Der Erg Chegaga, nen Haufen Sand…

Nach der ersten schweren Passage durch den Sand wie im letzten Video zu sehen ging es auf der nördlicher gelegenen Piste von M’Hamid zum Erg Chegaga dann erst einmal ne ganze Weile über staubige Pisten. Die letzten kleinen Dünen am Wegesrand.

Danach ändert sich die Landschaft und man fährt auf einem Plateau was man hier aber noch nicht bemerkt, erst später beim Abstieg. Auf jeden Fall kann es nicht langweiliger und vor allem staubiger sein.

Ok vor mir sieht man schlecht was sich so in der Fahrspur oder auch da neben aufwirbeln lässt. Zur Verdeutlichung nun die letzten Abschnitte mal wieder als bewegte Bilder zu betrachten:

clip zur Fahrt durch den Staub

Die Distanz vom Ort zu den Dünen geschätzt 50km und wie zu sehen gut von anderen frequentiert. Kameltracks oder 4×4 Touren gibt es zuhauf ab M’Hamid im Angebot. Deshalb auch die etlichen Varianten von Fahrspuren. Die am nächsten am Oued Draa gelegene dabei die schönste meiner Meinung nach. Aber ich hab mir davon 10km mit dem Moped angetan und hatte zwar Spaß aber es war echt Arbeit auch ohne Gepäck mit Power. Kann man sich wie ne sandige Wildwasserbahn vorstellen die geschlängelt mit Steilkurven und 3-5m hohen Dünen sehr abwechslungsreich ist. Unsere Wahl also die langweiligere oder schnellere.
Ungefähr auf halber Strecke dann hinterm Plateau an einer Art Knotenpunkt wo man immer vorbei kommt egal welche Route man wählt, dann ein kleiner Brunnen zur Abkühlung. Zumindest Atlas kann sich direkt bedienen und freut sich drauf den Staub auszuwaschen.

Ein Nomade obwohl der eher nach Touriführer aussieht, wäscht grad Wäsche hier. Zwei andere (Vater Sohn) sind Begleiter bei Georg im Bus und wollen zum Camp nach Chegaga. Die Sonne steht schon tief und ich muss die Truppe antreiben, damit wir nicht im dunkeln fahren brauchen. Letzter Schluck und weiter.

Hier ist nochmal ein ordentliches Stück Sand, aber eben und damit machbar für die Walküre. Danach folgen ein paar Hügel als wenn es wieder auf ein Plateau hinauf gehen würde. Das Problem ist jetzt nicht die Dunkelheit sondern die tief stehende Sonne. Georg fährt zwar mit den Ortskundigen voraus, bekommt aber auch nicht jede Richtungsänderung rechtzeitig umgesetzt und landet mit dem Kurzhauber in einer Düne. Zum Glück geht es rückwärts wieder raus und ich verlasse ich nicht mehr drauf in seinem langen Schatten zu folgen. Auch mich blendet es gewaltig und zwar wieder auf leichterem Terrain aber trotzdem mit mieser Sicht steht auf einmal unmittelbar vor mir ein Kamel auf der gewählten Piste. Das arme Viech ist sogar an den Beinen mit nem Seil verbunden um nicht weglaufen zu können. Nein, ich habe es nicht aufs Moped gesetzt oder anderweitig berührt. Für mich nun aber definitiv die Ansage dass ich keinen Meter weiter fahre und hier übernachte. Mir egal was die anderen machen oder wo die Mitfahrer noch hin müssen, Sicherheit geht vor.

Die Biker sind schon seit 30Minuten im Blindflug und freuen sich drauf das Zelt noch bei Licht aufzubauen, und auch die anderen Beiden sehen es ein. Die Anhalter müssen halt die letzten 6-8 Kilometer zu Fuß zurück legen, kennen sich hier ja aus. Wie man sieht abseits im Nirgendwo, aber eigentlich der ideale Platz für die Nacht wie sich später rausstellt. Hier mal die Ruhe am Morgen als Rundumsicht festgehalten.

Video vom Camp

Ich bin Frühaufsteher und mag den Morgen mit all seinen Facetten zu begrüßen. Brauche dafür nicht bis in die Nacht sitzen und quatschen oder Bier trinken. Mein Biorhythmus hat sich wieder der Natur angeglichen und nach dem Sonnenuntergang dauert es nicht mehr lange bis ich in mein gut isoliertes Häuschen mag. Gesunder Schlaf dann bis kurz vor Sonnenaufgang. So fühle ich mich wohl und hab die Welt morgens meist für mich alleine. in der Umgebung hier bin ich auf Entdeckungstour gegangen. Die Ergebnisse unglaublich und einen ganz eigenen blog wert der demnächst folgt.

Schluss mit lustig wurde es dann gegen 8-9Uhr geschäftig. Die ersten Motoren dröhnten schon in der Ferne. An den Camps des Chegaga ist Aufbruchstimmung für die Übernachtungstouristen. Die Maschine muss ja laufen und die Besucher gegen Mittag zurück sein, damit die nächste Fuhre Touristen pünktlich zum romantischen Sonnenuntergang auf den Dünen angekarrt werden können… wie am Fließband.
Vorne weg heizen die Quads und Crossmopeds… natürlich ohne Gepäck, sind ja keine Reisenden auf solch unbequemen lauten Vehikeln da gönnt man sich schon ein Camp mit Cola und Dusche in der Wüste. Bei nem Dutzend hab ich aufgehört zu zählen… Die Piste ja quasi direkt vor unserer Haustür, alles muss hier also vorbei.
Schlimmer wurde es noch mit den LandCruisern und Prados und wie die ganzen schicken 4×4 SUVs alle heißen. Jeder bis auf den letzten Platz besetzt und meist sogar als Grüppchen unterwegs. Und alle begaffen mich beim Frühstück auf meiner Terrasse. Winken und hupen mag ja nett gemeint sein, aber nach 20 anderen nervt das nur noch. Trotzdem bin ich froh über diesen Platz und nicht die Nacht nahe des Chegaga verbracht zu haben, was da los gewesen sein muss…

Eine Truppe hielt genau oberhalb der ersten Hügel an um die Weite und unser Camp zu betrachten. Auf meinem Foto noch knapp die Hälfte der finalen Gaffer, auf deren Bildern später irgendwann ein alter Mercedes mit Holzhaus und nem Typen auf der Terrasse der provokativ den blanken Arsch hinstreckt. Ich fand es in dem Moment echt lustig, die sollen ja auch was bekommen für ihr Geld.

Der Erg müsste jetzt langsam leer sein. Ich mag nicht auf die Anderen warten und verabrede mich dort für später. Ich will zumindest mal rauf auf die große Düne bevor wieder Andrang dort oben herrscht. Die Fahrt war wirklich nur noch 8km und recht simpel da deutlich ausgefahrene Piste. Mein Parkplatz fotogen so weit wie möglich an den Sand. Rechts im Bild dann der Erg Chegaga.

Wie gedacht stapfen schon die ersten Touris mit Führer los, da bin ich aber schneller und mache mich mit Atlas auf den Weg durch die Dünen. Mal wieder unglaublich wie dämlich Menschen sein können. Nach den Camps und vor den Dünen versauen sie hier ihre eigene Attraktion. Müll wird verbuddelt… in der Wüste… schon klar dass der Wind das irgendwann wieder frei legt und verbläst, oder? Das sammeln ist dann nicht mehr so einfach wie das herbringen und Geld verdienen. Aber was kümmert mich die Zukunft denkt der Turbanträger und der zahlende Gast hat es nicht gesehen oder ignoriert es. Herschaffen geht aber zurück ist dann doch zu aufwändig… mir fehlen die Worte.

Ja ich bin gemein und direkt. hab den Müll auch offensichtlich fotografiert und wurde dabei beobachtet, schämt euch. Am liebsten hätte ich den Dreck zurück vors Zelt gelegt, aber ich bin wie auch bei anderen Themen schon lange am resignieren. ich kann es nicht ändern, nur darauf aufmerksam machen und die Masse informieren. Meinen eigenen Teil anständig regeln… wie jeder es tun sollte. Nicht aufregen, das Leben genießen, ab in die Wüste.
Es ist immer schwer solche Eindrücke zu beschreiben oder solche Weite im Sand auf Bild zu bannen. Dünen wandern ist auch nicht ganz einfach und am Kamm entlang meist am cleversten. Deshalb mal ein Panorama von dem was vor mir liegt.

Ich bin erster und hab mein Fernglas dabei um die Aussicht zu genießen. Hinter mir höre ich aber schon Stimmen, schnell also ein kleines Video.

Video von ganz oben auf der Düne

Ich sehe unten auf der Piste die Truppe eintreffen und habe mal wieder ein Etappenziel erreicht. Genau diesen Ort hier auf den eigenen vier Rädern zu erreichen war ein großes Ziel. Und das Abenteuer geht weiter. Wir haben gestern Abend noch besprochen was heute ansteht und ich freue mich, habe aber großen Respekt und etwas Bammel. Die WALKÜRE in der Wüste. Stolz auf meinen Benz.

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