Der Affenwald „Boabeng Monkey Sanctuary“

Nach dem Vortrag und den Verabschiedungen im GPI (Ghana Permaculture Institute) hatte ich für die Fahrt nach Boabeng/Fiema zum Monkey Sanctuary zwei Mitfahrer und Atlas musste seine Bank freigeben und durfte auf dem Bett liegen.

Es waren nur wenige Kilometer aber alles Piste und eine Erfahrung für das portugiesische Pärchen welches ich durch Zufall dort angetroffen habe. Boabeng ein kleines Dorf und wenn überhaupt nur wegen dem Wald mit den Affen auf der Karte. Es ist aber keineswegs wie auf map out gezeichnet ein Naturschutzgebiet und bei Weitem nicht in dem dortigen Ausmaße. Aber immerhin schon über hundert Jahre doch irgendwie beschützt.

Wir erreichen also das Büro auf einem Platz direkt vorm Eingang zum Wald gegenüber dem Dorfplatz. Man will 50ghs pro Person (8,-€) und gibt nach etwas Diskussion studentischen Mengenrabatt, da die Preise wohl auch erst kürzlich angehoben wurden. Zu unserer Gruppe mit Führung gesellt sich durch Zufall noch eine Berlinerin, die Mann und ausgewachsene Kinder für eine etwas andere Art Urlaub in der Heimat gelassen hat. Für drei Monate anpacken wollen und Hilfsprojekte besuchen, wenn auch nach Gesprächen herausgefunden sie enttäuscht über die Organisation dieser an sich guten Voraussetzungen ist. Nun ist sie nach Halbzeit und anderem Standort hierher gewechselt und bei einer Familie im Dorf eingezogen.

Wir folgen unserer mit Bananen bewaffneten Führerin Jane und ich konnte nicht an mich halten nach Tarzan unter den Affen zu fragen… passiert ihr anscheinend doch häufiger. Die Führung selbst aber ein reiner Touristengaudi, die Affen kommen nur weil seit Generationen darauf dressiert gratis Futter in Empfang zu nehmen. Durch lautes klatschen und Rufe, was sonst Wildtiere verscheuchen würde, finden sich recht zutrauliche Tierchen ein, die sogar auf die Schultern springen wenn dadurch schneller an das gelbe Ding zu kommen ist.

Gegen Abwechslung im Speiseplan und weil ich es grad dabei hatte gibt es bei mir Cocos Stückchen und das muss erst genauer beschnüffelt werden.

Doch es schmeckt wenn auch vielmals bei dieser Art erst alles in Backentaschen gepackt und später ordentlich gekaut wird.

Würde behaupten exakt die gleiche Art Affen schon in Mali gesehen zu haben, nix besonderes hier unten, zum Glück wenigstens in diesem Bereich hier nicht abgeschossen um im Kochtopf zu landen. Unschwer zu erkennen eine Mammi.

Es laufen auch andere Gruppen in dem nicht all zu weiträumigen Gebiet rum und die Geräusche im Hintergrund des folgenden Videos sind dann keinesfalls natürlichen Ursprungs… Wie gesagt, nett anzusehen aber gefühlt wie ein Streichelzoo.

Ich löchere Jane mit Fragen und bekomme wenigstens interessante Infos, 30Jahre zum Beispiel werden diese hier alt und leben in Gruppen mit je einem Alpha, der seinen Harem bewachen muss. Ausgestoßene Jünglinge haben als Gang eine weitere Ecke im Wald besetzt. Kämpfe gibt es ab und an um die Vorherrschaft solcher Familien ansonsten wird hier kaum um Revier und damit Futter gekämpft. eine Familie hat sich einen hohlen Baum als Heimat gewählt, toller Spielplatz für den Nachwuchs.

B

Da könnte man glatt neidisch werden bei all den lustigen Bäumen in diesem Wald. und ein schattiges Plätzchen findet man auch dazwischen.

Und dann entdecke ich diese beiden hier, stehen an einer Wegesgabelung und bilden ein komisches Pärchen. Der Urwaldriese und der Schlingficus.

Beim linken im Bild ist dabei der Wirt, der mal das Skelett des um ihn schlingenden Ficus zum stützen bildete abgestorben und vermodert. Das außenrum aber noch stabil genug nun selbst weiter zu wachsen. Der Kampf ums Licht im Dschungel ist hart, und jeder Zentimeter der am Anfang gespart werden kann wird genutzt.

Hier mal eine kleine Variante davon, die noch ein paar Jahre vor sich hat und wenn den alten Baum fest umschlungen auch ohne dessen Hilfe weiterhin stehen kann.

Dieses einmalig natürliche Klettergerüst hat hier schon viele auf den Gedanken gebracht wie die aufpolierten Stellen im Inneren des Ficus zeigen.

Mal wieder reichen Bilder nicht aus um erlebtes zu teilen… clip ab.

Der Akteur darf dann auch mal wieder mit aufs Bild hatte sichtlich seinen Spaß. Von der Gruppe nun getrennt genießt er lieber selbst die Natur und hofft auf die nötige Ruhe für weitere Entdeckungen.

So wäre zum Beispiel ein kleinerer Pfad weiter in den Wald hinein in dem es noch eine zweite Affenart zu bestaunen gibt, die sich aber nicht von Futter anlocken lässt, weil ihnen das frische Grün auf den hohen Bäumen besser mundet.

Man kann kaum was erkennen, wenn sich die schwarz-weißen mit dem buschigen Schwanz nicht bewegen oder gerade mal in einer blattlosen Ecke vorbeihuschen.

Also mal wieder ein Einblick mit Ton.

Als letzten Abstecher noch zum Friedhof auf dem auch Zweibeiner liegen, die ihr Leben den Affen verschrieben haben. Ein Forscher anscheinend schon seit über 100Jahren hier neben etlicher seiner Studienobjekte verscharrt.

Es war ein interessanter aber zu touristischer Spaziergang mit possierlichen Tierchen die leider kaum noch Wildes in sich haben. Der Mensch dreht sich die Natur wie er sie braucht und verschmutzt den Rest obendrein mit Zivilisationsmüll. Schiebt die Schuld dann auf die Affen die die Müllkörbe leeren, aber warum es überhaupt so weit kommen lassen. Ich habe später am Truck noch einige Gespräche mit dem recht Jungen Boss der Anlage und hoffe auf sein Einsehen dass solch ein Eindruck (den ich heute mal nicht abgelichtet habe) bei den gewünschten Besuchern hängen bleibt und nachteilig wirkt. Auch die deutsche Frau die sich ein paar Wochen nun hier aufhalten wird hat ihre Mission entdeckt und wird hoffentlich Wunder wirken. Ich drücke die Daumen.

Atlas hat während dessen unterm Schatten der WALKÜRE gewartet und immer mal bellend Affen oder Kinder verschreckt. Der arme Kerl, aber der beste Kamerad den man sich für diesen Job vorstellen kann, danke.

Hier bleiben mag ich aber nicht, ist mir zu viel Trubel und nur um morgen früh noch einmal spazieren zu gehen hab ich keine freiwillig unruhige Nacht und ziehe von Dannen. Mal wieder einen Schlafplatz irgendwo abseits der Strecke zwischen zwei Dörfern im Busch… mit obligatorischem Schüsselbad am Abend… warum wohl?

2 Gedanken zu “Der Affenwald „Boabeng Monkey Sanctuary“

  1. bern-alive schreibt:

    Ok, ganz zum Schluss erfährt meine Verwunderung über die Mauken dann eine Erklärung. Ich dachte schon, dass die in echt so braun geworden wären, sind jedoch nur ungewaschen!
    Mussten bestimmt lange eingeweicht werden…
    Viele Grüße aus dem Alentejo!
    Bernhard

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