Portimao – Großstadt im Kiez

In der Reihe „meine Nachbarschaft“ heute einmal Portimao. Als nächste richtige Großstadt auch schon 25km von der Basis entfernt und nicht gerade ein touristisches Ziel was man gesehen haben muss. Mich verschlägt es trotzdem öfter mal hier her, und das hat zwei Gründe die ich natürlich gerne miteinander verbinde.

Zum Einen bekommt man hier für Portugiesische Verhältnisse fast alles. Es gibt auch Baumärkte und Autoteilehändler, letztere haben mich bisher immer zur Verzweiflung gebracht und konnten nix von meinen Anfragen realisieren und organisieren. Nun aber habe ich meinen neuen Kumpel Carlos von Europecas der mir auch per mail und Telefon zur Seite steht.

Die alten Mercedes wie erwähnt hier unten nicht häufig und simple Verschleißteile sind meist nichtmal im System. Mercedes Benz hat hier zwar eine Niederlassung aber nur für PKW und mich bei Anfragen weiter nach Faro geschickt, nein Danke. Nun habe ich also meinen Stammdealer und kann mich um die außergewöhnlichen Sachen kümmern. Bremstrommeln ausdrehen zum Beispiel, auch dafür bin ich fündig geworden bei Jamal in einer großen Metallbude. Eigentlich sitzt alles Handwerk im Norden der Stadt welche ja auch im Süden von der Küste begrenzt ist. Im Osten kommt dazu noch der Kanal und im Westen nix Neues. Also trotzdem alles Übersichtlich hier. Es gibt einige Einkaufszentren mit dem üblichen Ramsch und Elektronik, ab und an braucht man aber doch was davon. Die sind zentral gelegen an der Hauptstraße in die Stadt hinein.
Alles in allem recht übersichtlich, wenn man sich nicht im alten Quartier verläuft wo an jeder Ecke nen Bäcker oder ne urige Kneipe steht. Flaniermeilen gibt es im Gegensatz zu Lagos aber recht wenige, die größte Ausgehmeile zur Zeit aber im Winterschlaf ganz im Zipfel zwischen Strand und Kanal nahe Jachthafen vor der Mole.

Die Küste jedoch immer noch das vorzeige Viertel der Stadt. Hotels und Restaurants, breiter Sandstrand und davor eine Anhöhe die auch räumlich gut abtrennt. Bei meinem Besuch war der Strand eine riesige Buddelkiste mit ordentlichem Männerspielzeug. Ein 6×6 LKW wird vorne am Wasser beladen um hinten vor den Hotels die Klippe etwas aufzuschütten und wahrscheinlich zu stabilisieren. Das ist doch ein Traumjob jedes Sandkasten Baggerfahrers.

Zum Kanal hin sind dann die Jachthäfen ansässig. Bei Sonnenaufgang hübsch anzusehen. Einige ordentliche Kaliber darunter mit denen man um die Welt schippern könnte.


Auch historisch muss das schon ne Weile hier am Kanal so sein, das alte Förderband nur noch zum Bestaunen gedacht.

Neben dem Hafen zur Zeit aber nur noch Appartements und Eigentumswohnungen. Der Baustil der Stadt schon sehr praktisch und quadratisch, farblich nix besonderes. Schlicht und funktional.

Die Mole mit dem Leuchtturm am Ende dann ebenfalls schlicht aber doch Attraktion für viele morgendliche Jogger. Einmal aufs offene Meer hinaus und trockenen Fußes zurück… geht wahrscheinlich nur ohne Wellengang.

Der Anblick von dort hinten auf die Skyline immerhin imposant und dadurch doch irgendwie charmant. Mir reicht es trotzdem und ich mach mich auf die Socken zum Bus. Meist stehe ich auf einem ruhigen Schotterplatz mitten in der Stadt der als Ausweichparkplatz für den Supermarkt meiner Wahl dient. Taktischer Platz zur Nahrungsmittelversorgung, dem zweiten Grund Portimao zu besuchen. Direkt neben der Feuerwehr (die selten ausrückt) sind die Ladebereiche von Pingo Doce und damit mein Revier. Die Funde habe ich schon präsentiert.

Link zum containern unterwegs…

So gibt es also immer mal was Neues und Abwechslung im Speiseplan. Fleisch für Atlas ohne Ende, Fisch als Köder wären auch massenhaft drin, hab aber keine Zeit zum Angeln. Also bleibe ich bei abgepacktem Mittagstisch, Suppen und Sandwiches.

Und konzentriere mich wieder auf meine Aufgaben, heute mal Öle besorgen. Hypoid für die Hinterachse und ATF bekommt man auch nicht an jeder Ecke, hier bei ad Portugal.

Meine Suche nach Unterbodenwachs und Karosseriekleber bringt mich heute noch zu Portilaca und ich bin gespannt. Ein Farbenspezi der so einiges interessantes im Sortiment hat. Wieder einmal eine Adresse zum merken und ich hab noch nen Paket unterm Arm.

Auch Sohorto der Gartenfachmarkt wurde schon aufgesucht als wohl einzige Anlaufquelle für Schweißgas. Wobei auffüllen in Lissabon von statten geht und dafür die eigene Flasche teuer geprüft werden müsste. Wir sind schon alternativ auf CO2 umgestiegen doch auch das ist schwer zu beschaffen. Getränkehändler gibt es nicht… wo bekommen die ihr Gas für die Zapfanlagen her? Als Tipp hab ich die Feuerwehr bekommen. Werde dort aber direkt mal mit der Flasche vorfahren und nett fragen.

Dann suche ich nen Schlüsseldienst und einen Holzfachhändler fürs Material des Pritschenaufbaus, das Sortiment in den Baumärkten überschaubar… und meist krumm. Sandstrahlerei könnte auch interessant sein und einen Metallhandel muss ich auch noch erkunden. (hat sich mit Chargas in Ferragudo ja nun auch gut entwickelt)

Hat halt alles Vor und Nachteile nicht in seinem gewohnten Umfeld Projekte durchzuführen. Vielleicht muss ich doch nochmal nur fürs Material heim? Alles wird gut… irgendwann… und bis dahin packen wir’s an!

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