Malis Küche oder was ich so konsumiere

Reisen heißt auch kulinarisch Neues entdecken, nicht nur weil das Angebot an Lebensmitteln sich ständig ändert sondern auch die Küche im jeweiligen Land ihre Eigenheiten besitzt. Heutiges Thema Verpflegung. Für ein glückliches, ausgeglichenes Leben braucht es viel Bewegung, hab ich und mit täglicher Sporteinheit auch ganzheitlich. Gesunden Schlaf, kann ich auch nicht drüber klagen, und natürlich Energie für den Körper welche in Form von Nahrung aufgenommen wird. Dieses Thema heute mal etwas vertieft und mit den Möglichkeiten in Mali aufgezeigt.

Nach einigen Wochen durch die Sahara die logisch recht wenig zu bieten hat und ich von Reserven aus Marokko über die Runden kam sind die Regionen im Sahel fast schon ein landwirtschaftlicher Traum. Ab Südmauretanien gibt es häufig Wassermelonen, welche dann meine Obstration am Vormittag kompensierte.

Knapp einen Euro legt man für solch stattliche Kugel hin und kann zwei Mahlzeiten damit aufwiegen. Mein Wasserkonsum, der ausschließlich durch meine Filteranlage gejagt wird hat sich dementsprechend drastisch reduziert und übersteigt die 5l täglich nur noch selten. Dabei ist der Geschmack weit angenehmer als die künstlichen Dinger aus Europa, wenn auch hier trotzdem keine biologische Landwirtschaft betrieben wird. Ein komisches Exemplar hatte ich darunter, welche geschmacklich völlig normal war nur der rote Farbstoff vergessen wurde.

Übrigens sollte man die Kerne von Melonen mit verzehren, ne Menge guter Inhaltsstoffe und Ballast für die Verdauung. Leider sind die Dinger hier so groß und manchmal auch hart, dass ich mir eine andere Möglichkeit angewöhnt habe. Rösten und dann als Snack zwischendurch knabbern. Da kommt schon ganz schön was zusammen.

Ich selbst bin ja Ernährungsberater und hab als Erfahrung ne Weile vegan und roh ausprobiert. Esse wieder alles aber bin bei Entgiftung und Entschlackung durch Rohkost bis zum Mittag hängen geblieben. Heißt durch viel Wasser und wasserhaltige Lebensmittel wie Obst und Gemüse die Reinigungswirkung der Nacht bis zur ersten Mahlzeit zu erweitern. Das Ziel ein täglich komplett klarer Urin. Erst dann gibt es handfestes und zubereitetes wie man so sagt. Heißt aber noch lange nicht, dass man Hunger oder kaum Alternativen hat. Bunte Früchte in einen Mixer oder Obstsalate gerne auch mit etwas Gemüse gemischt. Jetzt in Mali gibt es überall Papaya und die kindskopfgroßen Dinger sind vollreif und schmackhaft. Mit etwas Öl oder Avocado dazu Limette und Banane ein Frühstück in eigener Schale.

So komme ich also für 500cfa täglich an eine Papaya die zwei Salate ausmacht, gerne auch etwas herzhaft mit Pfefferersatz und Salz.

Der Pfefferersatz stammt dabei aus der selben Frucht, Papayakerne getrocknet gelten als ebenfalls sehr gesund und bei meinem Konsum von Früchten aus BIO Qualität, weil hinterm Haus gewachsen, wäre wegwerfen Verschwendung.

Einmal mit dem Küchentuch sauber reiben, dann am liebsten auf Holzschalen in der Sonne getrocknet, binnen zwei Tagen fertig. Auf dem Bild die Ausbeute von vier Tagen. Zu den Effekten kann man sich online informieren, angemerkt nur für die Familienplanung, gilt als natürliches Verhütungsmittel! Ich hab dann wohl genug für die nächsten Jahre zusammen und denke schon an Export. Wie gesagt in der Preffermühle eine ausgezeichnete Würzung.

Roh und gesund natürlich auch die Kokosnuss, wenn auch in Mali noch nicht heimisch und von der Küste importiert, ich freue mich aber schon auf die Zeit wo ich täglich eine frisch genieße. Das Wasser mehr als gesund und die Nuss reicht für zwei kleine Mahlzeiten. Bald wieder an jeder Ecke zu haben…

Ansonsten sieht es mit Früchten noch dünn aus, Mangosaison startet erst in zwei Monaten, Erdnüsse und Bananen gibt es grad überall, ein paar gelblich grüne Orangen, das war’s. Beim Gemüse Tomaten und Gurken, Sükartoffeln und Maniok, Kürbis und Kohl. Letzterer inspirierte mich mal zu einem deutschen Eintopf mit Sahelinterpretation. Kohlsuppe mit Süßkartoffel und Kamel dazu Kümmel.

Und wenn wir schon bei deutscher Küche sind, bevor es mit der einheimischen los geht, hier noch ein Bild von meinen letzten Semmelknödeln mit Erbspüree und Zwiebelsauce. Abwechslung muss auch mal sein.

Ansonsten ist Mali bekannt für Erdnusssaucen und meist irgendwelche Gerichte mit Reis. Dieser oft aus China importiert. Da wären zum Beispiel

Wobei mir das so umfangreich garniert noch nicht untergekommen ist… bin gespannt. Des Weiteren häufig zu finden:

Reis mit wenn überhaupt wenig Fleisch und das dann sehr gummiartig. Leider wird viel Mit Maggiwürfeln und Geschmacksverstärker gearbeitet wie man auch an der Farbe erkennen kann. Weiter geht’s mit:

Sieht in echt dann meist doch anders aus 🙂 Immerhin irgendwelches grünes Gemüse dabei. Dies findet man aber auch im nächsten Gericht.

Und das was ich hatte war sicherlich kein Lamm und auch nicht einem Gulasch ähnlich wie das Mafe im Senegal, was ähnlich wie auf dem Bild oben ausschaut. meines dann so:

Senegals Küche mit Thibou Djenne für mich immer noch das Beste in Westafrika bisher. Mali halt doch recht einfach. Wem das alles zu exotisch ist, der hätte die Chance auf eine Art Hühnerfrikassee aber Hühner sind selten und teuer.

Meine Mahlzeiten hab ich mir täglich bei Big Mama Afrika geholt, als ich eine Woche im Cool Camp Manantali verbracht habe, der Bericht dazu Morgen. Auf jeden Fall eine Institution und interessant zu beobachten. Vier bis sechs Mädels arbeiten für sie und sind mit Abwaschen, putzen und vorbereiten beschäftigt. Das Restaurant am Straßenrand und mit Tisch und Stuhl unterm Dach ein großes Etablissement. Gekocht wird auf Holzkohle in großen Mengen und immer gibt es nen Kübel Reis dazu.

Abschmecken tut nur die Chefin selbst und das auch sehenswert. Die Multifunktionsschöpfkelle wird mit der Unterseite über die Handfläche gestrichen und die wiederum einmal komplett mit breiter Zunge abgeleckt. Hat alles geschmeckt, bin aber auch nicht wählerisch. Wie gesagt war hier täglich um die Mittagszeit um meine Portion für den Abend zu holen. Mittag gibt es gegen 1Uhr und am Abend erst ab 20 das ist mir zu spät. Zum Mittag hab ich mit den Jungs vom Camp gegessen, die hier täglich arbeiten. Simple heimische Küche und immer irgendwas mit Erdnussgeschmack.

Was hier noch sehr hübsch aussieht hat anscheinend auch richtiges Fleisch drin. Der durchschnittliche Einheimische kann sich das selten leisten und ab und an gab es Fischboulettenbällchen drin (wahrscheinlich aus Resten) Ansonsten aßen die Jungs und damit ich zum Mittag auch wirklich täglich das Gleiche.

An dem Tag wo ich das Foto schoss waren nur zwei von fünf dabei und für die anderen die noch zu tun hatten wurde was zur Seite gelegt. Ansonsten fehlen für uns gewohnte Tischmanieren. Jeder geht einfach wenn er fertig ist und viel vertilgen die auch nicht. Ich hab nix gegen mit den Fingern essen, aber dazu brauch ich dann schon marokkanisch etwas Brot zum Aufnehmen oder so, also bei mir mit Löffel. Bei den Jungs wandern drei bis vier Finger voll einem klebrigen Bällchen die vorher in der Hand geknetet wurden direkt in den Mund. Geschmacklich konnte ich aber nicht meckern, Reis mit Erdnüssen halt…

Ausgewogene Ernährung kennen die Afrikaner zumindest hier in Mali nicht. Zum Frühstück gibt es Weißbrot mit Mayonaise… täglich. Zwischendurch holt der Boss meist FuFu, also frittierte Teigbällchen die bei uns wohl Krapfen genannt werden. Gibt es mit Zwiebeln und Sauce oder süß. Zum Abend gibt es dann nochmal irgendwas mit Reis oder Brot. Von Früchten halten die wenig, gibt sie ja immer und überall aber in der ganzen Woche hat von früh bis spät nicht einer ne Papaya gegessen.

Ich bin jetzt nicht der Fanatiker der nur gesund isst, aber da fehlen mir die Worte. Meine liebste Nascherei sind Pfannkuchen, meist simpel gehalten. Mehl, Backpulver, Ei, Wasser ohne Zucker da der in Form von Honig meist oben drauf kommt. Leinsamen in den Teig find ich gut. Das hier dann nur noch in eine beschichtete Pfanne bis es fest und braun ist.

Ich hab also auch wegen Mangel an Gas ne Woche nicht kochen müssen und dementsprechend immer noch mein Lager voll mit Pasta und Trockenware wie Bohnen die das nötige Protein bringen. Gerne auch durch Kichererbsen, die sich perfekt in einem Salat machen. Aber auch gequetscht mit Olivenöl und Gewürzen auf selbstgebackenem Brot aus der Pfanne mit Fenchelsamen im Hefeteig der nen halben Tag gehen darf.
Dazu Hummus, oder wie auch immer man getrocknete Kichererbsen wieder aufgeweicht und gekocht zu Brei mit Öl vermischt nenne mag.

Von Fertigfutter halte ich nicht viel, alles tot gekocht und zu sehr gewürzt außerdem schwer zu transportieren und zu teuer hier. Da halte ich es lieber wie die Einheimischen, Reis kochen und irgendwas passt schon dazu, oder ne Art Tomatensauce zu irgendwas mit Nudeln die günstig sind und noch ne Weile halten. Küche unterwegs, hatte ja mal nen Bericht dazu…

https://mb407.wordpress.com/2019/11/26/was-unterwegs-so-der-kuche-entspringt/

Also dann, du bist was du isst, achtet mehr auf eure Ernährung!

2 thoughts on “Malis Küche oder was ich so konsumiere

  1. Ulli Maier says:

    Sehr interessant, speziell das mit den Papayakernen, ich esse die ja gerne roh, aber wie gesagt, es sind meistens zuviele, also danke ich für den guten tip,die zu trocknen….(werde ich im Backrohr machen)….Endlich mal jemand, der wie ich keinen Wert auf Fertigfutter legt. Gute Weiterreise und ich freu mich auf die nächsten Berichte

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