes Bild vom König.

Ich will nicht behaupten, dass die Nächte kühl waren. Das Schlechtwetter im Norden hätte uns sicherlich frieren lassen hier aber wollte ich mal den Ofen bei Wind ausprobieren. Die Konstruktion ist seit der Fertigstellung in Khemisset noch nicht im Einsatz gewesen und hat glanzvoll und mit Bravur bestanden. Fallwinde nun ausgeschlossen und Durchzug auch mit gekürztem Rohr am Fensterausgang ideal. Tolle Erfindung von dänischen Fischern, im Internet abgeguckt und nachgebaut.

Kuscheliger Abend also und leichtes schaukeln vom Wind, nen Haufen guter Filme auf dem Laptop und Datteln, Nüsse und Feigen sind auch noch da.

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