Fahrwerkstuning – Höher muss der Bus

Es muss auch Spielereien geben, ob nützlich oder nur “optisch laut” sei dahingestellt. Die Federpakete beim Mercedesbus als Wohnmobil umgebaut sind nach über dreißig Jahren meist müde und durch. Abhilfe würde aufschmieden schaffen, die Arbeit dazu ist gewaltig und das Ergebnis hält auch nicht lange, ist die Arbeit nicht wert. Neuteile sind eine Option und relativ preisgünstig zu bekommen. Die hinteren Blattfedern haben wir im letzten Jahr schon gewechselt, die Vorderen waren derzeit auf der Agenda.
Federgummilager und Buchsen sind sowieso Tüv-relevant und haben es meist auch hinter sich, der Sand und die salzige Luft machen den Vergleich zum schön schwarz lackierten Neuteil noch gravierender und mit einer Lage mehr Spannung freue ich mich schon auf das Ergebnis der Schinderei.

Nur die Federgummilager wechseln ist fast die gleiche Arbeit. Die Brocken wiegen echt ne Menge und sind mit Federbrieden an den Achsen befestigt. Viel Rostlöser und Muskelschmalz sind nötig um dann über große Hebel die Pakete von den Rahmenstücken zu drücken. Hier mal der Blick auf das hintere Fahrwerk.

Wie schon im Umbau vom letzten Jahr erwähnt war uns auch die Bodenfreiheit wichtig und so wurden Adapterstücke gefertigt die noch mehr Weg ermöglichen. Aus alt mach neu – nicht ganz, nur die Mittelstücke mit passender Bohrung für den Herzbolzen als Führung leben also an angestammtem Platz weiter.

Das daraus resultierende Problem – Düdo zu hoch… kann durch längere Stoßdämpfer gelöst werden, noch bevor sich die Bremsleitungen ihrem Bewegungsspielraumende zu neigen. Ich würde behaupten: ohne weitere Umbaumaßnahmen ist mehr als bei uns nicht machbar. Offroad-Optik und zumindest das ruhige Gewissen, dass Steine und Kanten dem Tank und Weiterem Equipment unterm Auto nicht mehr so nahe kommt.

Vorne zieht nun nach, sodass unser MB407 endlich wieder gleichmäßig parallel auf der Straße steht und nicht wie ein Sportler vorm Sprint.

Wenn ich schon mal am Vorbau fleißig war lohnt es sich natürlich immer die Bremse zu checken. Diese wurde zwar erst im letzten Jahr erneuert und ausgedreht, konnte aber durch einen glücklichen Zufall gegen eine 25% breitere und damit effektivere getauscht werden. Ab MB608 wurden statt der 75mm Bremsbacken 100mm mit entsprechend größeren Trommeln und stabileren Lagern verbaut. Diese wurde nun mit unserem “Kleinen” vereint. Das Resultat ist eine feiner dosierbare und am Ende kräftiger zupackende und bei Bergabfahrten nicht so früh überhitzende Bremse an der Vorderachse.

Das Thema Achse war auch leider mal wieder eines und nach etlichen Pistenkilometern trotz fleißigem Abschmieren nach nur 18Monaten on the road wieder mit etwas Höhenspiel behaftet. Der Bolzen fachmännisch ausgepresst und die neuwertigen Buchsen immernoch für gut befunden. Das Spiel mit Distanzscheiben ausgeglichen und alles wieder zusammen geführt, fertig.

Und um der ganzen Fahrwerksbastelei die Krone aufzusetzen hab ich mal brachiales Gummi organisiert. Die Doppelbereifung hinten ist kein Muss und die Idee schon länger im Kopf. Fette Gummis als Single mit entsprechender Traglast und passenden Felgen (z.B. die Vario Felgen die leider nicht greifbar waren) in dem Falle mal wieder Sprengringfelgen welche natürlich aufwändig überarbeitet wurden.

Das Vergleichsbild meines Vorhabens schockt und lässt Männerherzen höher schlagen und schon von Buddelkisten träumen. Links im Bild 6.50R16c Standard, mittig die Wahl der letzten Jahre 205/R16c auch 205/80R16 genannt und Rechts der Gigant 265/75 R16 welcher gängige Größe auf LandRover und Mercedes G-Klasse ist. Hier mit passender Traglast von 121 für den abgelasteten 3,5t Düdo unter Umständen legal einzutragen.

Aufgezogen und eingebaut lässt das Herzen höher schlagen, die weißen Felgen alles andere als understatement und das Fahrverhalten irgendwie lässiger, nicht so ruppig wie die starren Zwillinge und mal ne Bordsteinkante mitnehmen ist kein Problem.

Der Gedanke war ja mal wieder unabhängig zu sein und die Gummis auch ohne fremde Hilfe am Arsch der Welt runter zu bekommen um den benötigten Schlauch wechseln zu können. Hier sind auch Giganten von 9x16Zoll nötig aber ich bekomme es selbst mit Hilfe und ohne Maschine nicht hin. Der Reifen ist für Luftlosfahrten im Gelände gemacht und das seitliche Profil wird auf den Boden gelegt. Leider bekomme ich die Gummis nicht mit dem Hebel abgedrückt um die Sprengringe lösen zu können, also am Ziel vorbei geschossen.

Nachteil Nummer zwei und damit Todesurteil meines Vorhabens eine Tachoangleichung von knapp 10% wäre nötig und machbar, aber der relativ schwache 407 hat einfach zu wenig Dunst um den größeren Abrollumfang in mehr Geschwindigkeit bei geringerer Drehzahl umzuformen um damit sogar Sprit zu sparen. Und aus dem Sand buddel ich mich mit 72PS wohl auch nicht mehr wenn mal tief drin.

Wer also Bock auf Abenteuer oder Hingucker für seinen DüDo hat, meldet sich bei mir um gezeigte fertige Kombination zu übernehmen. Ich fahre wohl auf der nächsten Tour noch meine Offroadschlappen als Sechserpack runter und lasse mir in der nächsten Saison neue Hirngespinste einfallen.
Leider geil…oder vielleicht nehm ich die doch einfach mit…

Bus in Gesamtansicht muss warten 🙂 hier ein Vorgeschmack

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7 thoughts on “Fahrwerkstuning – Höher muss der Bus

  1. Friedrich Haber says:

    Hallo
    Dir ist aber schon klar, dass deine Radlager mit der einseitigen Belastung keine Freude haben werden und nach einiger Zeit den Dienst quittieren werden.
    VG
    Friedrich

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    • mb407 says:

      Das stimmt so nicht, Hans von Fachmännern berechnen lassen. Die Scherkräfte sind unwesentlich höher, auflagepznkt der gleiche. Einzelräder sind auch bei 4×4 LKW Standard mit weit höheren Gewichten.

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  2. cartoonage says:

    Interessant und schön beschrieben. Du hast ja echt soviel Wissen und auch Können, fühle mich dagegen immer wie ein als dummer Laie.
    Als wir unseren Düdo neu hatten fragte, ich bei den Busfreaks gleich, ob eine Einzelbereifung hinten nicht Sinn machen würde, da haben einige abgeraten, Ophorus ( kennst Du ihn ? ) am Ausführlichsten. Das plausibelste Argument war , daß man mit einem Platten hinten immer noch weiterfahren könne.
    Als wir in dann in Zagora waren und ich ohnehin Ölwechsel usw durchführen lassen wollte, landeten wir bei Gordito, der gleich sagte, unsere Federn hinten seien müde, da müsse ein Blatt mehr rein. Ich glaubte ihm, dabei stand der Bus, obwohl voll beladen völlig waagrecht.
    Nagut, war nicht so teuer, 150 € inklusive Einbau, nach zwei Stunden war alles erledigt.
    Seitdem steht der Bus etwas wie ein Hotrod hinten höher, beim frei stehen muß man es entweder berücksichtigen oder entsprechend was unterlegen, aber die Strassenlage ist gefühlt etwas besser. Vielleicht rede ich es mir nur ein, um es nicht negativ empfinden zu müssen.
    Ob man auch vorne mit einfachen Mitteln etwas höher legen sollte, macht das Sinn ?
    Was meinst Du ?

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    • mb407 says:

      Klar, um wieder parallel zu stehen schon. Höher wird aber auf instabiler wenn nicht auch härter. Man kann auch statt Federlesen Böcke (im Bild) dazwischen schieben.

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  3. Hof Schwarzes Moor says:

    So, nu hab ich deine Seite auch gefunden. Kann ich was von lernen. Hast du noch ein paar mehr aussagekräftige Bilder von deiner Federpaketmodifizierung. Mir ist noch nicht so klar, wie du den Block durch ein “Federblatt” “verssickt” hast und vor allem, wo du da gescheißt hast.
    Unser Dank ist dir gewiss’
    Heidi und Stephan
    P.S.: Und hoffentlich bist du bald raus aus dem Schnee.

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    • mb407 says:

      der Block unter dem Federpaket besteht aus mehreren alten Federlagen, die miteinander erst zum Block geschweisst werden mussten. Es ginge sicherlich auch ohne, wenn sie durch die Brieden Seitenführung bekommen, war mir so aber sicherer.
      Wie gesagt nach oben hin wird’s Fahrverhalten schwammiger, und durch Stossdämpfer und Bremsleitungen in der Höhe begrenzt.

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      • Hof Schwarzes Moor says:

        Danke für die schnelle Antwort. Ich denke, ich muss bei mir keinen Block zusmmenschweißen. Denn ich will mit der Maßnahme nur das einseitige “Hängen” ausgleichen. Und da komme ich dann ja mit einem Blatt aus.

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