Das Zion Gaia Projekt zum Zweiten…

Bin also zurück auf der Zion Gaia Farm und will sehen was sich so in den letzten 5 Wochen entwickelt hat. Die Regenzeit hat die Felder sprießen lassen, leider auch das Unkraut und dementsprechend stehen bald schweißtreibende Tagesaufgaben auf der Agenda. Doch erst einmal ist Wochenende und das Wetter spielt auch für Ausflüge mit dem Fahrrad mit. Dabei entdecke ich mit Bestürzung dass der große Baum nicht weit entfernt auf der Piste zur Farm zur Bauholz Gewinnung gefällt wurde. Was soll man da noch sagen. im Umkreis stehen jetzt also nur noch zwei.

Der Regen der letzten Tage hat den Wasserstand im Zion steigen lassen, meine Fahrt zum markt nach Kati aber wäre dreimal so lang wenn ich hier nicht passiere. Hose aus und in den Rucksack, bis zur Hüfte wird man heute nass. Das ist dann aber auch das Maximum mögliche, da die Strömung nicht zu unterschätzen ist.

Das Fahrrad im Wasser treibend hinter mir her gezogen ist nun auch wieder sauber, was sich aber schnell auf den nächsten Metern wieder ändert.

Mit schlammigen Beinen, verschwitztem T-Shirt und hungrig komme ich also am wie üblich gut besuchten Wochenmarkt an um ein paar Kleinigkeiten zu besorgen, viel Auswahl gibt es hier immer noch nicht. Immerhin Tofu, der hier Soya heißt und frisch gebraten mit Pimentsauce offeriert wird. Alleine dafür komme ich die Tage dann öfter. Ok, die Route alleine ist auch sehenswert wenn man die richtige Perspektive findet.

Für den Rückweg hab ich dann doch die lange Strecke über die rote Hauptstraße gewählt um bei der Volksgruppe der Peul die traditionell Viehzüchter sind, Käse und Milch abzuholen. Diese leben auf halbem Wege neben einem Teakholz Wald der den Rindern zum schattenspendenden Grasen dient. Frischer geht fettige Milch also nicht und diese dann auch am nächsten Tag schon abgesetzt zur Weiterverarbeitung dienlich.

Aus dem Bruch mit etwas Salz und Essig nach dem erhitzen einen trockenen krümeligen Käse gepresst, der sich super auf Pasta machte.

Aber zurück zum Thema, die Menschen hier leben in augenscheinlich andersartigen Hütten, eher nomadischen Ursprungs und könnten relativ zügig den Platz wechseln. Ein paar Gehege, Unterstände und einfache Rundhütten, das war es dann auch.

Möchte nicht wissen wie es hier bei Regen aussieht, das komplette
Leben findet draußen statt, Küche, Wäsche, Feuerholz.

Immerhin haben ein paar Ziegen Sonnenschutz. Die meisten sind aber tagsüber in der Gegend unterwegs, hab sie nur einmal im Gehege gesehen und für die Rinder ist nirgends Platz, die bleiben im Wald. Am Bildrand übrigens der Chef im traditionellen Gewand.

Wann und wie gemolken wird hätte mich mal interessiert, oder besser doch nicht? Auf jeden Fall schmeckt die Milch und ist bei 1,5Litern zu 500cfa fair und kein bearbeitetes Importprodukt. So gibt es mal wieder Müsli und Pfannkuchen, aber auch Milchreis musste irgendwie mit Zimt auch mal sein. Das Hauptgeschäft der aus dem Sahel eingewanderten Viehtreiber aber liegt im Käse. Der Uangage eine Art Frischkäse der noch seine Molke verliert ist ein weicher, weißer noch süßlicher Ballen der später säuerlich wird. Bei den Togolesen gerne mit Salz in Öl gebraten, ich mag ihn frisch mit Früchten. Und die Molke mit ner Orange gemixt auch eine Erfrischung.

Aber ich vertreibe mir die Zeit nicht nur mit Kochen und Essen. Der Laptop spinnt ab und an und mal gucken was sich so unter dem ganzen Plastik verbirgt. Anscheinend alles wieder zusammen bekommen, aber keinen optischen Fehler gefunden.

Die Zeit mit den Freunden im Camp hat auch mal wieder Abwechslung, ne Partie Schach, Informationsaustausch was in der Welt so abgeht und vor allem was sich auf der Farm so getan hat. Ich hatte ja vor Wochen mal Berichte zum Projekt verfasst.

Zion Gaia im Überblick

Details zum Farmleben

Zum Thema Agrar werde ich gesondert was schreiben, heute nur noch schnell den Fortschritt an den Hütten zeigen, die immer noch nicht bezugsbereit sind. Der Boden beim Rechteckhaus nun aber vorzeigbar.

Und die Rundhütte hat das angesprochene Dach bekommen und die Zwischenetage ist fertig, nun folgen noch maßgeschneiderte Möble und eine Treppe.

Beide Projekte zusammen hier von beginn an

Link zum Bau traditioneller Hütten

Der Dschungelweg zum Fluss ist durch den häufigen Regen eine Rutschbahn geworden und nach dem Baden muss man sich daheim nochmal die Füße waschen. Zumindest ist der Zustand der Treppe nach kompletter Überspülung durch Hochwasser wieder hergestellt. Nur der Tisch ist verschwunden, den hatten die Jungs auch nach langer Suche nicht wiedergefunden.

Im Garten hingegen sieht es wüst aus, viele meiner Saaten sind eingegangen, die Versuche mit europäischen Sorten also gescheitert. Tomaten mickern wegen zu viel Wasser vor sich hin, Karotten, Spinat und Rote Beete kamen erst gar nicht und nur die Auberghinen gedeihen. Bei den Zucchini immerhin viel grün und vielleicht auch demnächst Früchte…

Ich bin also selbst gespannt was auf den Feldern mit Mais, Maniok, Yams usw. los ist…

4 Gedanken zu “Das Zion Gaia Projekt zum Zweiten…

  1. Surfy schreibt:

    Wäre ja spannend, ob das europäische Saatgut bei entsprechender Bewässerung doch gedeihen würden. Wasser hat es ja genügend. Vielleicht ruft dies nach einem Bewässerungsgraben / System?

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  2. Stefan schreibt:

    Hast du das Gemüse in Töpfen vorgezogen?
    Vielleicht Klappt es dann mit den europäischen Sorten. Bei der ersten Aussaat könnte man sich dann auf das Ernten von Samen konzentrieren, die wären dann vielleicht etwas klimatisch angepasst. Hast du die Samen von Deutschland mitgebracht?

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