Wieder einen Level Freiheit gewonnen? Als Rastaman…

Wird Zeit dass ich mal wieder nen anständigen Blog schreibe, was Neues obendrein, sozusagen ne erweiterte Zielgruppe meiner Leserschaft. Ich bin ja rein praktisch durch alle Schichten der Gesellschaft gegangen. Auf der alternativen Reiseblog homepage Mb407 etwas detaillierter nachzulesen. Kurzum 2001 Abi und danach Beamter als Offiziersanwärter bei der Marine, nochmal umgeschwenkt und mein Diplom in Fitnessmanagement gemacht und 10Jahre ein Studio in Berlin geleitet, in Kreuzberg zum Glück und damals schon etwas abseits der Norm. Doch mit dem Glockenschlag zu 2014 nahm mein Leben eine erneute Wende und ich entschied „auszusteigen“ und mich im klapprigen VW-Bus durch Europa zu tingeln bis es mir langweilig wird oder was Neues einfällt. Naja, langweilig noch nicht, nur mit Europa hab isch fertisch und befinde mich kumuliert nun schon 5Jahre auf dem afrikanischen Kontinent. Wenn auch die Hälfte davon eher im orientalisch geprägtem Maghreb. Anfänglich immer mal wieder mit Heimatbesuchen zum SpritGeld verdienen, wobei meine Mechaniker Fähigkeiten von Vorteil waren da diese Schicki-Micki Szene der Eitelkeiten worin ich Dutzende Zertifikate vorzuweisen habe echt nur noch zum Kotzen war, Höher weiter, schneller mehr mehr mehr… Mit dem nomadischen Lifestyle der auf wenig Raum auch eingeschränkten Komfort bedeutet kam ich dem wahren Leben näher und sah viele Dinge aus anderer Perspektive. Ich schließ mich quasi selbst aus der Masse der Gesellschaft aus und fand dafür aber hunderte wenn nicht tausende Gleichgesinnte auf selber Wellenlänge. Naturverbunden war ich durch meinen Kleingarten im Herzen der Hauptstadt ja schon immer und der vierbeinige Begleiter Atlas verlangt sein Stückchen davon ebenfalls seit 2008 kontinuierlich. Ich war als Ernährungsberater auch mal Vegan, hab alle möglichen Diäten mit Selbsttests für meine Kunden bewertet und bin ne Weile beim Barfußgehen hängen geblieben. Die Meisten schrägen Blicke erhielt ich aber beim Dumpster Diving oder Containern wie die illegale Lebensmittelversorgung nach Ladenschluss hinterm Supermarkt genannt wird. Seit nun auch schon 10 Jahren hab ich mir damit meine Brötchen nicht mehr verdienen müssen und trotzdem wie ein König gelebt, unsere (eure) Wegwerf-Gesellschaft ist so mies aber am Konsum orientiert gewollt und benötigt. Egal, das führt alles etwas zu weit und kann bei Bedarf wie erwähnt nachgelesen werden. Nun heute mal ein weiterer Schritt wie ich finde, der die Lebensweise Freiheit als Statement offensichtlich für Jedermann hervorhebt.


Seit Jahren gehe ich mit dem Gedanken schwanger meine Haare gewollt zu verfilzen, Dreadlocs oder Rastazöpfe im Fachjargon und eine weitere Steigerung der eh schon unübersehbaren Mähne und weltweit klares Erkennungsmerkmal von Freidenkern und durchgeknallten Typen abseits der Norm. Nach meiner bis dahin lebenslangen Sportlerfrisur von 3mm hab ich 2014 entschlossen zum Auftakt meines Nomadentums das mit dem Haareschneiden einfach komplett zu vergessen. Früher schon hatte ich das Rasieren aufgegeben. Mein Bart hängt seit 2008 am Kinn als ich ein Motorradtreffen ausrichtete und eine Schottenrockband mit Kinnzöpfen engagierte war es mal wieder geschehen… Mal wieder? Ja, zum Abitur schon hatte ich nen Zickenbart und meinen Freunden gesagt der bleibt dran bis zum Abi in der Tasche… Zur Feierveranstaltung dann wurde mir sehr unsanft mit einem Messer und dann noch schräg der Fusselzipfel abgeschnitten. Wahrscheinlich war die damalige Zwangsunterbrechung Grund der Neuauflage. Naja, Geschichte hat jeder…


Nun gibt es mehrere Methoden der technischen Haarverknotung die sich durch Handwerk und optisches Ergebnis unterscheiden. Ich hatte vor zwei Jahren schonmal Kontakt mit einer „Dreaderin“ also einer Friseuse für gewünscht krause Ergebnisse. Hatte sich aber nicht ergeben oder die Umstände wollten es nicht erlauben. Dort hätte man Unterteilung und Lockenbehandlung in einer tageslangen Sitzung buchen können. War mir aber nicht sicher was es werden sollte, kleine oder doch dickere, mit Verlängerungen also Extensions, meist aus Kunsthaar oder wer weiß von welchem Skalp. Nicht mein Ding und naja ich war noch nicht so weit… startete aber mit Vorsorge, ich hab die letzten drei Jahre, pedantisch könnte man behaupten, nach jeder (der recht wenigen) Pflegeeinheit meiner Haarpracht die losen „Abfälle“ eingesammelt. Wenn ich genau überlege war das auf der „Hippie“-Tour nach Portugal wo ich ja irgendwie hängen blieb und noch mehr als sonst zuvor mit Querdenkern zusammen kam.
Also kamen alle ausgefallenen Haare in die Tüte. Da meine Haut unterm Federkleid immer schon sensibel war ist ohne jegliche Chemie und mit relativ seltenen Waschaktionen meist mit nur klarem Wasser, echt gesundes Haar in meinen Besitz gelangt. Solche im Handel zu erwerbende Silikonchemie die sich die Meisten für ein „seidiges Haargefühl“ auf die Platte klatschen, verspricht vieles, schädigt aber komplett unser eigenes System und macht nur abhängig! Ehrlich mal, lasst den Scheiß mal weg und es gibt drastische Probleme, Schuppen, jucken etc. was sich erst nach 3-4 Wochen wieder natürlich einpegelt.
Auch hab ich auf jeglichen Bio-Scheiß wie Bierwäsche, Eierkuren oder Ingwertinkturen… was auch immer eher zwischen Skalp und Bart in den Mund kommt verzichtet… naja nicht ganz, Kokosöl war das einzige was meine Haare einmal die Woche (vor allem bei den seit 2014 trockenen Wintern auf dem afrikanischen Kontinent /Sahara) als Pflegekur bekamen. Meerwasser gab es häufiger und wurde nur klar nachgespült. Bürsten wollte ich ebenfalls selten, mit dem Zehnfingrigen Naturkamm der halbiert rechts und links am Oberkörper rauswächst hab ich es in Bahnen gerückt, fertig. Sonst haben sich ab und zu gerade beim Motorradfahren schon dreads angekündigt… freeform quasi aber Bikerstyle am Hinterkopf unterm Helmrand… nervige Sache oder Geheimtipp für die die es VoKuHiLa probieren wollen.
Aber Schluss mit den (üblichen) Belehrungen, muss jeder selbst für sich ausprobieren und seinen individuellen Weg finden. Wie überall jedoch gilt je natürlicher um so besser.
Nun bin ich ja seit 2019 dauerhaft in Afrika und auch südlich der Sahara, mehr Freiheit geht nicht. Klar hab ich noch nie auf Konventionen geschaut doch hab ich hier nicht die Chance gesehen einen mit kaukasischem Haar erfahrenen Helfer zu finden. Der Gedanke war auch extrinsisch immer wieder angefacht, da zumindest hier in Westafrika jeder Langhaarige „Jo Rastaman“ genannt wird. Dazu mein Bart bis zum Bauchnabel der mal zünftig alle 5cm mit Gummibändern segmentiert wurde, oder ab und an als Zwei- oder Dreizack etwas mehr Kontur bekam. Einmal im Monat mit dem Trimmer die Backen wieder frei geschnitten, reicht. Hier mal die Historie in Bunt.

gegen 2005 noch nacksch

2012 dann fusslig

und wenig später wollte ich mehr Masse und hab die Seiten reinwachsen lassen…

hing immer irgendwie lose, ausser man spannt sie mit ein. Hier im Doppel…


Auf jeden Fall komm ich jetzt mal auf den Punkt. Ich hab es gewagt, es war der Erste Mai und ich hatte ne Party auf meiner Farm veranstaltet. Gut drauf und irgendwie waren alle Gäste schon gegen 21Uhr verschwunden, Bowle und Schnaps alle, Futter vernichtet und schon seit drei Stunden dunkel… So läuft das in den Tropen. Nur ich wollte den Tag mit was besonderem Krönen, war gleichzeitig der Einzug auf meine Farm. Randbemerkung, ich hab ein Permakulturprojekt in den Bergen Togos auf die Beine gestellt. PermaTogo und seit über nem Jahr buddel ich und pflanze Bäume, hab ne kleine Crew von Helfern und will meinen Traum verwirklichen ne Art Ausbildungszentrum zu erschaffen um den letzten Zipfel Natur zu retten… wogegen diese verkommene Gesellschaft mit ihrer verschwenderischen und ungesunden Lebensweise hart ankämpft und auch schon hier im Busch Einzug hält, Tradition und Natur vertreibt, Selbstversorgung immer schwieriger macht… Wen das interessiert… Facebook Page PermaTogo oder gleichnamiger wordpress Blog mit vielen Videos auch auf YouTube. Spenden immer willkommen, noch kaum Einnahmen und ich fühl mich verantwortlich für meine Mitarbeiter dauerhaft Beschäftigung zu finden.


Also nun, ich war gut drauf, etwas beschwippst und hatte mal wieder den Anlass genutzt Kräuterrauch zu inhalieren. Ja auch dabei bin ich Spätzünder, erster Sex mit 17, erstes Konzert jenseits der 20 ebenso meine Tattoos, erster Joint mit 33 und nun Rasta mit 40. Klar hab ich seit Jahren mich schon mit dem Thema beschäftigt und auch die Theorien über Zurückkämmen, Handballenrollen, Häkeln und diese Dreh-rupf-Methode gekannt. Auch hier wieder ist Youtube wenn auch mit viel Aussschuß ein unverzichtbarer Helfer wenn man im Busch lebt. Nun Gut, das bedeutet auch dass besondere Hilfsmittel wegfallen. Man nimmt was da ist und das war der Flohkamm meiner Hunde und ein zurechtgefeiltes Stück stabiler Draht. Vorne rundlich spitz und 2mm dahinter ne Kerbe reingefeilt…


Im Hintergrund sieht man auch schon die Echthaarverlängerungen an denen ich üben konnte. Naja, schlechte Ausgangsposition da ich die gesammelten Haare immer zu Bällchen gerollt in die Tüte gesteckt hatte, musste also erstmal vieles entwirren und dann zusammen rollen, final mit der Häkelnadel die Losen Enden durchziehen… Hätte das nicht wie gewünscht geklappt hätte ich mir die ganze Sache wohl nochmal überlegt. Sah in der Zwischenzeit mal fluffig wie im folgenden Bild aus… Mit dem Kamm war da nix zu machen außer festhalten. Auch sieht man hab ich mich nochmal umentschieden und aus fünf wurden Sieben…


Vorsicht, das folgende Bild kann verstörend wirken oder auch zu derben Lachkrämpfen führen, der Autor dieser Bastelanleitung nur wenige Sekunden vor seinem Entschluss den Gedankenfurz in die Tat umzusetzen.


Bei der Partitionierung halfen die großen Haargumis die sonst in der Baumwollhülle nur für den ersten Knoten im Bart da waren. Von den kleinen ziependen würde ich bei solch einer Aktion abraten, es war früher schon immer ein Akt die jede Woche mal neu zu ordnen. Praktisch handlich, oder ohrlich quasi die schon fertigen Sequenzen hinter selbige Akkustikschalen seitlich am Kopf zu klemmen.


Irgendwann ist immer der erste Stein zu legen, der erste Bissen zu machen oder ganz konservativ der erste Schritt zu gehen. Ran an den Bart ging’s mit dem Kamm und irgendwie besser als ich gedacht habe. Der Plastikspatel mit den engen Metallzacken hatte übrigens schon Zahnausfall und ab und an blieb mal wieder ein Stift zwischen den immer wirrer werdenden Knötchen hängen. Ganz entsetzt und erstaunt war ich aber vom Verlust meiner seit immerhin vielen Jahren stagnierenden Bartlänge. Gefühlt 30-50% hab ich durchs dreaden alleine eingebüßt. Das war nicht Sinn der Sache und hätte mich ohne die Option der Extensions genannten Verlängerungen mit Eigenhaar echt niedergeschmettert und aus dem Konzept gebracht. Mein doch von mir sehr respektierter Bart, mein Stolz den nur sehr wenige Auserwählte berühren durften… sonst wird man echt überall angesprochen, darf ich mal anfassen… Ich schweife ab, das Ergebnis an diesem Abend, nicht nur etwas sinnesbetäubt sondern auch im Nachhinein auf dem Foto sichtbar trotzdem zufriedenstellend.


nun muss man dazu sagen, dass die Kamm Methode anfänglich also in Richtung Ansatz gut funktionierte, später aber also weiter unten wenn in den Segmentierungen das eh schon geteilte Haar echt dünn werden ließ und nur wenige Haare übrig blieben musste ich diese teilen, drehen und hoch rupfen. Auch gab es nochmal ordentlichen Nachschub für die dann hoffentlich am nächsten Tag einzuarbeitenden vorbereiteten Würste… Den Begriff find ich passender als Würmchen wie in der Szene genannt.


Am nächsten Tag, wenn auch später fit wie gewohnt… sah es doch recht wild aus und ich ging die Aktion >Häkeln< an. Dadurch sagt man wird der Dread fester und loses Haar von den Seiten kann mit eingearbeitet werden. Versuch macht kluch und ich dachte mir versuche ich doch gleich auch die Verlängerungen mit reinzuhäkeln… Pustekuchen. Das wurde nix und die Dinger nebeneinanderhalten gab Fingerkrämpfe und dazu noch ungewohnt mit dem Haken rumfuchteln… Im Spiegel fast noch schlimmer da Seitenverkehrt und völlig verwirrend. Außerdem wurde es irgendwie keine zufriedenstellende Verbindung. Ich gab es auf und war mit dem Zwischenergebnis nicht nur unzufrieden, sondern ziemlich deprimiert… mein schöner Bart, nur noch ein halbes wildes Knäul in vielen Fransen.

Nun ist man auf dieser global vernetzten Welt selbst im Dschungel nicht alleine und ich bekam Tipps aus dem Ether, ich solle doch Löcher in die Verlängerungen stechen und den am Kinn festgewachsenen Ansatz dort durchfädeln, das klingt plausibel und war die Rettung. Also eine Öse am oberen Ende der Wurst geformt und meinen Zopf bis zum Ansatz durchgefädelt, weil es gut lief hab ich das alle 2-3cm wiederholt und meine Verlängerungen so schlangenförmig von vorne nach hinten oder links nach rechts durchgeschoben oder mit dem Haken gezogen. Optisch schon Eins, muss es nun durch vertikales verhäkeln fixiert werden. Das Barthaar der letzten drei Jahre kam an seinen Ursprungsort zurück. Das Einarbeiten von Haupthaar hatte ich verworfen, obwohl davon noch weit größere Mengen zur Verfügung stehen, die sind aber kurioser Weise nicht nur dünner sondern heller. Ein weiterer Zwischenschritt dann hier etwas optimistischer anzuschauen.


Nun bin ich kein sehr geduldiger Mensch und hab Glück gehabt dass der Aufwand in gut erreichbarer Position am Kinn überschaubar ist. Trotz alledem hat die Aktion Vorbereitung, Unterteilung, kämmen und zwirbeln, Fehlversuch und finale Verbindung der Verlängerungen schon einige Stunden gedauert. Das Häkeln um Festigkeit in die Tentakel zu bekommen war dann relativ simpel. Ja Tentakel war nicht meine Wortfindung, irgendjemand hat mich mit einer Filmfigur aus einem Deppen Piratenstreifen vergleichen. Auf jeden Fall hier der erste „finale“ zufriedenstellende Anblick eines Glücklichen Neulings.


Die Haare eigentlich immer im schnellen Zopf verstaut lass ich meine Mähne bei den Temperaturen hier selten offen. Auch bei der Arbeit im Buschwerk mit vielen klettenähnlichen Samenpaketen und 2m hohem Unkraut einfach gefährlich und unhandhabbar. Was mit den Kinnfusseln so in Bezug auf Risiko passieren wird bringt die Zeit. Auf jeden Fall sind sie nicht länger als zuvor, unmerklich schwerer und unverhofft stabil. Das Toben mit den Hunden hat zwar noch keinen reinbeißen lassen aber ne Kralle blieb ab und an schon hängen, ziept nicht mehr so punktuell wie früher, da die Kraft sich auf alle Wurzeln gleichmäßig verteilt. Ich erhoffe mir nun eine 0% Chance von Baarthaarverlust, da alles lose ja sofort wieder eingearbeitet werden kann. Berechnet man die gesammelte Menge von drei Jahren und die vorher schon dreifache (verlorene) Menge bin ich echt gespannt wie sich das Ding nun entwickelt. Alles in allem sehr zufrieden mit meiner Entscheidung diesen Schritt zu gehen. Hier Stand nach zwei Wochen, sind schmaler und fester geworden, haltbar und handlich.


Es stört nicht beim schlafen, bleiben alle lose irgendwo in der Nähe. Ebenfalls ist ein gesamter Zopf beim Motorradfahren von Nachteil da man sonst nur ein großes Fähnchen im Wind hat, lieber sollen die 7ieben Geschwister frei tanzen. Einzige Vorkehrung die aus früheren Erfahrungen Einzug hielt ist ein Sabberlatz bei kleckrigen Speisen. Dünnflüssige Erdnussbutter oder besser noch Honig brauch ich nicht als Pflegekur einarbeiten. Rauslutschen wird mit diesem Filz wohl etwas schwieriger als bei der früher in Reih und Glied unterteilter Geradlinigkeit. Toi toi, bisher noch keine Schweinerei angestellt.
Barthaar ist etwas dicker und neigt weniger zum filzen, ist dafür aber sensibler an der Wurzel und schwächer würde ich behaupten. Nach nur 10Tagen war meine erste Überarbeitung der Ansätze nötig, wohl eher etwas rausgerutscht und gesetzt als so schnell nachgewachsen meisterte ich aber auch diese Sache. Das Wurzelszwirbeln hilft hier null und nix. Durchziehen, also das untere Ende oben zentral durch den Ansatz schieben will ich gar nicht erst versuchen, Geometrie und Physik alleine lassen unterschiedlichen Druck auf die Wurzeln erahnen und ich will keine Gesichtsentgleisungen aufgrund schmerzender Haare haben. Also doch wieder zur Häkelnadel greifen. hab mir im Vergleich zum ersten Bild noch eine dünnere (1,5mm) aus nem anderen Stück Draht gefeilt. Später sogar in der nächsten Stadt (75km) eine in China gefertigte Häkelnadel gefunden, unter nem Millimeter dick und mit kleiner Wippe zum sauberen rauswurschteln, klappt aber nicht immer wie gewünscht und vor allem auch weit langsamer als in den gesehenen Videos. Außerdem ist der Metallstift schon aus dem Holzgriff gerissen, zurück zu Basics also und mit meinem Drahthaken verbringe ich wohl noch so einige Minuten in der Zukunft.
Definitiv arbeitsaufwändiger als zuvor, ein simpler Zopf ist schnell verknotet, aber die Steigerung des ewig anvisierten Bartvolumens und die etlichen verwirrten Blicke auf meinen Ausflügen hier sind die Mühen wert. Nun bin ich ein echer RASTA und hoffe dass wir ne tolle Zeit haben werden. Zumindest war ich beim Thema Bart noch vor der ganzen Hipster Bewegung mal nicht der Spätzünder, vielleicht werden Dreads am Kinn auch neuer Trend? Noch hab ich keinen persönlich getroffen und wüsste nicht welche öffentliche Persönlichkeit soetwas ziert. Bei meinem Musikgeschmack (Rock und Metal) sollte es vielleicht Beispiele geben, wer was weiß gibt nen Kommentar ab. Wie heißt der Gröler von Six Feet Under, ich glaub da mal was auf der Bühne gesehen zu haben. Wenn ich schon mal Fotos von mir hochlade dann hier ein …

…Abschiedbild…

Gruß raus, das Leben ist Geil.

7 Gedanken zu “Wieder einen Level Freiheit gewonnen? Als Rastaman…

  1. Markus schreibt:

    Chris Barnes 😉

    In jungen Jahren hatte ich auch mal so ’ne Frisur, allerdings ’ne Etage weiter oben .. ich lehne mich mal aus’m Fenster und klugscheiss: das, was du da am Kinn trägst sind Dreads (Dreadlocks), die Rastazöpfe sind einfach nur geflochtenes Haar .. dünn und viele .. auf diesem Weg bin ich damals zu meinen Dreads gekommen .. Rastazöpfe rauswachsen lassen .. da kämmen unmöglich war, verfilzten die von ganz allein .. ist natürlich ’ne langwierige Sache .. willst du die länger behalten, musst du nachwachsendes Haar dann immer am Ansatz „einarbeiten“ .. sonst dünnt es aus und irgendwann fallen die ab (der Mensch verliert ja täglich um die 100 Haare, wenn ich mich recht erinnere .. die bleiben zwar in den Dreads hängen, aber an der Kopfhaut sind sie dann ab und es wird immer dünner) .. das ist allerdings nur meine Erfahrung und auch schon wieder 25 Jahre her .. Grüße aus Dresden!

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  2. Mario schreibt:

    Moin,
    das war ja ne ziemlich haarige Angelegenheit und dann noch kilometerlanger Text dazu.
    Bist du sicher, dass du nur Kräuter geraucht hast?
    Da lob ich mir doch die praktischen 3 mm.
    Gruß von einem ex Langhaarigen (war vor 50 Jahren echt anstrengend – genau wie später ’n Iro)

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  3. Markus schreibt:

    Moin nochmal! Den zweiten Kommentar wollte ich noch abwarten, denn ich ahnte, dass er kommt, bevor ich dich warne, dass du dich mit derartigen Frisurenexperimenten in ein politisches Minenfeld Anno 2022 wagst. In der „westlichen Welt“ wird nämlich seit nicht allzu langer Zeit (das zumindest mein Wissen) die Sau „Kulturelle Aneignung“ durch’s Dorf getrieben. Da werden schon mal Musikerinnen von „Fridays for Future“-Veranstaltungen ausgeladen, weil sie Dreads haben, denn diese wurden alleinig der „Black Lives Matter“-Bewegung als Identität stiftendes Merkmal zugewiesen, „dürfen“ also von Weißen nun nicht mehr getragen werden. Mario würde heute mit seinem Iro sicher von einem Stamm amerikanischer Ureinwohner in die Schranken verwiesen. Ich glaube mich allerdings zu erinnern, dass ich auch schon mal schwarze Protagonisten des gepflegten Sprechgesangs mit einrasiertem Seitenscheitel gesehen habe. Müssen wir uns deswegen jetzt auch beschweren?

    Wenn man keine Probleme hat, macht man sich halt welche^^ .. bißchen mehr Entspannung täte allen gut. In meinen zwanzigern waren die Dreads lediglich ein Zeichen alternativer Subkultur und irgendwie gegen Nazis. So ändern sich die Zeiten.

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    • Markus schreibt:

      Ich meinte natürlich den ersten Kommentar (L.C.), den ich gestern, als ich meinen schrieb, noch nicht lesen konnte .. hinsichtlich „Missionierung“ (Neo) und „Meinungskolonialismus“, der dir dort vorgeworfen wird, wäre ich mal an ’nem Statement interessiert. Denn was du für dich als Freiheit ansiehst, scheinen andere in völlig anderem Licht zu sehen; den eher dunklen Kapiteln der europäischen Geschichte des 19./ 20.Jh. …

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