Projekt UNIMOG – Fahrwerk

Neben all den Karosseriearbeiten am UNIMOG ging es natürlich auch immer mal parallel mit anderen Dingen weiter. Die Gegebenheiten wie Generatorstrom und Arbeitstage des Schweißers lassen mich jedoch Prioritäten setzen, mal ne andere Form der Gestaltung. Der Generator schluckt an einem Arbeitstag gut 5Liter Diesel, soll dann natürlich auch nicht im Leerlauf tuckern sondern mindestens eine Maschine antreiben. So sind diese Tage mit Schweißgerät und Flex auch diejenigen die dann Druckluft benötigen oder Reinigungstätigkeiten mit der Bohrmaschine an Teilen, die Josias fürs lackieren vorbereitet… es läuft in der Werkstatt.

Und zum Thema säubern, anschleifen, entfetten, grundieren meist in zwei Schichten und dann ebenso viele Farbschichten auftragen hab ich ihn gut auf die kleinen Details eingeschworen die mir dabei wichtig sind. Afrikanisch Farbe drüber pinseln kann jeder, sie aber auch an den wichtigen Stellen vorfinden oder langlebig, da auf sauberem Untergrund auftragen – die deutsche Gründlichkeit. Er ist dann auch echt engagiert und fast schon zu pedantisch gerade wen es um die vielen Kleinteile geht.

Ja, die Spiralfedern sind draußen, die hinteren haben dabei eine kleine Feder in der Großen versteckt, nicht ohne Gewalt zu entfernen, wurden also gemeinsam per Pinsel lackiert, schon eine Leistung. Bin von der Idee Federn sandstrahlen abgekommen, gab auch kaum ne Möglichkeit dazu. So also wurde mit einem Schaber Altlack entfernt und per Sandpapier plan geschliffen. Ne runde Sache… Mehr Ecken und Kanten wies dann die Pritschenspinne also der Hilfsrahmen für den späteren Aufbau auf.

Wer genauer hinsieht kann einige Reparaturstellen erkennen die schon vor meiner Zeit und recht professionell getätigt wurden. Anscheinend war das Ding mal verbogen oder gebrochen und hat einige Schienungen angeschweißt bekommen. Ebenso dicke Bleche wurden an der Ladefläche direkt angebracht, vielleicht mal in nem Steinbruch mit viel zu fetten Klötzen beladen worden? Egal, nun wieder frisch entrostet, versiegelt und auch schon final mit rot lackiert. Ich hab nen 5Liter Eimer Ghana Post-Rot gekauft und der muss ja auch weg. Neben allen Teilen unter dem Auto samt Fahrwerk und Tank bekamen auch die Räder eine rote Kur.

Der Farbton kommt auf dem Bild nicht ganz rüber, ist auch dem Rostschutzrot ähnlich, glänzt aber in der Sonne. Eigentlich ist rot die traditionelle Radfarbe der frühen Unimogs mit Trommelbremse, aber mir gefällt die Kombination ebenso. Die vier Räder und das Ersatzrad auf der etwas kleineren Felge vorne im Bild geben zusammen nun ein ordentliches Paar Schuhe ab. Ich hab ja über die neuen Gummis im blog der Einkaufstour Lome berichtet. Die alte Größe 14,5zoll auf 20er Felge ist schwer zu bekommen. Alternativ sind nun drei gleiche Michelin XZL 365/80r20 mit dezentem Restprofil aufgezogen. Hier von Michelin mal abfotografiert die drei alten 10,5 -12,5 und 14,5er Größen mit ihren entsprechenden neuen Bezeichnungen.

Abrollumfang und Traglasten erkennbar, 110cm hoch so ein Gummi. Solch Rad wuchtet man nicht unnötig durch die Gegend… echt schwer die Dinger. Ich hatte in diversen Facebook Gruppen mal ne Umfrage gestartet was der Satz Räder geschätzt zusammen wiegen wird. Da kamen viele Werte um die 500-600kg zusammen, extreme 220-800Kilo lagen wohl eher weit daneben. So ganz aufgelöst hab ich dieses Rätsel noch nicht, da keine Waage zur Hand ist, eher theoretisch beantwortet:

Das Fahrwerk des Unimog besteht ansonsten neben den vier also eigentlich 6 Federn natürlich noch aus Stoßdämpfern. Diese auszubauen hatte wieder etwas Wartezeit benötigt, da eine 30er Nuss für den zolligen Knebel aus Lome importiert werden musste. Fest sind schon alle Anbauteile am Mog verschraubt, wenn dann aber gelöst auch echt unproblematisch auszubauen. Da hab ich schon kompliziertere Kandidaten mit festgerosteten Buchsen unter Düdos vorgefunden. Beim Unimog hab ich zumindest noch keine relevante Schraube abgerissen. Die Dämpfer bekommen auch Farbe, eigentlich nicht nötig die auszubauen…wollte die aber auch mal testen.

Um das Thema Komplett zu machen gibt es auch Anschlagpuffer an den Achsen, diese sind simple Gummiformteile in entsprechende Rahmenhalter eingeklemmt. Einer fehlt und einer spröde, mal schauen ob ich die organisiert bekomme oder nachbauen lassen kann.

Da wir uns grad bis zu den Achsen vorarbeiten, es ging mit der besagten 30er Nuss dann auch weiter am Vorgelege, also den durch Zahnräder versetzten Teil der die Portalachsen ermöglicht. Logisch muss das alles gut geschmiert sein und 250ml Öl läuft in jeweils einer Apparatur die auch das Radlager beinhaltet. Dazu braucht es also einen Wellendichtring in schon ordentlicher Dimension. Diese wiesen alle etwas Öl außerhalb auf, ich musste es also mal genauer checken.

Wie so häufig wäre es mit einem Wechsel der Dichtringe nicht getan… wenn ich die hier überhaupt beschaffen könnte… Aber die Anlaufscheibe die gleichzeitig die Distanz zur Bremsscheibe wahrt hat natürlich jeweils mindestens eine Riefe aufzuzeigen… und die gibt es definitiv nicht zu organisieren.

Auch gab es nach Recherche bemerkt für den 406 zwei Varianten, beide mit 160mm außen aber dann unterschiedlich 136 oder 140mm Innendurchmesser. Die Scheibe dann dementsprechend… Mein Mog hat dreimal die kleinere Version und einen Außenseiter… aber schon beim Thema Bremse hab ich ja Ungleichmäßigkeiten vorgefunden.

Mir bleibt als nur das Prinzip Hoffnung. Hab die Phasen der Riefen angeschliffen und die Dichtlippen gereinigt und mit Fett eingeschmiert. Alles wieder wie es war zusammengesetzt und werde später dickeres Öl einfüllen. Auch dies eine erzwungene Notlösung, da nirgends das von mir gesuchte Getriebeöl zu bekommen ist. Statt 90er wird dann wohl 140er in den Achsen laufen, für afrikanische Temperaturen angebrachter und hier immerhin als Variante GL1 oder GL4 zu bekommen. In den meisten Shops findet man nur Motoröl und dann auch nur SAE 50, einige wenige haben noch ATF und um überhaupt Getriebeöl zu finden muss man weit fahren.

Die Bremsanlage wie erwähnt vorläufig mit nur vier Sätteln als Einkreisbremse geplant, die zwei total verrosteten Zangen hab ich mal diversen Werkstätten vorgelegt um eventuell jemanden zu finden der sich dem Problem annimmt. Meist sah das dann ulkig so aus…

Alle die sich hier in einer Garage aufhalten wollen mal dumm in die Runde gucken und haben eigentlich so gar keine Ahnung… Meine Optionen mit Druckluft oder direkter Kraft per Hydraulik waren ohne Erfolg ausgeschöpft. Eine Bremskolbenzange hat hier noch nie jemand gesehen und anderweitig gibt es keine Lösung. Werde die Dinger wohl in Lome mal in die KFZ Schule bringen, oder zur großen modernen MAN Werkstatt.

Soweit also heute mal ein Beitrag zum Fahrwerk. Die Fahrerkabine ist fast vollendet und das Ergebnis zeige ich dann im kommenden Schrauberblog. Dann gibt es auch wieder Arbeit für meinen Helfer… schleifen, entfetten, grundieren usw…

3 Gedanken zu “Projekt UNIMOG – Fahrwerk

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