Warentransport in Marokko, Logistik

Beim Thema Warentransport fallen uns Europäern sofort Lastwagenkolonnen also die 40Tonner Aufliegerlastwagen auf den Autobahnen ein. Vielleicht noch der Güterbahnverkehr für die Industrie und Lieferfahrzeuge für kleinere Geschäfte, denn selbst der Supermarkt wird heutzutage mit einer einzigen Fahrt ab Verteilzentrum Zentrallager beliefert.

Hier in Marokko läuft das alles viel individueller, jeder Bauer hat seinen Sack selbst zum Markt zu bringen, oder die größeren Händler halt ein paar Säcke mehr. Lastwagen wie man sie bei uns kennt sieht man sehr selten. Das größte was einem häufiger begegnet sind Multifunktionslaster auf Basis Isuzu FVR oder Mitsubishi Fighter. Die alten Berliet und Renault mit Schnauze werden auch seltener.

Der Clou an den Dingern sind die offenen Aufbauten, die für jeden Zweck von allen Seiten beladen werden können. Türchen in den Seitenwänden sowie hinten und natürlich auch von oben schafft es Paketware, Säcke oder loses Stückgut in jede Position.

Im Extremfall bei nicht ganz so schwerer Ladung dann auch mit etwas Überhang:

Die Aufbauten kommen erst im Land drauf. Hab mal gesehen, wie nagelneue Japanlaster als leeres Fahrwerk hier ankommen. Metallverarbeitung ist ein großer Industriezweig für viele kleine Handwerker im Lande, deswegen findet man auch selten zwei exakt gleiche Modelle.

Und im Vergleich zum früheren Transportmittel ein echtes Raumwunder. Wo Opa noch mit zwei Taschen am Esel auskommen musste schafft der Laster das hundertfache. Individuell kann man als Fahrer auch noch mit Deko punkten. Hier mal ein hübscheres Exemplar was nur mit halbem Container ausgestattet wohl eher als Baufahrzeug herhalten muss.

Standard fast schon ne fette Stoßstange und weitere Leuchtmittel, Aufkleber an den Scheiben und innen Teppiche und Gebimsel.

Doch irgendwie am markantesten finde ich die mehrfachen und abwechselnd geschalteten Rückleuchten. Sicherheit geht vor… immerhin. Vier Rückleuchten sind nicht selten und alle blinken bunt durcheinander.

Der Vollständigkeit halber gibt es auch Tanklaster und Spezialregalsysteme für Gasflaschentransport, dies aber auch nur ab Werk und sonst fliegen die Dinger überall mit rein. Wie gesagt werden die ganze alten Modelle auch rar und erwarten mich eher südlich von Marokko. Teilweise jedoch ist es wohl nötig ,mit unsynchronisierten Schaltgetrieben zu üben. Was genau ist das?

Soviel zu den Dickschiffen. Zahlenmäßig überlegen sind und bleiben aber die Transporter. Immernoch angeführt vom Sprinter Vorgänger „Bremer“ oder T1 genannt. Die neuere Version ist aber langsam auch auf dem Vormarsch. Der Große Bruder Düdo und damit meine Leidenschaft ist in Marokko fast ausgestorben, muss ich weiter bis Westafrika warten um welche vor die Linse zu bekommen. Trotzdem ist Mercedes hier die Macht.

Klassisch, handlich und als 207/307 am häufigsten. Dachgarten oder Terrasse obligatorisch. Das Zeug der Fahrgäste muss ja auch in die abgelegensten Dörfer mit. Witzig hierfür die kleinen Treppenstufen an den Hecktürscharnieren, schon clever… Manchmal mit Bänken ausgestattet, aber nicht immer. Ich sah mal eine Gruppe am Straßenrand auf so einen leeren „Transport Mixte“ warten. Knapp 10Leute mit nem Haufen Säcken und einer Kuh. Beladung dann wie folgt: Kuh rein, Säcke rein als Sitzplatz für die Leute, den Rest aufs Dach oder den Schoß, Abfahrt. Auch mal ein recht üppig bepacktes Exemplar zur Ansicht.

Dass das Ding nicht nur zum Spaß dort rum stand lässt sich mit dem nächsten Bild beweisen. Anmerkung; es war nicht windig, der stand von Hause aus schon schräg da. Muss ein tolles Fahrgefühl gewesen sein.

Den Bremer hab ich übrigens um die Zeit abgelichtet, als ich den Schnee nach Midelt passiert habe. Glaube also der musste mit der Fuhre auch da durch… Die Bremer gibt es in vielen Varianten, manchmal auch mit Hochdach oder etwas länger, ganz selten aber wie der hier als 410er mit Zwillingsreifen hinten. Möchte nicht wissen was man dem Fahrwerkt der Größe wegen schon so alles zutraut. Steht zumindest leer und noch recht ordentlich da.

Zweithäufigste Variante von Transportern dann immer noch der alte Transit, fast aber gleich auf mit dem unspektakulären Nachfolger der meinen Altblechfetischismus aber nicht reizt abzulichten. Dafür gibt es vom gnubbelligen Transit mal ein paar Bilder.

Wenn auch der nächste nicht ganz so abgerockt aussieht würde keines der Fahrzeuge noch eine Restaurationsbasis hergeben. Wenn überhaupt dann mehr Schein als Sein.

Und wie überall der Dachträger ein MUSS. Zum Glück hat der Defender hier damit den Nachteil kein Pickup zu sein mit größerer Ladefläche ausgeglichen. Neben Ersatzrad und Heu sind die Nutznießer des Futterpaketes auch gleich dabei. Ne kleine Gruppe Ziegen hat sich unterm Ladungssicherungsnetz eingefunden um die Fahrt an der frischen Luft zu genießen.

Ansonsten wären wir dann auch schon bei den kleinsten Transportern angekommen, wenn ich vollbepackte Mofas, Eselkarren und Docker Dreiräder außen vor lasse. Die PickUps sind des Marokkaners Kombi mit nach oben unendlicher Ladefläche.

Hier ein neueres Modell, da die mit PKW-Fahrwerk ausgestatteten Dinger selten lange halten. Man sieht nur vereinzelt noch alte Peugeot 504 und Vorgänger vom gezeigten Mitsubishi. Meist aber Isuzu oder baugleiche Hilux Toyota die aber immer doppelt bis dreimal so alt aussehen wie sie eigentlich sind. Zählt aber trotzdem nicht zu Altblech und wird nicht weiter fotografiert. LandRover Defender PickUps gehören hier theoretisch noch mit rein, meist aber als Doppelkabine in den Nächsten Blog… Wie gesagt, hier ging es um Warentransport. Noch nicht einbezogen Taxis und Co… ich halte die Augen offen.

5 Gedanken zu “Warentransport in Marokko, Logistik

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