Projekt Unimog, Hydraulik entfernt

Seit dem Projektstart vor einer Woche ist einiges passiert. Zuletzt berichtete ich ja über den Einmarsch in die Werkstatt und das Abnehmen der Ladefläche, ich muss ja darunter an die überschüssige Technik gelangen. Es folgte also auch das Entfernen des Hilfsrahmens, der wie es ausschaut an einigen Stellen geschweißt wurde, keine Ahnung, wie man solch stabiles Ding zerstören kann. Steht jetzt erstmal in der Ecke. Mein Ziel ist es das Fahrwerk soweit in Ordnung zu bringen um eine anständige Probefahrt zu machen, bevor ich mich um den Aufbau der Hütte am Heck kümmere. Ohne das ganze Gerödel hinten dran sieht das echt leichtfüßig aus.

Die letzte Rahmentraverse ist ein massives Teil und muss zum Ausbau der Hydraulikanlage weichen. Hier sind auch mehrere Koppelstellen für diverses Zubehör was den Unimog ja zum Allroundtalent auf Feld, Wiese und im Wald macht. Alles Gewicht, was ich in Zukunft nicht mehr mitschleppen möchte. Unter den Halterungen hier haben sich beidseitig je eine der winzig kleinen und zum Glück harmlosen Bienen eingenistet und in dem Hohlraum ein Nest mit Honig angelegt. Echt wahr, mein Projekt startet süß und lecker, der Honig echt gut. Sorry Leute, aber ihr müsst euch nen anderen Platz suchen.

Apropos Platz, damit Atlas nicht einfach auf dem Bretterstapel liegen muss hat er nun auch seinen Beobachtungsposten neben der Sitzgarnitur bezogen die auch mir zur Pause mit Blick aufs Projekt Bequemlichkeit dient.

Der Ausbau der Welle vom hinteren Nebenantrieb samt Lagerungen etc. hat ab Getriebe schon einmal etwas über 50kg Gewicht eingespart. Den freien Flansch mit dem Freiraum dahinter könnte man ja geschickt mit nem Generator besetzen um Strom zu erzeugen, hat da jemand sowas in der Art schon gesehen und nen Tip zur Umsetzung? Dachte da an die ausrangierten Generatoren aus Notstromern bei denen die Motoren es nicht mehr tun, wie sehen da die Drehzahlen aus, kann man adaptieren? Auf jeden Fall die Welle zum Verkauf abgelichtet. Nochmal zur Erinnerung, ich bin in Togo, das ist knapp 15.000 km einfache Strecke und kein Versand!

Endlich Freiraum zum Arbeiten. Die beiden Hydraulikzylinder des Heckkrafthebers sollen als nächstes mit Umlenkung weichen, sträuben sich aber gewaltig, da die Bolzen in den Augen festgegammelt sind und das ganze Gedöns also nur in kompakter Einheit zwischen dem Hauptrahmen nach hinten gefädelt werden muss. Dafür die Seitenarme lösen um die dortigen massiven Halter am Rahmen die zusätzlich mit einer angeschweißten Führung darunter fixiert werden, irgendwie abzubekommen. Rechts ist noch der Lagerbock vom Querlenker (Panhabstab?) der anscheinend von Hause aus nicht nur geschraubt, sondern an den Hauptrahmen geschweißt ist?

Als Ergebnis nach doch mehreren Stunden liegt der komplette Apparat nun auch endlich auf der Palette und erneut sind 75kg entfernt. Das ganze System werde ich ablichten, die Fotos Ausdrucken und in der Hauptstadt an ambitionierte Baggerfahrer oder die die es damit werden wollen verkaufen. Das dauert seine Zeit, bleibt hier deshalb liegen bis sich jemand meldet, ein ebay gibt es ja leider nicht.

Zum kompletten System gehören natürlich auch Tank, Pumpe, Regelanlage samt Hebel vom Lenkrad… alles fein säuberlich ausgebaut, während mein Helfer den Rahmen hinten putzt.

Sieht doch so schonmal ganz knackig aus, hübscher Hintern wenn man das so sagen darf. Abgespeckt und nur noch mit den vier Leitungen bis zur Front versehen die ich ebenfalls ohne Zerstörung und Ölsauerei entfernen mag.

Dazu ließ es sich nicht verhindern das Führerhaus anzuheben, dank cleverer Unimog Lösung simpel zu kippen. Der eine Winkel an der Frontpartie sieht mir als Drehpunkt zwar etwas mickrig aus, aber ich will das Ding ja auch nicht bis zur Decke hochstellen, sondern nur 20 Zentimeter heben um Platz zum arbeiten zu haben. Die vier je 4m Leitungen ließen sich dann auch entfernen… nochmal 40Kilo weg…

Immerhin gab es vorne für den Frontkraftheber keine Hydraulik sondern nur eine massive Halterung die einem Unterfahrschutz gleicht aber mit immerhin auch geschätzten 40Kilo kein Sinn mehr macht da sie die Hydraulikpumpe geschützt hatte die nun einen Platz am Riemen freigegeben hat. Vielleicht installiere ich ne zweite Lichtmaschine… Foto von dem unförmig hässlichem Teil erspare ich euch, flog mit auf die Palette zum Verkauf, zur Not zum Schrott.

Einzig der Hubzylinder von der Ladefläche ist doch irgendwie nicht aus meinem Kopf zu bekommen. Locker 30kg schwer und mit 5Stufen auf 70cm ausfahrbar, wäre ein perfekter Wagenheber, doch dafür Pumpe, Tank und Leitungen behalten, nein Danke, vielleicht lässt der sich auf manuellen Hebel umbauen?

Was nun schon alles unter der Werkbank liegt sieht nach komplett geschlachtetem Fahrzeug aus, Radabdeckungen, Tank, Kühler, Bordwände etc. Letztere werde ich wohl als Blechspender nutzen. Massive Teile aus rostigen Vierkantrohren, damit kann man nicht so schön Sandbleche basteln wie aus den Seitenwänden der Walküre damals. Mal umhören was hier der Schrottpreis ist, Kids bekommen für nen Sack voll Blechdosen knapp 150cfa… ein Frühstück oder 20 ct also.

Weiter geht’s bei mir dann mit der Hauptaufgabe, die Bremse überholen. Endlich kommt man auch an die Leitungen ran und da ist so einiges im Argen. Das ALB also die Achslastabhängige Bremskraftverteilung ist nicht komplett und meist sowieso ein Problem, fliegt raus, hier aber durch die Zweikreisbremse nicht so einfach wie beim Düdo… hat jemand ein Schema für mich? Immerhin gibt’s im WHB nur ein Kapitel wie man die nachrüstet, da bei den frühen Modellen noch keine verbaut waren, aber ohne Zweikreisbremse wie es scheint…

Ok, also erstmal andere Baustelle suchen, fangen wir mit den Sätteln an der Hinterachse an, hoch das Beinchen. Räder lassen sich gerade noch so ohne zweite Person wechseln, Gewicht der 14,5r20 schätze ich auf 75-100kg

Doch da ist dann bis auf sauber machen und Schrauben mit WD40 einsprühen auch erstmal Schluss. LKW Werkzeug muss her. Um den Sattel zu lösen muss die Bremsscheibe runter, die ist mit 8mal SW24 Schrauben und ja 300Nm (vor Jahrzehnten zuletzt) angezogen… Halbzollknebel abgebrochen, zolliges Spielzeug muss ich also besorgen.

Bleibt nur andere Bereiche ins Auge zu fassen. Die Druckluft unter der Ladefläche war mir bisher ein Rätsel, da gibt es einen Druckminderer nach dem Kompressor, logischer Weise auch Kessel und Ventile, aber das ganze Zeug mit der Verbindung zur Handbremse stellte sich ja als Anhängerbremse raus. Wie es scheint ist die umfangreicher als gedacht und hat weitere Elemente die eigentlich auch keinen Sinn mehr machen. Es fliegt also alles raus, weiß nur noch nicht wie ich es am cleversten anstelle um eine Verbindung wieder zu schließen… oder zum Kessel zurückführen? Diese geht anscheinend als zweite Leitung vor zum BKV.

Es geht also voran und wird auch am Abend nicht langweilig. Dank eines blog-Lesers hab ich ein fast 2000 Seiten umfassendes WerkstattHandBuch geschickt bekommen und recherchiere mit Muskelkater auf der Couch meine nächsten Schritte für den kommenden Tag. Ich liebe es.

8 Gedanken zu “Projekt Unimog, Hydraulik entfernt

    • mb407 schreibt:

      naja, drei Monate klingt optimistisch, wird aber ein spartanischer Ausbau, ein paar Wochen für Technik, dann die Karosse und zum Schluss das Holzhaus nach altbekanntem Schema… man wird sehen, bin ja nicht auf der Flucht.

      Gefällt mir

  1. bullitöter schreibt:

    Wenn du da n Generator aus einem der üblichen Kleinmoppel einsetzt der direkt 50 Hz erzeugen soll, dann müssen da Konstant 3000 U/min anstehen. Klingt für mich nicht praktikabel.
    Einen mit Inverter schlachten könnte gehen, aber sowas wirste da sicher kaum finden, wenn doch isses sicher teuer und wenns kaputt ist, dann eher die Elektronik als der Motor.

    24V 120A Generator an den Motor bauen und nen dazu passenden 3 kW Wechselrichter ist sicher, egal wo auf der Welt, die einfachste Lösung um an nicht ganz wenig mobilen Saft zu kommen.

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s