Warum ich diesen Lebensstil so sehr mag

Das Gefühl das mich antreibt ist unbeschreiblich. Irgendwie läuft alles gut und fühlt sich dadurch richtig an. Substantive wie Freiheit, Unabhängigkeit und Individualismus können meine Überschrift zum Lebensmotto sein.

Diese Zeilen schreibe ich mal wieder überwältigt vom Moment wo der Tag sich dem Ende neigte und alles erledigt wurde. Keine weitere Agenda… zumindest für heute. Ich wusste nicht genau wohin als nächstes, nur was Morgen ansteht, also erstmal Zeit für nen Waldspaziergang mit Atlas. Über einen kleinen Pfad durchs Naturschutzgebiet am Müggelsee fanden wir unberührte Natur und Abgeschiedenheit. Barfuß-Momente die im wahrsten Sinne erden.

Entschleunigen und auf die kleinen Dinge im Leben Bedeutung legen. Ne Weile am Wasser gesessen, gute Musik von den Stones dabei und Atlas mit nem Knüppel zum Spielen glücklich. Aufhören wenn es am Schönsten ist, die Floskel kennt man ja. Eigentlich wollte ich noch zum Sport, soll aber auch nicht in Zwang ausarten. Mein Parkplatz abgeschieden und ideal um auch morgen früh nochmal die Natur zu begrüßen bevor es wieder in die Stadt geht.
Alternativ stand selbst dort ein abgeschiedener Platz zur Übernachtung an, aber das meine ich ja mit der Unabhängigkeit, keine Verpflichtungen, nur dem kleinen schwarz-weißen gegenüber… und der freut sich. Mir ist es egal wo mein Bett gemütlich steht. Den Rest hab ich dabei, Wasser und Futter sowieso.

Ich bleibe also hier und kann meinen Alltag mal versuchen in Worte zu fassen. Ich war vorhin wieder extrem erfolgreich beim Nahrungsmittel retten. Eine tolle Auswahl an Obst (die Erdbeeren, Trauben und Melonen fehlen sogar auf dem Foto) und deftigem was die nächsten Tage noch Abnehmer sucht, bietet mir einen Abend mit kulinarischen Leckereien.

Abwechslung auf dem Speiseplan kann man nicht unvorhersehbarer gestalten als mit Überraschungsfunden. Man muss sich aber echt zusammen reißen und Grenzen setzen, soviel Zucker und leere Kalorien die dann doch meist liegen bleiben. Dieser Sommer war überdurchschnittlich voll von Funden mit Schoko oder Knabberzeug. Joghurts wie üblich und auch in allem Anderen ist gefühlt immer mehr Scheiß drin. Aber ich will meine Stimmung nicht dadurch runter ziehen was andere konsumieren, ein Kreislauf.

Ich könnte mal wieder ein neues Buch starten, das letzte hab ich fertig gelesen in die Freiheit entlassen… und noch genügend Ballast dem das Selbe droht… klingt aber fast nach Agenda.
Auch meine Festplatte birgt noch eine Menge guter und neuer (unerforschter) Filme durch regen Austausch mit Gleichgesinnten. Auch Hörbücher und Musik tauscht man unter Reisenden immer gerne. Wer mir also ein Abschiedsgeschenk machen will bringt nen Stick mit zur Fete am 24.8. in Schöneweide. Stimmt, noch gar nicht im Blog angesprochen, man weiß ja nie was kommt und meine Pläne sind zu „open end“ um nicht wenigstens einmal ordentlich Bye Bye zu sagen. Wer also Interesse hat meine Freunde und Leute meines Schlages live zu erleben, Samstag in knapp zwei Wochen in gemütlicher Lokation nahe am Wasser mit ruhigen Plätzen auch zum Übernachten! Vans und Mobile willkommen. Entsprechende Gruppen sind informiert…

Wie gesagt, ich habe es die letzten 6 Geburtstage (im November) wegen Abwesenheit nie krachen lassen. Hiermit sind dann auch die kommenden die ich um diese Zeit definitiv weiter südlich verweile abgegolten und wer weiß wohin es mich verschlägt.
Aber zurück zum Tagesgeschehen. Die kleinen Zwischenzeiten die man sich ohne Boss nach Lust und Laune gönnen kann und einfach mal ne Mittagspause einlegt oder sogar ein Schläfchen hält, welches danach erst Recht Energie frei setzt… meine Entscheidung. Mehr Leben genießen und weniger Druck von anderswo spüren oder auch weitergeben. Im Einklang etc.

Klar sind das jetzt alles Dinge die Andere (Selbständige) auch haben und noch lange nicht jeder durchsetzen kann, aber zum Gesamtbefinden extrem viel beisteuern. Und wer dem Geld nicht hinterherrennen muss… dem fliegt es mit der richtigen Idee vielleicht sogar entgegen. Der Verkauf meines Besitzes läuft zufriedenstellend, damit kann ich ne Weile auskommen und meine Reise finanzieren, was danach kommt muss ich gar nicht genau wissen, seit Jahren funktioniert das irgendwie, warum nicht auch später erneut… wenn es die Zustände dort wo ich dann sein werde zulassen. Auch das sind Faktoren auf die niemand Einfluss nehmen kann und wir leben in einer extrem sicheren aber labilen Welt. Schnelllebig und global vernetzt kann auch Nachteile mit sich ziehen, abwarten und hoffen.
Ich höre immer wieder das Argument was dann mit mir mal im Alter sein soll, naja auf ne fette Rente spekuliert keiner unter 40 doch noch wirklich fest, oder? Und was ist ausreichend? Dem Lebensstil angepasst, was soll ich da noch zu sagen… LEBEN JETZT, sozialverträglich ableben, nein Danke!

Die Grillen zirpen und die Sonne färbt den Himmel rot, Atlas hat sich ausgeruht und ist mal wieder auf Wanderschaft, interessante Gerüche überall. Etwas mehr von seiner naiven Lebenseinstellung ist wohl auf mich abgefärbt, alles wird gut…sollten einige mal probieren.

Nun gibt es wieder einige, die Sagen: kannst doch deinen Liebling nicht so rumtreiben lassen. Wenn dem was passiert. Stimmt schon, aber ist die Angst um etwas es Wert die Chance auf alles Unerforschte zu verlieren? Ist ein langes schnödes Leben „besser“ als ein erlebnisreiches etwas kürzeres (falls ihn doch das Wildschwein erwischt?) Wenn ich wählen müsste A: alt werden, oder…. dann B! Das ist aber noch keine Scheißegal Einstellung wie bei vielen Rauchern zum Beispiel die wissen dass es früh, teuer und schlimm endet, und davon jetzt nicht einmal einen Nutzen haben… also was zählt? und wer richtet darüber? die ach so weise Gesellschaft?
Klingt das jetzt Lebensmüde? Deshalb der Trip nach Afrika? Keineswegs, aber alle Zeichen stehen auf jetzt und irgendwann will ich es mal gesehen haben. Die Welt ist riesig und selbst mit meinen knapp 30 bereisten Ländern habe ich nur einen Bruchteil davon gesehen.

Ich wünsche euch allen etwas mehr Zeit für das wahre Leben… abseits der Verpflichtungen. Träume wollen erfüllt werden, Ziele erreicht und immer dran denken: Ein Hamsterrad sieht von Innen auch aus wie die erhoffte Kariereleiter.

So, zum Abschluss nochmal klargestellt, klingt zwar alles etwas abgehoben, bin aber nüchtern und ohne berauschende Mittel… wäre jetzt aber der ideale Augenblick dafür 🙂
PS.: Atlas ist wieder da und hat immer noch die große Klappe zu jedem der in der Nähe ist, alles wie gewohnt und doch nie langweilig. Stones sind nun Led Zeppelin gewichen, und Appetit gibt es auch wieder… schönen Abend!

7 Gedanken zu “Warum ich diesen Lebensstil so sehr mag

  1. Radhippie schreibt:

    Muss ma reagieren..

    Containern geht meist recht gut. Schoko, Chips, Eis brauch ich; -) mag das scheiss Fleisch nicht mehr. Geschmack, Konsistenz und Entstehungs Weg! Is selten was zum schnell Essen ohne kochen und schnippeln, war ich nie Fan von.

    Btw.. Ist Dresden noch Punki Hippi Haus Fabrik Besetzer Paradies? War es von 96 bis 98.. Muss mich umorientieren. Find in D ( auf Stütze Miete) in Fertigbuden als Frührentner ( unter Hartz) nur noch kack Spiesser; -( oder Endkaputte *g

    Mitm Rad viel weiter reisen ist mühsam. Such meine Destination.. Wo man dies kack system aushalten kann, ohne umsonst Quatsch Arbeit zwanghaft dazu. Wirds in D kaum mehr geben?

    Überlege.. Noch ma Reise Versuch zu machen. Aktuell isees ziemlich unpassend.

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  2. Flood schreibt:

    Hab gelesen, dass du noch ne Laube für den Sommer in D hast, mit viel Grün & Garten drumherum… aber wenn du im Herbst gen Afrika ablegst, wer kümmert sich dann drum? Klar, in Winter ist mit Obst- & Gemüseanbau nix, aber ab Frühjahr & Frühling müsste doch mit Saat & Pflege losgelegt werden?

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