2h für 10km ein Umzug im Busch

Der Umzug von einer Farm auf die Nächste stand an, nur 10km Luftlinie voneinander entfernt kann das auch ein Abenteuer werden wenn die Bodenverhältnisse nach mehrmaligem Regen der letzten Tage echt aufgeweicht sind. Alleine das Ausparken hatte es schon in sich, da die Räder der WALKÜRE jeweils bis zum Felgenrand in die Wiese eingesunken sind. Eigentlich war jeder Versuch von vornherein zwecklos, aber die Hoffnung hat man ja doch.

Wagenheber und Palmenwedel drunter, aber was kann das selbst mit Luft ablassen schon bringen wenn auch vorne nicht besser aussieht. Die Farm so abgelegen, hier kommt nie Hilfe vorbei, also muss man sich selbst helfen und ausbuddeln stand nicht auf meiner Ideenliste, weil ich vor allem gleichzeitig rückwärts und ein Stück um die Ecke musste. Warum also nicht endlich mal die Seilwinde zum Einsatz kommen lassen. Nicht ohne Grund erst vor wenigen Wochen auf dem Strandcamp zum Einsatz gebracht und noch nie ausprobiert.

Bei der ganzen Aktion hab ich nur an die Arbeit gedacht und kein Foto gemacht, nur ein paar bewegte Bilder zum Ende, die einen Eindruck vermitteln können. Und wie zu erwarten war hab ich mich rückwärts aus dem ersten Schlam(m)massel rausarbeiten müssen. Also Abschleppstange aus dem Rahmen ziehen und ins Zugmaul einhängen, Seilwinde vom Beifahrerfußraum holen an der hinteren Öse fixieren, Kabel abrollen und vorne an die Anschlüsse schrauben. Fertig, keine 10 Minuten Installation, eher 5 und Die Winde in Freilauf bringen, abrollen und das Kabel um die nächste Palme legen auch nicht der Rede wert.

Die ersten Zentimeter raus aus den vier Kuhlen hatte sie ein bissel zu kämpfen, Motorkraft konnte ja kein Stück zur Mithilfe beitragen. Außerdem wurde aus den Lochern durch natürlich auch dahinter aufgeweichten Boden ein ordentlicher Graben. Lenken hierbei auch eine komplizierte Angelegenheit.

Das Schlachtfeld dementsprechend noch ne Weile so in seinem Garten vorzufinden. Die nächsten Meter auf dem Mopedpfad waren dann auch nicht besser, mittig stabil mit weichen Rändern, hieß es die Seilwinde gleich mal im Dauerbetrieb zu testen. Hier dann endlich mal was zum Gucken. Die Idee das Ding nicht fest vorne zu installieren hat sich also beim ersten mal schon ausgezahlt.

Auch ne clevere Ausparkmethode wenn man wegen Sichtbehinderung nicht ordentlich rückwärts ausparken kann und sich das lieber aus ner anderen Perspektive anschauen mag 🙂 . Man muss halt vorher irgendwie nur genug Platz zum Aussteigen haben. Die Aktion hatte noch ein Versetzen des Zaunpfahles am Ende nötig, wollte eigentlich auf der Wiese wenden um vorwärts dort durch, was zum Glück zu Beginn vereitelt wurde. Rückwärts aus dem Tor in die andere Richtung war nicht einfach und ich bin erneut über die Kompaktheit der Walküre erstaunt.
Der erste Abschnitt „Ausparken“ also irgendwie geschafft. Als nächstes dann nur erneut den schmalen Weg mit hoffentlich besseren Verhältnissen als zur Ankunft zu meistern. Der Weg von der Farm nach Tsevie Kope dann wieder auf dem Mofa-Pfad mit weichen Seitenrändern. Doch solange die WALKÜRE etwas Schwung hat läuft es doch immer irgendwie. Für die Fernsehgucker nochmal ein Eindruck von Togos Busch.

Der einzige Moment, der für etwas Herzklopfen sorgte war ein enormer Verlust an Vorschub gepaart mit kratzenden Geräuschen und schmatzendem durchdrehen der Räder, als ich mit dem Differential oder hoffentlich eher Stabibügel auf dem Mittelstück die Vegetation weggekratzt habe während die Räder seitlich daneben nach Traktion suchten. Das Ergebnis kann sich sehen lassen und wieder mal wünscht man sich Portalachsen oder einfach noch größere Räder. Vielleicht waren das die neu hinzugekommenen 2cm bei den nun aktuellen 225/75 17.5 die mich hier nicht stecken blieben ließen, keine Palme oder stabiler Baum weit und breit, Danke Schicksal. Der Rest war simpel.

Dann hieß es rote Piste bis zur Hauptroute nach Kpalime, dort am Straßenrand die nötigen Besorgungen und am Mont Agou schon wieder runter auf die nächste Piste die zur nächsten Buschroute führt, bekanntes Terrain.

Mitten drin auf dem Fußballplatz von Konta treffe ich dann durch Zufall Marco, den Initiator des Zion Gaia Projekt, der mit seinem Toyota Hilux nicht schlecht zu kämpfen hatte die noch vor mir liegenden Meter zu meistern. Man muss dazu sagen, dass er gerade ohne Allrad mit nur angetriebener Hinterachse unterwegs ist. Ausgeglichene Verhältnisse also und meinem Truck traue ich das noch zu. Zur Not gibt es wenige Meter weiter Leute die schieben helfen können.

Ich schaffte die schwierigen Passagen doch und wie es nun mal so ist verkackt man direkt am Ende. Wollte nicht mit Schwung ins Camp düsen und hab wirklich auf den letzten 10Metern nochmal die Fuhre im Schlamm versenkt. Etwas buddeln und Äste drunter, drei Mann schieben und auch das Einparken war dann geschafft. Pünktlich vor dem nächsten Schauer der dann auch tolle Aussichten aus dem Hubdach mit Sonnensegel gab.

Mein alter Platz weiter im Busch drinnen war aussichtslos unerreichbar. selbst mit einem 4×4 und schlechter Bereifung wäre die Fahrt durch den Sumpf bis dahin ein Wagnis gewesen, so begnüge ich mich für die nächsten Tage also mit dem Platz zwischen Kompost, Hühnerstall, und Abwaschtisch.

Schönes Gefühl wieder hier zu sein, freundliche Begrüßung von allen Beteiligten und verständliches Erstaunen über meine neue Beifahrerin die auch herzlich aufgenommen wurde. Atlas fühlt sich sowieso wohl, hat nur mit den Hühnern und Ziegen zu tun die immer in sein Revier eindringen wollen.

Bin also wieder zurück auf Zion Gaia und beschreibe im nächsten Blog was ich hier diesmal so treibe.

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