Einreise Togo und mein Camp in Lome

Nach Süden also erneut da man mich entgegen der Info aus der Botschaft von Togo nicht an jeder Grenze mit nem Visum bedienen kann. (Auch wenn sich später herausstellt, das kein PC dafür nötig ist, ein Stempel genügt). Ich verlasse also Wli und schaue mal was noch so kommt. Die Hauptstraße vorbei am Akosombo Damm will ich aufgrund der schlechten Straße und vielen Kontrollen vermeiden. Sowas ist mir da lieber und angenehmer zu fahren.

Bei Leklebi führt die IR7 noch rüber nach Togo und direkt in eine bergige Gegend mit etlichen Wasserfällen. Dass die auch Wasser führen ist in der Trockenzeit nicht sicher, aber die Natur hat heute für Nachschub gesorgt. Mein erster richtiger Regen seit Wochen.

Kann idyllisch sein und auch ne ersehnte Abkühlung. Jedoch hat es einen Nachteil, man sieht nicht mehr wie tief die Schlaglöcher vorm Fahrzeug sind… Autsch.

Ich erreiche die Grenze nach einem entspannten ersten Posten auf der Ghana Seite, danach führt es steil den Berg hinauf zum letzten Schlagbaum am Gipfel wo ein Dorf steht. Ich erkläre meine Lage mit dem fehlenden Visa für Togo und darf erst einmal zu Fuß rüber um nachzufragen. So spaziere ich also bei den letzten Tropfen Regen mit meinem Schirm erstmalig aus eigener Kraft nach Togo. Nette Beamte dort, die aber das gleiche Problem wie in Wli haben. Es wäre umständlich möglich mit einem gemeinsamen Ausflug in die nächste größere Stadt, der aber Zeit, Nerven und Geld kosten würde.

Also wandere ich über diese Brücke wieder nach Ghana zurück und drehe erneut um. Bleibt wohl nix anderes als es weiter südlich zu versuchen. Will nun sowieso nach Lome, da dort ein Kumpel auf mich wartet. Übrigens hab ich hier oben mal ein geländegängiges, ehemals deutsches Militärfahrzeug am Straßenrand stehen sehen. MAN Kat immer ein Hingucker.

Ich muss nun also echt noch einmal über den Berg bei Amedzofe, und weiter bis Ho und Kpetoe, dann der kleineren Hauptstraße parallel zur Grenze nach Dzodze folgen. Nicht an einem Tag machbar und ich hab mir ein Nachtlager strategisch günstig gesucht. Am nächsten Morgen dann recht zeitig für die Formalitäten bei Noepe angekommen. Es hat mal wieder ein Schauer vorbeigezogen, ist die kleine Regenzeit denn schon nah?

Dieser Grenzübergang ist etwas nördlich von der Hauptverbindung Ghana-Togo/Lome und als Entlastung sehr gut ausgebaut oder angedacht. Nur irgendwie ist hier kaum Betrieb, kommt mir grad recht. Das Terminal auf einem großzügigen Areal clever angelegt und zum ersten Mal finden sich alle Stationen an einem einzigen Platz. Nett begrüßt und freundlich behandelt checke ich aus Ghana aus, Stempel, Abgabe vom Zollzettel und trotz vorhandenem PC mal wieder in ein dickes Buch eingetragen.
Für Togo dann eine Tür weiter wo man sogar gemischt an einem Tisch sitzt, die einen sprechen eher englisch (Ghana) und die Uniformierten aus Togo bevorzugen erneut französisch, hoher Frauenanteil bei der Abfertigung hier, es ist lustig. Man stempelt mir mein 7-Tage Visum in den Pass, welches ich in Lome dann verlängern lassen kann. Außerdem wartet eine gesundheitliche Inspektion auf mich, man schaut über die Impfungen, fragt nach dem Wohlbefinden und misst Temperatur per Bratenthermometer. Gründlich sind die hier schon, man will einen Blick ins Reisemobil werfen, was natürlich erneut eine Ansammlung von Interessenten auf den Plan ruft. Petit maison mit Bett, Schrank und Küche, alles was ich brauche. Und zum ersten Mal kommt sogar eine extra dafür zuständige Dame die sich den Pass und Impfausweis für Atlas ansieht. Nicht ganz aktuell, aber genug Stempel und Kleber drin zum verwirren. Fertig.

Naja, noch nicht ganz. Nach relativ schneller Abfertigung von unter einer Stunde für beide Seiten fahre ich aus dem Unterstand und will schon fast das Gelände verlassen, da stoppt man mich an der letzten Bretterbude vor der Schranke. Hier sitzt der Zoll von Togo ganz einsam und abgeschieden. Hat selbst keine Ahnung, warum für ihn im Komplex kein Platz mehr war. Die Hütte sieht sehr provisorisch aus, vielleicht 2 auf 3 Meter aus windschiefen Brettern, Platz für einen Uniformierten mit Helfer. Er füllt mir mein Passavant aus, den Zollzettel. Wir verstehen uns recht gut und mit Überredungskunst stellt er den Zettel gleich für 30Tage aus, da ich ja schon das Visum verlängern lassen muss. Dies hat übrigens 10.000cfa gekostet und für den Zoll weitere 7.000, Einreise Togo also unter 20,-€. Jedoch erhoffte sich der Beamte hier noch ein zusätzliches Trinkgeld, was wohl die Hütte soweit abseits von den Kollegen erklärt.

Ich bin also drüber und meine Versicherung gilt auch noch ein paar Tage wie der untere Zettel zeigt. Ab geht’s nach Lome. Ich mag zwar keine Großstädte, aber hier muss ich mich um ein paar Visa kümmern. Es gibt einen entspannten Campingplatz am Strand und der Weg dorthin durch die Stadt ist nicht so schlimm wie gedacht. Hier die ersten Eindrücke vom Zubringer.

Im Zentrum dann das übliche Bild aus verstopften Straßen, vorbeieilenden Mopeds und Fliegenden Händlern überall. Der Zustand der Automobile ist optisch definitiv besser als überall zuvor, DHL gibt es hier wirklich und die Plakatwand mit „Guten Tag“ hängt ohne weitere Erklärung in der ganzen Stadt rum. Der bärtige Deutsche, ich fühle mich nicht mehr wie ein Außerirdischer.

Ich beziehe meinen Platz im Camp und treffe dort den Motorradreisenden Sachsen wieder. Zusammen kann man die Bürokratie entspannter meistern. Visa für die Republik Congo, Nigeria und die Demokratische Republik Congo DRC stehen neben Visumverlängerung Togo und anderen Kleinigkeiten auf dem Plan.
Aus 7 mach 30 Tage für nur 500cfa bei der Togo Immigration wo wie in einer deutschen Behörde gut was los ist. Lächerliche Eingangsbarrieren, die die Leute wie Lemminge hin und her laufen lassen, vor der Tür Schlepper und Nepper für Fotos und Kopien, alles was man so braucht… Der Zettel dann recht übersichtlich und der neue Stempel am nächsten Tag zur Abholung bereit.

Nun darf ich also in der Summe einen Monat im Land verweilen und ich glaube diese Zeit brauche ich auch bei den bürokratischen Vorhaben die demnächst mal ein eigenes Thema benötigen. Auf jeden Fall ist der Platz am Coco Beach bei Antoine eine gute und günstige Adresse, und zum Glück 15km weg vom Stadtzentrum. Der Weg hinein auf einer gut ausgebauten Hauptstraße am Hafen vorbei und unweit vom Camp auch alles was man täglich so benötigt verfügbar. Es gäbe schöne idyllische Plätze direkt am Strand zwischen halbwüchsigen Cocospalmen, für nicht Allrad betriebene Fahrzeuge steht eine dörre Wiese ohne sonstigen Schatten bereit. Für mich in Bezug auf Atlas aber der ideal ruhige Platz und mit aufgestelltem Dach bin ich von externem Schatten eh unabhängig.

Echt mal wieder ein Traum mit meinem Setup, die Terrasse ab Nachmittag im Schatten und das Sonnensegel dafür ist also auch bald mal im Einsatz. Der Luftzug der Küste immer wieder angenehm, wenn auch sonst generell viel zu warm. Nachts kann man deshalb nur bedingt schlafen, bin schon wegen dem bissel mehr Luftzirkulation in den Alkoven gezogen, wo jetzt ebenfalls ein Moskitonetz hängt. Hier mal ein Beispiel, Mitternacht knapp 30grad und mit höchster Luftfeuchte gefühlt unmenschlich warm.

Atlas verbringt den Großteil des Tages unterm Truck und Gassi beschränkt sich auf den Morgen und Abend je zwischen 6-8. Sport zur selben Zeit mit folgendem Bad im Meer und anschließender Frischwasserdusche… und als Luxus gönne ich mir auch meine Badewanne um immer mal wieder für ein paar Minuten Abkühlung zu suchen. Wasser kommt hier kühl aus nem Brunnen.
Das Wetter macht echt zu schaffen, Moped fahren hat zumindest den Effekt, dass der Fahrtwind wie ein Fön den Schweiß wegbläst. Der wird aber bei jedem Stop neu produziert, Wasser tankt man mehr als Sprit nach! Und nochmal bin ich echt glücklich ein „open air Wohnmobil“ zu haben. Kochen im Fahrzeug wäre sonst die Krönung der Selbstgeißelung. So macht das keinen merkbaren Unterschied, wenn auch die Aktivität an sich schon zum Schwitzen einlädt. Schnippeln, hacken und umrühren ist glänzend sichtbar auch Arbeit.

Ich habe mit Willi einen Nachbarn den in seinem Zelt auch keine besseren Umstände erwarten. Er denkt schon über eine Hängematte nach. Wer hier unten mit nem normalen Van Urlaub machen will hat echt nen Knall.

Abschließend also ein paar Fotos von meiner Heimat auf Zeit. Am Wochenende soll immer gut was los sein hier, ich glaube das brauch ich nicht und wir planen einen Ausflug, kommen aber am Montag wieder.

Man könnte sich direkt zwischen die Palmen stellen, nur der Weg hinaus ist dann aufwendiger…

Und zum Wochenende wird immerhin mal der Strand gereinigt. Kann man sich ne Weile gut gehen lassen hier.

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