Einkehr im Land des Windes…

Knapp zwei Stunden hab ich also diesmal für die Ausreise aus Marokko im Süden benötigt und damit schneller als üblich. Mittagspause gab es anscheinend doch keine bei den Beamten, oder die kommt bald. Auch bei mir meldet sich ein Hungergefühl und ich fahre unerschrocken durch die Ersten sehr aufregenden Meter im Niemandsland. Eigentlich hat die Polisario und damit die S.A.D.R. hier bis zur Halbinsel bei Nouadhibou ihre Hände im Spiel und damit die Finger auf dem Gebiet. Auf jeden Fall auch immer noch ein ungelöster Konflikt und die UN beobachtet und zeigt Präsenz. Die üblichen Szenen am Straßenrand, abgewrackte Autos, Wellblechhütten und Behausungen in ausgemusterten LKW. Umladen von Waren und endlose Warteschlangen des Grenzverkehrs nach Marokko. Hier ein Blick zurück, mit weinendem Auge, was dem Mercedes hier angetan wird.

Wenn man ein paar Meter aus dem Stress raus ist sieht es am Straßenrand schon etwas geordneter aus, wenn auch Parkraum knapp ist.

Hunderte von den in Mauretanien üblichen Vierachser LKW ohne Sattelauflieger. Das ganze Ding ist also ein Stück mit zwei Lenkachsen und beim Rangieren sehr unhandlich. hier im Land geht es aber größtenteils geradeaus, also egal. Pegasus steht auf den Meisten, doch auch modernere Kabinen wurden schon auf die alten Fahrgestelle gepflanzt.

Wer hier mit verschlossenen Augen durchmarschiert verpasst echt was. Mal wieder einer diese XXL Düdos und damit lohnenswert sich zu Fuß ins vermiente Gebiet zu begeben. Naja, ich hoffe mal wo schon Fahrzeuge stehen sollte nix mehr rumliegen. Auf jeden Fall die längste 608 Feuerwehr weltweit würde ich behaupten.

Und dann endet der Asphalt auf halbem Wege der 4km bis zur Grenze von Mauretanien. Wege gibt es viele und wie man sieht nehmen die LKW die rechte Spur. Der PKW hingegen steckt auf den ersten Metern schon im Sand fest oder liegt mit dem Unterboden irgendwo auf, da tut sich auf jeden Fall nix und ich fahre auch lieber links.

Könnte auch ein Manöver eines Schleppers sein um Aufmerksamkeit zu erheucheln, ich schau mir das mal aus der Entfernung an. Denn nur ein paar Meter weiter ist genug Platz für die ersehnte Mittagspause.

Hab ich doch fast geahnt, der PKW ist wieder flott und wie zu erwarten wird mir Hilfe gegen Bezahlung angeboten die beste Route zur Grenze zu finden, das ist aber echt nicht nötig und ich hab jetzt Pause. Ist wie Fernsehen wenn man die unterschiedlichsten Fahrzeuge hier vorbei schwanken sieht. Um so interessanter das Verhalten der Ladung bei solchen Dachlasten wie im Bild zuvor.
Auf jeden Fall muss mindestens ein LKW nochmal an den Spanngurt ran. Auch bissel optimistisch jeden der Stapel Baugerüste mit nur einem Gurt zu… darf man das sichern nennen?

Zwei Stunden schaue ich mir das Schauspiel von meiner Terrasse aus an und werde im Gegenzug auch begafft. Gegen 15Uhr lohnt es sich meiner Meinung nach wieder zügig durch die Abfertigung der nächsten Grenze zu gelangen. Also ab hinter die Laster.

Überholen ist ziemlich schwer, Schrittgeschwindigkeit ist hier empfehlen und noch etwas langsamer bewegen sich die Auflieger voran. Ich passiere diesen doch sehr dekorativen Ausguck der UN immerhin mit wiederverwendeter Autotür als Windfang mit Durchblick.

Dann sehe ich meine Chance und ziehe an der Kolonne vorbei. Nicht gerade die simpelste Route aber immerhin vier Lastwagen auf einen Streich. Bei mir knarzt das Holzdach und auch der Ofen rumpelt etwas mit dem Blechgitter.

Auch auf dieser Seite gibt es, wenn auch weit kleiner einen Autofriedhof. Keine Ahnung wie hier die Ausschusskriterien sind, fehlende Papiere vielleicht… upps…

Hinter der Mauer dann die Posten von Polizei und Visastelle, mein Truck wird weder durchsucht noch mit dem Hund begutachtet. Schätze mal das ist immer noch der arme Scheißer, der beim letzten Mal schon hier war, auf jeden Fall wieder ein Mallinoi und der hat keine Ahnung was er da machen soll.

Ich hab irgendwie keine Bilder, der Vorplatz auch gut gefüllt mit Schleppern und fliegenden Händlern von Zigaretten, SimKarten und Geldwechslern zu einem Kurs von maximal 38 obwohl das Internet 41 als Tageskurs zeigt. Ich unterhalte mich freundlich mit so Einigen und jeder wittert natürlich auch trotz gegenteiliger Behauptung ein Geschäft. Ich treffe ein französisches HippiePunk Pärchen mit nem Kumpel im Rollstuhl auf dem Weg nach Senegal. Dann stehen vor der WALKÜRE zwei staunende Tramper, Japaner und asiatischer US-Amerikaner die sowas noch nie gesehen haben, sie sind mit dem Taxibus hier und auch ohne Plan unterwegs. Wir quatschen fast ne halbe Stunde, in dieser Zeit kommen weitere Franzosen im 4×4. Wer also Gesellschaft braucht muss nur hier warten und kann sie nicht verfehlen.

Stempel im Pass links erste Hütte, Visa in der zweiten (Gang rechts) und dann zum nächsten Posten. Visa übrigens bei mir ohne Foto und Fingerabdrücke, ist anscheinend noch im System. 55,-Euro oder auf Nachfrage 750dh oder 2500 Ouguiya was beides ein schlechterer Kurs wäre. Das Geld wandert wie zuvor in eine randvolle Schublade. Mich würde echt interessieren was mit den ganzen Euro-Devisen offiziell passiert. Etwas stutzig wird man aber als ich vehement eine Quittung verlange und mich nicht abwimmeln lasse. Muss alles seine Ordnung haben. Ich bin jetzt immerhin im wirklichen Afrika wo vieles nebenbei geht, aber nicht mit mir. Beim Polizeiposten hab ich schon beobachtet wie Einheimische und Senegalesen mit einem Geldschein unterm Pass den Vorgang naja, zumindest nicht verschleppen lassen. Das Geld wandert ganz geschickt fast unbemerkt in eine Schublade, dafür sind die Dinger ja anscheinend da. Korruption nenne ich sowas. Die Arbeitsmoral ansonsten, naja, lassen wir das.

Zum nächsten Posten begleitet mich ein englisch sprechender junger, netter Kerl, der sich anscheinend immer noch erhofft als Guide bezahlt zu werden. Oder er will einfach nur quatschen. Beim Zoll ist das Gelände etwas unübersichtlich und nicht ausgeschildert. Als ich aber zielstrebig zum Gebäude rechts, erster Raum links gehe lächelt er mich an und meint „ich weiß ja was ich mache“ und wünscht mir nen schönen Aufenthalt. Steht aber später wieder vorm Bus und hat endlich jemanden an der Hand der meinen Wechselkurskompromiss akzeptiert. Die letzten Dirham brauch ich nicht mehr, und es ist nicht verkehrt ein paar Ouguiya in der Tasche zu haben. Der Zoll stempelt mein Honeur ab und will dafür 10,-€ oder 100dh, na bitte. Fairer Kurs und auf meiner Quittung steht dann 400UM, damit bin ich offiziell eingereist.

Mangels Schreibmaschine aber wieder mit meinen alten und damit „falschen“ Papieren für Truck und Moped. bin also immer noch mit 407 und Honda statt mit 508 und Aprilia unterwegs. 30Tage habe ich nun Zeit in Mauretanien und hoffe das bis zur Ausreise auch geregelt zu bekommen. Der letzte Posten blickt nochmal über alles drüber und winkt mich dann durch, ich solle mir da vorne ne Versicherung holen. Ja, klar… die hilft im Fall der Fälle natürlich auch anstandslos. Kumpel hat sich beim letzten Besuch eine aufschwatzen lassen. 10Tage für knapp 20,-€ und keine Sau hat es interessiert. Ich halte trotzdem kurz, checke den Wechselkurs und sehe dass alles andere geschlossen hat, es ist Freitag Nachmittag hab ich mir sagen lassen, noch besser. Abfahrt
Die ersten Kilometer in Mauretanien sind wie die letzten in Marokko könnte man meinen, doch irgendwie stimmt das nicht. Mag am Gefühl liegen, aber die Landschaft und das Licht sind kleine Nuancen anders. Es ist 17Uhr durch, also ebenfalls zwei Stunden für die Grenze (mit ner Menge Smalltalk). Weit komme und will ich aber heute nicht mehr. Definitiv fahre ich nicht noch einmal nach Nouadhibou, das kann man sich echt sparen. Hier mal zum Nachlesen von früher:

https://mb407.wordpress.com/2018/01/23/nouadhibou/

Toll so zurückzublicken, der Zug war echt gigantisch. Dessen Gleise überquert man auch im Schritttempo vor dem Posten am Kreisel, der kurz in den Pass guckt und mich dann durchwinkt. Ich fahre Richtung Osten also nach Bou Lanouar und suche mir dazwischen ne ruhige Stelle. Immer schwierig die Straße zu verlassen weil überall Sand der Alternative Bodenbelag ist. Festgefahrene Pisten sucht man sich am Besten, aber ich will in unbewohntes Gebiet um ne ruhige Nacht verbringen. Finde dann aber außer Sichtweite der Hauptstraße hinter verlassenen Hütten einen Platz.

Atlas hat den ganzen Tag fleißig im Bus verbracht und darf nun stromern wie er mag. Bei mir gibt es Abendessen zum Sonnenuntergang auf der Terrasse. Man hört die LKW noch in der Entfernung durch die Schlaglöcher rumpeln. Und dann ein immer lauter werdendes Geräusch das die vorherigen um einiges übertrifft. Ein Zug nähert sich von mir aus noch hinter dem Asphalt. Ein kleiner mit nur einer Lok und rund 20 Tankwaggons. Trotzdem unüberhörbar und ich bin 300-500m weg von den Schienen.
In der Nacht folgt dann ein Großer und wie ich vernehme aus der anderen Richtung. Deshalb viel lauter und scheppernder, da die Waggons fürs Erz auf der Rückfahrt meist leer sind. Ich hoffe nicht, dass die Asiaten von der Grenze bei dem Lärm und Wind diese gefährliche Fahrt nach Choum angetreten haben. Gibt ja genügend Videos auf den Plattformen online. Nach der Unterbrechung vom sonst ruhigen Schlaf geht es erholt am Morgen weiter. Die Hütten um mich herum alle seit Jahren verlassen. Meist nicht größer als die Dimensionen der WALKÜRE und aus Holz und Brettern windschief gebaut. Sie säumen die Straße bis zum ersten Ort in 50km Entfernung. manchmal mit einer Art Gartenzaun aus Eisenbahnbohlen.

Weiter hinten entdecke ich ein gemauertes Anwesen mit Nebengebäuden in dieser trostlosen Gegend.

Ich ziehe also ab und bin ein paar Kilometer weiter echt erstaunt, was da in kurzer Zeit in die Wüste gesetzt wurde. Wind hier ja ständiger Begleiter und die Energiefänger hier noch beim Aufbau im Stillstand. Mehr als 40 Stück zähle ich und ebenfalls noch im Bau ein Umspannwerk dazwischen und die Stromtrasse dahinter anscheinend auch noch.

Bou Lanouar dann als erster Ort die Oase in der Gegend. Wasser unter der Stadt und das wird sogar bis Nouadhibou gepumpt und sicherlich auch per Zug ins Landesinnere geschafft. Mein erster Stop beim Reifenmechaniker. Kein Problem am Truck, nur das Ventil beim Moped ist abgerissen. Kein Ersatz erhältlich, zum Glück hab ich alte Schläuche dabei und einer von denen tut es dann auch. Mein Plan nun mit dem Motorrad die ersten Kilometer der Piste an den Gleisen in Richtung Choum erkunden um zu entscheiden ob das was für mich ist.

Im Ort gibt es keine Straßen, nur festgefahrenen Sand… oder halt daneben überall loser. Gespickt mit den Farbtupfern der Zivilisation kein schöner Anblick. Blick hier von hinter der Stadt zurück auf die Moschee und die Gärten im Norden.

Hinter mir dann die ersten Gleise und eine Bahnanlage zur Wartung. Sieht wie eine Baumaschine aus um Schotter zu erneuern, hier anscheinend auch zur Sandentfernung genutzt.

Und man sieht es am Untergrund, kein Terrain für Fahren ohne Allrad. Mal gucken was weiter draußen geht. Immerhin ist auf dem Plateau bei den Schienen der Untergrund fest genug. Hab mir aber sagen lassen, dass „der Zug“ falsch ist, da es mehrere auf dieser Strecke gibt und man deshalb nicht ohne Gefahr drauf fahren kann.

Außerdem ist es selbst mit dem geländegängigen Motorrad eine ganz unangenehme Rüttelei und ab und an mal ein ordentliches Loch dazwischen, was man nicht übersehen mag. 450Kilometer liegen vor mir bis ich das dann wieder verlassen kann.

Meine Hoffnung schwindet und man sieht es auf den Bildern, rechts und links Sand und schlimmer noch nicht in einer Ebene, was die WALKÜRE am Erg Chegagga ja schon als machbar bewiesen hat. Doch wenn ich nicht mal mit dem leichten Motorrad und 20PS diesen Hügel hinauf komme, kann ich es vergessen.

Auch sind die wenigen Spuren in der Umgebung keine sichtbare Piste, wird anscheinend nur von richtigen freaks befahren und das recht selten. Dann noch ohne Begleitung, das wäre Selbstmord. Ich will aber noch etwas weiter um einen Eindruck zu bekommen. Ein paar Kilometer von Bou Lanouar entfernt dann ein Bautrupp vor mir auf dem Weg. Große Löcher unter den Schienen und damit auch der letzte Funke an Hoffnung dahin. Es geht einfach nicht und das hier ist erst der Anfang. Laut Pistenkuh soll es ein schlimmer Stück Sand selbst für Allrader einige Kilometer vorm Ben Amrira geben. Und das ist 300km weg von hier.

Ich hab vom Mechaniker und seinen Kumpels gehört es gibt eine neue Einmündung einer Piste 8km südlich von Bou Lanouar, die will ich zum Rückweg nutzen. Meine neue Karte (map out – nur iPhone) zeigt die auch, aber weit und breit nur Wüste in der Realität.

Mission also vor Anlauf gescheitert. Vielleicht besser so als mitten drin zu stecken. Langweilig scheint die Strecke auch zu sein, außerdem will man sicherlich nicht wenige Meter neben dem Zug campieren, der schon in nem halben Kilometer Entfernung ohrenbetäubend passiert. Da kann der Umweg von 900km zur Umfahrung auf Asphalt echt auch nicht mehr Treibstoff benötigen als die Hälfte des Weges durch schweres Gelände wenn man ein wüstentaugliches Fahrzeug hätte?

Ich erreiche also wieder den Ort. Zum Schluss schon mit den Gedanken, was passieren würde wenn das Motorrad nun streikt. Ich war quer feldein um die Piste zu suchen und später einfach in Richtung Hauptstraße unterwegs. Immer mal auf einen Hügel zum Ausschau halten, auch ein Abenteuer. Für heute reicht es aber. Ich hab nen Kumpel hier im Ort, netter Kerl mit dem ich seit dem letzten Besuch auf fb verbunden bin. Haben uns eigentlich heute beim Mechaniker verabredet, doch ich hab noch kein heimisches Netz zum nachfragen. Der Mechaniker ruft mal an und es ist sein Cousin wie sich heraus stellt. Klein ist die Welt in der Wüste. Wir machen eine Ortsbegehung und Atlas bleibt im Truck. Hab strategisch günstig das Heck in die Sonne gestellt. Es ist mittlerweile so heiß, dass man blankes Metall nicht anfassen kann. Innen aber erträglich und dazu Durchzug.

Ich bin zum Tee eingeladen, er wohnt bei der Familie seiner Schwester. Gastfreundschaft wie überall groß, zum Glück geht aber der Alltag weiter. Die haben grad ein Baby und die 10jährige Tochter bald was zum Spielen. An Babykleidung mangelt es nicht, aber nen Kinderwagen würde gebraucht wie sich später heraus stellt. Die kleine liegt nun frisch angezogen auf einem bequemen Tuch mitten im Raum, wozu auch ein extra Babybett haben, krabbeln kann es noch nicht. Möbel sind sowieso überbewertet und wir sitzen alle auf dem Boden mit Kissen im Rücken an der Wand. Ein kleiner Tisch zum Bereiten der Tee (Zeremonie) und ein Fernseher in der Ecke des Raumes. Es gibt aber noch Schlafzimmer und ne Küche und vorne, fast draußen ein Bad. Der Baustil offen aber fast ohne Fenster, diese sind recht klein und verdeckt. Hitze draußen lassen, scheint zu klappen. Zum Tee wird ein Glas Milch gereicht, naja soweit es das hier gibt. Auf einen guten Liter Wasser wird eine Konservendose Kondensmilch aus Holland geschüttet. Diese wiederum mit 11% Zucker und das zum sehr süßen Tee… Während mein Kumpel noch unbedingt was zu Essen bereiten möchte ist besonders die 10jährige an mir interessiert. Französisch spricht sie nicht, aber denkt anscheinend dass ich arabisch verstehe. Ich zeige Fotos und Videos von Atlas und Gegenden wo ich gewesen bin. Schnee hat sie natürlich noch nie gesehen, außer im TV. Der läuft die ganze Zeit. Mauretanisches Fernsehen entweder mit Koranzitaten und Gesängen oder Werbung. Aber man empfängt alle arabischen Sender vieler Länder. Als der Hausherr später beim rumschalten ist gibt es eine Reisesendung mit Thema Russland. Ursprung dieser Sendung könnte die Türkei sein.

Ich will eigentlich echt heute noch weiter bevor es dunkel wird. Zum Essen gibt es Zwiebeln in Sauce mit etwas Huhn. Er scherzt über seine Kochkünste, aber es ist mit Brot echt gut. Kenne die hiesige Küche ja, gibt nicht viel Alternativen zu Zwiebeln und der Markt für Fertigsaucen, Maggieklumpen und alles andere mit Glutamat was in Europa niemand mehr will ist aktuell Afrika.
Wir machen noch einen Rundgang durch Bou Lanouar, er fragt noch überall nach ner SIM Karte für mein Telefon aber nix aufzutreiben. Bei uns würde der Ort nicht einmal als Dorf durchgehen. Die typische Nachbarschaft sieht mit Verkehr so aus.

Hier im Norden Mauretaniens noch öfter gesehen, alte LandRover Santana, also die spanische Variante. Parkplatz vor der Tür:

Das Wasser hier wird aber nicht zum Anbau von Gemüse genutzt. Es gibt ein paar „Gärten“ die aber eher wie ein Park bei uns genutzt werden, die Bodenqualität ist auch immer noch Sand. Manchmal sieht mal also solche Hinterhöfe.

Ansonsten gibt es auch ne Hauptstraße, wenn dann die hier mit Shops fast schon ne Allee. Der Baum irgendwann mal im Faß gepflanzt hat immer noch seinen Blechmantel um.

Die großen Bereiche grün die man aus der Entfernung sieht sind dann nur umzäuntes Dickicht. Wie gesagt, man kann eintreten, aber der Sinn erstreckt sich meinem Kumpel nicht. Für ihn ist halt die Wüste sein Leben.

Nun muss ich echt los, wir hören uns. Er begleitet mich noch zum Wasser tanken und geht dann Heim. Zur Zeit ohne Job und Perspektive haben wir viel über Ziele und Träume gesprochen. Er ist 22 will irgendwann ein Auto (190er Mercedes) um damit Taxifahrer nach Nouakchott zu spielen. Beklagt sich natürlich kein Geld zu haben, hat aber auch keine Ideen wenn es daran nicht mangeln würde. Zigaretten und neues Telefon war sein erster Einwurf, nicht einmal das gewünschte Auto als ich dieses Thema als Gedankenspiel ansetzte. Dass die giftigen Glimmstängel aber aktuell auch Geld kosten… sind ja nur 50UM pro Tag, meint er, macht im Monat aber auch über 30,-Euro. Er ist cleverer als der Durchschnitt hier würde ich behaupten, aber mehr als mittelfristig denken ist nicht drin.

Ein paar Kilometer hinterm Ort nehme ich wieder ne Piste um abseits zu stehen. Als ich mir nen Platz suche ist es schon dunkel, da können ein paar Meter schon zum Verhängnis werden. Hier das Foto vom nächsten Morgen.

Ich hatte erst überlegt am Abend einfach stecken geblieben zu übernachten, hab dann aber doch mit zweimal Sand hinter den Rädern entfernen es recht einfach raus geschafft. Mit dem 407 wäre das ein größeres Problem gewesen… erneuten Dank an mein Reisemobil, ne gute Wahl.

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