Heiligs Blechle, fertig mit der Fahrerkabine

Es war etwas Verzögerung beim Projekt eingetreten. Das Wetter spielte etwas verrückt und die zweite sommerliche Regenzeit brachte so einige feuchte Morgen. Außerdem war der Schweißer krank und die Blecharbeiten mussten öfter verschoben werden. Doch irgendwie ging es doch Stück für Stück weiter. Die Ergebnisse dann heute präsentiert.

An der Karosse gab es nur noch die Baustelle Fensterrahmen vorne und Blech Hinter der Kabine zu vollenden. Ich hab so einige Überlegungen angestellt und Optionen ausprobiert, doch simpler ist manchmal besser. Den kleinen Fensterrahmen nach vorne mit nem Vierkant verstärkt auf dem das Fenster dann aufliegt. Seitlich Bleche zur Verkleidung, fertig.

Die Vierkante waren exakt schräg angeschliffen um per Schmelzverfahren mit dem Blech darunter verbunden zu werden, musste bis zur Genesung warten. Den Rest hab ich per Elektrode mit langsam doch etwas Geschick angebacken.

Und auch die afrikanische Kantbank ist mir nun ein geläufiges Arbeitsgerät. Auf solch Eisenbahnschiene lässt sich gut werkeln.

Und dann je 3mm Bleche als Führung für die simple Schraube in angeschweißtes Rohr Scharnier-Version…

Die ganze Klappfenster Geschichte war weniger schwierig als ich dachte und bietet innen nun gefühlt mehr Platz da an den Seiten knapp 20cm mehr Innenraum am Armaturenbrett dazu kommen. Ebenfalls hab ich die Sichtlinie erhöht und nun mehr Fenster zur Verfügung wenn ich doch mal hochklappen muss um Sand, Wind oder Odin und Thor behüte, Regen abzuhalten. Einzig der Ansaugschnüffel muss wie bei den originalen Cabrio Varianten versetzt werden. Einzig sinnvolle Lösung nun seitlich direkt neben dem Luftfilter durchs Blech wenn man das Ding nicht nach Innen durchs Armaturenbrett legen möchte…

An der Heckpartie sind nun auch die beiden Lücken gefüllt und die Löcher für die Verschraubungen des Käfigs passen auch. Es wurden mit Meißel und Hammer sogar grob Sicken angedeutet um der Karostanzung des Originals zu folgen. Der Winkel zur Verstärkung der „Türschwelle“ fügt sich nun auch gut ins Bild ein. Und als weiteren Zusatz kamen noch zwei kleine Winkel im doppelten 45grad Modus ans obere Rohr das später die Persenning tragen soll.

Das war es dann mit dem Führerhaus, fertig zum schleifen und grundieren… nur nicht annähernd mit soviel Arbeit wie jetzt ein Profi für die Lackdusche vorbereiten würde. Ich rolle meine Fahrzeuge aus Prinzip und deshalb ist nur ein tragfähiger und staubfreier Untergrund nötig. Das Ergebnis stellt mich zufrieden, ehrliches ungeschöntes Blech ohne Spachtel mit sichtbaren, wenn auch nicht perfekten Schweißnähten.

Wie man im letzten Bild sieht ist die Führung vom Ansaugrohr immer noch optisch hinter der A-Säule verborgen, bin mir nur noch im Unklaren was oben drauf folgt und wohin genau damit. Da scheiden sich ja auch die Geister, Trichter nach vorne oder hinten vielleicht sogar ne Art Zyklon aus Eigenbau? Jemand Anregungen und Ideen dazu?

Nun gab es noch drei Anbauteile zu bearbeiten, die Motorhaube und Türen… die Haube war dermaßen verbeult und mit Spachtel zugeschmiert dass ich mehrere Kilo und 7Lackschichten runter geholt habe. Ne Stunde mit der Fächerscheibe im Wind gestanden… Das Teil ist nun wieder handlich und zeigt stolz seine Wunden der Vergangenheit. Anscheinend hatte der 406 vor der Zeit der massiven Stoßstange wirklich mal nen Fronttreffer am Baum gehabt, der die schlechte und nun behobene Reparation am Grill bedurfte. Selbe Höhe an der Haube mit Schaden. Hab’s etwas grob mit Holz und Hammer gerichtet und beidseitig grundiert…

Die Türen waren dann auch der erste Schritt als der Schweißer wieder da war. Die Unterkanten wie gewohnt und im letzten blog gezeigt weggebröselt. Befindet sich nun wieder am Stück, wenn auch radikal und aus den Dachresten Zusammengestückelt. Das Dach als Blechspender hat übrigens bis auf nur wenige Quadratzentimeter fast alles verfügbare abgegeben. Eigenimplantation…

Bei den abgebrochenen Schrauben der Scharniere hat der Unimog einen großen Vorteil, die Gegenstücke mit den Gewinden sind nur eingesteckt und können somit zum bearbeiten raus genommen werden.

Und auch die Fahrertür hatte eine heftige Beule, die sogar das Fenster komplett öffnen zu verhindern wusste. Die Afrikaner… da kam einfach eine Zentimeter dicke Schicht Spachtelmasse drauf. Von mir pulverisiert und die Beule mit dem Kuhfuss rausgedrückt, fertig.

Ebenfalls geschliffen und schon grundiert muss ich mir aber noch ein paar Fotos für den nächsten Blog aufheben. Installiert wird das erst wenn der Endlack drauf ist, vorher aber gibt es noch die Baustelle Überrollkäfig… demnächst.

3 Gedanken zu “Heiligs Blechle, fertig mit der Fahrerkabine

  1. Jürgen Ender schreibt:

    Es ist immer wieder eine große Freude, deine Berichte aus dem fernen Togo zu lesen und zu sehen, wie gut du mit all den vielfältigen Herausforderungen fertig wirst!!!!!  Irgendwann wird dann ja aber auch der Zeitpunkt kommen, wo du mit dem großen Problem konfrontiert sein wirst, dass all deine Arbeiten erfolgreich beendet sein werden und du nun entscheiden musst, was mit dem wieder hergestellten kostbaren Mobil geschehen soll und wie es dann mit dir weitergeht……. Ich bin gespannt, danke für deine vielen Nachrichten, wünsche weiterhin gutes Gelingen und sende beste Grüße aus dem regnerischen und kalten Hamburg (hier heute 11 Grad)…  Jürgen

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  2. PalmeArt.com schreibt:

    Hey Pfillip, schön von Dir zu hören. Ich hoffe Dir gehts gut und Du kommst voran. Deine „Handarbeit“ sieht ja mal echt gut aus. Mein Flash hat vor zwei Wochen den TÜF ohne Beanstandungen geschafft und nach VIER Jahren habe ich jetzt auch neue Scheiben für meine verkokelten Fenster gefunden. Nun ist er wieder rundum schick. Jetzt kommen noch neue Stoßdämpfer und ein neuer Fussboden, dann hab ich eigentlich alles durch was ich machen wollte. Wie kommst DU denn voran? Wir waren 2006 in Togo und sind einmal komplett durch das Land gefahren und dann in Kande‘ gelandet bei den Tamberma (Urvolk im Umland) war eine sehr besondere Erfahrung für meine ganze Familie. Ich wünsche Dir alles Gute und eine pannenfreie Reisezeit. Schön zu sehen das Atlas bei Dir ist.

    LG Palme http://www.PalmeArt.com

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