Abschied vom MB407 in Faro/Portugal

Abschied

Der Verkauf von meinem geliebten Bus war ja bisher schon ein kleines Abenteuer, da es mir vorrangig darum ging die Richtigen zu finden. Mein alter Bus ein Liebhaberstück mit Charme und Geschichte. Hier nochmal nachzulesen…

Odyssee beim Busverkauf

Kurz darauf fand sich eine ambitionierte Käuferin die selbst von meinem Plan der Übergabe in Portugal nicht abgeschreckt wurde. Ich hatte ja wie erwähnt doch zu viel Zeug dabei was im Fridolin keinen Platz zu finden vermag…

vorher ging ich noch davon aus:

Plan B war Fridolin

Das Wüstenschiff also doch bis zuletzt mein treues zuhause. Nun also war es soweit und ich bin ins Expeditionsmobil WALKÜRE umgezogen. So schnell ging das aber dann doch nicht, seine gewohnte Umgebung aufzugeben und in eine komplett andere alles Nützliche zu übernehmen. Wenn das obendrein noch Kleiner ist gibt es Entscheidungsprobleme. Aber langsam: Der Tag des Abschieds rückte mit der Abholung der Glücklichen am Flughafen näher. Shuttelservice im neuen eigenen Fahrzeug. Sie übrigens gebürtige Griechin die in Dresden studiert hat, da ist Portugal also nicht viel weiter weg als die Heimat.

In Faro war ich auch noch nicht mit dem Bus, warum also nicht ein paar Stunden zuvor die Gegend erkunden?
Man denkt nun an eine triste Gegend mit dauerndem Fluglärm… doch die Saison an der Algarve ist vorüber und der Strand hinterm Aeroporto echt gemütlich. Die Sonne scheint und das Meer lädt zum Baden ein. Hund glücklich, Mensch auch.

Der Strand von Faro liegt auf einer vorgelagerten Insel oder Sandbank und ist über eine Brücke erreichbar. (maximal 3,5t erlaubt) Ferienhäuschen direkt am Wasser in mehreren Reihen aber immerhin in traditionellem Baustil. Die Infrastruktur mit Restaurants und Cafes schon auf Tourismus ausgelegt, trotzdem wirkt es gemütlich. Der Sandstrand endlos aber eintönig.

Ab und an durch die Gassen schlendern ist dafür Abwechslung genug. Bei einigen Zugängen liegt der Sand echt bis zur letzten Reihe Häusern an der Hauptstraße. Kann mir gut vorstellen, dass das früher alles Fischerhäuschen waren.

Ist auch echt nicht breit das Inselchen… mit einem Blick sieht man offenes Meer links und die Lagune auf der anderen Seite, hier liegen noch einige Fischerboote und das Wasser ist total still. Erinnert mich irgendwie an Saint Louis (Senegal)

Die Fahrt zurück dann wieder über die schmale Brücke, normale Wohnmobile hab ich aber einige gesehen. Urlaub machen würde ich hier nicht, aber wenn man irgendwie was am Flughafen zu tun hat kann man hier super Zeit totschlagen. Der Flieger kommt in einer Stunde, also noch etwas Zeit den zweiten interessanten Ort hier anzusteuern. Die Saline.

Ein schöner Wanderweg vom Wasser umgeben der von Radfahrern und leider auch segways frequentiert wird. Diesmal links die Lagune und rechts die salzigen Becken. In der Ferne Flamingos zu bestaunen… fast schon interessanter aber sind die Leuchtfeuer der Start-Landebahn vom Flughafen.

Doch alle halbe Stunde nur ein Flieger und ohne deren Anblick auch recht idyllische Perspektiven.

Die Salzberge im Hintergrund sind mir dann aber doch zu weit…

Ankunftszeit erreicht. Ich mach mich auf die Socken. Natürlich wieder Verspätung und am Gepäck dauert auch etwas. 60Km sind es noch bis zu meinem Truck und es wird bald dunkel. Also übernehme ich zum letzten Male das Steuer und chauffiere uns in die Heimat. Sie blieb mit dem Bus in der Nähe, Bettzeug war frisch und den restlichen Krempel räume ich morgen aus. Jetzt stand meine erste Nacht in der Walküre bevor. Sie war bequem und mit bestem Schlaf gesegnet, ein guter Start in eine aufregende Zukunft. Und auch die neue Besitzerin überglücklich und motiviert zur ersten (zweiten) Probefahrt. Die Basics kapiert wechselten wir mit beiden Bussen für das Finale an den Strand. Hier kann sie etwas Urlaub machen, während ich mich um die letzten Dinge kümmere.

Danach starteten wir zu einer ausgiebigen Testfahrt mit Fahrschulung um den alten, langsamen Bus effektiv zu bewegen. Sie hat Urlaub und will in 10Tagen zurück in Deutschland sein… Immerhin und trotzdem eine Herausforderung. Ich bin nach 60-80 Kilometern aber guter Dinge, sie hat das Wüstenschiff voll im Griff. Testfahrt und Sightseeing in einem, Stops an hübschen Stränden mit Sonnenuntergang am südwestlichsten Zipfel Europas.

Auch die zweite Nacht, diesmal am Strand mit Meeresrauschen im Hintergrund war erholsam. Die Schlafcouch in meinem Expeditionsmobil war eine gute Wahl, da es nachts kurz zu regnen begann. Es prasselt schon etwas mehr als im Bus, wo noch Solarpaneele über dem gedämmten Dach den Schall auffingen. Anscheinend soweit dass sie davon gar nix mitbekam. Am Morgen auch wieder alles wie gewohnt und der Spaziergang in der Umgebung mit ungewöhnlichem Anblick beider Busse auf nem Parkplatz.

Die Mercedes waren am Tag zuvor schon Anziehungspunkt einiger Besucher und auf die Frage: “Darf ich mal deinen Bus sehen” konnte ich noch mit “Welchen?” antworten. Heute aber ist endgültig Übergabe und Abfahrt geplant. Durch einen echten Zufall kamen am Vortag sogar die Vor-Vorbesitzer der Pritsche mit Freunden vorbei und staunten nicht schlecht was aus ihrem Fahrzeug von vor 17Jahren geworden ist. Es gab sogar eine kleine Abschiedsparty an und auf der Terrasse der Walküre, selbst wildfremde Portugiesen wurden auf ein Bier eingeladen, es war lustig. Und nur ein (natürlich deutscher) Nachbar war verwirrt wegen des Aufstandes und der Nummernschilder.

Heute also trennen sich unsere Wege, wir fahren zwar noch ein Stück im Convoi, da in die gleiche Richtung aber nach weiteren 60Kilometern hupt und winkt man sich eine gute Zeit zu. Das Wüstenschiff fährt nach Nord-Osten und die WALKÜRE zum letzten Technikcheck ins Hinterland.

Gemischte Gefühle wie man sie unterschiedlicher nicht haben kann. Viel Glück und Spaß mit dem MB407

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