Containern in der Heimat / Sommer 2017

Ich wusste ja mal wieder nicht was mich zurück „zuhause“ bezüglich der Nahrungsmittelversorgung erwartet. Berlin ist wie überall meist Vorreiter und schon immer etwas abseits der Norm und „hip“. So auch beim Thema dumpster diving, was hier schon seit Jahren ein Thema ist. Meine Einstiege in die alternative Lebensweise sind erst hierdurch vor 7Jahre gekeimt und ermöglicht worden.
Der Großteil der Verschwendung wird hier also schon gut durch eine Vielzahl der Nutzniesser ausgeglichen. Ich den inneren Stadtteilen zusätzlich noch durch gut gesicherte und Nachts im Markt verschlossene Müllbehälter erschwert bis unmöglich gemacht. Doch immernoch übersteigt das „Angebot“ unsere Mitnahmemöglichkeiten und die Auswahl ist groß. Am liebsten Bio, regional und saisonal, aber gerne auch mal wieder gutes deutsches Vollkornbrot. Ausserdem gibt’s ohne Ende Eier und Fleisch auch für Atlas und über die Verschwendung bei Milchprodukten helfen nur Bilder.

Brot ist für uns Deutsche ein Grundnahrungsmittel und am liebsten nur frisch einzukaufen… In Ofen, Toaster oder Pfanne wird auch tagealtes wieder frisch und duftend.

Bio-Tonnen werden leider ihrem Ruf nicht mehr gerecht. Nach Recherchen und Gesprächen mit Mitarbeitern werden entsorgte Lebensmittel schon lange nicht mal mehr zur Fütterung von Nutzvieh genommen. Bio-Gas heißt die neue Einnahmequelle des örtlichen Stromversorgers um aus mühsam produzierter Nahrung die meist noch weit gereist ist, im Endefekt stinkende Luft zu machen die in Energie umgewandelt wird. Der Wirkungsgrad unterbietet dann den einer klassischen „Glühbirne“ noch bei Weitem und sollte nur noch für Kopfschütteln sorgen. Aber die Maschinerie läuft so weiter und niemand stört sich dran. Solange ich einfacher Bürger vor der Glotze meinen Drang nach mehr Konsum nähren kann und auch abseits der Saison im Apfelland Deutschland Äpfel aus Chile oder Südafrika angeboten werden, fehlen mir einfach nur die Worte.

Saisonal und regional gibt es viel häufiger in Marokko. Hier im Lande muss auch alles andere immer verfügbar und top modern sein. Am besten noch auf „Pump“ gekauft. Doch immerhin zieht es auch viel mehr Leute auf den Flohmarkt. Sei es aus Geldnot oder mit gutem Gewissen Gebrauchtes zu kaufen. Unsere Entrümpelungen haben sich dort noch ausgezahlt und was bei anderen in die Tonne gewandert wäre fand hier noch neue Nutzer und Eigentümer. Ich hab im Sommer sogar nen voll funktionstüchtige Espresso Maschine mit Milchschäumer im „Müll“ gefunden. Gereinigt und genutzt, später gut verkauft.

Aber zurück zu Essbarem. Immer auch gibt es Kräutertöpfe, die im Garten verbuddelt zu viel ertragreicheren Büschen gedeihen. Basilikum, Petersilie und Salbei kauft man heute mit Erde in kleinem Topf in Plastik verhällt. Einmal mit richtiger Erde umgetopft und man hat genug für den Rest der Saison…

Wenn nicht solche übersichtlichen Portionen zu finden sind, bin ich zum Glück meist mit großem Kofferraum unterwegs. Zum Verteilen gibt es wenn nicht bei Familie und Freunden immer mehr foodsharing events wie facebook Treffpunkte zum Kochen und Erfahrungsaustausch. Solltet ihr mal in der Umgebung besuchen.

Ich muss erstmal wieder kochen, einfrieren und Lebensmittel verteilen. Passend zur Grillparty bei Freunden hab ich nen Haufen Burger und grillbares gefunden. Zum Glück direkt wieder ne Kühltruhe im Bus und genügend Strom übers Dach. Die fetten Monate laufen…

Und zum Abschluß neben der direkten Dokumentation der Funde auf den ersten Blick auch was fürs Auge in sauber aufgereiht und wie im Laden präsentiert. Kein Unterschied ausser meist schon mit einigen Rabattaufklebern versucht zu verscherbeln. Und nochmal zum Mitschreiben, wir habe noch nie verdorbenes gegessen oder irgend welche Nachwirkungen von abgelaufenen Lebensmitteln gehabt. Joghurt und Ei geht auch Monate drüber noch, Milch wird sauer oder klumpt und ist dann noch für Pfannkuchen wie bei Oma früher geeignet. Käse kann man beschneiden, Fleisch bekommt im Zweifel der Hund (verträgt auch Aas) Obst schimmelt oder gärt das sieht man, man muss sich auf seine Sinne verlassen. Wenn Brot ohne Schimmel getrocknet lässt sich daraus Super Panade oder Knödel machen, zerbeultes Dosenfutter oder aufgerissene Packungen Nudeln und co runden die Funde meist ab. Viel Erfolg bei der Suche.

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