Schlamm die Arbeit die man damit hat.

Die Natur in der Regenzeit hatte während meiner 6wöchigen Abwesenheit auf der Farm genug Zeit zu sprießen, die Jungs waren auch fleißig. So steht der Maniok schon über einen Meter hoch und der erste Mais wurde geerntet. Die Yamswurzeln ranken sich tapfer in die Höhe und auch das Unkraut war nicht tatenlos wird aber fleißig mit der Hacke bekämpft.

Es gibt aber auch exotischere Projekte im Zion Gaia die eine Nennung wert sind. So soll es zukünftig auch eine Ananasplantage geben die größer als die bisher bestehenden 100m² wird. Dafür wurden schnell mal 4000 Jungpflanzen im Pickup rangeschafft. Doch das recht stachelige Grünzeug muss erstmal in Richtung Feld, welches abseits liegt und aktuell noch mit Mais und Erdnüssen besiedelt ist. Hier der Ausflug in den Busch.

Ableger stammen aus einem Ökobetrieb der ebenfalls ohne Chemie arbeitet. Bei den Massen kommt man mit Handauslese aber nicht weit, das Ausladen wurde per Harke organisiert.

Bis all die Pflanzen an Ort und Stelle stehen braucht es ein paar Wochen, und bis die dann Früchte tragen weitere 1,5 bis 2 Jahre… das sähe dann so aus, niedliche kleine Ananas.

Ein weiteres schweißtreibendes Stück Arbeit war das Freilegen und erweitern vom Zuckerrohr. Die Unkrautgräser ringsum waren auch schon einen Meter hoch, macht dem Zuckerrohr mit seinen 2m an sich nix, doch wenn man Ableger verpflanzen will muss das alles erst gerodet werden, natürlich mit der Machete… Mir war es dann lieber die Löcher zu buddeln und die Stecklinge einzusetzen. Süßes also auch hier bald im Angebot.

Daneben hatten die täglichen Helfer aus dem Dorf 2 Tage lang gut zu tun. Die Regenzeit hat den Boden in einer Senke wie erforderlich sehr feucht und schwer gemacht. Hier wurde mit der großen Hacke alles umgehoben um für den Reisanbau herzuhalten. Echt keine rückenschonende Angelegenheit, ich hab keine Ahnung warum man daraus nicht nen schönen Spaten fertigt.

Der Winkel alleine bedarf einer gebückten Haltung und das Ausholen dann noch vor dem Körperschwerpunkt, mich wundert es echt dass nicht mehr Afrikaner Rückenleiden haben. Auf dem Feld auch immer wieder mal abgehackte Bäumchen, da das ausbuddeln der Wurzeln zu anstrengend ist, so arbeitet man lieber drum herum.

Die nächsten zwei Tage hieß es dann für die ganze Mannschaft Reis pflanzen. Mit nem angespitzten Holzstab wurden linienweise alle 20-30cm Löcher im Boden gesetzt in die dann die Frauen die Stecklinge setzen. Diese wurde vor 4 Wochen auf einem kleinen Stück vorbereitet, schmecken Atlas auch so schon.

Doch ein richtiges Reisfeld stelle ich mir unter Wasser vor so wagte ich mich auch an die Vorbereitung in matschigerem Gefilde.

Der Großteil der Fläche ist aber relativ trocken und das Ergebnis dann auch vorzeigbar. wieder gebückte Haltung, nix für mich…

Ob sich all die Arbeit dafür aber wirklich „auszahlt“? Immerhin ist es eigen angebauter biologischer Reis, 150 Kilo im letzten Jahr, diesmal etwas früher und deshalb vielleicht eine zweite Ernte möglich. Aber aus wirtschaftlicher Sicht für einen Einheimischen beim gebräuchlichen Verkaufspreis kaum lohnenswert. Hab letztens erst knapp 6-7 Kilo für um die 2,-€ direkt vom Erzeuger bekommen.

Zusätzlich zur Arbeit investieren viele Geld für giftige Chemie, Herbizide, Pestizide und die dafür notwendige Ausrüstung. Schutzausrüstung aber eher nicht, da beim Kauf der Pumpe das Geld aus geht und auf Schutzmaßnahmen verzichtet wird. Niemand nutzt Handschuhe oder Maske und feste Schuhe wie vorgeschrieben, ich muss diese Kinder auf der Straße erst aufklären war für Zeug das überhaupt ist, es soll ja schließlich auch Pflanzen und Insekten töten.

Die Literflasche kostet 2000cfa also 3,-€ eigentlich auch ne Menge Geld. Werden auf jedem Markt und an jeder Ecke bunt in Szene gesetzt, das Marketing funktioniert… leider…

Deshalb ist es wichtig aufzuklären, nicht umsonst sind Glyphosat und andere Gifte bei uns längst verboten. Die Folgeschäden kann sich kein kurzfristig lebender Afrikaner ausmalen, da hilft nur ins Gewissen reden. Und Projekte wie die Ökofarm Kekeli oder Zion Gaia unterstützen, schaut mal auf die homepage falls jemand helfen mag. Auch Voluntäre also freiwillig Dienst Tuende sind immer gerne gesehen.

Nicht so gerne hat man Schlangen, da die doch auch tödlich giftig sein können, vor allem die Grünen. Die Frauen aus dem Dorf machen mit nem Knüppel kurzen Prozess bevor ich sie mir genauer ansehen konnte. Blöder Weise wollte sie sich unter dem Stein hier verstecken.

Auf dem nächsten Foto ist sie schon Matsch und nur die Muskeln zucken noch und der Leib kringelt sich. Eigentlich ein sehr hübsches und interessantes Tier und wie sich später heraus stellt keine grüne Mamba sondern eine harmlose Buschnatter.

Als Anschauungsobjekt für alle mal zum anfassen rumgereicht hat sich hier noch nie jemand so richtig dafür interessiert wie es scheint. Ich bewundere die Geschmeidigkeit der Haut und Schuppen, die verschiedenen Farben und das flexible Skelett. Den leblosen Schlauch einmal ausgedrückt und bis zur Steife trocknen lassen hab ich sie mir um den Olivenstab am Armaturenbrett bei den Souvenirs gewickelt, neuer Beifahrer der ein noch besserer Einbruchschutz als Atlas sein könnte.

Für mich heißt es mal wieder oder endlich Aufbruch, die Straßensperren wegen Corona gibt es nicht mehr und alle Schulen und Bars dürfen auch wieder, Grenzen öffnen nächste Woche, es geht los. Jedoch werde ich mich hier von meiner Begleitung trennen. Bin halt doch eher der Einzelgänger und gerne mal alleine, nach 6 Wochen das Heim teilen hat sie hier auf der Farm Gefallen gefunden und kommt mit den anderen gut klar. War ne interessante Zeit die mir noch mehr Einblick in die Lebensweise der Westafrikaner gebracht hat, Details dazu vielleicht später mal anderswo. Sie hat also ihre Klamotten gepackt und ist in ein Zelt gezogen, will erstmal nicht nach Lome zurück. Ich starte nach Verabschiedung von allen am Nachmittag bei natürlich im ungünstigsten Moment einsetzendem Regen. Die Ausfahrt im Camp hatte mich ja beim Hineinfahren schon feststecken lassen, diesmal zwar geschafft nur blöd wie man manchmal ist musste ich vorne an der Ecke halten um noch jemanden einzuladen der mit ins nächste Dorf will.

Da zeigt sich wieder, dass man es laufen lassen soll wenn es rollt. Anfahren gescheitert, der weiche Boden gibt nach und ich versinke Stück für Stück. Keine Chance mehr heute bis Kpalime zu gelangen, jetzt wird erneut schweres Gerät eingesetzt.

Zweiter Test der Seilwinde und diesmal wie erhofft nach dem winschen hinten bei Kekeli nun auch vorne nützlich. Der extreme Winkel zum einzig rumstehenden Baum ebenfalls ein Punkt warum ich sehr zufrieden mit der flexiblen Methode meiner Winde bin. Ich ziehe mich etwas aus dem Dreck und auf vier dicke Planken die meinen Schlafplatz für die Nacht in der Einfahrt stabilisieren. Für den Start Morgen früh hab ich mir noch was überlegt, es wird in der Nacht ja kaum abtrocknen. Hier mal ein Stück Strecke die noch auf mich zukommt.

Bei Sand sind Zwillinge ja bremsend, bei Schlamm kann es jedoch einsinken verhindern, erst recht wenn zwei gewaltig fette Kameraden auf der Hinterachse montiert sind. Der 225/75 17,5 innen und der 265/75 16 M/T außen, damit werde ich mich durchwühlen wie der Verschmutzungsgrad der Räder danach zeigt. Kein Dauerzustand da beide Gummis direkt anliegen. Werde ich also nach der Pistenfahrt vorne auf der Hauptpiste wieder umstricken.

Die Strecke dementsprechend abschließend ein Schlachtfeld, aber was soll’s, nach mir die Sinnflut, geht hier nicht anders.

Wie immer wenn es spannend wird will ich den Moment festhalten auch wenn dies bedeutet einhändig zu pilotieren. Ich gehe nicht davon aus den zweiten Gang wechseln zu müssen, also ist die Hand (fast komplett) zum filmen frei. Hier das Ergebnis, nur einmal musste ich kräftig rudern und Gegenlenken.

Was aus der Kabine noch relativ harmlos aussieht muss man sich danach mal in Nahaufnahme zu Fuß antun. Aus der Perspektive bin ich selbst erstaunt das überhaupt geschafft zu haben. Ein dicker Baum war nicht zu finden, hab ich mal wieder Karma Punkte eingetauscht? Danke WALKÜRE. Muss ich Warnungen aussprechen das nicht ohne Übung und entsprechende Ausrüstung zu probieren, soll ja später nicht heißen sein 508er hat das geschafft…

Man wird ab jetzt also wieder mehr Bilder im Reisemodus bekommen, mein Expeditionsmobil im Abenteuer, von allen Seiten und gerne auch von hinten, ich freue mich endlich wieder unterwegs zu sein.

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