Larache und Assilah. Medinas am Atlantik

Ich ziehe am heutigen Morgen mal wieder alleine los. Das Ziel für alle zwar das Selbe, aber ich will unterwegs noch Besorgungen machen und bin sowieso der Langsamste. Also Tschüss Stausee, der du so schön hast Atlas baden lassen. Und die SP ist nun auch wieder sauber(er). Es ist also alles wieder ordentlich auf dem Anhänger Reisefertig verschraubt und für die Fahrt nach Europa gesichert. Als letzte Stops stehen aber noch Larache und Assilah an. Mein Weg führt mich durch weniger interessante Orte und Gegenden und ich bin nur froh, dass die Sonne noch im Rücken und nicht im Fahrerfester auftaucht.

Schattenparken ist in Larache angesagt und mal wieder Zeit den Blog auf aktuellen Stand zu bekommen. Unweit des großen Platzes vor der Medina am Hafen habe ich ne tolle Sicht auf die soeben auslaufende Fischerflotte. Fisch ist für mich definitiv nochmal auf der Wunschliste. Die Truppe kommt ein paar Stunden später und will heute doch nicht mehr mit mir zum Rundgang, sie fahren schon mal an den Strand auf der anderen Seite vom Oued und nur Sönke bleibt zum Stadtbummel. Wir erfreuen uns am morbiden Charme der irgendwann mal hübschen Altstadt und finden das beide genau passend so.

Der Rundgang führt uns über den Marktplatz und mir scheint als habe sich seit dem letzten Besuch nix geändert. Vielleicht doch ab und an mal nen Eimer neue Farbe, vornehmlich blau weiß… und immer noch riecht es überall nach Fisch.

Wir wollen noch auf die alte Festung, zumindest was davon übrig ist und wundern uns, dass keine Touristen in Larache sind. Von hier oben sieht man ein paar Kids mit BoogieBoards in den Wellen vor der Hafeneinfahrt surfen. Auf der anderen Seite mit immerhin 10km Umweg haben sich die Busse von Olli und Calle sichtbar abgeparkt, wir warten noch auf den Sonnenuntergang.

Fisch finde ich nur noch vor den Restaurants zu überzogenen Preisen, will ihn frisch und selbst zubereiten, also andermal. Die Fahrt rüber findet dann in der Dämmerung statt und der auserkorene Schlafplatz birgt noch eine Tücke, ich folge Ollis Spuren von Zwillingsreifen und lande kurz vor der Betonplatte in weichem Sand, ohne Anhänger hätte der Schwung gereicht, so muss ich mal rausgezogen werden. Heute Abend gibt es nun definitiv unser AbschiedsEssen. Tajine hat Cindy bereitet und genau den Geschmack getroffen. Abschiede hatten wir ja schon einige, diesmal will aber wirklich. Ich starte Morgen Mittag zum Zwischenstopp nach Assilah. Die Truppe will noch bleiben und das Wetter genießen, warten noch auf ne mail vom Tierarzt.

Der Spaziergang am breiten und flachen Strand am Morgen startet unseren Tag. Atlas mal wieder voller Freude und soll sich nochmal vom Atlantik verabschieden. Ich nutze die letzte Stunde produktiv und streiche meine Grundierung von gestern noch mit dem Rest grüner Farbe über. Eine Ära geht damit zu Ende, der Topf ist leer, der Rest festgetrocknet. Da selbst zusammen gemischt wird es bei der nächsten Überarbeitung mal wieder ein neues Lackkleid geben. Es reicht aber noch für die Hälfte des Buckels vom mb407 und wir können erhobenen Hauptes von Dannen ziehen.
Assilah hatte uns im letzten Jahr sehr gefallen. Heute schaffe ich es sowieso nicht mehr zur Fähre, also lasse ich mir dort nochmal Zeit. Ich finde einen Platz am Straßenrand und hinter mir die Markthalle mit den gesuchten Angeboten. Fangfrischer Fisch und bei Kauf ausgenommen und geschuppt. 2,- das Kilo und somit fertig für meine Tajine.

Tajine nach Abdoul Art, mit Möhren am Boden, Tomaten mittendrin und Chilli oben drauf. Abdoul war der Fischer in Sidi R’Bat der uns mal wieder in seine Grotte einlud. Ein Augenschmaus und nach einer Stunde auf der Flamme bereit zum Verzehr. Lecker alleine verputzt, ein Kilo Fisch futtert sich weg, wenn Atlas mit den Fischköpfen hilft.

Einen aber noch bedeutenderen Punkt habe ich auf meiner GoodBye Liste noch stehen, der letzte Besuch im Hamamm und der soll was besonderes sein. In dieser gepflegten Stadt erwarte ich was anständiges und werde fürstlich belohnt. Netter Eingangsbereich, sauber und komplett gefliest. Toll dekoriert und noch viel wichtiger … WARM wie es sich gehört. Der Boden eine Wohltat für Knochen und Gelenke. Toll und sehr zu empfehlen. Mission erfüllt.

Nun kann es zum Medina Rundgang starten. Hier in Assilah ist Kunst angesagt. Ein jährliches Festival findet statt und auch öde Mauern in der Medina werden zur Leinwand erkoren.

Aber auch sonst gibt es einige Galerien und Shops mit Kunst neben den üblichen Souvenirläden und Sandalengeschäften eine Abwechslung.

Was man von halten mag oder überhaupt… die Katze hier trifft es auf den Punkt, Entspannen und frei sein. Jeder wie er mag.

Die Außenmauer ist gleichzeitig Abgrenzung zum Meer und der nun auch letzte Sonnenuntergang steht über Wasser bevor. Hübsch zu erahnen will ich noch bis zum Aussichtspunkt um die Ecke.

Um dort vom Schlag getroffen zu werden und eine ganze Meute von Besuchern vor zu finden. Nein Danke, nicht mein Platz und damit Startsignal zur Schlafplatzsuche.

Raus aus der Medina noch schnell ne Schale Schneckensuppe… und weil wi beim Thema sind auch die letzte Bissara für ne ganze Weile. Langsam verstehe ich Christies Denkweise und hab mich nur schwer von Pfannkuchen und anderen Sachen zurückhalten können, die ich in Europa so nur selten bis gar nicht zu sehen bekomme. Ich muss aber los, der Bus parkt vorm Hamamm. Dort werde ich noch ein weiteres Rätsel lösen können. Wie funktioniert so ein warmes Bad… mit viel Feuer von unten. Der Eingang zum Gewölbe ist offen und ich trete mal ein. Finde ein paar junge Kerle beim einheizen und schieße ein staubiges Foto.

Ne Menge Holz geht hier jeden Tag durch den Ofen und genau darüber dann der wärmste hinterste Raum. Das Heißwasser zirkuliert durch die Rohre und sorgt oben für dampfende Atmosphäre. Danke für den Einblick, bin froh dass die Kamera die Hitze ausgehalten hat.

Damit verabschiede ich mich aus Assilah und will ausserhalb schlafen um Morgen zeitig weiter zu ziehen. 20km nördlich liegt nochmal nen Strand hinter nem Waldstück. Dort muss es doch was zu stehen geben. Auf der Nationalstraße sieht man schwer die wenigen Einfahrten zum Strand, meist nur von Fischern benutzt treffe ich aber doch eine durch den Dschungel wie es sich anfühlt. Palmen und Bäume schlagen ans frisch lackierte ach, hab aber vorher zu Fuß ausgekundschaftet und komme an um am Ziel begrüßt zu werden. Ein Armee Aussenposten und ein junger Kerl der schnell mit weiter oben telefoniert. Datenabgleich und alles ok, ich kann bleiben. Um morgen doch nochmal den Strand zu sehen.

Advertisements

One thought on “Larache und Assilah. Medinas am Atlantik

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s