Mali / Urlaub in Manantali und Umgebung

Das Cool Camp war also die Basis von der aus ich auch einige Ausflüge in die Umgebung startete. Da wäre zum einen nennenswert die Cite des Cadres die man sich mal wieder von oben ansehen kann. Eigentlich nix besonderes, doch ich bin in Mali… Und das hier war das Dorf das von Deutschen erschaffen wurde, welche den Staudamm Manantali bauten. Natürlich mussten die Arbeiter bei Laune gehalten werden und das mit Schwimmbad, Kantine und Bar als Herzstück einer beschaulichen Anlage aus richtigen Häusern. Wenn man sich die strohgedeckten Rundhütten der Umgebung zum Vergleich ansieht liegen Welten dazwischen. Auch gab es einen Sportplatz… für viele Afrikaner wahrscheinlich unverständlich.

Mich zog es primär hier her, da eine gut ausgestattete Apotheke neben das Krankenhaus gesetzt wurde, musste mir mal was für den Malaria Notfall besorgen. Doch zu viel Auswahl ist auch nicht gut, hab dann das einzige Präparat mit Artesunate genommen, was ich bei meinen Recherchen vorher als gut befunden habe. Der Rest auch meist von großen Pharma Konzernen…

Also auch dieser Anblick hier kein Standard und nur wegen des wichtigen Staudammes und deren Belegschaft noch aktiv. Krankenwagen die auch durch den Busch fahren wenn’s nötig ist. Das Dorf nach dem Abzug der Deutschen natürlich afrikanisiert und etwas vernachlässigt, aber auch das war vorher zu sehen.

Bei der Rundfahrt hinterm Zaun mit Schranke entdeckte ich auch einen Supermarkt, wenn auch sehr dürftig ausgestattet und wollte mir unbedingt den Pool ansehen.

Schlicht und mit Überraschung dahinter.

Die Bar natürlich komplett leer und verfallen, Alkohol gibt es keinen also warum auf einem Stuhl vor nem Tresen sitzen? Davon lieber kein Foto, was mich aber erstaunte war ein Raum der Fitnessgeräte enthielt. Ich natürlich sofort gefragt ob ich auch mal ran darf, musste zum Chef der Kantine und dort hatte ich ne Erlaubnis für den kommenden Tag bekommen. Naja, war jetzt nicht das Erlebnis das ich erhofft habe, alles funktionierte nur halb und die guten altmodischen deutschen Maschinen standen mit kleinen einfach zu behebenden Fehlern in der Ecke und wurde gegen chinesischen Müll der auch nicht funktionierte aber gut aussah ersetzt.

Trotzdem kann man mit ein paar Gewichten nicht viel falsch machen und so kam ich nach etlichen Monaten Entzug mal wieder ins Pumpen. Zum Glück klimatisiert, sonst hätte ich es nicht lange ausgehalten. Kein Wunder warum der Boden aus Fliesen bestand, Schweiß einfach aufzuwischen… Also in der Summe kein Grund nochmal her zu kommen und ich verlegte meine Sporteinheiten wieder auf den morgen vor der WALKÜRE. Mittags hieß es wie üblich Siesta und gegen späten Nachmittag konnte man auch wieder in der Gegend spazieren gehen. Atlas kannte schon das ganze Camp wenn auch ziemlich groß und freute sich auch mal auf draußen.

Gegenüber wurde Stroh gebündelt, das wächst anscheinend nach dem Regen überall und wird in der Trockenheit geschnitten und unter anderem für die Dächer der Hütten genommen. Eine dieser Hütten fand ich in der Nähe und war froh da überhaupt ranzukommen weil das meterhohe Gras sonst überall ist.

Die Region ist aber auch hübsch anzusehen, wenn auch staubig und trocken, zum Glück abwechslungsreich durch die Felsen und im Video mal ein bewegter Einblick.

Diese Felsen eignen sich natürlich auch gut als Baustoff und werden in Handarbeit behauen und vorbereitet.

Und die großen Plateaus eignen sich hervorragend zum dreschen und sortieren.

Bei einem Motorradausflug in etwas entferntere Gegenden erkennt man erst, dass überall, egal wie abgelegen immer mal wieder kleine Felder und Farmen zu finden sind, zur Zeit aber ungenutzt.

Auf dieser Tour habe ich auch unweit des Staudammes der den See bei Manantali zurückhält, dessen Steinbruch gefunden. Das Baumaterial also nicht von all zu weit her angekarrt worden.

Die Runde war interessant, da ich mich fühlte wie ein richtiger Buschmann der mit nem Moped durch die Wildnis fährt…

… doch eigentlich ist das für die Ansässigen hier nix besonderes. Der einzige Weg in die abgelegenen Dörfer und Farmen führt halt über diesen Weg und statt wie früher zu Fuß und mit Esel ist man heute mit dem Chinaroller unterwegs. Die Jungs lernen mit 7-8 Jahren schon damit zu fahren.

Ich hab auch mit Casper vom Cool Camp einen Ausflug gemacht der sogar sinnvollen Hintergrund hatte. Aber zuerst zeigte er mir ein ungeheuer großes Areal westlich von Manantali, das zwar durch ein großes Projekt mit mehreren Gräben nun bewässert wird aber das Land ringsum wegen Streitigkeiten oder was auch immer nicht in Privatbesitz und deshalb nicht zum farmen für die Bewohner freigegeben. Verschwendung wie ich finde. Wir fuhren aber zu einem abgelegenen Dorf um eine Wasserpumpe zu reparieren. Caspar tut dies regelmäßig als Beitrag zum Gemeinwohl und zahlt Ersatzteile und einen Helfer aus eigener Tasche. War schon eine interessante Angelegenheit.

Zum Glück konnte ich mich als immerhin halber Fachmann auch etwas mit Wissen einbringen. Dass rostige Verschraubungen nicht unbedingt mit nem Maulschlüssel am Kopf der 4.8er Schraube gelöst werden sollte sondern per Nuss mit mehr Auflagefläche an der Mutter und außerdem etwas Schmiermittel… denn runde Köpfe fabrizieren und keine Flex in der Nähe wäre doof. Und auch die Rohrzange musste ich ihnen ausreden, passendes Werkzeug war ja zur Hand.

Der Pumpenkopf wurde abgenommen und die Ursache der Fehlfunktion entdeckt, irgendwas ist unten lose oder gebrochen, also das ganze Rohr nach oben ziehen… Da könnte ich wieder Geschichten zum Arbeitsschutz erzählen… aber irgendwie wurde alles gut und ich hab nun auch die komplette Funktion inklusive Ventil im Rohr verstanden.

Ich traue mir nun also zu bei Bedarf in Zukunft auf meinen Reisen nötigenfalls auch Hand an funktionsuntüchtige Wasserpumpen anzulegen, die für die Bevölkerung elementar ist. Gleich zwei Weiße die sich die Finger schmutzig machen, logisch ist an der ganzen Wasserstelle schnell Publikum und kaum Platz zum arbeiten. Da geh ich lieber mit den Kids ne Runde Katschi schießen.

Ich glaube so haben wir früher solche selbstgebastelten Zwillen genannt, Kind des Ostens … und hier immernoch ein Renner der Jugendunterhaltung. Nur deren Gummis weit effektiver als unsere damals oder die einfache Version Luftballon mit stibitztem Lockenwickler.

Wie gesagt, ich hatte Urlaub und war auch täglich in Manantali um mein Abendessen abzuholen. Außerdem obligatorisch ein Gang über den Markt und wenn es auch nur für eine Kleinigkeit wie ne Banane zur täglichen Papaya oder als Besonderheit sogar ne Avocado sein sollte. Mit dem hauptsächlich getrocknetem Fisch konnte ich mich aber nicht anfreunden und hab ihn lieber nicht probiert.

Das Angebot sonst immer noch recht dünn in Bezug auf Obst und Gemüse. Deshalb meine Papaya Diät. Aktuell war Erdnussernte, die gibt es also überall und pro Schale mit Haufen zahlt man 250cfa also keine 50ct. Ein Kilo Erdnüsse für unter nem Euro, kann man nicht meckern, muss man nur selbst rösten.

Ganz im Getümmel hab ich keine Fotos gemacht…Markt täglich von früh bis Mittag und jeder hat seinen Platz. Eigentlich hat im ganzen Dorf jeder seine Funktion, oder halt gar keine. So weiß man recht schnell zu wem man muss wenn das selbst flicken des Fahrradschlauches doch nie hält und die professionell afrikanische Reparatur 100cfa also keine 20ct kostet… oder wer mir was nähen kann.

Da ich ne Weile und überall nach ner zweiten Simkarte vom beliebtesten Anbieter Orange gefragt habe, (Empfang von Malitel war scheiße) kannte mich auch das halbe Dorf. Überall zu nem Plausch bereit und schnell ist man im Afrika Modus und vergisst die Zeit, kein Wunder warum niemand Verabredungen einhält. Man amüsiert sich über viele gegensätzliche Dinge, so zum Beispiel, dass ich von einem sehr nachhaltig genutzten Besen ein Foto machen wollte. Zwar aus Plastik aber wirklich bis zum Ende aufgebraucht.

Und zum Abschluss des heutigen Blogs noch ein paar Bilder aus dem CoolCamp. Da kann man sich mal zwischen den Bananen rumtreiben, für mich als Gärtner ne neue Welt. Die laugen zwar in wenigen Jahren die Böden aus und müssen versetzte werden wenn man ohne viel Dünger auskommen mag, aber mit genug Platz alles kein Problem.

Sogar mit Video bei der Bewässerung, den Unterschied zwischen Kochbanane und Frucht hab ich an der Pflanze aber nicht entdecken können.

Dazwischen immer mal ein Papayabäumchen für den Nachschub meines Frühstücks.

Nie Nachbarn beschränken sich meist auf Süßkartoffeln oder Zwiebeln, ab und an Salat. Dafür wird alles platt gemacht und der Boden mit Chemie von allem Bewuchs befreit, danach sieht das dann als Monokultur so aus. Es ginge auch anders, wie ich ab und an schon gesehen habe, aber das ist die neuste mode, die Dünger kommen aus den entwickelten Ländern und müssen deshalb gut sein, dass sie bei uns aber keiner mehr will weil meist giftig sagt hier niemand.

Da kann ich nur wieder Caspar bewundern wie er mit eigenem Kompost und viel Handarbeit eine Bio-Tomatenzucht aufgebaut hat. Anziehen aus Samen und tägliches wässern, ausgeizen und überhaupt erstmal die Gegebenheiten erschaffen.

Ein Camp also mit viel Potential weil aktuell die Besucher ausbleiben. In der ganzen Woche hatte ich nur für einen Abend kurz drei brittische Overlander in zwei LandCruisern als Nachbarn. Die kamen am selben Tag aus Mauretanien und wollen schon Morgen in Bamako für die nächsten Visa sein… März steht Südafrika als Ziel… ein Gehetze bis zu welchem Datum ich vielleicht zwei-drei Länder weiter bin.

Hätte ich noch mehr Zeit, ich wäre fast schwach geworden. Da steht doch wirklich ein Allrad LO oder W50 im Dorf. Getriebe ist ausgebaut, aber nicht schlimm da ich eh auf den OM 314 aus einer Düdo Ruine zwei Straßen weiter umbauen würde… Das Ding hat mir schon immer gefallen und wenn es die WALKÜRE nicht gäbe wäre das eine formschöne Alternative. Man darf doch wohl noch Träumen ohne auch nur einen Makel an meinem eigenen Fahrzeug festzustellen. Logisch bleibe ich dem DüDo treu.

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