Outtakes 2019, kleine Missgeschicke

Heute mal die kleinen Dinge im Leben die es bisher noch nicht in den blog geschafft haben aber doch irgendwie nennenswert sind. Meist war es Glück, dass nicht mehr passiert ist, der Kerl macht auch echt Unsinn manchmal.

Da wäre zum Beispiel ein Einkaufsbummel in Marokko und ich parke die Walküre am Straßenrand. Ich sehe das Schild sogar was eigentlich im Wege steht, doch unterschätze dessen störrische Haltbarkeit. Schon hab ich mir ein Stück von meinem GFK überzogenen Holzdach eingerissen, nix schlimmes und nur am Überstand, trotzdem ärgerlich weil die Selbstüberschätzung in dem Falle meines Fahrzeuges mich auf den Boden der Tatsachen zurück holt.

Aber bleiben wir chronologisch, das erste Malheur trat schon bei der Abreise auf. Die am Tag zuvor installierte Bordbatterie hatte auf dem Schotter beim verladen ein Steinchen unten in die Hülle bekommen und lief so unbemerkt aber stetig aus. Ein zwei Tage später merkte ich das erst und da war der Schaden schon angerichtet. Batteriesäure und Holzboden verträgt sich nicht gut. Glück im Unglück, es ist unterm Kleiderschrank und wurde mit Mehl gestoppt. Schwarz ist trotzdem etwas geworden und anscheinend hat auch etwas Bettwäsche was abbekommen und ist wegen Lochfrass nun Putzlappen.

Dann wäre da der Verlust vom Hundespielzeug. Klar passt der Kerl auf sein Krokodil das er gerne schüttelt oder apportiert nicht auf und ich hab es vergessen am Pausenplatz einzupacken. Aber gleichzeitig auch die Hundeschüssel war echt dämlich, einmal nen Blick zurück und alles wär gut. Egal, das Leben geht weiter, Atlas hat nun meine Salatschüssel.

Schlimmer hatten die Konsequenzen beim nächsten vergessenen Handgriff werden können. Es gab eine richtige Explosion in der WALKÜRE. Genauer gesagt ist mein Ofen verpufft, da ich beim Hühnchen zuvor den auf geringster Stufe hab garen lassen. Dann den alten Apparat an der Flasche abgedreht und ausgehen lassen wie üblich um Reste in der Leitung zu vermeiden. Leider vergessen den Knopp umzudrehen und beim nächsten Betrieb der Herdplatte hatte sich nach einigen Minuten dann die kritische Grenze an Gas angesammelt und ist explodiert. Ich saß grad auf dem Bett und Atlas zum Glück vorne. Die Hecktüren waren zu aber flogen wie angekickt auf, die Ofentür klappte herunter und eine kurze Flamme konnte ich erkennen. Es war also mehr ein großer Knall und der Ofen war wieder an. Das alte Ding hat also keine Sicherung aber weiter ist nix passiert. Großer Schreck und wieder was gelernt. Kontrolle der Drehknöpfe! Gasmelder hab ich wegrationalisiert.
Einmal den Schrank des Sekretärs nicht korrekt verschließen kann schlimmeres Unheil anrichten. Während der Fahrt flog alles raus. Bücher, Kisten mit Kleinzeig und die Playstation (die übrigens doch erst zweimal in Betrieb genommen wurde in den letzten drei Monaten). Und wieder zeigt sich mal lernt aus seinen Fehlern. Ich hab nun immer zusätzlich ein kleines Stück Klebeband an der Verriegelung, die sich bei derber Pistenfahrt auch schon einmal weg gerüttelt hatte. Damals hörte ich aber die Klappe fallen und konnte schlimmeres verhindern.

Heute hält die WALKÜRE sogar Sprünge aus, echt wahr. Auf der Strandpiste in der Banc D’Arguin hab ich’s mal mit 50km/h fliegen lassen. Eine übersehene Bodenwelle, eher ein Graben ließ uns die Schwerkraft spüren. Der Benz steckt das weg, auch alles im Inneren, nur die Oberteile vom Ofen sind nicht fixiert. Die Klappe liegt drauf und auch die kleinen runden Elemente an den Flammstellen können sich in zahlreiches Chaos verwandeln. Daraus gelernt… nur so schnell Fahren wie der Sichtbereich der Strecke und der ermittelte Bremsweg im Einklang mit der Physik des Fahrzeuges im Einklang sind. Ergo Afrika noch langsamer angehen lassen und sich auf nix verlassen. Chaostheorie immer als Ausgangsannahme aller möglichen Ereignisse.

Auch das Fahrrad hatte seine Position erst vor den Schubfächern finden müssen. Man kann sich die Geschichte denken. Ich hab vergessen die Riegel einzuschieben und als Dank glitten irgendwann die Fächer raus, natürlich die obersten mit Besteck und Kleinzeug und nicht die gut sortierten mit den Dosen.
Schlimmer geht es immer und im Nachhinein bin ich über dieses Missgeschick am ärgerlichsten aber auch dankbarsten, dass nix weiter passiert ist. KarmaPunkte sage ich immer und die sammel ich seit Jahren mit meinem Verhalten ja haufenweise, das zahlt sich dann in solchen Momenten aus. Es war in der Westsahara am Strand nach der Übernachtung. Sport am Morgen und irgendwie war mir nach Gewichtheben. Ich stemmte die komplette Terrasse mehrfach über den Kopf und hatte zwischendurch andere Übungen. Dann irgendwann bereit zur Abfahrt hab ich vergessen meine Heckklappe zu verriegeln. Beim Wenden ging noch alles gut, aber ein paar Meter weiter ein derber Schlag und das hieß nix Gutes. Ich also instinktiv in die Bremse und damit schlimmeres verhindert. Die Terrasse ist runtergeklappt und beide Ständer haben sich im Boden verkeilt und sind wie Anker hinterhergezogen worden. Dabei natürlich etwas verbogen, geht aber noch. Sonst ist nix passiert, stabil gebaut. Wenn auch die eine Seite nun ohne Spannung etwas absteht, also leicht in sich verbogen das Ding.

Sonst ist alles was mein Reisefahrzeug betrifft im Grünen Bereich, ich habe noch nix erwischt was nicht anvisiert wurde. Ziegen und Dromedare verschwinden im letzten Augenblick von den Straßen, nur bei Eseln muss man immer den Selbstmordfaktor mit einberechnen, die sturen Langohren bewegen sich keinen Zentimeter. Bei dem miesen Job und der dürftigen Verkostung kein Wunder. Eigentlich sollte ich bei jedem Anhalten und ihm Mut zusprechen, vielleicht ne Möhre dazu…

In Guelmim habe ich mich glatt eine Woche über mein selbst induziertes Problem geärgert. Mir ist auf der Suche nach Ösen für die Zeltplane der größte Geldschein des Landes verloren gegangen. Mir leider erst später aufgefallen aber ich konnte den Moment rekonstruieren. 200dH also 20€ sind zu verschmerzen, die Rückfahrt wäre teurer. Aber ich war grad auf einer Runde und kam ne Woche später wieder dort vorbei. Ohne Umschweife erzählte ich dem Shopbetreiber, dass mir bei ihm Geld aus der Tasche gefallen ist. Richtig sagt er und hat es in einen Sammeltopf der Moschee gesteckt. Dann bin ich zumindest erleichtert und weiß Bescheid. Er wollte ihn mir schon fast wieder rausholen, das fand ich aber auch nicht korrekt, war ja mein Fehler. Finderlohn muss sein nur mit dem Geld wollte ich die eigentlich zu teuren Ösen bei ihm kaufen. Ich schlug ihm Teilen vor, Hälfte für die Moschee, Hälfte für ihn, für mich die Ösen, er gab sie mir, alle Glücklich.
Ärgerlich sind Sachen die sich eigentlich ausschließen. Zum Beispiel ein Loch im Schlauch eines Fahrradreifens der explizit als unplattbar gekauft wurde. Und echt nur ein ganz kleines. Bescherte mir einen 6km Heimweg barfuß…

Aber am Meisten nervt Blödsinn den man weder selbst verursacht hat aber auch nicht ändern kann. Wenn es dann noch mit Bürokratie und irgendwie doch dem System zu tun hat aus dem ich ja weitestgehend ausgeschieden bin kotzt mich das total an. Wie einige schon gehört haben gibt es ein paypal account auf die Adresse der mb407. Leider darf man sich heutzutage sein Passwort ja nicht mehr selbst aussuchen, finde nur ich sowas Blöd? Nein es muss Mindestlänge haben, und Groß und Kleinschreibung und noch Sonderzeichen, echt wahr, diese drei Elemente und es kommt nur Murks raus. Passwörter aufschreiben ist aber auch doof, also hab ich’s lieber vergessen. Gibt ja die Hilfe Funktion… Denkste.

Hier die Geschichte: Den Account hab ich Marokko erstellt…im Internet, also international. Warum auch immer wollten die ne Telefonnummer, die die jetzt nicht mehr aktiv ist, da ich in Mauretanien ne Neue habe. Der gesendete Code auf die email hilft als Bestätigung aber nicht, da das wiederum durch eine SMS aufs Telefon verifiziert wird, BLÖDSINN. Aber per email kan dir keiner helfen solange du nicht eingeloggt bist, witzig. Vom anderen account eingeloggt darf mir keiner helfen und beendet schroff und unfreundlich jedes Gespräch ohne Möglichkeit der Erklärung, da sitzt so ein gefrusteter Lemming vorm Rechner der Tasten drückt, ich würde so gerne die Tastatur wie im Fightclub schwingen… “Der Chat ist geschlossen”

Plan C also, ein Kumpel aus Deutschland ruft den Telefonsupport an, was mir ja als Lösung vorgeschlagen wurde. Kann ich von hier nicht machen, beim zweiten Versuch gibt er sich dan als meine Person aus und hat alle Daten, kommt aber nicht weiter, da der account marokkanisch ist, und er keinen Zugriff hat. Bitte was… bei einer internationalen Firma mit Sitz in Luxemburg von einem Account durch nen Deutschen auf eine Schweizer emailadresse erstellt mit einer Onlinebank verbunden soll es einer marokkanischen Bearbeitung benötigen? Wieder eine Stunde in den Sand gesetzt, ich mehr als übel gelaunt. Selbes Spiel also Tage später mit nem Kumpel in Marokko. Die Nummer die dort angezeigt wird ist nicht zu erreichen, eine Art support gibt es dort anscheinend nicht, keine Lösung des Problems… Soll man in dieser Welt mit sowas in den Selbstmord getrieben werden, ist das der Plan der New World Order?

Ich hab also einige liebe Spender unter meinen Lesern, die in letzter Zeit ihre Aufwartungen an meine Schreibereien und Erzählungen von Unterwegs wenigstens zurück gebucht bekommen. Meine passende Adresse ist wohl nie wieder zugänglich im Nirvana verschwunden, muss ich doch altmodisch ein Bankkonto zum Sammeln angeben? Die Weihnachtszeit ist vorbei, ich muss mich für diesen Mehraufwand echt entschuldigen. Wäre ein erneut dankbarer Moment wenn die Rückbuchung dann kompliziert und altmodisch auf Philipp Sacher comdirect DE65 2oo4 II55 o344 I63I oo (Doppelnull am Ende und die 1en sind große I, also nicht kopieren mit Daten im Internet hab ich mich halt komisch…) Ich dachte paypal ist da einfacher… jemand ne Idee wie ich meinen Account wieder nutzen kann?

Wie herrlich ist es doch sich den ganzen Frust auch mal von der Seele zu reden. Und im Vergleich zu meinen Kleinigkeiten hört man von Dingen in der Heimat die jeden zur Verzweiflung treiben müssen, Falsche Abrechnungen bei Strom, Wasser etc. Streitereien mit Ämtern und Behörden, Nichtigkeiten die Rechtsanwälte gegen saftige Honorare mit viel Papiermüll auskämpfen wollen. Die Welt verkomplizieren heißt die Devise von oben um das kleine Schaf vom Denken abzuhalten. Eigentlich hab ich es doch ganz simpel hier… quasi meine Ruhe, richtige Freiheit. Was ist da schon ein afrikanischer Uniformierter der durch meine Hautfarbe animiert ein bissel extra Taschengeld “verdienen” möchte, lachhaft. Damit werde ich auch noch fertig, mit einem Lächeln im Herzen und anschließend wieder einer Geschichte zu erzählen die Andere täglich aus ihrem Alltag mit einem Lächeln hilft. Das ist ein gesunder Kreislauf.

Themenfoto heute nur der Aufmerksamkeit dienlich, oder so…

4 thoughts on “Outtakes 2019, kleine Missgeschicke

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