Waldgarten, Foodforest – Permakultur Projekt

Waldgarten, Food Forest oder Jardin Foret… alles eins… Permakultur

Und da wären wir wieder bei nem Projekt, welches mich Stück für Stück hier in Togo seßhaft macht. Ich bin ein Hobby Gärtner und hab Spaß dabei aber natürlich will man auch irgendwann die Früchte seiner Arbeit genießen. Im Garten mit den Gurken war das ein Kinderspiel, schon nach wenigen Wochen gab es knackiges Grün auf den Teller, in Bioqualität und regionaler geht es kaum.

Doch nun hab ich mir was größeres in den Kopf gesetzt und frei nach dem Motto „lieber machen als drüber nachdenken“ mit der Arbeit begonnen. Ein Garten wäre das falsche Wort dafür, wer quadratische Beete und deutsche Ordnung im Sinn hat. Ich hab ein Stück Busch auserkoren Heimat für neue, ertrag-bringende Bäume zu werden. Obstgarten kann man es aber auch nicht nennen.

Es wird eine bunte Mischung aus hier in Togo heimischen und trotzdem selten anzutreffenden Nahrungsspendern wie Brotbaum, Jackfruit, Pampelmuse und den häufigeren Varianten Mango, Avocado und Coco. Dazwischen immer mal Platz für Kochbananen da es die Fruchtversion mehr als genug im Umkreis gibt. Doch dafür muss im oben gezeigten Dickicht erst einmal Platz geschaffen werden. Das Gelände war zuletzt vor drei Jahren mal frei gelegt gewesen, ortsüblich aber nur mit der Machete gestutzt, was erneutes Wachstum von Buschwerk nur beschleunigt. Mein Ansatz also etwas gründlicher, ganz oder gar nicht. Das Übel an der Wurzel packen und wenn dafür auch die Spitzhacke nötig ist.

Die etwas größeren Sträucher und Bäumchen dürfen wie alle richtig großen Kollegen auf dem Gelände vorerst bleiben und dienen als Schattenspender und Biomasse Produzenten während der leckere Nachwuchs seine behütete Zeit zum Wachsen bekommt. Alles ausgerissene Material sammle ich zentral an mehreren Komposten die weiteren Dünger für den Waldboden produzieren, ich könnte es auch gleich direkt liegen lassen, wäre aber ohne einen Plan was wohin kommt reines Chaos da einfach zu viel…

So ist der erste Schritt in knapp einer Woche mit meiner Mannschaft von afrikanisch variablem einem bis drei Helfern erledigt, das heißt ich hab nen Überblick und kann mir in Ruhe das Layour überlegen, Bäumchen sind schon organisiert und suchen einen neuen Standort.

Wenn man sich überlegt wie groß Mangobäume werden kann man schon ins zweifeln geraten ob das vom Platz bis zum Nachbarn reicht, aber vorerst lieber enger starten und während des Wachstums weiter gucken was wird. Jede neue Anpflanzung hab ich der Sichtbarkeit wegen mit ein paar Bambus Stöcken markiert und so im Überblick. Der Brotbaum hier, die Jackfrucht dort… beginnend mit denen die echt groß werden und mein Dach bilden. Danach die kleineren Verwandten wie Zitrone und Guave, gefolgt von einem Areal für Bananen mit Ananas ne Etage tiefer… Kletterpflanzen wie Passionsfrucht rankeln sich dann an den schon existierenden Stämmen gen Himmel und die unteren Ebenen für Sträucher, Wurzelgemüse und Bodendecker folgen später. Damit wäre dann der 7-9teilige Aufbau komplett.

7 Etagen

Das gewählte Terrain ist etwas abschüssig, hat einige pilzförmige Termitenhügel der schwarzen Version dieser Holzfresser zu bieten und einen abgestorbenen und wieder zu nem Erdhügel geschrumpften Bau der durchsichtigen Kameraden. Diese Überbleibsel sind lehmhaltig und damit ideal für Bananen wie ich gelernt habe. Gärtnern ist seit 15Jahren mein Hobby aber hier in den Tropen lerne ich täglich dazu. Also ne zweite Ecke für Platanen und die Erde aufbrechen, Terrassen schaffen und die vom Kollegen organisierten Ableger in die Erde stecken. Soll ja final auch tropisch anmuten, da darf auch ne Kokospalme nicht fehlen…

Echte Arbeit mit der Natur und nicht dagegen, es gibt nix besseres fürs Wohlbefinden, das erdet im wahrsten Sinne des Wortes. Jeden Abend erschöpft aber glücklich ins Bett. Die ersten Fotos und Berichte über Facebook haben viel positives Feedback gebracht und mich zu einer weiteren Idee inspiriert die gerade schon am knospen ist. Bäume pflanzen gibt auch ordentlich Karma Punkte und wird in den nächsten Wochen großflächig mit weiteren Helfern ausgebaut. Eine gestartete Baumpaten Aktion wird den nächsten Blogbeitrag füllen, denn das ganze Gebiet hier vom Projekt Goldeneye hat neben dem von mir annektierten weitere 200ha die überall mal nen richtigen Baum vertragen können. Wer also selbst nicht anpacken kann macht es halt mit ner Spende möglich.

Es ist also aktuell sehr ruhig in der Werkstatt geworden. Meine Zeit über bin ich nun eher Gärtner, Grund dafür auch die eingetretene Regenzeit die nun fast täglich beste Voraussetzungen für Wachstum in der freien Natur schafft. Mein kleines Gebiet Waldgarten wächst und gedeiht, die Ideen umfassen noch einen Teich mit Enten der vom Regenwasser des Hühnerstalles in knapp 50m Entfernung gespeist werden soll. Alles also recht zentral an einem Platz und wenn alle Träume realisiert werden ne anständige Selbstversorger Farm in den Tropen… man weiß ja nicht was die Zukunft bringt. Bei mir auf jeden Fall keinen Hunger dank eigener Nahrungsmittel in BioQualität auf dem Teller.

Wenn einigermaßen fertig mit der ersten Etappe mache ich natürlich nen gefilmten Rundgang der besseren Überblick schafft, aktuell noch echt Chaos.

5 Gedanken zu “Waldgarten, Foodforest – Permakultur Projekt

  1. Marc schreibt:

    Wann kommt denn dann die feste Behausung? Die Handbremse von deinem MB müsste ja bald fest sein, wo du selbst so sesshaft geworden bist.
    Macht großen Spass zuzuschauen, wie du Dein kleines Tropenreich sukzessive ausbaust und erweiterst. Der deutsche Pioniergeist lässt sich auch bei dir nicht verleugnen 😉.
    Viel Erfolg weiterhin!!!

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