viel Zeit für wenig Fortschritt…

man könnte es verlorene Zeit nennen, aber so ist Afrika… hier die Geschichte:

Nachdem ich meinen Grundrahmen für den Aufbau fertig gestellt und begutachtet hatte war ich zwar Stolz über die Idee und das Konzept, aber unzufrieden mit der handwerklichen Leistung. Sprich die Schweißnähte waren Scheiße oder zumindest nicht so vertrauenserweckend wie ich sie gerne hätte. Immerhin ist das die Basis für alles war darüber folgt. Details mit der hängenden Konstruktion im letzten Schrauberblog.

Hab soweit alles ausprobiert, weniger Strom, oder auch mehr… langsamer etc. doch trotzdem gab es Einschlüsse und Materialaufbau statt fließende Verbindungen. Auch war die Kombination Gerät und Generator an der Kotzgrenze am arbeiten und mehrfach flog die Sicherung, gehe also davon aus dass nicht genug Saft zur Verfügung steht um 5mm Stahl ordentlich zu schmelzen. Da hilft nur eins, es unten im Tal am Landstrom machen lassen. Mit dem Fernglas kann ich einem Metaller quasi bei der Arbeit zusehen, der Weg dahin jedoch ist das Problem. Und so begann die kleine Odyssee…

Der Unimmog selbst ist noch nicht fahrbereit, also muss das Teil afrikanisch transportiert werden. Da das Material selbst schon wackelig auf nem Autodach ankam möchte ich das nicht nochmal mit dem 2,20×2,50m Teil wagen. Einen LKW dafür über die Piste jagen ist auch unvorstellbar. Ein Anhänger muss also her. Auf dem Areal wo ich den 406 fand steht noch ein Doppelachser mit Kugelkopf, der aber einen Achsbruch und vier platte Reifen hat. Nach drei Tagen war zumindest das Problem der platten Reifen gelöst… und die gebrochene Achse… na mein Gott, wird sich auf der Piste schon nicht im Fahrverhalten bemerkbar machen. Mit dem Prado vom Chef ging es also nach kurzer Verzögerung und guter Hoffnung runter nach Agave. Mein Blechspezi ist immer noch krank also engagiere ich diesmal den anderen Schweißer im Dorf für diesen Job.

Seine Werkstatt ein Verschlag an der Straße was immerhin die erleichterte Anlieferung ermöglichte. Der Rahmen steht schon links im Bild an der Wand. Die beiden Kabel die an der Tür hängen sind dann auch schon sein Arbeitsgerät… der Rest davon ist um die Ecke versteckt und muss echt gezeigt werden. Mig/Mag mit Vorschub – Wig TIG oder mit digitaler Justierung… was auch immer ihr alle in den Werkstätten und Kellern zu stehen habt… ein richtiger Metaller arbeitet mit noname Geräten Marke Eigenbau.

Kann und darf man sowas Gerät nennen? eine Holzkonstruktion um die Kabel gewickelt wurden… zum einschalten werden zwei Drähte an der Wand schwebend verbunden… am besten sie ohne direkt zu berühren. Falls das jemand spannend findet, der sollte mal nach Eimerschweißgerät auf youtube suchen, auch dieses System mit Wasser wurde hier zuvor verwendet.

Arbeitsschutz ist überbewertet, aber immerhin hatte hier mal jemand Ahnung von Elektrik wie man am recht professionell verlegten Rest der Stromanlage sehen kann und das meine ich wirklich nicht als Scherz, hab schon schlimmeres gesehen.

Unterputzdose oder Aufputzverlegung völlig egal wenn kein Putz vorhanden ist… und ist doch nur ein Lichtschalter, gearbeitet wird sowieso draußen vor der Tür, hier drinnen unterm Wellblech locker 50grad wenn die Sonne scheint. Nochmal etwas mehr Überblick über den Arbeitsplatz. Wolkenverhangen…

Ich sag ja die Aktion dauert schon ne Weile, es war noch Regenzeit als ich anlieferte wie man am Himmel sieht. Seither sind Wochen vergangen, aber nicht aufgrund der Arbeitsleistung an sich. Ich hab ihm deutlich erklärt was ich vervollständigt und was verbessert haben wollte. Eigentlich simpel… mach dass alles gut verbunden ist.

Schon zwei Tage später war er fertig und ich glaubte ihm, da ich die ersten gezogenen Nähte gesehen habe als ich zum Markttag mal vorbeigeschneit bin. Eigentlich hatten wir ausgemacht zusammen zu arbeiten wenn ich da bin… der Kontrolle wegen, aber er hat selbstständig losgelegt und gute Resultate geliefert.
Da das Zugfahrzeug samt Anhänger aber nicht mehr in der Nähe war musste ich anderweitig den Rücktransport organisieren. Überließ auch das jemandem meines Vertrauens und konnte weiter an den Hotelprojekten tätig sein… Mein Kumpel Josias fand einen Chauffeur der zwar zu viel Geld verlangte aber ich kann es nicht alleine holen. Bedingung von mir nur auf nem anständigen Dachträger und nicht direkt auf dem Blechdach… Der Tag der Anlieferung war gekommen und es wurde Nacht… niemand erschien und keiner telefonisch erreichbar. Auch kein Lichtschein auf der Piste vor meiner Terrasse zu sehen, einen Großteil der Strecke kann ich ja überschauen.

Am nächsten Tag kam Josias und berichtete von einer Panne unterwegs, der SpaceWagon hatte Antriebswellenschaden und steht auf halber Höhe… Kann ja passieren, bei der Pflege der Technik hier… Die Dinger wahrscheinlich schon Jahre ohne Manschette und Fett. Ich also immer noch die Ruhe selbst und lass die Jungs das machen, muss mich ja nicht um alles kümmern… Großer Fehler, eben doch wie sich leider immer wieder herausstellt.

Denn der nächste Tag und ein halber verstrich ohne eine Regung… Josias ist ebenfalls verschwunden aber was genau das Problem war hab ich noch nicht begriffen. Der Fahrer muss mit dem defekten Fahrzeug ins Dorf zurück und meine Ware den Berg hinauf, klare Sache. Es fand sich anscheinend niemand der zur Hilfe kam, aber auf die Idee am Auto zu warten und den nächsten der vorbei wollte um Hilfe zu bitten kam auch keiner. Josias hatte inzwischen versucht das von ihm (in meinem Auftrag) bezahlte Geld zurück zu bekommen, was mir aber primär erstmal egal war, der Fahrer hatte es aber nicht mehr denn es steckte flüssig im Tank. Dass er dafür zwei Arbeitstage mit mir versäumte kommt nem Afrikaner auch nicht komisch vor… Weitblick und so.

Ich bin dann doch ausgerastet als am dritten Tag noch nix geschah, beide Mittagspause machten während ein LKW bei mir oben vorbei fuhr. Ein Wink und Gespräch mit dem Fahrer… und logisch hätte der mein Gerüst oben auf seinen Sand geschmissen und her gebracht. Kam auch schlecht an dem Blockierfahrzeug vorbei…nur hat niemanden dort angetroffen-… von nix kommt nix, aber nichtmal am Fahrzeug nix tun und auf Zufall hoffen kommt niemanden in den Sinn. Unglaublich.

Aber es kommt noch doppelt schlimmer. Erstens sehe ich meinen Rahmen bei einer Einkaufsfahrt ins Tal seitlich im Busch liegen weil das Fahrzeug zurück geschoben versucht wurde… 100m weiter. Dabei entdecke ich dass die Schweißnähte zwar gut sind aber nicht komplett und innen die Hälfte fehlt, also muss das Ding sowieso zurück zum Schweißer… wie auch sein PKW. Kann denn hier niemand was richtig machen?

Und zur Krönung ist am nächsten Tag zwar der PannenPKW verschwunden, aber mein Rahmen noch immer im Busch… Die Info „Kommando zurück“ ist also nicht angekommen. Verantwortung für seinen Auftrag … träum weiter. Also muss ich selbst ran, mache den klapprigen Armee Anhänger fit der hier auf dem Gelände rumstand und will den schon irgendwie ans Moped zotteln, als Hotelgäste mit nem Mietwagen samt AHK abreisen wollen. Kein Umweg, nur einen Gefallen und schon war das Ding wieder unten im Tal.

Lustige Fahrt auf der Piste mit -ohne- Bodenfreiheit aber das Gestell war wieder zurück beim Schweißer. Die fehlenden Nähte hat er nun auch gesehen und schon am nächsten Tag ist alles abholbereit. Habe mich sogar selbst davon überzeugt, nun kann es ja nicht mehr lange dauern… schließlich muss ja nur jemand den Hänger ziehen… aber der Kugelkopf fehlt den meisten Autos hier, Anhänger gibt es kaum in Afrika.

Ich frag auch hier oben am Plateau rum und werde beim Honigpräsidenten Togbe fündig, das Auto muss aber leider wegen defekter Bremse am nächsten Tag nach Adeta und kann gerne auf dem Rückweg zwei Tage später meinen Anhänger mitnehmen… das war vor einer Woche… benötigtes Ersatzteil ist noch nicht angekommen. und so weiter.

Schlußendlich hab ich immer noch keinen Stress aber ebenso keinen Rahmen an dem ich weiter basteln kann. Immerhin hab ich die Stehrohre der vier Außenkanten schon vorbereitet und die Füße passend zurechtgeschnitten was bei 3mm Blech mit ner 3mm Trennscheibe auch ne Weile dauert. Zwischenzeitlich aus Draht hab ich ne Spirale gebaut, die per Bohrmaschinen innen noch den Rost entfernt, die Dinger waren ja immerhin mal Baustützten und haben schon ein paar Jahre auf dem Buckel.

Die Werkstatt also grad etwas verwaist und trotzdem aus anderer Sicht nett anzusehen.

Und mir bleiben genügend andere Projekte in der Zwischenzeit, Langeweile kommt nicht auf und ich berichte fleißig. Geht ja nun auch wieder, nachdem der erste Laptop endgültig aufgegeben hat. Nach dem Wasserschaden vor einem Jahr (Hundeschüssel) ging ja der Akku nicht mehr, dann fing an die Verbindung zum Bildschirm zu spinnen und versagt vollends… fast gleichzeitig hatte der Lüfter nen Lagerschaden und alles zusammen kann das Teil nur noch als Ersatzteilspender dienen. hab nen baugleichen eingepackt und einfach die Festplatte getauscht…

Funktioniert soweit wieder, nur hab ich dauerhaft unten in der Ecke „Windows aktivieren“ zu stehen, bin aber im Windows aktiv und verstehe nicht was das soll… Ich bin dann eher für handwerkliche Dinge geschaffen, die nächste PC-Reparatur werd ich dann hiermit mal probieren.

22mm Schrot und mit dieser entweder antiquaren oder selbst gebauten Büchse geht man hier auf die Jagd. Das Rohr alles andere als ein Präzisionswerkzeug und der Rest schaut auch nicht vertrauenserweckend aus. Immerhin sind meist Hunde dabei die das bisschen Wild was noch im Busch zu finden ist aufscheuchen.
Ein Leben in Togo, man wird die Ruhe selbst, hat und braucht Zeit und ist auch mit weniger zufrieden. Zumindest hab ich nen Plan und irgendwann geht es schon weiter, erstmal erfreue ich mich an der Sonne und meiner Freiheit.

4 Gedanken zu “viel Zeit für wenig Fortschritt…

  1. Reinhard schreibt:

    Beim wechseln einer Festplatte mit installiertem Windows in einen anderen Laptop/PC ist eine Aktivierung notwendig, da Windows bei der Installation die Daten des Motherboards ausliest (die jetzt nicht mehr dieselben sind). Einfach alten Key neu eingeben.

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