Was ist das Paradies?

Meine Gastgeber haben es auf jeden Fall genau hier für sich gefunden und ich kann es gut verstehen. Das Areal super dank Pflege und mit buntem Bewuchs schattenspendend und abwechslungsreich. Die Gegend noch recht ursprünglich und die Nachbarn in den Dörfern angenehme Zeitgenossen. Der nächste größere Ort weit genug weg und trotzdem recht nah für Besorgungen. Als Bonus dann dieses saubere, klare, warme Meer vor der Tür. Cocosnüsse und Cocomats auf dem Grundstück, Ananas, Papaya und weitere tropische Möglichkeiten, sauberes Wasser aus dem Brunnen, und für mich einen Stellplatz mit Meeresrauschen und Dschungelgeräuschen, perfekt.

Morgens wie erwähnt die einzige Zeit sich etwas zu bewegen. Der Sonnenaufgang meine Lieblingszeit des Tages. Vor allem der Strand bekommt tagsüber von Süden die volle Dröhnung Sonne ab. Schweres Laufen im Sand unterlässt man dann lieber. So entstanden auch diese Bilder bei den Wanderungen am Morgen mit dem Lebensspender noch tief im Rücken.

Der ganze Strand Meneke in den 70er/80ern ein Urlaubsparadies mit etlichen Hotelanlagen, doch wie überall in Afrika verging nach der Unabhängigkeit vieles, hier genau richtig wie ich finde. Die Palmen als letzte Bastionen werden langsam aber sicher vom steigenden Meeresspiegel eingesackt.

Wenn man weit genug spaziert kommt man in höhe des nächsten Dorfes raus und entdeckt den wohl wünschenswertesten Ort der letzten Ruhe unter Palmen mit Blick auf unendlichen Horizont.

Die meisten Dörfer am Strand haben irgendwie ein Auskommen mit dem Fischfang. Also immer auch Boote am Wasser und heute bei besonders ruhigem Wasser sehe ich zwei Jungs mit Harpunen losziehen. Schon richtige HiTech gegen den hölzernen Untersatz, das einteilige Paddel oder den Schwimmer der Unterwasserwaffe.

6Stunden haben sie heute geplant auf dem Wasser zu bleiben, vielleicht komme ich zur Landung wieder zurück… Dazu fehlt mir in der Nachmittagshitze aber der Elan und außerdem hat sich Besuch angekündigt. Unsere neuen Freunde vom Paddelausflug kommen mit dort im See gefangenen Süßwasserfischen „Karpfen“ und bringen auch das gebastelte Geschenk für den Junior vorbei.

Fehlen nur noch die Räder die gibt es aber später. Der Tag wird also mit Geschichten und gemeinsamem Essen beendet. Wie hier unten üblich wird auch viel getrunken, wovon ich mich fernhalten kann. Palmwein und Selbstgebrannter und auch Bier gibt es natürlich. Doch der Fisch ist mir eine willkommene Abwechslung zum Meeresfisch der letzten Tage.

„Sari“ muss also auch sein rollendes Heim zeigen und natürlich wie gewohnt alle mit staunenden Blicken zur WALKÜRE hinauf. Eine göttliche Erscheinung. Ich hab sogar in den letzten Tagen etwas ausgeklügelt um endlich den Himmel im Innenraum zu verschleiern. Der Kork ist zwar hübsch, aber nicht das gewünschte Endergebnis. Meine Augen entdeckte vielseitiges Farbenspiel auf dem Markt.

Unglaubliche Auswahl von Kitsch bis extravagant, was es final wurde muss noch warten, das hier aber war in der engeren Auswahl. Nur auf große Fläche dann doch zu viel.

Wie erwähnt hat mich das Moped nicht nur in Richtung Grand Bereby gebracht, nein auch tiefer in den Dschungel ging es bis zum Ende des Strandes der durch einen Fluss begrenzt wurde. Einige Kilometer zum Schluss sogar direkt über den Sand. Hat der kleine Zweitakter mit dem abgefahrenen Profil aber gut zu kämpfen, harten Sand an der Wasserkante suchen und durch.

und wie ich Glückskind oder der Zufall es grad so will ist da noch kein Umkehren angesagt. Zwei Fischer kommen zeitgleich an und nutzen die Ebbe um an einer ganz bestimmten Stelle zu Fuß über zu setzen. Hätte ich nie gefunden oder mich auch nur getraut, wer weiß was da drin rumschwimmt, vor allem ging das Wasser dann doch bis zur Brust. Barfuß und nur mit Shirt und Hose bekleidet trocknet das recht schnell und ist fast eine Abkühlung. Die Aussicht dafür von der anderen Seite gigantisch.

Der direkte Weg den man im Bild drüber sich erahnen könnte ist wegen der Strömung und mehr als 3m Tiefe nicht machbar, es ging quer durch mit einem kleinen Stück durchs Gestrüpp… Barfuss. Unterwegs zeigten mir die beiden, dass kürzlich ein Waran vorbei gekommen sein muss.

Bevor das Wasser wieder steigt mache ich mich mutig alleine auf den Rückweg, die Jungs müssen noch Fisch mitbringen, tauchen später noch kurz im Video auf. Bewegte Bilder vom Paradies? Ja 2Minuten Urlaub für alle Leser gratis und zum mitfühlen.

So ein Ausflug mit dem agilen Zweirad bringt einen an so manche tolle Stelle. Aber keine Sorge, ich gebe immer jemandem Strecke und ungefähre Rückkehr bekannt, habe Helm auf und Telefon zum Bilder machen sowieso dabei. no risk, no fun.

Wenn ich also reisemüde werden würde, oder einen Platz für den Lebensabend suchen müsste, wäre der Strand von Meneke zusammen mit dem von Kafountine in der Casamance zur Zeit ganz oben auf meiner Wunschliste. Die Welt ist aber noch viel größer und will von mir gesehen werden. Ich bin jetzt eine Woche hier und habe Pläne für die nächsten Schritte geschmiedet, der Abschied steht nahe und damit der Beginn einer neuen Etappe im nächsten Blog.

Ein Gedanke zu “Was ist das Paradies?

  1. George schreibt:

    Kann Dich nur beneiden super schöne Gegend. Vor einem Jahr waren wir auch in Kafountine, war auch schön dort. Da fällt der Abschied immer schwer. Weiterhin gute Reise.
    George

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