Die WALKÜRE im Cool Camp Ma(nanta)li

Ich habe also eine Woche an demselben Ort verbracht, im Cool Camp Manantali. Man könnte sagen ich habe Urlaub vom Reisen genommen und mich bei Caspar sehr wohl gefühlt und auch nützlich machen können, so war der Deal. Er ist ein Holländer, der sich nach einer Dekade Reisen von Rucksack bis 4×4 Truck hier zur Ruhe gesetzt hat. Die Geschichte wie man sich das vorstellt, er suchte einen Platz zum Stehen und im Fluss Baden, gefiel ihm hier und er wurde sich mit dem Eigentümer einig, hat dann an dieser perfekten Stelle wohl den einzigen Campingplatz in ganz Mali erschaffen.
Nebenbei muss auch etwas für die Versorgung getan werden, da Touristen selten sind und so wurde mit wachsenden Kontakten im Ort Wasserleitungen gelegt und eine Bananenplantage erschaffen, außerdem baut er grad eine Tomatenfarm und hat für mindestens drei einheimische Jungs dauerhaft Arbeit und nimmt täglich immer noch welche zusätzlich. Die Nachfrage für nen Job ist groß. Mit mehr Besuchern wäre das sicherlich einfacher.
Das Camp selbst bietet viel Platz für Fahrzeuge…

oder sogar zwei traditionelle Hütten mit richtigen Betten und Insektenschutz, für diejenigen ohne richtiges Bett dabei.

Überall schattenspendende Mangobäume unter denen es sich in der Mittagshitze aushalten lässt, hier die Ruheplätze der Belegschaft.

Ich hab wie schon erwähnt auch mit den Jungs gearbeitet und wir haben hier täglich zusammen gegessen. Im letzten Post ja ausführlich über die malische Küche berichtet.

Gleich dahinter geht es hinunter zur herrlichen Badestelle im Bafing der später Senegal wird.

Das Wasser ist klar so nimmt es auch etwas die Angst vor dem Unbekannten, Krokodile und was man sich sonst so vorstellt. Das Ufer nur hier nicht schlammig, da ein paar Steine und sogar eine Leiter den Weg hinaus erleichtern. Zur Zeit 20-25 grad bei über 30° Außentemperatur. Wie ein Sommer in Deutschland.

Ich habe mein Safari Mobil mit Blick auf den Fluss positioniert. Besser geht’s nicht.

Klar ist es Zeit den Staub loszuwerden und das Dach zu heben. Atlas hat übrigens ebenfalls Urlaub und Freigang den ganzen Tag. Nicht ganz ungefährlich, da es im Gebüsch Giftschlangen und Warane gibt, deren Biss eine bakterielle Infektion hervorrufen kann… aber das Thema hatten wir schon einmal. Auch gibt es immer wieder Affenbesuch, die aber Angst vor Hunden haben. Einer wurde kürzlich von Kindern gefangen und ist grad Gast, durfte aber später wieder in die Freiheit. Angefreundet haben wir uns nicht, aber Datteln sind schon was besonderes.

Die Kerlchen sind eigentlich eher nicht gerne gesehen hier. Fressen die Ernte, zerstören und machen sehr viel Krach mit echt bizarren Geräuschen wie irre Katzen. Von meiner Terrasse aus aber nett zu beobachten und auch hab ich Schlangen mit mehr als nem Meter Länge gesehen, die aber nur fingerdick waren. Und mindestens ein Waran stromert im Gestrüpp und Schilf unter mir herum, immer wenn es raschelt bewegt er sich ganz langsam und züngelt seine Umgebung ab. Chamäleons gibt es auch, hab keines gesehen, dafür hunderte verschiedenster Vögel.

Nach dem Hausputz war immer mal Zeit für die letzten Kleinigkeiten am Expeditionsmobil das nun zur Safari Lodge mutierte. Badewanne und Sessel auf der Terrasse, voll einsatzbereit und mit dem Fernglas das andere Ufer im Blick. Manantali etwas Stromabwärts aber gegenüber unter den Bäumen eine kleine Farm.

Auch innen kann man mal schauen, wenn auch nicht sehr aufgeräumt. Oben Bett, unten Couch und die Küchenzeile hätte auch nicht kleiner sein dürfen. Meine 6 Quadratmeter mit dem Bonus von Bett und Terrasse also mehr als ausreichend für ein echtes Zuhause unterwegs.

Wie man sieht wurde auch der seitliche Sonnenschutz installiert und passt perfekt. Wieder einmal alles richtig gemacht und die Früchte der langen Arbeit genießen. Temperaturen im Wohnbereich so also sehr angenehm.

Klar kommt auch das Motorrad zum Einsatz. Besorgungen im Dorf, Ausflüge und Spaß haben. Der kleine Zweitakter hat auf dieser Tour ebenfalls schon 600km auf dem Tacho. Fahren im T-Shirt ohne Helm wie alle Anderen, das ist Freiheit. Und so gibt es auch mal ein Bild der Walküre ohne Zahnspange davor.

Ich hab auch endlich die Seitenzelte installiert. Das Raumgefühl dann mit 50cm mehr Innenraum gigantisch wenn oben alles durch das Gewebe geschlossen ist.

Und auch die simplen Fenster mit den Reisverschlüssen funktionieren wie geplant.

Alles in Allem bin ich sehr Stolz und zufrieden mit dem Erreichten, kann mich glücklich schätzen mit der WALKÜRE so eine treue Begleiterin für meine Reise gefunden zu haben. Technisch und funktional gibt es nichts auszusetzen und genau so wollte ich es. Kleine, große, starke, simple und taugliche, fahrbare Hütte. Hier mal eine honorierende Meldung eines „Fan“ der es auf den Punkt bringt.

So hab ich also alles was ich brauche in einer ruhigen Ecke die Atlas nun auch als Heimat betrachtet und jeden möglichen Eindringling meldet. Das Camp sehr entspannt und alleine schon Grund diese Ecke von Mali zu besuchen. Für mich hieß es nebenbei den Bus vom Chef in einen fahrbaren Shop für die Dörfer der Umgebung zu konvertieren.

Aus nem leeren Sprinter/LT und einigen Boxen mit heimischem Holz wurde also ein mobiler Marktstand der gut sortiert für Kleinigkeiten hinten Fläche bietet und seitlich dann Platz für Zementsäcke und anderes Sperriges hat.

Endlich mal wieder kreativ und handwerklich tätig werden, sowas fehlt dann schon irgendwann wieder. Auch hab ich mit Caspar einen Reparatur Ausflug zu einem Dorf gemacht um dort die Wasserpumpe wieder in Gang zu bringen. Interessant und simpel er sponsort Ersatzteile und lernt Helfer aber das ist dann im nächsten Blog Thema.

Ich hab also ne schöne Woche und keine Langeweile, kenne mich nun im Dorf aus und finde auch Zeit zum Sport. Echt verständlich warum man hier hängen bleiben kann…
Meine kleine Ecke am Fluss, umgeben von Mango und Cashew im Cool Camp Mali

2 Gedanken zu “Die WALKÜRE im Cool Camp Ma(nanta)li

  1. Gideon schreibt:

    Ha I was wondering about whether you could close that ‚roof-gap‘ in some way. You can, now 🙂 Don’t you love it how vehicles tend to evolve once on the road? Also funny to see my own FB-comment re-appear here – thanks for the honour 😉 Not one word untrue! Might I add that the combination of you and Walküre to me looks a bit like a modern day version of the great explorers one or two centuries ago..?

    Gefällt mir

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