Basking, recycling, dumpster diving… bitte was?

Wie in jeder neu besuchten Region frage ich mich zuvor natürlich immer wie meine Nahrungsmittelversorgung aussehen wird. Ich recycle ja nun schon mehrere Jahre ausschließlich wenn ich mich nicht gerade auf dem afrikanischen Kontinent befinde. Mehr zur Historie gibt es hier zu lesen.

Foodsaving

“Recycling” wird es hier im Süden genannt, “Basking” in Frankreich und “Containern” in der Heimat. “Dumpster diving” ist der internationale Begriff für Lebensmittel hinterm Supermarkt zu retten.

Portugal also mal wieder ein unbeschriebenes Blatt auf meiner Erfahrungsliste, die von der Schweiz und Dänemark auf der Erfolgreich-skala haushoch angeführt wird. Man hört ja immer in den bösen Medien, dass es den Portugiesen schlecht geht, ebenso wie den Italienern speziell im Süden aber auch auf Sizilien hatte ich mehr als ausreichende Funde mit der benötigten gesunden Mischung aus frisch und verpackt. Dazu noch die etliche Tausende Hippies und lowbudget Reisende wie meiner Einer… hätte auch schief gehen können.

Hätte…, denn ich bin sehr überrascht und mehr als gut versorgt. Schon kurz hinter der Grenze aus Spanien kommend war die Algarve nicht nur fürs Auge ein Paradies. Die ersten regionalen Leckereien gab es an einem kleinen heimischen Supermarkt. Viel frittiertes, und Teigtaschen gefüllt mit Fisch und anderes Gebackenes. Ging schmackhaft los. (rechts unten im Bild)
Ok, die Joghurts und alles links im Bild war noch aus Spanien.

Mein Weg führte mich an die westliche Algarve, das Wort stammt übrigens aus dem arabischen und bedeutet westlich gelegen. Dass ich mich hier unten sehr wohl fühle hab ich ja schon erwähnt, auch dass ich ne Weile bleibe. Hab also gut die Augen offen gehalten und meine Spots ausgekundschaftet. Die Handhabung mit dem “Müll” ist hier wie überall, Leider. Viele Milchprodukte mit Datum überm MHD…

…haufenweise Brot vom Vortag…

…und bedingt durch das Angebot an fertigen Speisen zum Mitnehmen auch diese am Tag drauf gut verpackt in rauen Mengen einzusacken. Hab schon einige Abendessen verteilt und es mir schmecken lassen. Kulinarische Reisen mit Bacalau und Batata Doce Assada, Quiche etc…

Auch meine Halbtagsrohkostgewohnheit kann aufrecht erhalten werden, da überall auch Obst und Gemüse im Angebot ist. Hier mal ein Foto von einem erstaunlichen Fund im Teamwork. Mehr hatte einfach auch nicht in das Fahrzeug hinein gepasst. Grob geschätzte 100 Kilogramm wurden verteilt, vernascht, in Shakes gemixt und zu Marmelade verkocht.

Bei den Läden handelt es sich um die üblichen Verdächtigen Großkonzerne wie Aldi, Lidl und Intermarche. Es gibt aber heimische Konkurrenz die preislich schon nicht mehr zum Discounter gezählt werden kann. Pingo Doce heißt in Portugal mein neuer Favorit und beschert mich mit Allerlei.

Die Fertigspeisen von weiter oben auch aus diesem Hause, sowie einiges an Fleisch und Wurstwaren. Ich konnte schon Grillabende mit 8 Personen sättigen und hab wie üblich die Lager voll, verteilen ist meist schwieriger als finden und es blieb auch schon ne Menge deshalb liegen.

Die kurioseste Aktion habe ich schonmal im früheren blog beschrieben. Ich zitiere mich mal selbst:
“… Was blieb mir also übrig als auf dem Parkplatz wildfremden Leuten Eier anzubieten. Klingt jetzt komischer als ich es fühlte, hab mir schon Leute von meinem Schlag ausgesucht, davon gibt es hier ja ne Menge. Einige davon lehnten aber ab weil sie Veganer waren und auf blauen Dunst nix für Andere mitnehmen wollten (verständlich). Eine Verstrahlte wiederum mussten so dermaßen den ÖkoHippie raushängen lassen, dass ich wirklich gefragt wurde was das für Eier seien… Hühnereier meine Antwort und darauf ehrlich die Gegenfrage >Käfighaltung?< … unglaublich. Mädel, gerettete Eier, die sonst einfach im Müll verenden."
Übrig von dieser Eieraktion blieb bei mir ja dieser Monatsvorrat.

Wenn möglich versuche ich überall Mitmenschen zum Thema Recycling zu sensibilisieren. Habe auch schon entgegen meiner Gewohnheit den ein oder anderen Weg nur gemacht um Begleitpersonen zu zeigen was man durch pure Erzählungen manchmal echt nicht glauben kann. Im Fazit also auch Portugal nicht anders als der Rest von Europa, Verschwendung überall. Für mich “ein gefundenes Fressen”

Obendrein ist das Angebot an gratis Treibstoff weitaus einfacher zu erreichen als in Spanien, höchstens noch von Gibraltar überboten, welches dies Jahr wohl nicht auf meiner Route liegt. Es gibt diverse Tonnen mit öligem Inhalt der zur Fortbewegung brauchbar ist.

Einmal durch den Strumpf und ab in den Tank um bei 50% Mischung den hier unten recht teuren Diesel zu verdünnen. Theoretisch eher verdicken, was in höherem Anteil bei den Temperaturen nachts auch nicht rein als Salatöl im Tank ohne Vorwärmung zu empfehlen ist um auch spontan frühmorgens das Aggregat anzuschmeißen.

Für mich also ein sehr günstiger Winter. Dazu noch passables Wetter und eine tolle Gegend mit vielen Ablenkungen, nette Menschen und gegen die Langeweile gibt es auch Neuigkeiten. Mehr dann demnächst im neuen Blog Ja es betrifft meine Leidenschaft… alte Busse mit Stern.

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