Rissani Palmerie Rundfahrt, Kilometer 5507

Die Fahrt zurück durch die Hamada oder Wüstensteppe war auch ein Transit für zwei russische Anhalter. Die standen so hilflos am Ende von Merzouga, dass wir in der Gruppe Platz für beide fanden und die 30km überbrückten. Mittags in Rissani und in der Gegend um den Souk gut was los. Wir halten knapp 500m entfernt an der Straße und haben einen Schlachtplan für den Großeinkauf. Es gibt einen befestigten täglichen Souk mit allen Gebrauchsgütern und bunt gemischt dazwischen Handwerk, Fleisch und Gemüse.

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Wir sind gut mit Kisten und Beuteln ausgestattet, seit letztem Jahr hat sich einiges getan und es dürfen keine Plastik-Tüten mehr rausgegeben werden. Fortschritt doch schneller als erwartet. Die Preise sind auf dem Gemüsesouk nebenan der ummauerten Freifläche noch günstiger und es passt in unseren Plan uns reichlich mit Gemüse einzudecken. Wir haben eine Gruppenkasse da sowieso immer zusammen gekocht wird. Die Arme werden lang und wir müssen am Bus abladen. Rotation bei den Begleitern, hier ist so viel Troubel, wir lassen die Fahrzeuge nicht alleine stehen.

Im Zweiten Exkurs besuchen wir einen Stand mit Gewürzen. Ein kleines Gespräch und schon gibt es Kostproben von unglaublichem Zeug. Wir kaufen eine Kaffeezusatzmischung mit Kardamaon und sind sehr von Kristallen erstaunt, die aus Minze und Eukalyptus eher in eine Apotheke passen. Ein Mini Stück in ein Glas Tee und alle haben den ultimativen Frischekick und freie Atemewege. Da ist jedes japanische Heilöl ein Witz dagegen.

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Es gibt hier auch einen Viehmarkt, bei dem jeder Tierschützer auf die Barrikaden gehen würde. Die vorwiegend Ziegen und Schafe sind meist mit einem Bein an einem Seil am Boden angebunden. Der Platz quillt über vor Fellen und Händlern. Schnell wieder raus. Aber auch auf dem Händlerparkplatz dahinter ist es nicht besser. Da wo die Eselkarren stehen tummeln sich noch mehr arme Geschöpfe.

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Zum Glück ist es noch nicht so heiß, Schatten hier fehl am Platz. Das total ausgehungerte Pferd rechts im Bild bekommt erstmal ne ganze Menge Grünzeug, wir haben Möhren gekauft. Der Snack wird dankend angenommen. Ich hoffe auch beim Thema Tierschutz gibt es hier bald Fortschritt.

Zeit vergeht und es ist schon wieder Nachmittag. Wir haben noch keinen Schlafplatz, nur ne Idee. Südlich der Stadt geht es durch Oasengärten. Eine 21km lange touristische Rundfahrt durch mehrere Ksour und Kasbahs. Die Oase aber eher trostlos und staubig, Wassermangel und ausgetrocknete Palmen. Die herrschende Dynastie stammt wohl aus der Gegend und man sieht einigen Prunk rings ums Mausoleum. Danach aber viele teils verfallene Lehmdörfer.

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Wir halten ab und an und sind erstaunt wie viele Menschen und speziell Kinder hier wohnen. Es ist zwar ein “cirquit touristique” aber ich glaube viele Touristen kommen hier nicht vorbei. Auf jeden Fall sind hier etliche Dörfer in den Palmen versteckt. Die Ausmaße auch größer als erwartet und hinter diesem Tor verbergen sich Gänge deren Ende man nicht erkennen kann. Hätte man sich bei der Dimension der Moschee daneben auch denken können.

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Der Rundgang dann wie eine Reise durch die Zeit. Esel kreuzen in den Gängen und es riecht muffig. Die Gänge schmal und staubig, unbeleuchtet. Im Sommer aber sicherlich angenehm kühl, jetzt definitiv zu kalt. Im nächsten Dorf mal das hübsche Eingangstor von innen aufgenommen. rechts der gepflegte Eingang in die Moschee, meist das hübscheste Gebäude, bei allen anderen bröckelt der Lehmputz. Noch erstaunlicher aber die anscheinend fehlende Kanalisation. Das Rinnsal das aus jedem Haus läuft hoffentlich nur Brauchwasser, sucht sich unweigerlich den tiefsten Punkt und damit die Delle der ausgetretenen Pfade.

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Für uns ein Spektakel und mal wieder ein Kontrast zur Heimat. Zurück bei den Bussen dann anders herum, wir sind die Attraktion und sorgen für Aufsehen.

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Es wird dunkel und die Sonne malt auf den wenigen dahin treibenden Wolken bunt. Wolkenlos wäre nicht annähernd so schön bei dieser Kulisse.

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Wir fanden in der Umgebung keinen guten Schlafplatz und nahmen uns Plan B vor. Im Forum schon diskutiert ging es für uns auf die Suche nach dem “Vulkan”-krater ohne geologische Aktivität. Dank GPS Koordinaten wurde auch die Einfahrt der Piste bei Dunkelheit gefunden. Immerhin ein Erfolg, die Suche nach Diesel blieb westlich Rissani ohne Erfolg, die ZIZ Tanke wohl vor Jahren zuletzt benutzt. Heute also mal wieder aus dem Kanister beim Hamburger geborgt.

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